Reptilien

Reptilien – das ist die Bezeichnung für Kriechtiere. das Wort “reptilis” heißt aus dem lateinischen übersetzt – “kriechend”. Damit wäre die Haupteigenschaft der Reptilien bereits erklärt. Aber viele der Reptilien haben Beine, kriechen also nicht nur. Man verwechselt den Begriff Reptilien leicht mit Amphibien.

Im Gegensatz zu Amphibien haben Reptilien gleich nach der Geburt ihre richtige Gestalt. Amphibien entwickeln sich in mehreren Stadien erst zu ihrer endgültigen Statur. Wie zum Beispiel der Frosch, der erst aus Laich und Kaulquappe entsteht.

In Deutschland häufig zu sehen ist die Blindschleiche, die Ringelnatter und die Kreuzotter. Die Blindschleiche wird dabei häufig in die Kategorie “Schlange” eingeordnet. Sie ist aber eine Echse, mit den Eidechsen verwandt und hat keine Beine.

Reptilien
links Blindschleiche (uk-foto) – oben rechts Ringelnatter (uk-foto)- unten Kreuzotter (pixabay)

Anhand der Fortbewegungsart kann man bereits den Unterschied erkennen. Auf einem asphaltierten Boden hat die Blindschleiche Mühe voran zu kommen. Sie bewegt sich schnell hin- und her, scheint aber dabei nur schwer ihren Weg zu finden.

Die Ringelnatter bewegt sich dagegen schnell voran. Sie wird durch die Schuppen und Rippen bei der Fortbewegung unterstützt. Die Blindschleiche hat einen glatten Unterkörper und hat deshalb auf glatten Flächen Probleme mit der Bewegung.

Die Blindschleiche wird so schnell das Opfer von Vögeln, hat aber einen genialen Trick auf Lager um zu überleben. Sie kann nämlich einfach ein Stück ihres Körpers abtrennen und dieser Teil bewegt sich noch eine ganze Zeit um den Vogel von der fliehenden Schleiche abzulenken.

Blindschleichen und Ringelnattern bewohnen Feuchtgebiete und lieben das Bad in der Sonne. Dann hat man die Gelegenheit sie zu beobachten. Sie sind aber sehr scheu und im Gras und Gebüsch sehr gut getarnt.

Blindschleiche und Ringelnatter stellen für den Menschen keine Gefahr dar. Die Ringelnatter verprüht bei Gefahr ein Sekret aus ihren Stinkdrüsen.

Sechs Schlangenarten sind in Deutschland vertreten. Zum einen die Nattern, zu der die Ringelnatter gehört. Auch Schlingnatter, Äskulapnatter, Würfelnatter und Glattnatter gehören zur Ordnung der Nattern. Des Weiteren findet man Vipern. Hier sind die Aspisviper und die Kreuzotter zu nennen.

Letztere, die Kreuzotter, ist bei uns relativ häufig anzutreffen. Das Zick-Zack-Band auf dem Rücken ist eines der Merkmale, aber nicht bei allen Kreuzottern vorhanden. Auf dem Kopf ist ein X bzw. Y zu erkennen. Auch die Kreuzotter lebt in Feuchtgebieten und Mooren.

Wird dies Schlange bedroht, oder wähnt sie sich in Gefahr, kommt es zum Biß. Der Schlangenbiß der Kreuzotter ist in der Regel für den Menschen aber nicht gefährlich.

ewige Jugend

ewige Jugend – diesen Menschheitstraum hat wohl jeder schon einmal geträumt. Schönheit ein Leben lang, ohne Falten und Runzeln. Aber gibt es das, ewige Jugend und Schönheit?

Ja, tatsächlich, gibt es. Ein Vogel sieht mit vier Jahren noch genau so frisch aus wie nach dem ersten Lebensjahr.

Das Wunderelexier heißt Telomerase und ist ein Enzym des Zellkerns mit der Aufgabe die Zellen frisch zu halten. Es verdrängt den Alterungsprozess und ist bei den Vögeln besonders aktiv.

Außerdem unterstützen Vögel durch ihre Lebensweise das Enzym in hohem Maße. Sie bewegen sich die größte Zeit an der frischen Luft und die Bewegung sorgt für intensive Atmung.

Vögel ernähren sich mit “regionaler Küche” und freuen sich über üppige Nahrung in den Frühlings- und Sommermonaten. Aber auch die Zeit des Darbens in den Wintermonaten, wo sie bis zur Hälfte ihres Gewichts verlieren macht ihnen gesundheitlich nichts aus.

Hinzu kommen regelmäßige Ruhe – und Pausenzeiten. Das gibt Kraft für die jährliche “Auffrischung” der Familie. Brutzeit und Aufzucht der Jungen fördern den sozialen Zusammenhalt. Deshalb leiden Vögel auch nicht unter dem Aspekt Einsamkeit.

ewige Jugend – was wir von den Vögeln lernen können

Wollen wir also etwas gegen den Alterungsprozess tun, müssen wir von den Vögeln lernen. Jeder weiß es und jeder Arzt rät dazu, täglich an die frische Luft zu gehen um “Sauerstoff zu tanken.”

Wir sind uns auch dessen bewußt, dass wir uns gesunder ernähren könnten. Nach unserer “Völlezeit” gibt es seit ewiger Tradition die Fastenzeit. Das entspricht der Zeit wo unsere Vögel darben.

Auch der Mensch liebt die Geselligkeit und das Leben in der Familie erhält wieder höheren Stellenwert.

Telomerase, dieses Wunderelxier ist auch im Menschen vorhanden. Nur pflegen wir es meistens nicht nach Gebühr. In der Wissenschaft wird es bereits bei der Krebsforschung angewandt. Durch die entsprechende Lebensweise könnten auch wir Menschen mehr für den Erhalt der eigenen Schönheit tun. Wir könnten das Enzym viel mehr unterstützen – wie es die Vögel tun, auch wenn es uns offensichtlich schwerer fällt als den Vögeln.

das

Katze

Katze – ein Ausgehverbot für Hauskatzen fordern Juristen in den Niederlanden. Das Berichtet die WAZ in der Ausgabe vom 05. Dezember 2019.

Begründet wird die Forderung damit das Katzen eine Gefahr für viele Arten darstellen: “Weltweit waren Hauskatzen an der Ausrottung von mindestens zwei Reptilienarten, 21 Säugetierarten und 40 Vogelarten beteiligt.” So die Juristen Arie Trouwborst und Han Somsen von der Universität Tilburg .

In Australien sind Hauskatzen zur Plage geworden, weil die “verwilderten” Katzen keine natürlichen Feinde haben. Dadurch wurden sie zu einer Gefahr für das Ökosystem und werden gezielt gejagt.

Auch wenn ein “Ausgehverbot” wahrscheinlich nicht umsetzbar ist, sollte man sich dennoch Gedanken machen dürfen, wie man gegensteuern kann.

Der Protest und die Empörung der Katzenfreunde ist natürlich bei dem Thema vorprogrammiert. Warum aber sollte man auf Freigänger keine Katzensteuer , ähnlich der Hundesteuer erheben. Diese könnte ja nach Anzahl der gehaltenen Tiere gestaffelt werden. Hundehalter müssen in gewissen Gebieten ihre Tiere an der Leine halten, um andere Arten zu schützen. Bei Katzen wäre etwas Ähnliches zumindest in der Zeit der Brutsaison ebenfalls denkbar. Kann man eventuell die Haltung auf eine gewisse Anzahl Katzen gesetzlich beschränken?

Hundehalter müssen den Kot ihrer Tiere entsorgen. Den Kot unserer Nachbarn mit zwei Katzen die alle zwei Stunden ihren “Spaziergang” machen und ihre “Toilette” neben unserer Terrasse eingerichtet haben, müssen wir selbst “verbuddeln”. Wer weiß wie Katzenkot riecht, kann unseren Ärger darüber sicher nachvollziehen. Beim Nachbarn wird das Katzenklo dadurch jedenfalls wohl kaum beschmutzt.

meine Katze fängt keinen Vogel…

Manche werden sagen das ihre Katze keine Vögel fängt, sondern nur Mäuse. Nur weil die Katze die Vögel nicht, oder nur selten, mit nach Hause bringt, heißt das aber nicht das sie keine fängt. 25 bis 100 Millionen Vögel werden in Deutschland jährlich von Katzen getötet. Einige Tierliebhaber halten dem entgegen das durch Glasschlag ebenfalls jährlich 18 Millionen Vögel getötet werden und das die meisten Arten durch intensive Landwirtschaft zu Tode kommen.

Das können aber keine Gründe sein das Thema “Katzen – Freigänger” nicht anzusprechen. Dazu gehört es auch, sich mit der Steuer auf Freigänger zu befassen, oder die Pflicht zur Kastration zu besprechen.

Wikipedia : Man geht derzeit (2012–2014) von 8,4 Millionen Hauskatzen in Deutschland aus. 7,4 Millionen in Mittel- und Westeuropa und weltweit von mehr als einer Milliarde Tieren (einschließlich verwilderter und halbwilder Populationen).

Der Begriff Hauskatze besagt ja eigentlich das die Katze sich im Haus aufhält . Was muss bei der Haltung von Wohnungskatzen berücksichtigt werden?

Purina One zum Leben einer Hauskatze : Die Wohnungskatze benötigt ein anregendes Lebensumfeld. In Kombination mit guter Pflege und richtiger Ernährung kann die Katze so eine vergleichbar gute Lebensqualität haben wie Freigänger. Zu einem perfekten Katzenzuhause gehört ein Lebensraum, der dem Leben im Freien ähnelt. Dazu benötigt sie Flächen unterschiedlicher Höhe und unterschiedliche Ruheplätze. Außerdem sollten das Katzenklo nicht in der Nähe des Freßnapfes stehen.
Als Nächstes gilt es, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Die Katze braucht Beschäftigung. Mit Spielzeug bekommt sie Anregungen.

Keine Zeit für die Katzen ?

Man muß sich also mit dem Tier beschäftigen. Ist das etwa der Grund die Katze lieber als Freigänger zu halten, weil man sich dann nicht so viel mit ihr beschäftigen muß ?

Katzen gehören wie der Waschbär oder der Nutria grundsätzlich auch zu den invasiven Arten. Sie wurden erst aus Vorderasien nach Europa eingeführt. Weil Waschbären und Nutria ebenfalls Schäden im Ökosystem anrichten hat man bei den Tieren auch keine Bedenken gegen eine Bejagung. — Und bei Katzen?

Ich will natürlich auch nicht,das frei laufende Katzen bejagt werden, dass wollen wir bei Hunden ja auch nicht. Übrigens möchte ich das auch nicht beim Nutria und dem Waschbären. Man sollte sich aber Gedanken machen wie man Schäden durch Tiere in Grenzen halten kann.

