Die Dynastie Krupp

1587 gründete Arndt Krupp, aus Holland kommend, in dem kleinen ländlichen Städtchen Essen ein kaufmännisches Unternehmen. Das erworbene Vermögen erweiterte seine zweite Ehefrau Helena Amalia Krupp geschickt zu einem Geschäft industrieller Größe. Der Enkel Friedrich Krupp gründete mit dem geerbten Kapital 1811 die "Gussstahlfabrik Friedrich Krupp".

                                                                                                   

                                             Bildergalerie von der Margarethenhöhe und Villa Hügel

 

 

Sein Manko war allerdings, dass er nicht wusste wie Gussstahl ueberhaupt herzustellen ist und so blieb es nicht aus, dass er finanziell und  gellschaftlich ruiniert mit 39 Jahren an Erschöpfung verstarb. Es war dann sein erst 14jaehriger Sohn, der ueber hohes technisches Wissen verfügte und mit viel Geschick das vaeterliche Unternehmen rettete und schliesslich qualitaiv wertvollen Stahl erzeugte. Den Ruhm der Gusstahlfabrik Krupp beguendete er mit nahtlosen Radreifen fuer Eisenbahnen, die das Unternehmen in der Welt bekannt machten. Die 3 Radreifen wurden zum Markenzeichen der Firma Krupp.

                       1853 heiratete Alfred Krupp die 18 Jahre juengere Bertha Eichhoff. Mit der Bestellung von 300 Kanonen, 1856 vom preussischen Prinzen Wilhelm, begann dann eine intensive Freundschaft zwischen dem Hause Hohenzollern und derer von Krupp. Durch den ueberaus erfolgreiche Einsatz der kruppschen Kanonen im Sieg ueber Frankreich entsatnd bald darauf der Mythos der "Kanonenfabrik Krupp" - Kanonenkoenig.

                       Seit 1873 residierte die Familie Krupp nahezu koeniglich auf der neu erbauten Villa Huegel. Die Erhebung in den Adelsstand hatte Krupp immer mit den Worten: "ich heisse Krupp - das genuegt" abgelehnt. Als seine Frau Bertha ihren Mann 1882 verliess, er hatte sich zu einem ewig noergelnden und rechthaberischen Menschen entwickelt, hatte die Firma Krupp bereits 20.000 Arbeiter beschaeftigt. Verbissen zeigte er sich auch gegenueber dem einzigen Sohn, Friedrich Alfred Krupp, den er nach seinem eigenen Bilde zu erziehen versuchte. Eigene Entscheidungen waren dem Sohn nicht vergoennt. Dies ging sogar soweit, dass er dem Sohn die Heirat mit Margarethe Freiin von Ende verbot. Erstaunlicherweise sezte sich Friedrich aber hier erstmals gegen seinen Vater durch. Einsam und nur im Beisein eines Kammerdieners verstarb Alfred 1887.

                       Noch zu Alfreds Lebzeiten war Friedrich in die Fuehrung der Firma integriert worden und entgegen aller Erwartungen begann er nach dem Tode des Vaters mit viel Energie und Willen die Firma zu weiteren Erfolgen zu fuehren. Mit seiner Frau Margarethe begruendete Friedrich Krupp die Tradition der kruppschen Wohlfahrt, indem er Wohnsiedlungen und eigene Konsumanstalten erschuf. Ausserdem liess er die Villa Huegel wohnlicher gestalten, indem er für die Toechter Bertha und Barbara eigene Raeume schaffte. Friedrich gab sich nicht so herrisch wie sein Vater und war bei der arbeitenden Bevoelkerung sehr beliebt.

                       1902 zum Todeszeitpunkt von Friedrich Krupp hatte sich die Zahl der "Kruppianer" auf 40.000 erhoeht. Politisch lief allerdings nicht alles nach den Wuenschen des Firmenleiters und es hauften sich die Kritiken ueber die enge Verzahnung der Regierung mit der Familie Krupp. Dieses fuehrte zu einer grossen Verbitterung bei Alfred und er zog sich immer haeufiger auf seine Lieblingsinsel Capri zurueck, wo er sich viel mit jungen Maennern umgab. Es konnte ihm nie ein homophiles Verhalten nachgewiesen werden, aber in der Heimat machten sich immer mehr Geruechte breit, die im Vorwurf des "Vorwaerts" muendete                     Unzucht mit Minderjaehrigen betrieben zu haben. Der Skandal war da. In ihrer Panik um den Ruf der Familie hatte sich Margarethe um Hilfe an den Kaiser gewandt. Dieser stellte sich aber auf Alfred`s Seite und auf dessen Wunsch wurde seine Frau in eine Nervenanstalt eingewiesen.

