Honigbiene vs. Wildbiene

Honigbiene und Wildbiene – wobei die Honigbiene offensichtlich mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. Die Appelle zur „Rettung der Bienen“ ist wohl nicht überall richtig verstanden worden.

Es geht bei dem Appell nämlich nicht um mehr Honigbienen, sondern um die Rettung der Wildbiene. Wie die WAZ in ihrer heutigen Ausgabe (17.07.19) berichtet, stieg die Zahl der Honigbienen in der Zeit von Anfang 2017 bis November 2018, im gleichen Verhältnis zu der steigenden Zahl der Hobby Imker von 150 auf 402, enorm an.

Gab es in Essen Anfang 2017 noch 1803 Völker, gibt es Ende November 2018 bereits 2539 Honigbienen Völker. Geht man davon aus das ein einziges Volk aus 35000 bis 40000 Individien besteht, beherbergen wir in Essen über 87 Millionen Honigbienen.

Honigbiene

So könnte man auf den Gedanken kommen, dass diese enorme Anzahl an Honigbienen eine zusätzliche Gefahr für die gefährdete Wildbiene sein könnte, indem sie der Wildbiene den Nektar streitig macht. Wilhelm Deitermann vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) sieht diese Gefahr allerdings nicht, weil nach seiner Meinung genügend Trachtpflanzen vorhanden sind.

48 Prozent der Wildbienenarten sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. In NRW sind von 364 Arten bereits 45 ausgestorben.

Der Vorsitzende des Kreis Imkerverbandes , Werner Küching fordert deshalb auch dazu auf, mehr Bäume zu pflanzen :„Wilde Bienen brauchen Bäume, auch hundert Insektenhotels ersetzen keinen gefällten Baum !“

Zum Rettungsappel für die Wildbiene und dem daraus entstanden Zuwachs bei der Honigbiene sagt Werner Küching :“ Mit Honigbienen erhält man ebenso wenig die Insektenvielfalt, wie man mit Hühnern nicht die Vogelwelt rettet !“

Farben und Vögel

Farben – um Farben sehen zu können,hat der Mensch in der Netzhaut drei Zapfen. Diese stehen für die Farben rot, grün und blau. Der Vogel und auch Amphibien haben vier dieser Zapfen und haben entsprechend ein größeres Farbspektrum. Sie stehen zusätzlich für den ultravioletten Bereich und für gelb.

Diese Farben bringen den Vogel in die Lage sich im dichten Dickicht des Laubes gut zurechtzufinden, weil sie viel deutlicher und klarer sehen. So sehen sie exakt den Unterschied zu Blatt Ober- und Unterseite. Der Biologe Dan Eric Nilsson von der Universität Lund, in Schweden beschreibt das so “ Was für uns Menschen wie ein grünes Durcheinander erscheint, sind für Vögel eindeutig zu unterscheidende Blätter !“

Vögel können anhand der Farben feststellen ob Früchte oder Beeren reif sind oder nicht. Ebenfalls an den Farben erkennen sie den Partner. In der Balz imponiert das Männchen mit der Farbenpracht seines Gefieders.

Biologen der Universität von Ossietzky in Oldenburg und der Universität Lund haben in den Augen der Vögel ein Protein entdeckt, das es ihnen ermöglicht Magnetfelder zu sehen. Die Biologin Rachel Muheim der Universität Lund :“Wir gehen davon aus, dass Vögel zu jeder Tages- und Nachtzeit Magnetkompasse verwenden.“ (welt.de) – Das wirft ein neues Licht auf die Frage wie Zugvögel ihre Überwinterungsquartiere erreichen.

Die Strukturen der Federn eines Vogels erzeugen immer wieder neue Farbeffekte, je nach Lichteinfall. Dieses Phänomen ist besonders schön beim Eisvogel zu beobachten. Das steht im Zusammenhang mit Lamellen im Federkleid, die die leuchtenden Farben erzeugen. Die oberen Lamellen bilden leuchtende Farben, die von den unteren Lamellen noch verstärkt werden. Die Lamellen sind an die Wellenlänge des Lichtes angepasst, wodurch je nach Lichteinfall zwei verschiedene Farben entstehen.