Weil ich sicherlich einige mehr oder weniger heftige Kommentare erwarte. lege ich mich darauf fest, alle Kommentare zu lesen, aber nicht zu bewerten oder zu beantworten.

Klimakonferenz

Klimakonferenz – 25. Klimakonferenz- Generalsekretär Guerres appelliert an die Staaten der Erde den “Krieg gegen die Natur” zu beenden.

Den Krieg kann die Menschheit nicht gewinnen, wenn sie so weiter macht wie bisher. Darüber sind sich die Wissenschaftler einig. Die Erderwärmung schreitet schneller voran, als bisher vermutet.

Die Folgen des Klimawandels machen sich bereits überall bemerkbar. Extremwetterlagen nehmen zu. Gerade erst starben in Süd-Frankreich ein Pferdebesitzer und ein Schäfer durch hereinbrechende Wassermassen. Ein Rettungshubschrauber stürzte ab, in ihm kamen drei Menschen ums Leben.

Die Pollensaison wird länger. Allergiker leiden unter neu auftretende Pollen. Insekten wie Mücken und Zecken vermehren sich stärker. Andere Insekten, die eigentlich in den Tropen beheimatet sind, kommen als inversive Arten in die Region und übertragen Infektionskrankheiten wie Leishmaniose.

Inselstaaten drohen bereits jetzt für immer im Meer zu versinken.

Todesfälle durch Hitzefolgen nehmen welterit zu. Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte und Nierenversagen sind wieder auf dem Vormarsch.

Jedes zusätzlicher Grad Erwärmung treibt die Sterberate in der EU um bis zu vier Prozent nach oben.

Die Lebensumstände der Tiere verändern sich durch den Klimawandel. Eisbären verhungern und die Grüne Meeresschildkröte bekommt fast nur noch weibliche Nachfolger, weil die Geschlechter abhängig sind von der Bruttemperatur.

Es bleibt die Hoffnung das die 25. UN Klimakonferenz sich der Mahnungen bewußt ist und es zu vernünftigen Übereinkünften kommt.

Sony RX10 MIII

Sony Cyber-shot DSC-RX10 III – Ab einem gewissen Alter werden große Telebrennweiten an der Spiegelreflexkamera doch sehr schwer. Da hat man am nächsten Tag schon einmal “Rücken” oder “Schulter.”

Sony

So kam ich auf die Idee mir eine Bridgekamera zuzulegen. Meine Entscheidung viel dann auf die Sony RX10 MIII. Auch wenn ich sie noch nicht ganz so lange mein Eigen nenne, kann ich bereits ein erstes Resumé ziehen.

Die Kamera liegt durch den Handgriff auf der rechten Seite gut in der Hand. Das Gehäuse wirkt stabil und das Gewicht von etwa 1,1 kg ist noch ok. Beim Einschalten fährt das Objektiv ein Stück heraus und ist dann Einsatzbereit. Durch das Einfahren nach dem Ausschalten kann man die Kamera gut in einer Tasche unterbringen. Gegenüber dem Vorgänger hat sich die Brennweite verdreifacht, auf 600mm. Der Zoomring liegt unmittelbar neben dem Blendenring. Ich habe ihn mit dem Fokusring getauscht, da man sonst beim Einstellen der Blende schnell auch den Zoomring verdreht.

Einstellung über den Menüpunkt “M” können als Benutzereinstellung gespeichert werden, die dann über Menü MR sofort einsatzbereit sind.

Die maximale Offenblende ist f/4.0 . Die tatsächliche Brennweite geht von 8,8mm – 220mm. Bei 100mm ist f/4.0 erreicht. Die Schärfe ist im gesamten Brennweitenbereich gut.

Der Akku verbraucht sich sehr schnell und man sollte stets ein bis zwei Ersatzakkus mitführen, auch wenn man die Kamera über eine angeschlossene Powerbank weiter bedienen kann. Das Aufladen per USB funktioniert auch während des Betriebes. Auch das Laden am Zigarettenanzünder ist machbar.

Sony

Der Autofokus der Sony RX10 III ist bei schlechten Lichtverhältnissen etwas träge. Bei gutem Licht gibt es kein Problem. Im äußersten Telebereich dauert die Fokussierung etwas, weil die Kamera bereits beim Ausfahren versucht scharf zu stellen. Die Fokussierung beginnt aber erst beim Andrücken des Auslösers.

Leider kann die Einstellung der Blende nicht über eine Funktionstaste erfolgen, von denen eigentlich genügend an Bord sind, sondern nur über den Blendenring.

Einstellungen, die man über M (manuell) festgelegt hat, können über Speicher festgehalten und im Menü MR abgerufen werden.

Sony
f/4 1/500 ISO 1600 220 mm

Alles in Allem macht die Sony einen seht guten Eindruck. Übrigens lassen sich Bilder im RAW + JPEG, oder nur im JPEG Format aufnehmen. Per App können Bilder direkt auf das Smartphone exportiert werden. Auch die Bedienung über eine App funktioniert. Viele nutzen die Sony gerne für 4k Filmaufnahmen. Dazu kann ich noch nichts mitteilen, weil ich eher nicht der Videoknipser bin.

Sony
f/2,4 1/200 ISO 100 24 mm
Reiher
r/4 1/500 ISO 3200 600 mm

Mäusebussard

Mäusebussard – für mich gehört dieser prachtvolle Greifvogel, wie auch der Rotmilan, zu den Kandidaten, die ich als Wappentier für unser Land auswählen würde.

Ruhig sitzt er dort oben auf dem Ast, auf seinem Warteplatz und späht nach Beute auf dem angrenzenden Feldstück. Dann stößt er sich schließlich ab um mit seinen scharfen Krallen sicher die Beute zu erhaschen. Diese besteht neben Fröschen, Eidechsen und Kleintieren in der Hauptsache aus Mäusen. Das ist auch ein Grund warum der Mäusebussard bei den Landwirten eine Sonderrolle einnimmt und gerne gesehen wird. Manche errichten extra Ansitzbalken für den Bussard.

Der Name Bussard stammt aus dem Mittelhochdeutschen, in dem „Buse“ Katze und „Aar“ Adler bedeutet. Wegen seines häufig zu hörenden Rufes, des dem Miauen einer Katze ähnelt, wird er auch Katzenadler genannt. (NABU)

Mäusebussard

Mäusebussard – das Aussehen

Kein anderer Greifvogel variiert in der Farbgebung wie der Mäusebussard. Es gibt fast reinweisse, aber auch dunkelbraune dieser Greifvögel. Typisch sind die dunklen Flügelspitzen. Die Spannweite beträgt 115 bis 135 cm. Der Ansatz des Schnabels ist gelb und die stark gebogene Schnabelspitze, mit der er seine Opfer zerlegt, ist schwarz. An den gelben Beine, die auch als “Ständer” bezeichnet werden, befinden sich spitze, schwarze Krallen. Bereiche an Brust und Bauch sind häufig dunkel gefleckt. Den abgerundeten Stoß mustern 8 bis 12 Querbinden.

Die Iris der Augen kann grau oder braun sein. Der Mäusebussard ist in der Lage, seine Beute aus 1000 Metern zu erkennen. Zellen im Inneren des Auges, ermöglichen es ihm selbst UV Licht zu erkennen.

Mäusebussard

Fmilie des Greifvogels

Der Host hat etwa einen Umfang von einem Meter und besteht aus Moss, Laub und Ästen. Der Horst wird auch in den folgenden Jahren immer wieder benutzt und ausgebessert.

Zuvor zeigt der Mäusebussard während der Balz seine Flugkünste. Beim “Girlandenflug” erhebt er sich hoch in die Luft, stürzt dann im Sturzflug hinab, um gleich das selbe Spiel für seine Angebete zu wiederholen.

Nach dem Hochzeitsflug bleiben die Partner ein Leben lang vereint. Zwei bis dreijährige Mäusebussarde legen in der Tegel 1 bis 2 Eier. Die Jungen werden so lange betreut und befüttert, bis sie auf eigenen Füssen stehen und selbst fliegen können. Danach gehen auch die Ehepartner getrennte Wege, ums sich zur Balzzeit wieder zu finden.

Nun ist die Zeit wo der Mäusebussard die warmen Winde der Thermik nutzt und sich elegant im kreisenden, schwebenden Flug in die Höhe bringen zu lassen.

Mäusebussarde gehören zu den Teilziehern. Allemal die Jungvögel zieht es schon einmal in die wärmeren südlicheren Gefilde. Die älteren Vögel verbringen auch die Winterzeit in heimischen Gefilden.

Es ist immer wieder ein Erlebnis den majestätischen Mäusebussard beobachten zu können.

Fehler

Fehler – es scheint als wenn wir Menschen nicht wirklich in der Lage sind aus gemachten Fehlern zu lernen.

Wenn wir in unsere deutsche Vergangenheit sehen, ist es gerade einmal achtzig Jahre her das Minderheiten durch die Straßen gejagt wurden, Menschen mit einem Judenstern gekennzeichnet wurden und gequält wurden. Heute? – heute laufen wieder Trupps durch die Straßen um für “Recht und Ordnung” zu sorgen. Sie nennen es nur anders, nämlich “Spaziergänge.”- Das Ziel, die Verängstigung von Mitmenschen, ist das gleiche Ziel wie vor achtzig Jahren.

Obwohl die Menschen, gerade in Deutschland so schlechte Erfahrungen mit einem NAZI Regime gemacht haben, wählen sie heute wieder eine Partei mit zumindest äußerst rechter Orientierung und eindeutiger Fremdenfeindlichkeit, mit angeblichen Politikern, die sich rassistisch äußern und den demokratischen Staat verändern wollen.

Fehler Laubsaugen

Fehler
Herbst an der Ruhr

Wir brauchen aber nicht so weit zurück zu gehen um sich wiederholende Fehler festzustellen. Der Herbst ist da, der Winter nicht fern. Die Luft ist erfüllt vom tösenden Geräusch der Laubsauger. Da wird das Laub hin- un her geweht und irgendwann vom Wind wieder an die selbe Stelle zurück gebracht. Zuvor hat der Laubsauger aber Unmengen an Kot von Mäusen, Hunden und Katzen durch die Luft gewirbelt. Bakterien haben Hochkonjunktur und das in einer Zeit wo im Allgemeinen die Grippewelle bereits auf dem Vormarsch ist.

Die Alternative wäre natürlich der Rechen, mit dem das Laub zusammen gefegt und anschließend kompostiert wird. Weil das aber zu aufwendig ist und mehr Personal benötigt, wird diese Alternative nicht angewandt, dann lieber wieder das ungesunde Laubsaugen. Man könnte das Laub auch einfach liegen lassen, zunmindest in Parkanlagen und auf Wiesen. Damit würde man den Insekten, dem Igel, der Fledermaus und den Vögel sogar Gutes tun. Aber nein, das “Laubsaugen” macht ja so viel Spaß.

