Sprüche über Vögel

Sprüche über Vögel gibt es mehr als ich dachte. Auf der Suche nach solchen Sprüchen tauchten durch die Findung eines Spruches immer wieder neue auf.

Aussprüche

Einen Vogel haben – woher kommt der Ausspruch ? Im Volksglauben dachte man das sich in den Köpfen von Geisteskranken kleine Tiere, wie Vögel, eingenistet haben.

Bei dir piept`s wohl ! – microcephale Menschen sind Menschen mit kleinen Köpfen- eine geistige Behinderung, bei der der Kopf eine kleine Größe im Verhältnis zum Körper hat.

Du hast einen VogelFalkner galten früher als Eigenbrödler. Sie verbrachten so viel Zeit mit den Tieren, dass keine Zeit für Alkohol und menschliche Kontakte blieb – sie hatten dem Vogel alles untergeordnet.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – der Ausspruch kommt eigentlich aus dem englischsprachigen Raum „the early bird catches the worm“. Er entspricht dem deutschen Ausspruch : „wer zuerst kommt malt zuerst“.

eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – Geht auf Äsop zurück. Als Äsop die erste Schwalbe sah, verkaufte er seinen Mantel, im Glauben der Sommer wäre jetzt da. Dieser kam aber nicht und Äsop mußte frieren und sehen das die Schwalbe erfror.

Die Schwalbe machen – oft im Fußball zu hören – Schwalben fallen bei extremen Nahrungsmangel in eine Hungerstarre.

Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Lieber mit etwas Wenigem zufrieden sein, als das unerreichbar Große zu erstreben.

Sprüche über Vögel – Prominente

Namhafte Prominente und Wissenschaftler, sowie Schriftsteller greifen immer wieder auf Vergleiche mit den Vögeln zurück :

Glaube ist der Vogel der das Lich fühlt, bevor die Sonne aufgegangen ist.

Rabindranath Tagore

Niemand ist frei, selbst die Vögel sind an den Himmel gebunden.

Bob Dylan

Jeder mag Vögel – welches andere Tier ist so einfach zu sehen und jedem Menschen so nah und so vielfältig wie ein Vogel.

Davia Attenborough

Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen

Martin Luther

Wenn einer der mit Mühen kaum gekrochen ist auf einen Baum schon meint, dass er ein Vogel wär, so irrt sich der.

Wilhelm Busch

Wir haben gelernt wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen, doch wir haben die einfache Kunst verlernt: wie Brüder zu leben.

Martin Luther King

kommunizieren Vögel ?

kommunizieren Vögel – diese Frage kann man sich stellen, wenn man dem vielfältigen Gezwitscher am frühen Morgen lauscht.

Das Magazin „Nature Communications“ veröffentlichte die Studie eines japanischen Forscherteams zu diesem Thema. Die Forscher untersuchten die Laute der Japanmeise und stellten fest, dass „tschilp“ nicht das Gleiche ist wie „tschilp tschilp“.

Man erkannte eine Syntax aus einer bestimmten Reihe von Tönen, die daraus schließen läßt, dass die Vögel in ganzen Sätzen „sprechen“. So bedeutet der eine Satz soviel wie : „Achtung Feind in Sicht“. Der Ruf bedeutet das die Vögel aufmerksam ihr Umfeld beobachten. Eine andere Tonfolge hatte den Sinn „Komm her “ – Zum Beispiel um auf eine Futterquelle aufmerksam zu machen.

Quelle Welt-Nachrichten vom März 2019

Der Tagesspiegel verweist auf die Aussage von Michael Griesser, von der Uni Zürich, der berichtet das die Kohlmeise aus einem limitierten Vokabular Wörter mit neuer Bedeutung erzeugen kann, die eine bestimmte Aktion auslösen.

Im Garten kann man beobachten und hören, dass die Amsel und das Rotkehlchen Warnlaute hören lassen, wenn zum Beispiel eine Katze den Garten betritt. Die Warnlaute enden erst, wenn die Katze wieder verschwunden ist.

Vögel können durch Luftsackmilben einen Stimmenverlust erleiden. Auch Vögel haben einen Kehlkopf, eine Luftröhre, zwei Luftsäcke und Bronchien.