Bei den meisten unserer Singvögel entsteht das Farbenkleid der Federn durch Pigmente, die über die Nahrung aufgenommen werden. Das Pigment Cartinoid ist so ein Pigment, welches durch Nahrung zugeführt wird. Das Pigment Melanin erzeugt der Vogel durch eine Verbindung mit Aminosäure. Melanin ist für die Farbe „schwarz“ zuständig. Dieses schwarz ist das intensivste Schwarz das es gibt. Dadurch grenzt es sich stark von den farbigen Federteilen ab und der Vogel wirkt noch bunter.

Ab und zu sieht man Vögel mit sehr viel Weiß im Gefieder oder überwiegend weiß gefärbt. Diese Vögel sind nicht krank und es sind auch keine Albinos. Ihnen fehlt das Pigment Melanin, oder dieses ist nicht stark genug ausgeprägt. Leuzismus ist der fachliche Begriff dafür. Der Schnabel, zum Beispiel bei der Amsel, bei der Leuzismus häufiger vorkommt ist dennoch gelb oder orange und die Augen dunkel. Bei einem Albino wäre beides rot oder rosa.

www.vogelundnatur.de / www.halimasch-und-mollymank.de / www.welt.de

Federn – Flügel – Beine

Federn sind das auffallende Merkmal bei den Vögeln. Sie sorgen dafür das der Körper warm gehalten wird, halten Nässe ab und bringen den Vogel in die Lage zu fliegen.

Schauen wir uns den Ur- Vogel an, fällt auf das an den Flügeln verkümmerte “ Beine “ zu sehen sind. Eine Erklärung dafür, dass die Beine unserer Vögel so weit hinten am Körper sind. Offensichtlich war er einmal ein „4-Beiner“.

Das Skelett eines Vogels zeigt deutlich drei Finger. ein verkümmerter Daumen, ein langer Finger und ein kürzerer Finger. Da man sich bis heute nicht einig ist ob es sich um Daumen – Zeige- Ringfinger handelt, bleibe ich einfach bei Daumen, Lang- und Kurzfinger. Hier eine Studie der Universität Wien, zum Thema – die fünf Finger der Vögel: Neue Forschungsergebnisse zur Evolution von Vögeln.

Federn
ich bin nicht der „große Zeichner“ – aber so ähnlich sah der Ur Vogel aus

Federn – die Flügel

Die Feder eines Vogels hat in der Mitte einen Schaft, von dem Äste abgehen. Diese wiederum haben Haken- und Bogenstrahlen die miteinander verflochten sind und so für Luftundurchlässigkeit sorgen.

Die Schwingfedern bilden die Tragflächen, die Schwanzfedern sind für die Steuerung und Landung zuständig. Weil der Vogel Finger hat, gibt es auch einen Arm und eine Hand. Die Handschwingen und die Armschwingen. Die Flügelform die man beobachten kann wird durch die Handschwinge bestimmt und ergibt sich aus der Länge der Federn der Handschwinge. Die Anzahl der Federn an der Handschwinge wird ausgehend vom Handknochen nach Außen gezählt. Die Federzahl der Armschwinge vom Handknochen nach innen.

Federn

Der Handflügel besteht aus dem Handknochen an dem die Handschwingen sitzen, der Handdecke und dem Daumenfittich.

Der Körper des Vogels wird von Daunenfedern vor Kälte geschützt. Oberhalb der Schwungfedern befinden sich die Deckfedern, Handdecken und Armdecken. Wenn der Vogel die Federn durch seinen Schnabel zieht, gibt er an die Federn ein Sekret aus der Bürzeldrüse ab. Diese fetthaltige Substanz schützt das Tier vor Nässe.