Fehler Streusalz

Dann kommt der erste Frost und noch bevor eine einzige Schneeflocke gefallen ist wird das Salz auf die Straßen aufgebracht. Es ist ja soviel über vom letzten Jahr. Mit dem nächsten Regen oder Schnee gelangen die Ionen in das Grundwasser, in den Boden in die Straßenbäume und nicht nur diese leiden unsägliche Qualen durch die Chemikalien die im Streusalz enthalten sind. Natriumchlorid, Calciumchlorid und Magnesiumchlorid sorgen auch für Entzündungen an den Füßen der doch so geliebten Haustiere wie Hund und Katze.

Die Bäume werden zu einem Großteil die Strapazen des Winters und des Streusalzes nicht überstehen. Die Stadtbäume haben ja nicht einmal die Belastungen des Alltags, wie Autoabgase und Hundeurin verarbeiten können. Das Wurzelwerk ist viel kleiner als bei den Bäumen auf dem Land oder in Parks, weil der Boden durch Gehwege und Straßen versiegelt ist. Parasiten haben sich längst breit gemacht und dann kommt das Salz.

Außerdem nutzt das Salz nur bis zu einem gewissen Grad Celsius, da wäre Asche, Sand, oder Späne eine Alternative. Frühzeitiges Freiräumen vom Schnee wäre eine weitere Möglichkeit.

Fehler – in der Landwirtschaft

Nehmen wir die Landwirtschaft. Frau Klöckner zeigt Verständnis für die demonstrierenden Landwirte, die alles beim Alten belassen wollen. Alternativen, Neuerungen kosten Geld und sie wollen die EU Subventionen offensichtlich lieber so kassieren. Vorschriften zum Erhalt der Gesundheit der Menschen und zum Klimaschutz werden als Unsinn bezeichnet und außerdem sind es ja wir (die Bauern) die euch (die Menschen) ernähren. Ja, gut, aber wenn immer mehr durch die Verseuchung erkranken oder gar sterben, brauchen wir auch nicht mehr so viel von euch (Bauern). Das der Boden und das Grundwasser durch Gülletourismus mit Nitrat vollgesogen wird, was interessiert es schon. Nein, selbstverständlich sind nicht alle Bauern Umweltverschmutzer und Klimaschädiger.

Es werden immer mehr die einsehen das ein “Weiter so” nicht machbar ist. Das Artensterben bei Feldvögeln und Insekten muss gestoppt werden. Das berücksichtigen immer mehr Landwirte und nehmen Gespräche mit Experten auf um ihren Hof neu zu strukturieren. Dort wird auch nur das Nötigste an Gülle gezielt aufgebracht und der Boden, auch zum Vorteil des Landwirtes, geschont. Auch dem Verbraucher ist durchaus bewußt das die Preise für Fleisch und Milchprodukte viel zu niedrig sind.

… in derBildungspolitik und Energiepolitik

Allgemein bekannt ist der enorme Lehrermangel. Es fehlen Erzieher in Kindergärten und Kindertagesstätten. Das obwohl seit Jahren klar ist wie sich die Zahl der Kinder entwickelt.

Bildung wird zwar als eine der wichtigsten Aufgaben proklamiert, aber getan wird so gut wie nichts. da einmal ein paar Lehrerstellen mehr, die aber sofort wieder als Stellenbesetzung versickern, weil ja auch Lehrer in Pension gehen und das sind gerade viele, was man aber auch seit Jahren weiß.

Für den Neukauf von E-Autos werden pro Auto tausende Euro subventioniert, obwohl auch bekannt ist, dass der Effekt für die Umwelt und das Klima längst nicht so hoch ist wie man tut. Das Herstellen der Litium Batterien läßt einen Großteil des einzuparenden CO² Ausstoßes verpuffen. Kohlenwasserstoff als wirklich umweltfreundliche Alternative wird sträflich vernachlässigt, weil noch zu teuer. In dem Bereich werden uns andere Länder bald den Rang ablaufen. Für den Bau oder die Renovierung maroder Schulen fehlt allerdings das Geld, wird jedenfalls behauptet.

Die Windenergie, die ja so wichtig ist für den Energiewandel wird plötzlich nicht mehr, oder immer weniger gefördert und obwohl man weiß wie schlecht der Braunkohletagebau für die Umwelt und das Klima ist und das Ende eine beschlossene Sache ist, wird das Kraftwerk in Datteln im nächsten Jahr ans Netz gehen dürfen. Ein Verbot würde Millionen kosten, weil man nicht schon früher das Aus für das Kraftwerk beschlossen hat und außerdem ist das neue Werk ja “viel sauberer” .

Beispiele für sich ständig wiederholende Fehler gibt es noch viel mehr. Nur warum wir es uns immer weiter erlauben solche gravierenden Fehler trotz besserem Wissen weiterhin zu begehen, dass kann niemand erklären.

Jubiläum

Jubiläum – wenn auch nur eine kleines, feiert der Fototreff Essen in diesem Jahr. Fünf Jahre sind seit der Gründung (2014) in der Gaststätte Altenau, in der Siedlung Margarethenhöhe in Essen, vergangen.

Wegen der Nähe zur Margarethenhöhe lautete der Name des Treffs zunächst Fototreff- Margarethenhöhe.

Martin Petig und Ulrich Klös hatten damals die Idee einen Treff ins Leben zu rufen um sich mit anderen Fotofreunden auszutauschen. Zu den Teilnehmern der ersten Stunden gehörte auch Jochen Mohr, der noch immer aktiv bei den Treffen dabei ist.

In einem Nebenraum der Altenau konnten wir mit zunächst fünf Personen beginnen. Da einige Fotofreunde bereits eine gute Grundausstattung hatten, wurde unter Anleitung von Oliver Imhof, der bereits Erfahrung auf dem Gebiet hatte, mit der Porträt – Fotografie begonnen. Martin und Oliver sind leider heute aus persönlichen Gründen nicht mehr bei den Treffen dabei.

Jubiläum
Foto: Ulrich Kloes

Gäste aus der Gaststätte hatten sich als “Opfer” zur Verfügung gestellt. Es wurde vereinbart sich einmal im Monat zu treffen. Heute finden die Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 18:00 Uhr im Kunsthaus Essen-Rellinghausen statt.

Es folgten Workshops und gemeinsame Fototouren innerhalb des Ruhrgebiets und selbst gestellte Aufgaben mit einem Thema, wie zum Beispiel “Stühle”. Die Touren führten zum Innenhafen Duisburg, Medienhafen Düsseldorf, Schmetterlingshaus Hamm, illuminierte Dechenhöhle, Zoos und Naturparks wie Gangelt oder Zoom Gelsenkirchen, Museumsinsel Hombroich. Ein Ziel war auch die “Kent School” als “Lost Places Fotografie“, das Diepholzer Moor und natürlich zu den Industriekulissen im Revier. Hier alles aufzuzählen würde zuviel.

Jubiläum
OLYMPUS DIGITAL CAMERA – Thema Stühle – Jochen Mohr

Nach zwei Jahren mußten wir uns eine neue Bleibe suchen, da das Lokal geschlossen wurde. Wir fanden im “Forsthaus” in Essen Rellinghausen die Hilfe die wir benötigten. Der Wirt Wolfgang Kewer gestattete uns den Saal der Gaststätte zu nutzen.

Der Treff hatte im Laufe der Zeit auch Kontakt mit anderen Fotoclubs, so aus Esslingen. Den Mitgliedern konnten wir während ihres drei Tage Aufenthalts die schönen Seiten von Essen zeigen. Außerdem stellte sich bei einem Treffen der AV-Kreis Essen vor. Diese Gruppe erstellt Digitalpräsentationen und wir konnten uns in Wort und Bild von der guten Leistung überzeugen. Der AV Kreis Essen bietet auch Workshops zur Dramaturgie und Gestaltung an.

Eine Buchlesung von Klaus Hell, einem Essener Krimiautor, im September 2016, brachte uns auf die Idee Bilder nach dem Inhalt des Romans “Unter Chiffre” zu erstellen, die dann während der Lesung gezeigt wurden.

Im Forsthaus – Saal fand im April 2017 die erste Ausstellung statt. Die Bilder blieben danach auf Wunsch des Wirtes noch länger im Saal und der Gaststätte hängen.

Jubiläum
Ausstellung

Jubiläum im neuen Standort

Anfang 2018 wechselte dann auch im Forsthaus der Inhaber und schließlich konnten wir durch die Vermittlung von Thomas Heuting unseren jetzigen Treffpunkt im Kunsthaus Rellinghausen nutzen. Damit haben wir nun wirklich einen Glücksgriff gemacht.

Jubiläum
der neue “Stützpunkt” im Kunsthaus Rellinghausen

De Teilnehmerzahl des Treffs, der sich nach dem Wegzug aus der Altenau nun Fototreff Essen nennt, stieg stetig und heute zählen wir bei den Treffen zwischen zehn und fünfzehn Teilnehmer. Gemeldet sind knapp dreißig Personen, die auch per Mail oder WhatssApp über den Treff informiert werden.

Während des “kleinen Jubiläum” findet am 16. November 2019 ab 14:00 Uhr eine Präsentation der Fotografen in Form einer Diashow im Black Box Raum des Kunsthauses statt. Anlaß ist allerdings nicht unser Jubiläum, sondern das Kulturwochenende im Bezirk II vom 15. – 17.11.2019

Fische und Neonikotinoide

Fische sind wirbellose Tiere unserer Gewässer, die nach Erkenntnissen japanischer Forscher unter den Folgen der Ausbreitung von Insektengiften und Neonikotinoiden ebenso zu leiden haben wie Bienen und Vögel. In dem Bericht “Lebensphasen der Vögel” habe ich bereits über die Auswirkung auf das Leben der Zugvögel berichtet.

Das japanische Forscherteam untersuchte in einer Langzeitstudie am Lake Shinji, dem siebtgrößten Binnensee Japans, die Folgen durch Insektizide, die im Wasser nachgewiesen wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Insektengifte haben eine direkte Auswirkung auf das Ökosystem in Gewässern. Sie zerstören Kleinstlebewesen, Wassertiere, die die Grundnahrung der im See befindlichen Fische bilden. Seit dem ersten Einsatz von Insektengiften auf den Feldern 1993 entnahmen die Forscher Wasseranalysen, die bis zum Jahr 2016 erhebliche Veränderungen im Ökosystem erbrachten. Die Kleinstlebewesen waren in dieser Zeit ganz verschwunden oder nur noch in kleinen Mengen vorhanden. Mücken, Asseln, Würmer und Krebse die den Fischen als Nahrung dienen waren nahezu verschwunden.