Kommunizieren über Fremdsprache

Ein deutscher Ornithologe stellte 1969 fest, dass ein Hänfling der mit einem Dompfaff in einer Freilandvoliere untergebracht war , nach einiger Zeit den Gesang und den Lockruf des Dompfaff erlernte.

Die gleiche Beobachtung machte er bei einem Rotkehlchen, das mit einem Dompfaff in einer Voliere war. Nun brachte er den Hänfling und das Rotkehlchen gemeinsam in einer Voliere unter. Rief der Hänfling den Lockruf des Dompfaff aus, reagierte das Rotkehlchen. Rief das Rotkehlchen den Lockruf des Dompfaffs, reagierte der Hänfling. Die beiden Vögel kommunizieren also in der Sprache des Dompfaff miteinander.

Quelle : Deutschlandfunk Nova, Januar 2019.

Eine weitere Art des Kommunizieren ist das Balzverhalten der Vögel. Hier gehört zur Stimme auch die Körperhaltung, über die sich Männchen und Weibchen näher kommen.

Kuckuck

Kuckuck – mit wissenschaftlichem Namen Cuculus Canorus. Von Mai bis Juli wird der Kuckuck aktiv. Sein Ruf, der ihm seinen Namen gab, schallt weit über die Ebene. Es ist sehr schwer diesen etwa taubengroßen Vogel zu sehen.
Ich habe ihn seit zwei Tagen ständig rufen hören. Auf unseren Wanderungen am Dümmer begleitet uns sein „kuckuck“, „Kkuckuck“ ständig. Aber obwohl wir zu Zweit sind, können wir ihn nicht entdecken. Bis der Wald abrupt aufhört und der Schilfgürtel des Dümmer See das Landschaftsbild prägt. Das Ochsenmoor grenzt unmittelbar an.

Wieder erschallt der Ruf des Vogels und ganz oben im Baum, auf der äußersten Spitze des Astes kann ich ihn nun sehen und ein paar Bilder machen. Klar ist die Entfernung selbst für das 400er Tele viel zu weit, aber ein Belegfoto möchte ich doch haben, wo es doch so selten ist, dass man ihn sieht.

Kuckuck

Dem Rufer wird das Überleben in Deutschland erschwert durch die Veränderung seines Lebensraumes. Ansonsten ist er überall zu finden. Selbst in Asien und Japan gibt es Vorkommen dieses Vogels. Besondere Bekanntheit hat er durch seine „Faulheit“ keine Eier selbst auszubrüten, erlangt. Brutparasitismus – ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Vogel dem anderen Vogel ein „faules Ei“ unterlegt.

Der Teichrohrsänger gehört zu den beliebtesten Wirtsleuten für den Kuckuck. Die eigenen Eier sind in Form und Farbe bereits den Eiern des Rohrsängers angepasst. Das ist auch eine besondere Gabe des Kuckuck, dass er die Eier quasi in die Farbe und Form des „Wirtvogels“ angleichen kann. Das Kuckuckspaar beobachtet eine ganze Zeit das Verhalten des Teichrohrsängers um abzuwarten, wann dieser seine Eier im Nest abgelegt hat.

Nun heisst es Warten bis das Nest verlassen ist. Unter Umständen lenkt das Kuckucksmännchen die „Gastvögel noch ab, damit Frau Kuckuck ein Ei vom Gelege fressen kann und dafür ihr eigenes Ei hineinlegt. Nichts ahnend wird dann später das „Kuckucksei“ mit ausgebrütet.

Der geschlüpfte kleine Kuckuck ist in der Lage so lautstark zu betteln, das man meint es wäre eine komplette Brut im Nest. So fällt es kaum auf, dass er nach und nach die anderen, viel kleineren Jungen aus dem Nest wirft. So wird der Kuckuck durchgefüttert, bis er schließlich das Nest verläßt und davon fliegt.

Der Klimawandel macht dem Kuckuck allerdings seine „Arbeit“ immer schwerer. Während seine Wirtsvögel sich auf den Wandel eingestellt haben und bereits früher anfangen zu brüten, kommt der Kuckuck, der sich noch nicht umgestellt hat, zu spät aus dem Winterquartier zurück. Weil die Brut im „faulen Nest“ bereits früher schlüpft als der Kleine im Kuckucksei, schlägt das Schicksal nach seinem Schlupf erbarmungslos zu und er wird selbst aus dem Nest geworfen.

