Waldsterben

Waldsterben – „Wenn wir wollen, dass der Wald unser Klimaschutz-Mitkämpfer bleibt, dann brauchen wir eine aktive Waldbewirtschaftung, also langfristiges Binden von CO2 in Holz. Und insofern ist die Frage, wie bauen wir mehr mit Holz und wie können wir dafür sorgen, dass der Holzmarkt nicht komplett zusammenbricht und wir Holz auch gut lagern können.“ Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Interview im BR-Interview

Es ist schon bemerkenswert das Frau Klöckner von „Holz“ spricht und nicht vom Baum. Ihr geht es um das Produkt „Holz“, welches wirtschaftlichen Nutzen und Ertrag bringen soll. Wie in der ersten Zeile zu lesen ist, ist die Bewirtschaftung der maßgebliche Faktor ihrer Gedanken. Es geht ihr nicht um das Allgemeingut „Wald“ als CO² Speicher und Teil des Klimaschutzes.

Waldsterben durch den Borkenkäfer

Bereits jetzt ist der plantagenmäßige Anbau der Fichten nicht mehr berechtigt, weil diese Anbauweise den Borkenkäfer fördert. Das wärmere Klima und der eigentlich falsche Standort für diese Baumart sorgen dafür das die Fichte keinen Abwehrstoff gegen den Käfer bildet. Sie baut keinen Harz auf mit dem sie den Käfer bekämpfen könnte.

Waldsterben – durch Logistik

Der Abtransport der befallen Bäume soll jetzt mit Hilfe der Bundeswehr und schwerem Gerät erfolgen. Die Soldaten sind bereits im Einsatz. Mit Panzern gegen den Borkenkäfer – der Boden wird noch weiter verdichtet, Wasser wird noch mehr Mangelware und natürliche Feinde des Borkenkäfers werden „plattgewalzt“.

Waldsterben durch Wassermangel

Ein verlichteter Fichtenwald speichert etwa 16 Liter Wasser auf den Quadratmeter, eine Bergmischwald dagegen 100 Liter. (wissenschaftlich festgestellt). Das schwere Gerät und die Dürre vernichten diese 16 Liter noch weiter und dem Baum fehlt das so wichtige Wasser für die Bekämpfung seiner Feinde.

Nun wird verzweifelt nach anderen Baumarten gesucht die die schnell wachsende Fichte als „Holzlieferanten“ ablösen sollen. Eine dieser Arten ist die Douglasie, eine Weichholzart, die robuster als die Fichte ist, aber eigentlich auch ein Baum der kälteren Zonen ist.

Die Waldbauern fordern nun Geld vom Staat und Hilfen im Kampf gegen den Borkenkäfer. Verantwortlich dafür machen sie den Klimawandel und deshalb müßte auch die Allegemeinheit für die Schäden aufkommen. Eine Schuld durch sie selbst sehen sie natürlich nicht, obwohl absehbar war, dass der in Reih und Glied aufgebaute Fichtenforst, auf noch dazu falschem Boden, anfällig für Krankheiten war und ist.

Für das Klima, über das ja zur Zeit alle Welt spricht, muß der Anteil der Misch- und Laubwälder bedeutend höher werden. Leider geschieht aber genau das Gegenteil. Der Regenwald brennt, weil er für die Schaffung von Flächen für die Rinderhaltung entzündet wird. Ein amerikanischer Präsident Trump will nun den Tongass National Forest in Alaska, einen der letzten intakten Regenwälder, gemäß Informationen der Washington Post den Holzfällern in die Hand geben. Mit 69000 km² Fläche ist der Regenwald der größte Nationalforst Alaskas.

Auch in Deutschland geht man nicht gerade rücksichtsvoll mit dem Wald um. Ich erinnere an den Hambacher Forst, der den wirtschaftlichen Interessen der Braunkohle weichen sollte. Von ihm ist nur noch ein „kläglicher Rest“ übrig geblieben. Das auch nur weil es engagierte Personen gab die sich immens für den Erhalt der letzen Fläche eingesetzt haben.

Wichtig wäre jetzt ein Umdenken auch bei den privaten Waldbesitzern und der Forstwirtschaft. Mit neuen Forsten nach Legoart wird die Waldwirtschaft auf Dauer nicht existieren können.