Die Biomasse dieser Kleinstlebewesen reduzierte sich um 80 Prozent. Die Folge waren ein drastischer Einbruch beim Fischfang. Das Fangergebnis der gewerblichen Fischerei ging von 240 Tonnen auf 22 Tonnen im Jahr zurück.

Weil sich im Testzeitraum der Studie weder die Qualität des Wassers veränderte und es auch keine neuen Prädatoren im Wasser gab, ist als Verursacher das Insektengift, die Neonikotinoide festgestellt.

Zwar wurden innerhalb der EU drei verbreitete Neonikotinoide auf Freilandflächen verboten und nur noch in Gewächshäusern erlaubt, aber sie wurden durch neue Insektizide ersetzt. Außerdem existieren Ausnahmeregelungen und das Gift erreicht nicht nur Gewässer wie Seen, sondern auch das Grundwasser.

Immer wieder wird auch in Deutschland von unerklärlichem Fischsterben berichtet. Es darf daran gezweifelt werden on es sich immer um Folgen des Klimawandels handelt. Die oben geschilderte Studie läßt Böses ahnen.

Das Sterben der Fische und der Kleinstlebewesen hat natürlich auch Folgen für Vögel, Landtiere, Otter usw., die von den Tieren leben.

Der eindeutige Zusammenhang von Pestiziden und die Auswirkungen auf wirbellose Lebewesen wird von der Industrie als “nicht eindeutig” dargestellt.

Lebensphasen der Vögel

Lebensphasen der Vögel müssen funktionieren und genau eingehalten werden. Wenn der Zyklus gestört wird, geraten die Tiere in Gefahr.

Die erste Lebensphase beginnt mit der rechtzeitigen Ankunft der Alttiere im Brutrevier. Kann der Termin nicht eingehalten werden sind Brutplätze bereits von Konkurrenten belegt. Die Partnerwahl gerät in Gefahr. Die zweite Phase, die Aufzuchtzeit des Nachwuchs verspätet sich. Das Nahrungsangebot für die jungen Vögel ist mittlerweile nur noch knapp vorhanden. Die Jungvögel sind für den Wegzug, der dritten Lebensphase, nicht gut genug vorbereitet.

Es folgt die vierte Lebensphase, das Überwinterungsgebiet. Der anstrengende Flug in die Winterquartiere wird gemacht, um genug Nahrung zu finden. Zeitlich ist das genau abgestimmt. Wird das Nahrungsangebot knapp, oder die klimatischen Verhältnisse ändern sich, reagieren die Vögel.

Wodurch gerät der Lebenszyklus durcheinander ? Der Klimawandel hat einen großen Anteil daran. Anhaltende Trockenheit oder Dürreperioden verändern das Nahrungsangebot. Eine besondere Gefahr schafft aber, wie so oft, der Mensch.

Die intensive, industrielle Landwirtschaft nutzt Insektizide, besonders Neonikotinoide, um Insekten auf den Feldern zu vernichten. Auf ihren Zügen müssen die Vögel pausieren und Nahrung aufnehmen. Dabei nehmen sie auch über die Samenkörner, die Gifte vom Feld auf.

Eines dieser Gifte ist Imidacloprid, eine weltweit häufig genutzte Chemikalie gegen Käfer, Läuse und Würmer. An der Universität Saskatchewan untersuchte die Toxologin Margaret Eng die Wirkung des Neonikotinoid auf Vögel. Tiere die mit dem Gift in Verbindung kamen verloren binnen 6 Stunden 6 Prozent an Gewicht, durch Appetitlosigkeit. Um den Verlust aufzuholen benötigen sie 3,5 Tage. (Der Falke, November 2109)

Da die Vögel auf ihren teils langen Strecken nicht nur einmal rasten, kann man sich leicht ausrechnen wieviel Tage sie in Rückstand geraten. der Lebensphasen – Rhytmus gerät durcheinander.

Nun kann man sagen, dass die wichtigsten drei Neonikotinoide in der EU verboten wurden, aber sie wurden durch andere ersetzt. und die Langstreckenzieher kommen auch über Länder wo die Verbote keine Gültigkeit haben.

Die starken Rückgänge in den Bestandszahlen der Feldvögel sprechen Bände.

Rieselfelder Münster

Rieselfelder Münster – ein Begriff für den Vogelbeobachter und Tierfotografen. Im Norden der Stadt Münster gelegenes ehemaliges Verrieselungsfeld für die Abwässer der Stadt Münster.

Rieselfelder

Bis 1975 wurden auf zunächst 1 Hektar Parzellen geschaffen, in die die Abwässer über ein Kanalsystem abgeleitet wurden, oder im Sandboden versickerten. Den so gedüngten Boden nutzte man für die Landwirtschaft.

Von 1901 bis in die 60er Jahre erreichte die Fläche eine Größe von 640 Hektar. Seit den 1950er Jahren mußte das Gebiet bewässert werden. Das hatte zur Folge das sich viele Schreit- und Watvögel, sowie Graugänse und Enten einfanden. Seit 1975 werden die Abwässer der Stadt Münster in einer Kläranlage gereinigt. Die heutigen Rieselfelder sind auf einer Fläche von 200 Hektar ein einmaliges Naturerlebnis. Mehrere Beobachtungshütten und ein 12 Meter hoher Beobachtungsturm befinden sich auf dem Gebiet.

Rieselfelder Münster

Wir waren jetzt das vierte Mal in den Rieselfeldern und bei unserem jetzigen Besuch wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 – 12 Grad belohnt. Wenn man mit Rucksack und Kamera unterwegs ist, sind das tatsächlich ideale Voraussetzungen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir viel Regen, beim zweiten über dreißig Grad. Man muß wissen, dass es in den Rieselfeldern nicht übermäßig viele schattige Plätze gibt.

Rieselfelder Münster – Artenvielfalt

Die Luft ist erfüllt von den Rufen heranziehender und umherfliegender Gänse. Besonders viele Blässgänse sind zu sehen, die sich auch am Boden mit den anderen Gänsearten, wie Graugans und Kanadagans, gut verstehen. Selbst der Graureiher schreitet gelassen durch die Reihen der ruhenden Gänse.

Auf einem angrenzenden Feld sehen wir Weißstörche, die sich durch die Fußgänger nicht stören lassen.

Rieselfelder Münster

Es geht am restaurierten Rieselwärterhäuschen vorbei, entlang der Obstwiese mit den Obstbäumen, nähern wir uns der ersten Beobachtungshütte am Stauteich. Bevor wir dort ankommen sehen wir auf der Weide, etwas zurück gelegen, mehrere Heckrinder. Die gegen den oft feuchten Boden unempfindliche Rasse hilft die Flächen durch Beweidung offen zu halten. Die hier geborenen Jungbullen dürfen zwei Jahre bei der Herde bleiben, danach werden sie entnommen, damit es nicht zu Streitereien mit den Altbullen kommt. Der Weg führt dann in eine neue Herde, oder in den Schlachthof. Da haben die Kühe bessere Aussichten. Die älteste war 2018 vierzehn Jahre alt.

Heckrinder

Am kleinen Stauteich sehen meine Frau und ich viele unterschiedliche Wasservögel. Löffelenten, Stockenten und natürlich Grau- und Blässgänse, Zwergtaucher, Kormorane, Blässhühner und Haubentaucher.

Interessant gestaltet ist der Schilflehrpfad. Hier hoffe ich auf die ein oder andere Bartmeise, die in den letzten Tagen schon mehrfach in den Rieselfeldern abgelichtet wurden. Aber in dieser Hinsicht ist das heute nicht mein Tag. Leider kann ich keine beobachten.

Schilflehrpfad

Auch von der Brücke, die das einfließende Gewässer überbrückt, hat man einen schönen Blick auf diverse Wasser und Watvögel. Schließlich überqueren wir die Coermühle Straße und erreichen die Storchen-Hütte an einem weiteren Gewässer. Beim überqueren der Straße hatte ich bereits einen Silberreiher fliegen sehen und ich hoffe das er hier gelandet ist. Tatsächlich sehe ich ihn am Schilfgürtel des Flachwassers. Außerdem sind einige Zwergtaucher im Schlichtkleid zu beobachten. Löffel- Stock und Pfeifenten vervollständigen das Bild das sich uns bietet.

Silberreieher

Der Weg führt nun über eine asphaltierte Straße weiter. Immer wieder bieten sich dem Wanderer Blicke auf die kleineren und größeren Rieselparzellen, bis wir schließlich die biologische Station erreichen. Wir legen eine kleine Pause ein, bevor wir weiter in Richtung Aussichtsturm laufen. Hier, auf dem großen Stauteich, herrscht eine große Vielfalt von Tieren. Eine Lachmöwenkolonie ist zu sehen und natürlich die üblichen Wasser- und Watvögel.

Rieselfelder

Bevor wir das Kanonenwäldchen passieren, freuen wir uns über den Anblick weiterer Weißstörche. Auf der Weide die jetzt folgt, grasen wieder Heckrinder mit ihren gewaltigen Hörnern.

Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz am Informationszentrum Rieselfelder. Hier kann man sich zum Abschluß noch eine interessante Außenausstellung ansehen und anschließend im Heidekrug neue Kräfte sammeln.

Lachmöwen

Es war wieder einmal ein herrlicher Tag in den Rieselfeldern Münster. Die etwas über einstündige Fahrt von Essen läßt es zu, den ganzen Tag hier zu genießen.

Krickente

Landwirte Demo

Landwirte demonstrierten in den letzten Tagen gegen die Politik der Bundesregierung und der EU in Sachen Landwirtschaft.

Anlaß ist, außer mehr bürokratischem Aufwand, ein neuer Erlaß zur Gülleverordnung. Ebenfalls das anstehende Verbot von Glyphosat und eingeschränkte Nutzung von Pestiziden. Hinzu kommen neue Bestimmungen zum Schutz der Tiere in der Massentierhaltung.

das gefällt dem Landwirt nicht

Alles Dinge, die dem traditionellen, alteingesessenen Landwirten nicht gefallen. Man würde lieber so weitermachen wie bisher. “Wir sorgen für Euer Essen” – steht da auf Plakaten. Egal ob dieses nun “ein wenig Glyphosat” enthält, oder das Trinkwasser mit Nitrat “ein wenig zu stark” belastet ist. Wichtig ist das die Mittel aus dem EU Haushalt weiter kräftig fliessen und zwar in die konventionelle Landwirtschaft, und nicht in die Betriebe die sich um Umwelt, Klima und gesunde Ernährung kümmern.