Der Kuckuck lebt hauptsächlich von Insekten, Libellen, Käfern und Ohrwürmern.

Der Kuckuck legt sein faules Ei, dem Teichrohrsänger ins Nest hinein.

Der Kleine wird schon bald ein „Riese“, der Teichrohrsänger kriegt die Krise.

Doch irgendwann ist es vorbei, der Kuckuck fliegt in die Türkei.

Venner Moor

Das Venner Moor mit einer Größe von heute etwa 150 Hektar befindet sich südwestlich von Münster und gehört zur Gemeinde Senden.

Das Hochmoor entstand vor rund 6000 Jahren. Es wuchs im Laufe der Jahre nicht nur in die Höhe, sondern verbreitete sich bis in die benachbarten Erlenwälder. Es entstand ein Hochmoor mit einer Fläche von 280 Hektar und einer drei Meter mächtigen Torfablagerung.

Venner Moor
Venner Moor

Der Bau des Dortmund-Ems-Kanals 1964 und weitere Entwässerungen sorgten dafür, dass lediglich eine abgetorfte Fläche von 6 Hektar übrig blieb.

Venner Moor
Dortmund Ems Kanal

1970 begann man die Entwässerungsgräben abzudichten und 1990 wurde das Venner Moor unter Schutz gestellt. Das Moor kehrt nur sehr langsam zurück. Nur langsam sterben auch die unzähligen Birken ab und das Moor wächst jährlich lediglich um knapp einen Millimeter. Für die Freihaltung der Heideflächen wird gesorgt, um die Heideflora zu erhalten.

Venner Moor

Kreuzotter und Krickente sind wieder zu entdecken und die Moorlibellen sind zu sehen.

Imposant ist im Südteil des Moores der Altbestand eines Buchenwaldes. Hier sollte man unbedingt eine Weile ausharren. Einige Vogelarten genießen diesen Teil ebenso gerne wie wir. Der Buntspecht beobachtet die ersten Anflüge des Jungvogels. Ansonsten besteht der Baumbestand im und am Venner Moor aus Birken und Kiefern. Durch einen Teil des Moors führt ein Holzbalkenweg. Wenn man eine der Kreuzottern sehen will, muss man schon sehr umsichtig sein, weil sie durch die Bewegungen die unsere Schritte auf den Balken ausmachen, schnell verschwinden. Uns ist es einmal gelungen Kreuzottern auf einem Balkenweg im Müritz Nationalpark zu sehen.

Venner Moor
Kreuzottern auf dem Balkenweg im Müritz Nationalpark

Rohrammer

Rohrammer – mit wissenschaftlichem Namen Emberiza schoeniclus. Durch Blätter gut geschützt befindet sich das Nest der Rohrammer oberhalb vom Wasser im Schilf, oder hohem Gras auf feuchter Brachfläche. Das Weibchen ist alleine für den Nestbau zuständig und wird dabei vom Männchen bewacht.

Rohrammer

Ein Trick zur Abwehr von Feinden besteht darin, dass eines der beiden Elternteile offensichtlich flügellahm über den Boden schleicht. So zieht er die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich, um ihn vom Nest abzulenken. Dieses Verfahren nutzen auch andere Vögel und wird „Verleiten“ genannt.

Im Herbst fliegt der kleine Vogel in den Mittelmeerraum zum Überwintern. Das Männchen sitzt meistens auf der Spitze eines Schilfhalmes und man meint ihm gefällt das leichte Schaukeln im Wind. Nur sein Gesang hört sich nicht unbedingt nach Freude an. Aber er kann wohl nicht anders, als ziemlich rau und aufdringlich zu singen.

Die Rohrammer ist überwiegen braun-beige gefärbt mit dunklen Streifen. Der Schwanz hat dünne weiße Außenkanten.

