Rinderbach

Rinderbach, heißt der 11,7 Kilometer lange Nebenfluß der Ruhr. In Essen Kettwig fließt er gleich hinter dem Wehr in die Ruhr. Nach einer längeren Regenphase haben wir das richtige Wetter um eine schöne Wandertour zu machen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 Grad.

Rinderbach
Rinderbach

Auf den Bäumen bildet sich das erste Laub und ein traumhaftes Farbenspiel begleitet unseren Weg. Die Büsche und Sträucher erwachen in einer prachtvollen Blüte und die Wiesen am Rinderbach sind herrlich grün, auch das Plätschern des Flusses klingt wie eine Melodie.

Ähnlich aktiv und mit unterschiedlicher Lautstärke trillert die kleine Mönchsgrasmücke ihre Weisen und man staunt wie kräftig so ein kleiner Vogel singen kann. Bei den Haupt-Versen plustern sich seine Kehlfedern regelrecht vor Anstrengung oder Begeisterung auf.

Möchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke

Vogelsangtal und Cafe am Rinderbach

Der Weg führt nun leicht bergan, vorbei am Zaun des ehemaligen Wasserwerk Heiligenhaus und wir befinden uns nun im Vogelsangtal.

Rinderbach
Wiesenschaumkraut

Der Waldboden ist gut bestückt mit blühendem Schaumkraut, dieser leuchtet violett in der Sonne. Versucht man die Blüte zu essen, schmeckt sie Kresse ähnlich. Das Schaumkraut wird auch als Gewürz genutzt. Das Pfaffenhütchen wächst unmittelbar am Wegesrand. Auch als Spindelstrauch bekannt, wird diese Pflanze als giftig geführt. Fliegen und Insekten finden im Nektar aber wertvolle Nahrung.

Rinderbach
März Veilchen

Als Blume der Liebe verehrten die alten Griechen das März-Veilchen oder auch Duftveilchen, das im Halbschatten der Sträucher zu finden ist. Das Duftveilchen gilt in vielen Gedichten und in der Literatur allgemein als Bote des Frühlings.

Rinderbach
Cafe Herberge

Wir nähern uns nun dem Cafe Herberge. Ein Bauernhof, wunderschön im Tal gelegen, mit einem Hofcafe. Leider ist noch geschlossen, wir sind einfach zu früh dran. Aus den Büschen hört man den Haussperling rufen und sie schwirren aufgeregt hin- und her um Nistmaterial zu suchen. Auf der saftigen, grünen Wiese blüht der Wiesen-Löwenzahn. Die Feuchtigkeit, die vom Rinderbach ausgeht, bietet dem Korbblüter ideale Voraussetzungen.

Löwenzahn am Rinderbach
Wiesen Löwenzahn

Die Wildbienen freuen sich über diese gelbe Pflanze. Der Mensch nutzt die Blume zur Herstellung von Sirup und Gelee, oder als Röhrlsalat.

Ein Rastplatz erweckt unsere Aufmerksamkeit. Fast einem Denkmal ähnlich, hat hier die Gemeinde Zwönitz in Sachsen , als Patengemeinde diesen Platz gestaltet.

Raststätte
Raststätte

Unmittelbar am Weg der vom Cafe fortführt, hat jemand zwei Kunstwerke installiert, die langsam verwittern.

An der kleinen Böschung zur Waldseite wächst das “kleine Immergrün” , Hier ist es allerdings hellblau. Insekten nutzen den klebrigen Rand unterhalb der Fruchtblätter um ihren Rüssel mit dem Sekret zu beschmieren, woran dann der Nektar hängenbleibt. Alle Teile der Pflanze sind für uns giftig, deshalb darf man heute auch keine Rezepturen mehr aus der Pflanze herstellen.

Grünspecht

Jetzt geht es über ein offenes Gebiet mit Äckern und grasenden Pferden, bevor es wieder hinunter ins Tal geht. Aus der Ferne höre ich das “Lachen” des Grünspecht. Dann entdecke ich ihn und kann mich näher heranschleichen um ein paar Bilder zu schießen.

Grünspecht
Grünspecht

Dann erreichen wir schließlich wieder den Ausgangspunkt am Abtsküchensee, der vom Rinderbach gespeist wird. Auch hier stehen alle Zeichen auf Frühling. Die Stockenten Mama flüchtet mit ihren sieben Jungen vor den Attacken eines Blässhuhnes. Auf dem abgestorbenen Ast eines Baumes, der im See liegt sonnen sich amerikanische Gelbwangen Schmuckschildkröten. Irgendwann hat ein angeblicher “Tierliebhaber” die Tiere wohl ausgesetzt, weshalb man sie im Ruhrgebiet an anderen Seen ebenfalls findet. Die relativ milden Winter der letzten Jahre waren die Gewährleistung für ihr Überleben in unseren klimatischen Verhältnissen und deshalb sieht es so aus, als würden es auch immer mehr. Im Vogelschutzgebiet Essen-Heisingen oder auch in den Gewässern der Saarner Aue sind sie ebenfalls zu finden.

Es war ein wunderbarer Weg, über eine Länge von etwa 8 Kilometern.

Frühling 2019 – sollte ein Leser sich erinnern, dieser Artikel war schon einmal veröffentlicht, aber durch ein Missgeschick aus dem Archiv verschwunden.

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