Kaum einer spricht vom Verdienst aus dem “Gülletourismus”, vom Mitverschulden an vergifteten Grundwasser und vom Boden, der wegen falscher Behandlung unfruchtbar wird. Kaum einer vom Anteil am Sterben der Insekten und Feldvögel.

beispielhafte Landwirte

Es gibt beispielhafte Betriebe, die sich mit den Gegebenheiten befaßt haben. Diese arbeiten mit Pflügen, die den Boden umwälzen, ohne den fruchtbaren Humusboden zu zerstören, deren Pflüge mit Düsen ausgestattet sind, die den Boden punktuell düngen, ohne ihn zu überdüngen. Das ist der Landwirt der in den Wintermonaten auf dem Acker Wintergerste wachsen läßt um den Boden winterfest zu machen.

Von diesen Äckern geht kein “Sandsturm” aus, der den Straßenverkehr auf der Autobahn gefährdet, wodurch bereits schwere Unfälle passiert sind. Der trocken gelegte Acker ohne Bewuchs, tief umgepflügt und zusätzlich durch die Trockenheit der letzten Jahre geschädigt, kann den Humusboden nicht halten. Die Herbststürme wehen den fruchtbaren Boden hinweg und lassen die gefährlichen “Sandstürme” entstehen, die wie aus dem Nichts plötzlich über die Autobahn hinwegfegen.

Diese Landwirte beklagen sich dann über den Klimawandel, die Trockenheit, die ihre Ernte vernichtet und fordern massive finanzielle Unterstützung für entstandenen Schaden.

Massentierhaltung

Ähnliches ist über die Massentierhaltung zu sagen. Es sind nur winzige Schritte die da zum “Wohl” der Tiere vorgesehen sind. Viel ändert das an ihren präkeren Lebensumständen nicht, wenn ein Schwein nur einige Zentimeter mehr Bewegungsspielraum bekommt. Wenn das Kupieren der Schwänze und die Kastration der Ferkel jedem Tierschutz widersprechen und deshalb Gegenmaßnahmen angekündigt sind.

Diese Gegenmaßnahmen sind nicht einmal ab sofort vorgesehen. Weil man ja einsieht, dass diese mit Kosten für den Landwirt verbunden sind. In anderen EU Ländern ist die Betäubung längst üblich. Inn Deutschland behaupten die Landwirte diese Methoden seien noch nicht genügend erforscht.

Schweinerei

56,6 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet. 13,5 Millionen erreichen nicht einmal das Schlachthaus, weil sie während ihrer Haltung erkrankten oder durch die Umstände zu Tode gekommen sind. Diese Schweine werden lapidar als “Falltiere” bezeichnet, als Abfallprodukt.

2018 zählte man in Deutschland 266.700 landwirtschaftliche Betriebe. Landwirte mit ökologischen Betrieben 31.713 (Umweltbundesamt)

Während die Zahl der konventionellen Landwirte seit 2010 um 33.864 sank, stieg die Zahl der ökologischen Betriebe um 11.771. Im Jahr 2018 wurden 9,1 Prozent der Nutzflächen ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen. Ob das Ziel erreicht wird, ist allerdings fraglich.

wie schaffen wir die Agrarwende ? Arte Doku

Kleine Felder und verschiedene Nutzpflanzen fördern Biodiversität
In Agrarlandschaften fördern kleine Felder und viele Arten von Nutzpflanzen Biodiversität. Die Uni Göttingen hat dazu geforscht.

Florian Schwinns Kampf für die Rettung der fruchtbaren Böden

Foodwatch-Studie: Landwirtschaft verursacht 77 Milliarden Euro Klimakosten – SPIEGEL ONLINE

Basstölpel

Basstölpel sind die größten in Deutschland vorkommenden Seevögel. Der einzige Brutplatz der Vögel befindet sich seit den 90 er Jahren auf der Insel Helgoland.

Der Basstölpel ist weiß gefiedert. An den Handschwingen und der Steuerfederseite ist die Färbung schwarz und an Kopf und Nacken ist eine leichte gelbe Tönung erkennbar.

Basstölpel
Basstölpel

Imposant ist der rasante Sturz mit 100 km/h ins Meer. Das der Vogel sich dabei nicht den Nacken beim Aufprall aufs Wasser bricht, liegt an der Ergonomie. Schnabel und Kopf werden zu einer Art Pfeil und bilden quasi eine stromfömige Linie, mit der die Wasseroberfläche durchstoßen wird. Vor dem Eintauchen streckt der Basstölpel seine Nackenmuskulatur und so wird der ansonsten gekrümmte Hals gestreckt. Dieses Phänomen stellten Forscher des Institute of Technology Virginia fest (scinexx.de).

Durch den rasanten Sturzflug erreicht der Basstölpel eine Wassertiefe von 4 bis 22 Metern. Die Vögel leben in großen Kolonien. Allerdings sind sie nicht unbedingt gute Nachbarn. Häufig streiten sie mit den Artgenossen. Die meiste Zeit verbringen die Tölpel auf und über dem Wasser. Ein englisches Heldenepos berichtet über Hrothgar, den Lehnsherrn des Helden aus dem Epos, der sagte das das Meer die Badewanne der Basstölpel ist. Tatsächlich schwimmen sie auf dem Wasser als wäre es ein Spiel. Die Federn der Vögel sind extrem gut gefettet. Das Fett wurde früher sogar zum Einfetten von Wagenrädern genutzt und wurde zur Behandlung von Gicht angewandt (nationalgeographic.de).

Basstölpel
Jungvogel

Wenn der Basstölpel auffliegen will, benötigt er viel Wind. Das ist auch ein Grund warum er sein Nest an den Steilfelsen der Insel Helgoland erbaut, um dort das einzige Ei des Jahres auszubrüten. Um zu starten braucht er sich mit ausgebreiteten Flügeln nur fallen zu lassen und der Auftrieb des Windes erleichtert den Abflug.

Junge Basstölpel sind dunkel gefleckt. Es dauert fünf Jahre bis das Gefieder dem eines adulten (erwachsenen) Vogels entspricht.

Ich danke meiner Tochter Daniela Liebing für die Bilder von der Insel Helgoland. Leider konnte ich bei meinem letzten Aufenthalt an der Nordseeküste in Büsum wegen zu starken Windes keine Überfahrt zur Insel unternehmen.

Büsum

Büsum ist nach den Touristenzahlen der drittgrößte Fremdenverkehrsort an der schleswig – holsteinischen Nordseeküste. Westerland und St. Peter Ording sind auf den ersten beiden Plätzen.

Büsum
Blick über den Hafen nach Büsum

Leider wird das auch in der überfüllten Fussgängerzone sichtbar. Das mag gut sein für die Geschäfte der Einheimischen, ist aber nicht mein Ding. Es gibt unzählige Geschäfte, Restaurants und Lokale. Am Hafen ist fast immer irgendein Event und das Anfang Oktober, eigentlich ja schon Nebensaison. Da ist es um diese Zeit etwas ausserhalb, an der Familienlagune bedeutend ruhiger. In den warmen Sommermonaten wird allerdings auch dort wohl reichlich Trubel sein. Abseits der Fußgängerzonen ist es da schon etwas beschaulicher und jenseits der Ortsgrenze wird es auch ruhiger und man kann die Natur genießen.

Büsum Hafen
am Museumshafen

Wenn sich das jetzt nicht so euphorisch lesen läßt, möchte ich noch einmal erklären das sich ein Urlaub in Büsum auf jeden Fall lohnt. Ich würde auch noch einmal hinfahren, aber eventuell nicht in einer Zeit in der in den Bundesländern Ferien sind. Jetzt hatten gerade die Herbstferien begonnen.

Auf unserer ersten Wanderung gingen wir am Deich entlang, vorbei an der Familienlagune, wo sich dieses unsägliche Hochhaus befindet, das nach meiner Meinung so gar nicht in die Landschaft passt. In der Wiese auf dem Deich wuseln einige Stieglitze hin- und her. Sie sind so schnell und unruhig, sodass kaum ein vernünftiges Bild zustande kommt.

Stieglitz

Bevor wir den kleinen Ort Westerdeichstrich erreichen führt der Weg vom Deich hinunter auf einen Fuß- und Radweg. Hier pfeift der Wind nicht ganz so stark und wir beobachten auf dem Feld die Schar ruhender Weißwangengänse, die wegen ihres weißen Gesichts mit der dunklen Begrenzung auch Nonnengänse genannt werden. Einige Graugänse und Kiebitze befinden sich in ihrer Gesellschaft.

Weisswangengänse

Auf dem Weg zum Deichmuseum entdecken wir einen einzelnen Steinschmätzer, der auf dem trockenen Grund eines betonierten Bachlaufes nach Nahrung sucht. Am grasigen Hang wird er fündig und er läßt sich durch uns auch nicht aus der Ruhe bringen.

Steinschmätzer

Büsum – Starenschwärme am Deichmuseum

Am Deichmuseum findet man Informationstafeln, die über die Entstehung eines Deiches und über die verschiedenen Deichprofile Auskunft geben. Auf drei Deichnachbauten kann man im Normalfall umherlaufen und auf einer der Picknickbänke einen Pausenimbiss genießen. Heute ist das nicht möglich. Die Deiche werden von tausenden Staren in Anspruch genommen. Immer wieder fliegen sie im Schwarm von den Deichen auf und wie eine riesige dunkle Wolke umschwärmen sie das Gebiet, um wenig später umzukehren und im Gras nach Futter suchend zu pausieren. Es sieht so aus als würden sie für den gemeinsamen Flug in den Süden üben. Ich stehe nur wenige Meter vom Schwarm entfernt und fast könnte man in die “Wolke” hineingreifen. Ein fantastisches Spektakel, dem wir uns längere Zeit hingeben.

Büsum
Büsum
Stare

Eidersperrwerk

Der nächste Ausflug führt uns zum Eidersperrwerk. Am Sperrwerk und dem angrenzenden Naturschutzgebiet Katinger Watt soll man gut Limikolen fotografieren können. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar am Sperrwerk. Ein monumentales Bauwerk. Baumaßnahmen versperren uns aber die Durchfahrt hinüber auf die Nordseite zum Katinger Watt.

Wir waren an einem anderen Tag dann über einen Umweg noch einmal am Katinger Watt, aber das Wetter war zu schlecht für die Limikolen und so blieb uns nur eine Aufnahme von einer Erdkröte, die wir gerade noch rechtzeitig sahen um zu bremsen.