Rohrammer

Im Prachtkleid wirkt das Männchen als träge es eine weiße Stola um den Nacken. Dieser fällt durch den schwarzen Kopf besonders auf. Auch ein imposanter weißer Bartstreif ist zu sehen. Das Weibchen ist allgemein schlichter, nicht so farbintensiv, hat aber auch den kleinen Backenbart, aber keinen tiefschwarzen Kopf. Ich konnte den Vogel sehr schön am Schilfufer des Dümmer See beobachten.

hier noch ein paar Verse für unsere Rohrammer:

Da sitzt er auf der Spitz` vom Schilf, braucht aber Keinen der ihm hilft.

Sanft schaukelt er dort hin- und her, es der Mann von der Rohrammer.

Von Musik versteht er nicht sehr viel, das klingt des öfteren sehr schief.

Drei Steigungen fügt er in sein Singen ein, ab er ein Komponist das wird er niemals sein.

Und wenn ein Menschlein lauthals schimpft, mein man gleich das die Ammer singt.

ulrich kloes

Naturschutz – Erneuerbare Energie

das Verhältnis zwischen erneuerbarer Energie, die unzweifelhaft dringend gebraucht wird und dem Naturschutz wird immer problematischer. Um Gas zu erzeugen werden Energiepflanzen angebaut, die bereits zwanzig Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland ausmachen. Diese Flächen fehlen dann für den Anbau von Pflanzen zur Herstellung von Lebensmitteln. Die konventionelle Landwirtschaft sucht nach neuen Flächen, wird dafür noch gefördert und weitere Flächen werden für den Artenschutz unbrauchbar. Zudem werden weiter Produkte für die Bio- Gas- Herstellung aus dem Ausland importiert, wo dafür Regenwälder geopfert werden.

Naturschutz und Windenergie

Der Anteil an der Stromversorgung durch Windenergie liegt bereits bei über 40 Prozent. Weil Windräder da gebaut werden wo der Wind beständig ist, kommt man bereits in einen Konflikt mit den Vögeln. Die Greifvögel benötigen für ihre Flüge eben auch gute Windverhältnisse. Insofern war es eigentlich normal das man sich Gedanken macht wie man die Opferzahl der Vögel so niedrig wie möglich halten kann.

Der Bau in unseren Wäldern galt lange Zeit als Tabu. Da die Zahl der Windkraftanlagen aber ständig steigt, gibt es inzwischen bereits 1850 Windräder in Wäldern, Stand 2017. Nun ist es natürlich nicht nur das Windrad, das Platz braucht. Es fallen auch tausende Bäume für die Zufahrtswege, die Logistik und die Strommasten der Windenergie zum Opfer.

Dem veränderten Lebensraum für die Greifvögel wollte man entgegentreten, indem Mindestabstände vom Nest/Horst zum nächsten Windrad eingehalten werden sollen. Der staatliche Vogelschutz empfahl einen Abstand von 6000 Metern. Die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern, mit den meisten Greifvogelbeständen setzten einen Mindestabstand von 3000 Metern fest.

Wie die „deutsche Wildtierstiftung“ festgestellt hat, werden aber selbst diese Mindestabstände an 33 Windkraftanlagen in Brandenburg nicht eingehalten und auch in Mecklenburg Vorpommern unterschreiten 136 Windräder diese Vorgaben.

Diese Verletzungen von vereinbarten Mindestabständen macht die Konflikte zwischen Energie und Naturschutz natürlich nicht einfacher.

Mit der erneuerbaren Energie läßt sich eben ein ökonomischer Gewinn einfahren, diese Möglichkeit hat der Naturschutz nicht, im Gegenteil, dieser kostet noch Geld. So kann man sich ausrechnen wer beim Kampf um Flächen wohl die Oberhand gewinnen wird.

Dennoch glaubt das Bundesamt für Naturschutz an einvernehmliche Lösungen bei der Bewältigung der Probleme. Um das zu erreichen muß zum Einen der Energieverbrauch niedriger gehalten werden, zum Anderen müssen unproblematischere Flächen für die Windkraftanlagen gefunden werden. Die Nutzung von Dächern und Fassaden und der Ausbau der Solarenergie wären Möglichkeiten. Die Module in der Solarenegie werden immer kleiner und leider wurde die Entwicklung der Sonnenenergie bisher etwas vernachlässigt.

Gebraucht werden die erneuerbaren Energien genau sehr, wie wir Menschen und Tiere die Natur brauchen. Deshalb ist es notwendig in diesem Sinne zusammen zu arbeiten.

