Vogel – Mensch

Vogel – Mensch – wenn man einmal darüber nachdenkt, haben wir einiges mit unseren gefiederten Freunden gemeinsam, auch wenn der Größenunterschied enorm ist.

Wie die meisten Vögel sind auch wir Menschen in der Regel tagaktiv. Beide Arten bewegen sich am Boden auf zwei Beinen und wenn man nun sagt der Vogel kann fliegen und wir nicht, so bewegen wir uns allerdings doch in der Luft mit Flugzeugen die in der Form dem Vogel nachempfunden sind. Außerdem benehmen sich einige Menschen auch flatterhaft- aber das ist jetzt nicht so Ernst gemeint.

Was haben wir noch gemeinsam mit unseren gefiederten Freunden? Wir verständigen uns wie sie über die Stimme. Auch die Augen spielen eine große Rolle bei der Erkennung von Gefahren. Durch Rufe warnen wir uns vor Unheil, wie auch der Vogel seine Arten mit Warnrufen informiert.

Vogel - Mensch

Vogel – Mensch – die Balz

Auch bei der Werbung um die holde Weiblichkeit benehmen wir Männer uns ähnlich dem Vogelmännchen. Zum ersten Kennenlernen ziehen wir uns besonders gut an, wir tragen unser Prachtkleid (wie der Vogel). Auch was die Werbung um die Angebetet angeht, lassen wir uns oft etwas einfallen, auch wir wollen uns in ein gutes Licht stellen.

Macht- und Positionskämpfe um Reviere / Posten und zum Schutz der Familie / Wohnung gehören ebenfalls zu den Eigenschaften beider Erdbewohner und wie bei den Vögeln lieben die Einen die Geselligkeit und die Anderen die Einsamkeit.

Diese vielen Ähnlichkeiten und das gemeinsame Leben miteinander machen es wohl aus, warum Birding, das Beobachten von Vögeln immer beliebter wird. Es gibt viele Hilfsmittel wie Bestimmungsbücher, Führungen und Lehrgänge durch Naturschutzbund und andere Verbände. Außerdem ist der Anfang nicht so schwer, wenn man im eigenen Garten beginnen kann.

Rotschenkel

Rotschenkel-tringa totanus

Männchen und Weibchen dieses Schneepfenvogels sind kaum zu unterscheiden.

Auffallend ist das Auge, das weiß umrandet ist und der verhältnismäßig lange, rote Schnabel, der zur Spitze hin schwarz wird. Seinen Namen hat er von den stelzenhaften roten Beinen.

Rotschenkel ernähren sich von Weichtieren, Muscheln, Schnecken und Insekten.

Das Nest, in dem bis zu fünf Junge von beiden Elternteilen bebrütet werden, befindet sich in Nestmulden am Boden. Die Eier werden ca. 3-4 Wochen bebrütet. Wenn die Jungen geschlüpft sind, verlassen sie schon bald das Nest. Die Nestflüchter haben dann bereits ein Daunenkleid.

Die Rotschenkel haben etwa die Größe einer Taube. Meistens sitzt das Männchen auf einem Zaunpfahl oder einem sichtbaren Ansitz, von wo er auf einem Bein stehend das Nest bewacht. Bei aufkommender Gefahr versucht er den Gegner vom Nest abzulenken.

Der Lebensraum sind küstennahe Gebiete und im Binnenland die Feuchtgebiete und Moore.

Durch die Trockenlegung vieler Moore und Feuchtgebiete für die Nutzung durch die intensive Landwirtschaft war der Bestand rückläufig, weil ihnen der Lebensraum genommen wurde. Immer mehr Gebiete sind im Laufe der Zeit wieder renaturisiert worden und die Vögel kommen zurück. So konnte ich den Rotschenkel am Ochsenmoor am Dümmer See beobachten. Zuvor sah ich ihn vor einigen Jahren auf der Insel Föhr.

Rotschenkel

Der Vogel gehört zu den Limikolen. So bezeichnet man Vögel, deren Lebensraum am Meer liegt oder an flachen Gewässern und Teichen, oder Kiesgruben mit feuchten Uferabschnitten, Mooren und Feuchtwiesen. Zu den Limikolen gehören zum Beispiel die Watvögel Austernfischer, Kiebitz, Kampfläufer, Wasser- und Strandläufer, Regenpfeifer und Brachvögel. In Deutschland vermutet man noch etwa 17.500 Brutpaare. Noch wird die Art in der Roten Liste der gefährdeten Arten als gefährdet eingestuft.

Das Überwinterungsgebiet ist Afrika und die Vögel die bei uns überwintern ziehen im Frühjahr zum Brüten in den hohen Norden.

Hier ein kleines Gedicht :

Der Rotschenkel ist nicht groß, nein eher klein, etwa wie der Kiebitz, oder Taube und steht dann gern auf einem Bein.

Bewacht von eines Zaunes Pfahl, die Kleinen in der Mulde, da stört ihn nicht die Zeit, noch Stunde.

Von oben ist er schwarz, grau-braun gefleckt. Sein Schnabel ist recht lang gestreckt.

Ist die Wiese feucht und grün bestückt, kommt er im Frühjahr auch aus Afrika zurück.

uli klös