Erdkröte

Das Eidersperrwerk ist ein Teil einer über 300 Kilometer durchgehenden Festlanddeichlinie. Fünf jeweils 40 Meter breite Sielöffnungen wurden von 1967 bis 1973 erbaut. Sie gewähren den Sturmflutenschutz und regulieren die Vorflut der Eider für die Schifffahrt. Das Werk ist eines der größten Küstenschutzprojekte Europas. Zur Zeit werden die Deiche den neuen Gegebenheiten und der Zukunft durch Deichverstärkungen angepasst. Offenbar denkt man hier bereits an den Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel mit zu erwartenden höheren Sturmfluten.

Büsum
Eidersperrwerk

Am Südufer der Eider können wir dann aber doch noch Brandgänse, Enten und einige Rotschenkel beobachten. Die Aufnahmen werden durch starkes Gegenlicht und dem glitzernden Wasserspiegel erschwert, aber man kann doch die roten Beine des Rotschenkels erkennen.

Eidersperrwerk
Brandgans
Büsum
Rotschenkel

Die Fahrt führt uns etwas weiter ins Landesinnere. Entlang der Eider erreichen wir das kleine Amsterdam von Schleswig – Holstein. Wir sind in

Friedrichstadt – Grachtenfahrten….

inmitten von Schleswig Holstein sind hier möglich . Eider und Treene umschließen die Stadt und Grachten durchziehen den Ort mit seinen wunderschönen alten, malerischen Bauten. Am Markt könnte man fast glauben man befinde sich in Wismar. Neun weiße Kaufmannshäuser begrenzen den Markt, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet.

Friedrichstadt
Friedrichstadt mit den Kaufmannshäusern

ein Pelikan im Kronenloch

Kommen wir nun zu einem Höhepunkt unserer Fahrt nach Büsum. Unser Ziel ist das Kronenloch. Auch ein Gebiet von dem ich gelesen habe als ich nach norddeutschen Vogelbeobachtungsgebieten suchte. Wir parken unmittelbar am “Wattwurm” , so nennt man hier das Haus des NABU. Gegenüber befindet sich eine Beobachtungshütte mit Blick auf das Flachgewässer. Außer einigen Reihereneten und Stockenten gibt es momentan aber nichts zu beobachten.

Wir gehen also weiter, der Straße entlang, in Richtung Deich. Fast gleichzeitig bemerken wir einen großen weißen Vogel der sich im Flug auf uns zubewegt. Ein Storch oder Schwan kann es nicht sein, auch Reiher scheidet aus und als er immer näher kommt, erkennen wir den Pelikan. Fast zum Greifen nah fliegt er an uns vorbei um dann hinter dem “Wattwurm” zu verschwinden. Wir sind beide “Baff” – ein Pelikan in Deutschland, davon habe ich bisher noch nicht gehört. Später stellt sich heraus, dass es sich um einen Rosapelikan handelt. Bereits 2013 hat sich schon einmal ein Pelikan nach SH verirrt und 2014 wurde ein völlig erschöpfter Pelikan gefunden.

Am Deich treffen wir auf eine Dame die mit ihrem Sohn extra aus Glücksburg zum Kronenloch gekommen ist um den Pelikan beobachten zu können. Es hat wohl bereits in der Zeitung gestanden, dass sich hier ein Rosapelikan aufhält. Wir hatten allerdings davon nichts gelesen.

Rosapelikan
Büsum

Büsum – Meldorf und der Speicherkoog

Bei unserem Aufenthalt am Kronenloch erfuhren wir von Meldorf . Ehemals an der Küste gelegen, liegt Meldorf nun durch Landgewinnung zehn Kilometer im Landesinneren. In einem Bericht über Meldorf konnte ich nachlesen das einige Bürger dem Gemeinderat vorwerfen zuwenig für den Tourismus zu tun, weshalb Meldorf hinter Orten wie Büsum hinterherhinke. Ich bin jedenfalls einer Meinung mit meinen Mitreisenden das das sehr gut ist. So haben wir die Möglichkeit einen wunderschönen Ort in aller Ruhe begehen zu können. Alte, schön restaurierte Gebäude, Hinterhöfe, schmucke Läden und ein schöner Marktplatz mit einer großen, einmaligen evangelischen Kirche, der Kirche “St.Johannes.”

St. Johannes
St.Johannes – evangelische Kirche

Wer diese Kirche besucht, kann kaum glauben das es sich um eine normale evangelische Kirche und nicht um einen Dom, einen Bischofssitz handelt. Bei Eintritt wird man in der Sakristei von der heiligen Gertrud, die auch Schutzpatronin der Reisenden ist, begrüßt.

Meldorf
St. Johannes – der “Dom der Dithmarscher”

Nach einem Brand im Jahr 1866 erhielt der “Dom der Dithmarschen”, wie ihn die Einheimischen nennen, seine heutige Form. Erbaut wurde er zwischen 1250 und 1300 als dreischiffige Basilika mit einem dreijochigen Querhaus und angeschlossenem Chor.

Einen Besuch in Meldorf sollte man auf jeden Fall einplanen, wenn man sich im Dithmarschen aufhält.

Büsum-SpeicherkooG und der Hausburger

Ein weiteres Vogelbeobachtungsgebiet ist der Speicherkoog. Der nördliche Teil des Speicherkoog ist das Wöhrdener Loch. Das Kronenloch haben wir ja bereits an einem anderen Tag besucht. Man kann langsam mit dem Auto am Deich entlang fahren und den PKW als “Beobachtungshütte” oder Tarnung nutzen. Außer uns befindet sich nur ein anderes Fahrzeug auf der Straße, dessen Fahrer aber wohl gleich gelagerte Interessen hat. So kommen wir uns nicht in den Weg. Über uns fliegt ein Schwarm Eiderenten. Im Flug sehen sie etwas utopisch aus. Als hätten die Vögel Sporthelme auf.

Büsum

Auf dem seichten Gewässer schwimmen Pfeifenten, Löffelenten und Brandgänse. Einige Teichhühner sind zu sehen und natürlich Stockenten. Ein weiterer Trupp Weißwangengänse überfliegt uns. Es ist ein Genuss den versschiedenen Arten zusehen zu können. Das Wetter spielt heute aber nicht ganz mit. Dunkle Wolken türmen sich auf und der heute auch heftige Wind macht das Fotografieren nicht einfacher. Wir parken am “Strand Pavillon”in Warwerorth. Bekannt ist hier der Hausburger, hausgemachte Frikadelle mit Zwiebeln im Burger – wirklich empfehlenswert.

Büsum
Weisswangengänse
Büsum
Brandgänse
Büsum
Pfeifenten

Den Abend vor unserer Abreise aus Büsum verbringen wir in “Höner`s KöPi” einer zünftigen Kneipe-Cocktailbar in Büsum mit einem ganz tollen Service Personal, dafür gibt es fünf Sterne von uns.

Es war eine kurzweilige Woche in Büsum und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Rosapelikan in SH

Rosapelikan in Schlewig Holstein – das hätte ich nicht geglaubt wenn ich es am 08. Oktober 2019 nicht selbst erlebt hätte.

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach Limikolen. Da sah ich etwas großes, weißes, auf mich zugeflogen kommen. Schnell war klar das es sich nicht um einen Reiher oder Schwan handelte und als er immer näher kam, erkannte ich auch den Pelikan. Es war als wollte er sagen: “hier bin ich, mach mal ein schönes Foto von mir.” Uns trennten keine 30 Meter voneinander und ich war überwältigt von dem gemächlich dahinfliegenden Rosapelikan. Das es sich um einen “Rosapelikan” handelte erfuhr ich erst etwas später aus dem Internet. Einige Zeitungen hatten wohl vorher bereits über die Sichtung des Pelikan in SH berichtet.

Rosapelikan

Wir begegneten später an der Küste noch eine Dame die mit ihrem Sohn wegen des Pelikans aus Glücksburg angereist war. Diese Beiden haben ihn beobachten können wie er im Wasser landete.

Rosapelikane benötigen flaches Wasser auf der Suche nach Fischschwärmen. Auch weil sie zum Starten einen Anlauf nehmen müssen. Während eine Möwe bis zu 180 Flügelschläge in der Minute benötigt, reichen dem Pelikan gerade einmal 70 Flügelschläge, bei einer Spannweite von 260 bis 360 cm und einer Körperlänge von 150 bis 170 cm. Damit gehört er zu den größten flugfähigen Vögeln. Der Pelikan nutzt die Thermik um sich während des Fluges auszuruhen.

Rosapelikan

Nach Medienberichten wurde auch 2013 ein Rosapelikan in Schleswig Holstein gesichtet und 2014 wurde ein erschöpfter Vogel gefunden. Von “meinem Pelikan” gibt es Hinweise seit Juni 2109.

Die Vögel sind eigentlich nur auf der Durchreise in Frankreich, Kroatien, Finnland und Dänemark zu sehen. Es wäre also möglich das sich “unser Rosapelikan” aus Dänemark an das Wattenmeer und die Feuchtgebiete um Meldorf mit dem Kronenloch und dem Dithmarschen Speicherkoog verirrt hat. Die Lebensbedingungen kommen ihm hier zu Gute.

Für mich “Ruhrpottler” war es natürlich das Highlight unseres Urlaubs in Büsum, über den ich dann später noch berichten werde.

aus dem Artikel “Der Falke” – Rosapelikan

“Der Falke” berichtet in der November Ausgabe 2019 , Sparte “Vogelwelt”, über den Rosapelikan aus Schleswig Holstein.

Am 21. Juni wurde im Meldorfer Speicherkoog (das Kronenloch ist ein Teil davon) ein vorjähriger Rosapelikan entdeckt und später 50 Kilometer weiter nördlich im Beltringhader Koog wiedergefunden. Am nächsten Tag startete er in Richtung Dänemark und wurde am 26. Juni an der Südspitze Norwegens gesichtet.

Am 01. Juli war er dann wieder am Meldorfer Speicherkoog, wo er einige Wochen blieb.

Mitte August bis Ende August wurde er zusammen mit Weißstörchen im Landkreis Cuxhaven und Mitte September bei Bremen fotografiert. Ich entdeckte ihn wieder im Meldorfer Speicherkoog am 08. Oktober.

Offenbar hat er am Speicherkoog einen besonderen Gefallen gefunden. Das dokumentiert er auch dadurch, dass er zeitweise auf Hausdächern und Hochspannungsmasten Schlafplätze aufsuchte. Es handelt sich auch immer um den gleichen Vogel, das konnte anhand der Gefiederung klar festgestellt werden. Die Herkunft des Rosapelikan ist ungewiß, weil er keine Beringung hat.

Mittlerweile gibt es Hinweise das auch hierzulande Rosapelikane erwartet werden können. Darauf deutet auch die Entdeckung von gleich drei Tieren in Niedersachsen. Die drei Vögel waren ebenfalls unberingt und wurden im Landkreis Nienburg am 15. und 16. Juli 2019 fotografiert.