Infos zum Teil aus „der Falke – Mai 2019“

Vogelschutzrichtlinie – 40 Jahre

Vogelschutzrichtlinie der EU feiert 40 Jahre. Aber ist es wirklich ein Grund zum Feiern? Immerhin sind die Bestände in vielen Fällen rückläufig bis alarmierend.

Die EU Vogelrichtlinie wurde am 02. April 1979 beschlossen und verpflichtet die Mitglieder der EU einen günstigen Erhaltungszustand der Vögel in Europa zu erreichen. Die Lebensräume der Vögel sollen geschützt werden.

Die entsprechenden Arten sind im Anhang 1 der EU-Richtlinie festgehalten. Es handelt sich um Arten die damals besonders bedroht waren. Es wurden rechtliche Grundlagen geschaffen die den Schutz gewährleisten sollen.

Die Frage muß aber gestellt werden, ob die Vorschriften auch eingehalten werden und wurden. Angesichts Tausender getöteter Zugvögel in Südeuropa können da Zweifel aufkommen.

Fakt ist, dass es in den entsprechenden Regionen wo die Vogeljagd, wenn auch illegal, noch stattfindet, die gesetzgebende und ausführende Gewalt nur halbherzig gegen die Wilderer vorgehen. Tierschützer, die nach Südeuropa reisen um die Vögel zu schützen, indem sie die Fallen der Wilderer ausfindig machen und anzeigen, finden nur wenig Unterstützung und werden gar körperlich attackiert.

Überhaupt haben sich einige Länder, wie auch die BRD, schwer getan die gesetzten Ziele einzuhalten. Laut dem Vogelschutzexperten des NABU, Lars Lachmann, wurde in Deutschland ein einigermaßen vollständiges Vogelschutzgebiet erst 2009 erreicht. Also dreißig Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie, obwohl das Ziel bereits zwei Jahre nach 1979 erreicht sein sollte.

Vogelschutzrichtlinie – Bestände erholen sich

Da gibt es noch einiges zu tun. Richtig ist aber auch, dass die Bestände der im Anhang 1 aufgeführten Arten sich tatsächlich erholen. Die Populationen der Kraniche, Wanderfalken, Schwarzstörche und Seeadler sind deutlich im Aufwind.

Das Problem der EU Richtlinie besteht darin, dass die Vögel der Agrarlandschaften nicht in den Schutz mit einfließen. Hier sind die Verluste besonders dramatisch. Rückgänge über 50 Prozent und mehr geben Anlass zur Sorge.

Problem Feldvögel – Rückgang über 50 Prozent

Die intensive Landwirtschaft nimmt diesen Vögeln den Lebensraum und die Grundlage ihrer Existenz – die Insekten. Wo keine Nahrung mehr vorhanden ist, schwinden auch die Arten. Kiebitze und Feldlerche brauchen dringen Insekten zum Überleben. Es muß also neben der EU Vogelschutzrichtlinie auch Maßnahmen für eine nachhaltige, umweltschonende Agrarpolitik geben. Leider sind hier die Lobbyisten offensichtlich in der stärkeren Position. Der Einfluss der Verbände auf die politischen Entscheider ist enorm. Die Verpflechtungen zwischen Politik, Industrie und Agrobusiness sind immens.

Subventionen und Zahlungen müssen vermehrt in umweltfreundlichen und biologischen Anbau erfolgen, der biologische Anbau muss deutlich gefördert werden. Weitere Hilfen für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet Zerstörung des Bodens und des Grundwasser durch Pestizide und Gülle. Es gilt nicht nur den Lebensraum für unsere Feldvögel zurück zu gewinnen, es gilt die Existenz des Lebens zu sichern.

Wissenswertes

Wissenswertes aus den Geschehnissen in der Natur.

verklebtes Auto nach dem Parken unter dem Baum

Auto – wer sein Auto ungünstig unter einem Baum geparkt hat, erlebt oft sein blaues Wunder. Die Scheiben sind total verkleb und das ganze Auto sieht furchtbar aus.

Woher kommt das? Blattläuse hängen ihre Rüssel in die Adern der Blätter oder Nadeln. Dort saugen sie das Baumblut derart heftig aus, dass es Hinten als Tropfen wieder herauskommt.