Während der Mauser verlieren Vögel oft ihre Schwingfedern und sind für eine gewisse Zeit nicht flugfähig. Nach drei bis vier Wochen hat sich dann das neue Federkleid entwickelt und der Vogel ist wieder „voll Einsatzfähig“.

Infos Spektrum- Lexikon der Biologie

Stille – das Schweigen der Vögel

Stille – kein einziger Laut ist zu hören. Ich stehe auf der kleinen Terrasse vor unserem Garten und höre außer dem Fahrgeräusch eines Autos – nichts. Kein Vogel singt und am Futterhaus ist auch niemand zu sehen. So geht es seit ein paar Tagen. lediglich eine Kohlmeise kommt noch ab und zu zum Futterhaus. Alle anderen – Rotkehlchen, Gimpel, Blaumeise, Grünfink und so weiter sind verschwunden.

Nur Rüdiger läßt gegen Abend noch etwas von sich hören. Aber auch nicht jeden Abend. Rüdiger ist „unsere Amsel“. Immer wenn die Amsel ihren Gesang abspult, sagt meine Frau :“ das ist Rüdiger“. Der Ruf hört sich tatsächlich so an als würde er immer wieder nach „rüüüdiger, rüüüdiger“ rufen.

Stille
Rüdiger

Meine Frau hat wieder einige neue Pflanzen eingesetzt, heimische, nicht wie in Nachbars Garten nur exotische. An unseren Pflanzen sollen sich die Insekten, die noch da sind, wohl fühlen. Wenn meine Frau mit Erdarbeiten beschäftigt ist lauert direkt hinter ihr das Rotkehlchen in der Hoffnung auf einen dicken Wurm. Auch die Amsel wartet mit einem etwas größeren Abstand auf eine lohnende Nahrung. Heute waren die Beiden nicht zu sehen.

Wie gesagt, die Stille herrscht in unserem Garten. Die Vögel haben ihre aktive Zeit beendet und die Gesangsbereitschaft geht gegen Null. Jetzt, fast Mitte Juli und bis Ende August ist auch nicht mehr mit viel Gesang zu rechen. Das kann ich in dem „Falke – Gesangskalender“ ablesen. Ein paar Arten werden noch mit „geringer Gesangsaktivität“ angezeigt.

Die Pause endet bei der Amsel etwa Anfang September. Dann beginnen auch Mönchsgrasmücke und Zilpzalp wieder mit zaghaftem Gesang. So ist es auch bei Blaumeise und Kleiber. Gimpel und Rotkehlchen gehören zu den wenigen Arten die durchgehend zu hören sind, wenn auch stark mimimalisiert.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als abzuwarten bis unsere gefiederten Freunde sich vom Streß der Kindererziehung und der Erhaltung ihrer Niststandorte erholt haben. Das man sie jetzt nicht so oft sieht, hängt sicher auch mit der vergangen Hitzeperiode zusammen. Da halten auch die Vögel sich lieber im Schatten der belaubten Bäume auf. Das Laub an den Bäumen ist jetzt so dicht, dass es eh schon schwer ist einen Vogel darin zu finden. Freuen wir uns auf die Zeit, wenn sie uns wieder mit ihrem Gesang und ihrer Anwesenheit erfreuen. In der Zwischenzeit können wir ja etwas für ihr Wohlergehen tun.

Wellensittich fällt von der Stange

Wellensittich ist ein beliebter Vogel aus der Familie der eigentlichen Papageien. Er gehört zu den Ziervögeln die auf der ganzen Welt verbreitet sind.

Wellensittich
jggrz – pixabay

Wird ein Vogel älter, leidet er unter Umständen auch an Alterserscheinungen. In unserem Fall fällt der Wellensittich meiner Tochter plötzlich von der Stange. Es ist offensichtlich das er sich nicht mehr mit beiden Füssen an der Stange halten kann.