In Österreich wurde ein aus Ungarn stammender, beringter Pelikan beobachtet. Der Ursprungsort des Vogels war Israel, wo er im November 2018 geschwächt aufgefunden wurde. Nach einem Monat Erholung wurde er wieder freigelassen.

Amselschwund ?

Amselschwund – seit einigen Wochen suche ich vergeblich nach den Amseln. Im Frühjahr und Sommeranfang waren sie noch zahlreich im Garten zu finden. In den Jahren zuvor waren sie das ganze Jahr über zu sehen. Aber jetzt sehe ich schon seit Wochen keine mehr. Im August dachte ich ja noch es läge an der Mauser. Sie sind dann wegen des zotteligen Aussehens eventuell ein wenig verlegen und haben ja dann auch Probleme beim Fliegen. Jetzt haben wir aber bereits den 30. September und noch immer ist keine Amsel zu sehen.

Amselschwund wegen Wegzug oder USUTU ?

Die Amsel ist ein Zugvogel, dass ist mir durchaus bewußt. Aber in Mitteleuropa und in Deutschland ist sie ja eher ein Standvogel und ganzjährig vertreten. Auch wenn jeder 4. Vogel in Richtung Süden fliegt müßten ja noch genug zu finden sein. Ich habe einmal über Facebook eine Rundfrage gestartet wie es in anderen Regionen um die Amsel bestellt ist. Man macht sich ja auch jedes Jahr Sorgen wegen des USUTU Virus, der die Amseln befällt.

Ein klares Ergebnis bringen die Bundesländer Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern. Dort sind die Bestände der Amsel gleich geblieben, wie die Meldungen erbrachten. Eventuell sind da auch bereits Zugvögel aus dem Norden, aus Skandinavien, eingetroffen.

Aus Hamburg sind die Meldungen erschreckend. Fast keine Amsel mehr zu sehen. Auch aus dem Nordwesten Niedersachsens sind die Meldungen ähnlich im Süden und Osten Niedersachsens gibt es glücklicherweise keine Schreckensmeldungen. Berlin ist zweigeteilt, im Norden wird die Amsel vermißt, im Süden ist alles normal geblieben. Das gilt auch für meine Stadt – Essen in NRW. Ich wohne im Süden und warte vergeblich auf eine Sichtung. Aus dem Essener Norden erhalte ich die erfreuliche Meldung, das dort die Amseln noch gut vertreten sind.

In Sachsen Anhalt scheinen die Bestände stabil zu sein, obwohl aus einer Region sinkende Tendenzen gemeldet wurden. Im Süden Thüringens wird auch ein Amselschwund angezeigt. Auch Hessen meldet keine, oder nur noch wenige Amseln. Im Norden von Rheinland Pfalz sinken die Sichtungen, während die Zahl im südlichen Teil des Bundeslandes stabil zu sein scheinen. Auch aus Baden-Württemberg erhielt ich sinkende Zahlen. In Bayern hingegen scheint es gut um die Amsel bestellt zu sein, wenn auch aus zwei Regionen schlechte bis sinkende Zahlen übermittelt wurden.

Aus Kärnten teilte ein Vogelfreund Beständigkeit mit, aber aus dem nördlichen Niederösterreich wurde die Amsel als vermißt gemeldet. Gleiches gilt für die Mitteilung eines Teilnehmers aus der Schweiz.

Teilt man Deutschland in der Mitte auf , scheint die linke Hälfte, also der westliche Teil stärkere Verluste zu ermitteln. Die Osthälfte dagegen hält die Sichtungen weitgehend auf dem alten Niveau. Überhaupt gibt es wohl starke regionale Unterschiede.

Ich hoffe natürlich das die Ansicht nur vorübergehend ist und mit der Jahreszeit zusammenhängt. Obwohl ja die Mauser eigentlich vorbei sein müßte.

Im Bild habe ich die sinkenden Bestände mit einem rot umrandeten schwarzen Punkt gekennzeichnet. Meldungen wo die Amsel nicht mehr gesehen wurde sind rot gezeichnet. Wo alles noch normal registriert wurde, sind die Gebiete schwarz gepunktet.

Amselschwund

Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücke – Sylvia atricapilla –

Mönchsgrasmücke  –  zu finden ist dieser Singvogel ebenso in dichten Waldbeständen, sowie in Gärten und Parkanlagen. Der Vogel frißt Insekten, stellt aber vor dem Flug in das Winterquartier seine Nahrung auf Beeren um.  Der Zuckergehalt der Trauben ermöglicht es der Mönchsgrasmücke Fettreservern zu bilden, die er für den weiten Flug bis ans Mittelmeer braucht. Die südlicheren Grasmücken fliegen auch über die Sahara nach Afrika. Ornithologen in Schweden, Deutschland, Belgien der Schweiz, Großbritannien und Spanien haben durch gesenderte  Vögel den Flug der Mönchsgrasmücke erforscht.

Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke männlich

Der Fernsehsender ARTE hat darüber eine Dokumentation erstellt. Die Mönchsgrasmücke bereitet sich nicht nur durch die Änderung der Ernährung auf den Winterflug vor. Bereits längere Zeit vorher wird aus dem tagaktiven Vogel ein nachtaktives Tier. Auch die Jungen müssen mindesten 21 tage die Nacht kennenlernen. Das macht auch Sinn, weil Mönchsgrasmücken aus Sicherheitsgründen nur in der Nacht zu ihren Winterquartieren starten.

Auch die Frage wie sich der Vogel in der Nacht orientieren kann, wurde beantwortet. Die Rotation des Sternenhimmels hilft ihnen den richtigen Weg zu finden. Aber was ist bei bedecktem Himmel? Dafür besitzen die Augen eine besondere Eigenschaft, mit der sie die Krümmung des Magnetfeldes erfassen können und so erkennen wieviel Kilometer sie fliegen müssen.

Mönchsgrasmücke
weibliche Mönchsgrasmücke

Die schwedische Population machte  Rast in Belgien, wo sie bei ihrem Flug sämtliche Fettreserven aufgebraucht hatten. Nun bleiben die Mönchsgrasmücken am Pausenplatz und fressen etwa fünf Tage wieder eine Traube nach der anderen um neue Fettreserven aufzubauen.

Die Forscher stellten auch fest, dass jede Mönchsgrasmücke individuell ihre Reise startet. Die Flugroute liegt den Tieren in den Genen. Es gibt eine östliche Route, in Richtung Balkan und eine westliche Route in Richtung Spanien. Man hat daraufhin einen Vogel der östlichen und einen der westlichen Richtung zusammen gebracht um festzustellen wohin sich der Hybrid entscheidet. Zur Überraschung der Forscher wählten diese Vögel für ihren Winterflug die direkte Südrichtung. 

Die Ornithologen befürchteten das die Vögel der Südrichtung diesen Flug nicht überstehen würden, weil sie die Alpen überqueren müssen. Um so größer war die Überraschung, dass die Tiere das ohne Probleme schafften.

Bei den in Spanien ansässigen Mönchsgrasmücken und den Besuchern aus dem Norden existiert so etwas wie Konkurrenzkampf. Die heimische, spanische Mönchsgrasmücke ist kräftiger als der “Gast”, insofern kann man sie sogar unterscheiden.

Mittlerweile verändert sich das Zugverhalten der Vögel. Immer mehr verbleiben am Standort, wohl bedingt durch den Klimawandel. Ein besonderes Phänomen wurde in Belgien registriert. Dort zog es die Mönchsgrasmücke nach Großbritannien und es werden immer mehr die diese Route wählen. Auf die Frage warum sie gerade über das Meer nach England fliegen, meint man die Antwort gefunden zu haben. Die Engländer sind ausgesprochen große Vogelfreunde und fast in jedem Garten befinden sich Futterstellen für Vögel. Das haben die Mönchsgrasmücken wohl herausgefunden. 

Der Name”Attricapilla” weist auf das “Schwarzköpfchen” hin, wegen der schwarzen Kopfplatte des Männchen.  Die Weibchen haben lediglich eine rot braune Oberkopf – Färbung. Meist sitzt die Mönchsgrasmücke  weit oben in den Bäumen am Waldrand oder im lichten Laubwald. Von hier erschallt dann ihr wunderschöner Gesang. Während des lauten Teils ihres Gesangs zittert der ganze Körper und die Kehlfedern sind gesträubt. Der leisere Vorgesang ist fast nicht wahrzunehmen.

Mönchsgrasmücken sind Standorttreu und kommen immer wieder zu ihrer Geburtsstätte zurück.

Rotmilan

Rotmilan -Milvus milvus – gehört zu den seltenen Greifvogel Arten in Deutschland. Weltweit schätzt man 29.000 Brutpaare, davon die Hälfte in Deutschland.

Im Ruhrgebiet rechnet man nun nicht unbedingt mit dem Rotmilan, aber in Velbert-Heiligenhaus, in der Nähe des Abtsküchensee, findet der Vogel ideale Verhältnisse. Offene Kulturlandschaft, Mischwald, der See und der Rinderbach, der das Vogelsangbachtal durchfliesst, sind Lebensbedingungen, die wie für den Rotmilan gemacht sind.

Der sinkende Bestand der Greifvögel hängt mit der intensiven Landwirtschaft zusammen. Riesige Maisfelder haben die abwechslungsreiche Kulturlandschaft verdrängt. Felder werden mit Pestiziden besprüht und die Feldbewohner getötet oder verdrängt. Diese benötigt der Milan aber zum Überleben. Er ernährt sich von kleinen Säugetieren, Singvögeln, Käfern, Würmern und Aas.

Rotmilan ist Dauergast im Revier

Eine weitere Gefahr besteht durch die wachsende Zahl an Windrädern, die den Weg in die Winterquartiere am Mittelmeer kreuzen.

Rotmilan
Rotmilan

Das ich hier über den Feldern am Abtsküchensee gleich vier Exemplar sehe, zeigt mir das sie in diesem Jahr wieder erfolgreich gebrütet haben. In den letzten Jahren ist er hier sesshaft geworden und brütet regelmäßig. Das Nest baut er aus Ästen und Stöcken in den Baumkronen eines kleinen Wäldchens inmitten der Felder.

Das Brüten ist die Aufgabe des Weibchen. Während der Brutzeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge werden dann noch eine Zeit von der Mutter gehudert, damit sie nicht frieren. In dieser Zeitwerden sie von beiden Vögeln gefüttert. Auch wenn die Jungtiere bereits flügge sind, werden sie noch knapp zwei Wochen von den Eltern unterhalten.

Das Aussehen

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Wie auch bei anderen Greifvögeln ist das Weibchen etwas größer und schwerer als das Männchen. Der weiße Kopf mit dem gelben, gebogenen Schnabel unterscheidet sich deutlich vom rostroten Rücken. Die Handspitzen sind tief schwarz.