Das Baumblut enthält Eiweiß, welches die Blattläuse dringend benötigen. Weil sie das Kohlehydrat „Zucker“ nicht brauchen landet diese klebrige Substanz mit der Ausscheidung auf dem Auto.

Honig – aus Fäkalien – Wissenswertes

Der beim Menschen so beliebte Waldhonig besteht aus den Fäkalien der Blattlaus. Die Honigbiene saugt die süßen Tropfen auf und würgt sie im Bienenstock wieder hoch um sie zum Waldhonig zu verarbeiten.

Frühjahr – leckere aus der Rinde

Wer im Frühjahr eine umgeworfene Fichte findet, sollte einmal mit dem Messer einen Teil der Rinde abziehen. Danach einen schmalen Streifen flach vom Stamm abschälen, einen etwa einen Zentimeter langen Streifen. Dann probieren Sie einmal. Es schmeckt nach Möhre und ist äußerst Nahrhaft. Das was wir da abgeschält haben ist das Kambium des Baumes.

neue Taktik der Borkenkäfer- Wissenswertes

Borkenkäfer bohren Löcher in die Rinde um ihre Eier in das Kambium des Baumes abzulegen. Bäume wehren sich dagegen, indem sie die Insekten mit Torpene und phenolischen Substanzen. Die Larven werden so mit Harzklümpchen verklebt und töten die Insekten ab. Auf diese Art können gesunde Fichten den Borkenkäfer überleben.

Neue Generationen der Blattläuse haben gegen dieses Verfahren einen Pilz entwickelt, der die Wirkung der chemischen Stoffe der Fichte entschärft. Der Pilz vermehrt sich schneller als der Borkenkäfer bohren kann und macht so den Weg frei für den Käfer, der jetzt weniger bohren muß und kann schneller seine Eier ablegen. Die Folge ist das Massensterben von Fichten.

Der Baum – als Alarmanlage

Die Holzfasern im Baum leiten den Schall besonders gut. Ein Grund weshalb aus dem Werkstoff edele Musikinstrumente hergestellt werden.

Die Krallen von Mardern oder Eichhörnchen die am Baum wirken sind von den Vögeln, die in der Nisthöhle im Baum leben wahrzunehmen. So können sie bereits früh genug Maßnahmen treffen um sich und die Brut/Jungvögel zu schützen.

Der Baum – Lebensraum unzähliger Insekten

Dr. Martin Goßner, hat vor einigen Jahren den mit 600 Jahren ältesten Baum im Bayerischen Wald mit dem Pestizid Pyrethrum eingesprüht um zu sehen wieviele Insekten in den Baumkronen leben. Durch das Pestizid fielen alle Spinnen und Insekten tot auf den Boden und so konnte man zählen, dass es sich um 2042 Tiere aus 257 Arten handelte.

In sogenannten „Zwiesekn“ – Zweiggablungen- bilden sich sogar Mini Biotope die ein Zuhause für Mückenlarven sind, von denen wiederum seltene Käferarten leben.

Das Leiden der Stadtbäume

Im Vergleich zum Waldbaum hat der Stadtbaum nur wenig Platz für sein Wurzelwerk. Der Gehweg, Rohrleitungen und Versorgungsleitungen versperren den Weg. Deshalb haben Stadtbäume lediglich ein Wurzelwerk mit einer Tiefe von etwa eineinhalb Metern. Dadurch sind sie bei Sturm besonders gefährdet.

Hinzu kommt das Stadtklima. Im Wald können sich die Bäume in der Nacht nach extremer Hitze abkühlen. Die Häuser und die Betonflächen lassen in der Stadt keine Abkühlung zu. Die Gebäude strahlen noch Wärme ab. Die Lufttemperatur bleibt hoch und wird von Abgasen getränkt. Die Luft ist trocken. Kleinstlebewesen am Baum können nicht existieren.

Ein weiterer Aspekt ist der Urin der Hunde , der die Rinde zersetzt. Im Winter erreichen etwa 10 Prozent der Salzgischt von der Straße die Bäume und sorgen für Verätzung, dadurch wird die Fotosynthese im Frühjahr verhindert. Parasiten haben leichtes Spiel. Ein Profiteur ist der Eichenprozessionsspinner. Keine guten Aussichten auf ein langes Leben.