Wenn Vögel in die Sitzposition gehen, sei es um zu ruhen oder zum Schlaf, setzt ein automatischer Mechanismus ein, der dafür sorgt, dass die Füsse sich festkrallen. Bei dem Wellensittich ist es jetzt wohl nur noch ein Fuß bei dem das funktioniert. Das Gleichgewicht gerät ins Wanken und der Griff des gesunden Fusses löst sich, der Vogel fällt von der Stange. Auch am Boden kann er sich nur wankend und stolpernd bewegen. Im Normalfall stolpern Vögel nicht. Es sei denn er ist ein übergewichtiger Pinguin. Diese zählen auch zu den Vögeln, obwohl wenn sie nicht fliegen können.

Wellensittich Krankengymnastik

Eine teilweise Lähmung beim Vogel , eine partielle Lähmung, bezeichnet man als „Parese“.

Eine dauerhafte Parese, wie sie der Tierarzt feststellte, muß dann gezielt mit Krankengymnastik behandelt werden. Der Wellensittich muß lernen mit nur noch einem Bein umzugehen. Er lernt durch Übung auch mit einem Bein wieder sicher auf der Stange zu sitzen.

Dorngrasmücke

Dorngrasmücke, mit wissenschaftlichem Namen Sylvia communis , ist ein kleiner Vogel aus der Gruppe der Grasmücken. Meistens sitzt er auf der Spitze von Hecken oder Büschen wo er seinen recht kurzen, heiseren Gesang ertönen läßt.

Dorngrasmücke

Der Bestand der Dorngrasmücke ist nicht gefährdet, obwohl es in den 60´er Jahren, 1968/69, zu starken Verlusten durch die Trockenheit und Dürre in dem afrikanischen Winterquartier, der Sahel Zone gekommen ist. In Gebieten in denen das Habitat zerstört wird, nehmen die Bestände ab. In Gebieten mit optimalen Voraussetzungen, bleibt der Bestand konstant, oder steigt sogar leicht an.

Nur selten ist der Vogel auch in Gärten zu finden. Es sei denn, der Garten ist verwildert und es gibt genügen Deckung für den Vogel. Er benötigt für den Nestbau dornige Hecken, Büsche oder Disteln. Selbst Brombeerbüsche sind beliebt. Das Nest wird dann nah am Boden gebaut. Der Rückgang dieser Nistmöglichkeiten durch die intensive Landwirtschaft ist für den kleinen Vogel natürlich erschwerend.

Weil der Kuckuck sich das Nest der Dorngrasmücke oft als Ziel aussucht, wird der Vogel in älteren Dokumenten auch als „Kuckucksammer“ bezeichnet.

In England heißt er „whitethroat“, was auf seine weiße Kehle hinweist. Auffallend auch die graue Kopfkappe, die beim Weibchen allerdings graubraun ist. Unterschiede sind auch in der Farbe der Iris zu erkennen. Das Männchen hat eine rote, das Weibchen eine braune Iris. Wenn er nicht auf der Spitze eines Busches thront, hüpft er innerhalb der Hecke umher.

Bei der Balz fliegt das Männchen einige Meter in die Höhe um dann in einem Bogenflug mit augefächertem Schwanz in Richtung des Weibchens hinab zu stürzen.

Ein Umdenken in der Nutzung der Agrarlandschaften mit Hecken- und Buschsäumen , mit Feldrainen, käme auch der Dorngrasmücke zu Gute.

Dorngrasmücke

Naturschutzhof

Naturschutzhof des NABU Krefeld – liegt am de Wittsee im Nettetal. Wir waren bereits das zweite Mal da und es ist wieder ein wunderschöner Tag den wir in einer abwechslungsreichen Natur verbringen. Wir parken das Auto auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz und dem Restaurant de Wittsee.