Zur Erntezeit fliegt der Rotmilan, der ein wahrer Flugkünstler ist, gerne hinter dem Trecker mit dem Pflug her, um die frei gelegten Mäuse zu erhaschen. In der Urdenbacher Kämpe konnte ich das gut beobachten. Dort wird er von den Krähen verfolgt, die um ihr Revier fürchten. Zudem machte ein Mäusebussard dem Rotmilan noch Konkurrenz.

Rotmilan
Rotmilan wird von Krähe gejagt.

Neben der Bezeichnung Rotmilan hat der Vogel auch noch den Namen Gabelweihe, wegen des gegabelten Schwanzes. Auch der Begriff Roter Milan und Königsweihe sind Bezeichnungen für den Greifvogel. Ein naher Verwandter ist der Schwarzmilan, der etwas kleiner ist und mehr Aas vertilgt als unser Rotmilan.

Die Diskussionen um die Umwelt, das Klima und den Artenschutz werden hoffentlich hilfreich sein den Fortbestand dieses wunderschönen Vogels zu gewährleisten. Wer den Rotmilan einmal beobachtet hat, wie er majestätisch den Aufwind nutzt, wird ihm lange zusehen und es kommt automatisch der Wunsch auf, doch auch so in der Luft schweben zu können.

Rotmilan – Land zum Leben

Quelle “Der Falke 10/19

“Rotmilan – Land zum Leben” – lautet der Name eines Projekts, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Initiatoren sind “Deutscher Verband Wildtier Stiftung” und der “Dachverband Deutscher Avifaunisten“. Im Rahmen des Bundesprogrammes “Biologische Vielfalt” werden in sieben Bundesländern und neun Projektgebieten Maßnahmen durchgeführt, mit deren Hilfe Landwirte gefördert werden, die den Feldvögeln und Kleinsäugern wieder Lebensraum bieten indem sie ihre Produktionsweise umstellen. Auf diese Weise wird auch der Lebensraum für den Rotmilan abgesichert und neu geschaffen, da er von diesen Tieren abhängig ist.

Derartige Maßnahmen sind gemäß einer Untersuchung der Universität Göttingen auch dringend angebracht. Diese ergab das zwei Drittel der Rotmilan Bruten gut bis ausreichend ernährt werden, aber ein Drittel nicht optimal versorgt werden kann.

Ergänzung am 25.09.19 zum Thema Windräder

Quelle Riff Reporter

Die Windbranche teilt mit, dass der Bestand des Rotmilan trotz des Ausbaus der Windkraftanlagen stabil geblieben sei. Deshalb sei auch die Behinderung bei den Genehmigungsverfahren zum Bau neuer Anlagen wegen vermeintlicher Unvereinbarkeit mit dem Artenschutz nicht hinnehmbar. Die Industrie bezieht sich auf veröffentlichte Zahlen aus der Vogelschutzrichtlinie der Bundesregierung, worin der Bestand des Rotmilan als stabil deklariert wird. Die Zahlen der Bundesregierung beziehen sich auf eine bundesweite Erfassung. Die regionalen Zahlen sehen allerdings ganz anders aus. Ausserdem beziehen die Daten sich auf die Jahre 2005 – 2009.

Im Nordosten Deutschlands kam es zum Verlust von 400 Paaren. Im Südosten stieg die Zahl der Paare um 600 an. Nun muß man wissen, dass es in Brandenburg 3821 Windkraftanlagen zum angegebenen Zeitpunkt gab und in Baden Württemberg lediglich 725.

Aus dem Jahr 2014 gibt es eine Ermittlung aus dem Journal for Nature Conservation , wonach es bei damals 3044 Windkraftanlagen zu 308 Schlagopfern beim Rotmilan kam. Das entspricht 3,1 Prozent des Bestandes an Kollisionsopfern jährlich. Eine Progress Studie über mehrere Jahre erläutert Zahlen zur Auswirkung von Anlagen auf einzelne Vogelarten. Diese ergaben beim Mäusebussard einen Verlust von 14.300 und beim Rotmilan von 4300 Tieren. Aufgrund dieser Zahlen spricht Oliver Krüger von der Universität Bielefeld von einer “potentiell gefährdenden” Entwicklung.

Man kann davon ausgehen, dass die Zahl der Windkraftanlagen auch in Richtung Süden weiter steigen wird, was eine weiter Gefährdung der Greifvögel zur Folge haben wird. Es ist deshalb wichtig weiterhin auf die Bestimmungen des Artenschutzes zu achten.

Fledermaus

Fledermaus – “Guck mal was da für kleine Kotkleckse auf dem Balkongeländer sind,” sagt meine Frau als sie vom Balkon wieder ins Wohnzimmer kommt. ” das kann doch nicht von einer Maus sein.” Ja, da hat sie recht und solchen Kot habe ich auch schon einmal woanders gesehen.

Wir machten Urlaub in Waren, an der Müritz und bestiegen die 176 Stufen hinauf auf den Turm der Sankt Marienkirche. Dort befindet sich eine Plattform mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt Waren und den Müritz See mit Nationalpark. Etwa auf der Hälfte der Strecke hängen an der Decke Fledermäuse und unter ihnen auf einer Holzfläche der oben erwähnte Kot der Tiere.

Fledermaus

Ich hole eine Taschenlampe und leuchte damit in den Spalt der sich zwischen der Regenrinne und dem Mauerwerk des über uns befindlichen Balkons zu sehen ist. Darin entdecke ich jetzt zwei kleine Fledermäuse. Schnell mache ich die Lampe wieder aus um ihren Schlaf nicht zu stören.

In der Dämmerung haben wir nahezu an jedem Abend Fledermäuse fliegen sehen. Oft haben wir über ihre rasanten Flugkünste gestaunt, wenn sie hinter den Insekten herjagen. Die Fledermaus ist das einzige Säugetier mit der Fähigkeit zu fliegen und das in Perfektion. Äußerst geschickt schnappen sie im Flug nach Insekten, bis nicht mehr genug Ausbeute da ist, dann wechseln sie das Revier.

Die Orientierung der Fledermäuse erfolgt über die Ohren. Ultraschalltöne , Rufe, die sie ständig ausstoßen und für uns kaum hörbar sind, treffen auf Hindernisse oder auf ein Beutetier und so kann die Fledermaus “erhören” wo die das Objekt befindet. Das ermöglicht es dem Tier selbst in absoluter Dunkelheit ein Opfer zu entdecken. Ihre Augen vermögen lediglich Umrisse von Bäumen oder Häusern zu erkennen. Die haben aber einen hervorragenden Orientierungssinn.

In Deutschland leben etwa 50 Arten dieses Tieres, wie ich jetzt nachgelesen habe. Man möchte ja wissen mit wem man es im Haus zu tun hat. Erstaunt bin ich auch, dass die Fledermaus 30 Jahre alt werden kann. Mit dem Kopf voran hängt sie am Gemäuer oder an der Decke. Durch das Eigengewicht des Körpers klammern sich die Krallen fest. So kommt es vor, dass eine Fledermaus noch genau so hängt, obwohl sie schon lange tot ist.

Ihren Namen verdankt sie dem Wort “fledern” , was soviel wie flattern bedeutet. Allerdings ist ihr Flug keineswegs “flatterhaft”. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass sie ihr Quartier gegenüber in der alten Werkstatt haben. Es könnte ja auch sein das es sich um Nachkommenschaft von Gegenüber handelt. Nun haben wir die Gelegenheit noch bis zum November zu beobachten was passiert. Dann, von November bis März , hält die Fledermaus Winterschlaf. Deshalb muß sie jetzt auch noch viele Insekten fressen um für den langen Schlaf gerüstet zu sein. Die sehr lange Schlafenszeit ist für das Tier von großem Vorteil weil es ja im Winter keine Insekten zu fressen gibt.

ARTE berichtete vor einigen Tagen über die Rauhautfledermaus, die mit ihren gerade einmal 8 Gramm Gewicht knapp 2000 Kilometer von Lettland in ihr Überwinterungsquartier nach Spanien fliegt. Dabei leben nur die weiblichen Fledermäuse im hohen Norden. Auf dem Weg nach Spanien warten dann die Männchen und laden mit ihren Rufen nicht nur zu einer Pause ein, sondern wollen auch gleich für den Nachwuchs sorgen.

Nachdem der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat, fliegt das Weibchen wieder weiter und überläßt dem Männchen die Jungen. Am nächsten Pausenplatz wartet dann bereits das nächste Männchen auf die reiselustigen Damen.

Hätten wir nicht die “Köttelchen” auf unserem Balkon gesehen, die man übrigens leicht wegfegen kann, hätte ich mich wohl nicht so ausführlich mit der Fledermaus befasst. Aber so hat man wieder etwas über ein hochinteressantes Tier erfahren.

Steinschmätzer

Steinschmätzer-oder Oenanthe oenanthe , mit wissenschaftlichem Namen, gehören eigentlich nicht zu den Arten die wir hier im Ruhrgebiet oft zu sehen bekommen. Umso erfreuter war ich natürlich diesen Vogel , auf einem Weidezaunpfahl sitzend, beobachten zu können. Er war wohl damit beschäftigt dem Treiben der grasenden Pferde auf der Weide zu folgen.

Steinschmätzer
Steinschmätzer

Der Vogel befand sich sicherlich auf der Durchreise auf seinem Weg nach Afrika in sein Überwinterungsgebiet und machte erfreulicher Weise im Ruhrgebiet eine Rast.
Auffallend ist ein weißer Überaugenstreif, der die schwarze Maske um das Auge verstärkt wirken läßt. Auch die weiße Schwanzspitze fällt ins Auge.

Die Pferde wirbeln mit ihren Hufen beim Grasen den Boden auf und bringen für die Vögel so nahrhaftes zu Tage. Das habe ich auch schon bei der Schafstelze beobachten können und auch die Stare halten sich gerne in der Nähe von grasenden Huftieren auf.

Der Steinschmätzer ernährt sich von Spinnen, Würmern und anderen Insekten. Der Vogel gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Nester werden in Höhlen unter Steinen , aber auch in Kaninchenbauten in offenem Gelände angelegt. Das gefährdet die Brut natürlich durch Prädatoren, wie Fuchs und Marder. Den Rohbau beginnen beide Partner gemeinsam, wenn es aber an die Ausstattung geht, das Auspolstern mit Federn, Wollresten oder Federn, hat die Frau des Hauses das Sagen.

Bei dem Steinschmätzer den ich ablichten konnte, handelt es sich offenbar um einen Vogel der ersten Generation im ersten Winterkleid. Der Svensson Vogelführer hat mit bei der Bestimmung sehr geholfen.