                       1902 starb Alfred Krupp angeblich an Gehirnschlag einsam auf Villa Huegel. In der Oeffentlichkeit wurde allerdings Suizid vermutet. Um die Ehre seines Freundes wieder herzustellen nahm Kaiser Wilhelm II. persoenlich an der Beerdigung teil. Margarethe, nach dem Tode ihres Mannes rehabiltiert, uebernahm nun treuhaenderisch die Leitung der Firma und begruendete nunmehr ihren Ruf als "starke Frau" in der Geschichte der Firma Krupp. Margarethe setzte sich mit der Erbauung der Siedlung "Margarethenhoehe" ein weltweit bekanntes Denkmal. Als 1906 ihre Firmenleitung ein Ende nahm waren in der Firma 60.000 Beschaeftigte taetig. Da aus der Ehe zwischen Friedrich und Margarethe nur zwei Toechter, Bertha und Barbara hervorgingen, musste die Vereehelichung der aeltesten Tochter Bertha herbeigefuehrt werden. Als geeignet sah man den 36jaehrigen Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach an. Das Ehegeschenk Kaiser Wilhelm II. bestand in der Erlaubnis sich Gustav Krupp von Bohlen und Halbach nennen zu duerfen. Dieses Privileg durfte mit der Firma und dem Vermoegen an den jeweils aelteren Sohn weitergegeben werden. Gustav pflegte das Buendnis mit dem Kaiserhaus und die Freundschaft zwischen ihm und dem Kaiser wuchs. Ebenfalls gab er sich ganz der Firma und dem Namen Krupp hin. Nach Ende des Krieges wurde er als Kanonenkoenig und Freund des Kaisers von den Alliierten als                        Kriegsverbrecher angesehen. Zum Kriegsende hatte Krupp eine Arbeiterschaft von 150.000 erreicht. Im "dritten Reich" wuchs Krupp dann wieder zur "Waffenschmiede des Reiches" an. Obwohl Gustav Krupp im Gegensatz zu Stinnes lange den Kontakt mit dem "braunen Führer" vermied, musste er sich mit Blick auf den Konzern mit den neuen Machthabern arrangieren. So war es nur eine logische Folge, dass er nach Kriegsende 1945, bereits schwer dementskrank, wiederum als Kriegsverbrecher angeklagt werden sollte. Bereits 1943 hatte sein Sohn Alfried Krupp von Bohlen und Halbach die Geschicke der Firma uebernommen. Da die Alliierten eingesehen hatten, das sie den schwer kranken Gustav nicht verurteilen konnten, nahm man seinen Sohn Alfried in Haft. 1948 wurde das Urteil gesprochen. 12 Jahre Gefaengnis und die Beschlagnahmung seines Vermoegens. Im Privatleben hatte Alfried stets unter der Haerte der Mutter zu leiden, die ihn zu einem "echten Krupp" erziehen wollte. Seine Ehe mit der Hamburger Kaufmannstochter Anneliese Bahr liess er auf Wunsch seiner Mutter annulieren. Aus dieser Ehe war der Sohn Arndt geboren worden. Es war Alfrieds Wunsch, dass sein Sohn als oberster Kruppianer eingefuehrt werden sollte, aber dieser verweigerte ihm diesen Wunsch um seinen anderen Neigungen nach zu gehen. Nach der Begnadigung 1951und der Rueckgabe des Vermoegens, machte sich  Alfried Krupp an den Wiederaufbau der Firma. Bereits 1961 beschaeftigte das Werk wieder 110.000 Mitarbeiter.

                       Im Rahmen der Umstrukturierung des Konzerns, Waffen wurden nicht mehr hergestellt, kam der Generalbevollmaechtigte Berthold Beitz in die Firmenleitung. Die Erstellung ganzer Industrieanlagen wurde zum Kerngeschaeft des Unternehmens.  Der Niedergang des Konzerns begann 1966. Zu spaet hatte Alfried sich von unrentablen Geschaeftszweigen getrennt, um Entlassungen seiner "Kruppianer" zu verhindern. Dazu kam die schlechte Zahlungsmoral von Ostblockstaaten. Als die Regierung dann Hilfe unter der Bedingung der Aufgabe des "Einmannbetriebes" anbot, war dieser Schritt von Alfried bereits laengst beschlossen. Das Firmenvermoegen ging in eine Stiftung ueber. Am 30.Juli 1967 starb Alfried Krupp von Bohlen und Halbach ebenfalls einsam an Lungenkrebs in der Villa Hügel.

 

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