Kiefer und Fichte im Wintersturm

Kiefern und Fichten halten bei Winterstürmen oft nicht stand. Das liegt einmal an der Anpflanzung auf geschädigten oder verdichteten Böden durch den Menschen, zum Anderen werden die Nadelbäume bei uns viel höher als in ihrem Stammland im Norden. Im Norden behalten die Bäume auch nicht ihre Nadeln. wie sie es bei uns tun. Das wiederum führt zu einer größeren Angriffsfläche für den Sturm.

Die Jagd und der Wald

Um mehr Trophäen erbeuten zu können wurden im letzten Jahrhundert die Pflanzenfresser von Jägern zugefüttert um den Wildbestand zu erhöhen. Dadurch erhöhte sich der Wildbestand im deutschsprachigen Raum über das Fünfzigfache des natürlichen Bestandes. Auf diese Weise trugen Jäger so erheblich zur Schädigung des Waldes durch die Tiere bei.

2018 töteten Wölfe für ihren Lebensunterhalt etwa 40.000 Stück Rotwild, Rehe und Sauen. Jäger erlegten knapp 2 Millionen Stück Rehe, Rotwild und Sauen.

Rotkäppchen -der Wolf und das Fahrrad

Rotkäppchen der Wolf und das Fahrrad erzählt ein altes Märchen im Gewand der heutigen Zeit des Internets, der Werbung – eine nicht ganz ernst zunehmende Geschichte.

Nahe eines großen Waldes lebte das Rotkäppchen mit ihrer Mutter. Mutter war alleinerziehend, weil Vater sich mit einer Internetbekanntschaft davon gemacht hat. Die Großmutter lebte in einem kleinen Häuschen auf einer Lichtung inmitten des Waldes. Hier war es so abgelegen, dass die Großmutter weder einen PC, noch ein iPhone oder Smartphone besaß.

Einmal in der Woche machte sich das Rotkäppchen auf den beschwerlichen Weg zu ihrer Großmutter um ihr Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs vom Discounter Aldi zu bringen. Dinge wie die Tiefkühlpizza, Döner und Chevapchichi füllten dann ihren Korb den sie mit sich trug.

Das waren aber auch alles Sachen die dem Wolf gut schmecken würden. Dieser wohnte in der Nachbarschaft und hatte das Rotkäppchen schon oft beobachtet und überlegt wie er an die schönen Dinge herankommen könnte. Der Weg durch den Wald war sehr beschwerlich und unser Wolf liebte die Bequemlichkeit, deshalb lieh er sich am Bahnhof ein Fahrrad , zahlte per PayPal und fuhr dem Rotkäppchen hinterher. Dann fuhr er auf einem Nebenweg an ihr vorbei um sie zu überholen und wartete auf das Mädchen.

Schon bald erklang aus der Ferne der fröhliche Gesang des Mädchen : “ weißt du denn gar nicht wie schön du bist?“ schallte es durch den Wald.

Wie erschrak das arme Mädchen als der Wolf sie plötzlich anknurrte. Laut rief es um Hilfe und tatsächlich tauchte aus dem Dickicht Balu der Bär auf, der ohrfeigte den Wolf links und rechts und zertrat schließlich noch das Leihfahrrad.

So ging es in der Kalenderwoche 14 und 15 weiter. Immer wieder tauchte der verflixte Bär auf und zerstörte auch noch sein Fahrrad.

Eines Tages aber war es dem Wolf gelungen in das Haus der Großmutter einzudringen, als diese gerade bei Ikea war um sich eine neue Kommode anzuschaffen. Der Wolf hatte über seinen Facebook Kontakt herausgefunden welche Nachtkleidung die Großmutter trug und sich über ebay die gleichen Sachen besorgt. So lag er nun als Großmutter verkleidet im Bett und wartete auf das Rotkäppchen, die nichts vom Ikea Besuch der Großmutter wußte.

Es dauerte nicht lange und die Tür ging herauf. Das Rotkäppchen kam ins Zimmer und schaute besorgt auf das Bett, denn die Großmutter sah doch etwas verändert aus und so fragte sie besorgt:“ Großmutter, was hast du für große Ohren? “ – “ Damit ich dich besser hören kann“ – antwortete die angebliche Großmutter. „Aber Großmutter, was hast du für eine große Nase? “ kam es da schon vom Rotkäppchen. „Damit ich dich besser riechen kann“. „Großmutter , was hast du für rote Augen?“ – Da platzte dem Wolf der Geduldsfaden und er rief: „Weil ich dauernd das scheiß Fahrrad reparieren muß !“

Circadiane Uhr

Circadiane Uhr – „die Innere Uhr“. Man ging immer davon aus, dass der Beginn der Vogelgesänge im Zusammenhang mit dem Tageslicht und den Aktivitäten des Vogels steht. Nunmehr haben Versuche in abgedunkelten Räumen ergeben, dass Vögel einen etwa 24- stündigen Rhythmus nutzen. Eine innere Uhr.

Bei manchen Vögeln schlägt diese Uhr schneller, bei anderen langsamer. Sie ist also nicht beständig. Bei einer „langsam schlagenden Uhr“ beginnen Aktivitäten später, bei der „schneller schlagenden Uhr“, früher. Das bezeichnet man unter dem Begriff Circadiane Uhr.

Vögel sind durch diese innere Uhr bereits auf den kommenden Tag vorbereitet. Das bedeutet, dass sie ihren Hormonhaushalt, die Körpertemperatur und Stimmung bereits voreingestellt haben. Sie können den Tag sofort aktiv beginnen.

Circadiane Uhr ist der Wecker

Die circadiane Uhr stellt den Wecker für die Vögel dar. Die Sonne, Temperatur und Wetter stellen die Uhr ein. Sie sind der Zeitgeber der inneren Uhr.

Auch Umweltfaktoren und Lichtintensität wirken sich auf die Uhr aus. Während der eine Vogel bei der ersten Dämmerung singt, beginnen andere erst bedeutend später mit dem Gesang. Man glaubt, dass das mit den Tagesaktivitäten (voreingestellt) zusammenhängt. Untersuchungen an Vögeln ergaben, dass der dämmerungsaktive Vogel einen größeren Augendurchmesser hat. Bei den verschiedenen Individien gibt es wie beim Menschen den Frühaufsteher und Langschläfer.

die Jahresuhr der Vögel

Auch bei der „Jahresuhr“ der Vögel gibt es die circadiane Uhr. Der Verhaltensforscher Eberhard Gewinner stellte bei Versuchen mit mehreren Vogelarten fest, dass bei stets gleich bleibenden Bedingungen von Licht- und Temperatur, ein präziser Ablauf der Mauser und der Zugunruhe festzustellen war.

Es existiert also ein circidaner Kalender. Diese Kalender – Uhr läuft allerdings schneller als das Kalender – Jahr. Die Regulierung liegt wohl in der Länge des Tageslicht. Hinzu kommen Faktoren wie Nahrungsbedingungen und Wetterbedingungen.

Durch die globalen Veränderungen geraten die „Zeitpläne“ der Vögel in Gefahr. Ein immer früher eintretender Frühling oder Herbst durch den Klimawandel, verändert die Reaktionen der Vögel auf diese Veränderungen. Einige Arte können da nicht mithalten und ändern ihr Verhalten nicht. „Wettervögel“ sind eher in der Lage sich umzustellen als „Kalendervögel“. Der Wettervogel kann sich bedeutend schneller an eine neue Situation anpassen. Das gelingt den Vögeln mit festen Zug- und Zeitprogrammen oft nicht. Ein Beispiel ist der Kuckuck, der aufgrund des verspäteten Ankommens aus dem Winterquartier seine Eier in Nester ablegt, in den die Brut des Wirtsvogel jetzt eher schlüpft, als das „Kuckuckskind“. So geschieht es, dass das Kuckuckskind aus dem Nest geworfen wird und der Bestand des Kuckucks abnimmt.

Die Tagesuhr und die Jahresuhr der Vögel kann sich auch durch die hohe Beleuchtung der Städte, durch die Lichtverschmutzung, verändern. So konnte man feststellen, dass die Stadtamseln früher Brutbereit sind, als die Verwandten auf dem Lande.

Infos aus „Schattenblick“ – „Der Falke“ – -Dr. Barbara Helm-Ornithologin Max Planck Institut für Ornithologie.