Naturschutzhof

Bevor wir zum Naturschutzhof gehen halten wir uns noch am See auf. Die alte Bahntrasse Kempen-Kaldenkirchen, heute Radweg. teilt den See in zwei Teile während ein Teil der Freizeit mit Baden, Segeln etc. gewidmet ist, ist der andere Teil Naturschutz pur. Uns interessiert natürlich der naturbelassene Teil mit seiner Artenvielfalt. Auf dem See schwimmen die Haubentaucher mit ihrem Nachwuchs, der jetzt schon die gleiche Größe hat wie die Eltern, aber noch die helle Färbung mit den Strichmustern aufweist. Irgendwie sehen sie aus wie Clowns.

Naturschutzhof

Am Rohrdommel Projekt befindet sich ein Beobachtungsturm. In dem Gebiet um den Turm wurde . Am Saum des Gewässers wurde Schilfrohr angepflanzt um der Rohrdommel ein neues Heim anzubieten. Schilf ist der Oberbegriff für Pflanzen die sich im sumpfigen Untergrund ansammeln. Schilf hat spitze Blätter, dass Rohr mit den Rohrkolben hat sanfter endende Blätter.

Im Rohr entdecke ich die Rohrammer, hier ist sie bedeutend näher als am Dümmer See und ich freue mich ein paar Aufnahmen des Vogels machen zu können. Auf der rechten Seite des Weges sehe ich im Wasser ein junges Teichhuhn, das eine beachtliche Größe hat.

Rohrammer

Vom Aussichtsturm, hier sind immer einige Fotografen anzutreffen, hat man einen schönen Blick über den See. Hier ist ein regelrechtes Biotop entstanden. Die Nette hat hier ihren Zulauf und eine riesige Schar von Graugänsen und Kanadagänsen ist zu sehen. Zwischendurch lauern Graureiher auf Beute.

Naturschutzhof mit Cafe

Nun gehen wir an einem Feld vorbei, sehen grasende Rinder und genießen den Weg. Erlen spenden uns Schatten und schon bald haben wir den Naturschutzhof erreicht. Eine Mustergartenanlage und ein Imker mit mehreren Völkern bestimmen den ersten Eindruck. Dann folgt eine Anlage mit Insektenhotels der verschiedensten Arten und Größen. Schafe grasen nebenan und es blüht und grünt überall. Am Gesang der Vögel kann man feststellen das es ihnen hier behagt. Ein Feuchtbiotop, ein Froschteich, Wildblumenwiesen, alles was das Herz begehrt ist zu sehen. Man könnte hier den ganzen Tag verbringen.

Naturschutzhof

Einfach sitzen und schauen, was sich alles in den Blüten, im Gras, in der Luft bewegt, wie die Eidechse, die gerade über die Steine huscht. Es gibt ständig etwas zu beobachten. Der Lebensturm ist schon weit sichtbar. Hier wurden Nistmöglichkeiten für heimische und vom Aussterben bedrohte Arten angebracht. Nicht nur für Vögel, auch kleine Säuger finden hier Unterkunft.

Eidechse

Das Landcafe Stemmeshof bietet Erfrischungen, Kaffee und Kuchen, oder eine deftige Kartoffelsuppe. Das Cafe befindet sich in der ehemaligen Scheune des Landgutes, das auch dem Naturschutzhof das Gelände verpachtet hat. Es lohnt sich hier eine Pause einzulegen.

Hahn
ein stolzer Hahn auf dem Naturschutzhof

Der Rest des Rückweges führt uns dann wieder zum De Wittsee. Wir sehen noch einige weiße Charolais Rinder grasen. Auch dunkle, schottische Rinder haben wir bei unserem vorherigen Besuch gesehen. Über uns kreist ein Milan und der Ruf der Gänse begleitet uns bis zum Parkplatz.

Rinder
Charolais Rinder

Reiher

Reiher – von ihnen gibt es 62 Arten, die sich durch lange Beine und spitze, lange Schnäbel auszeichnen.

Graureiher – Ardea cinerea – hat sich im Laufe der Jahre zum Kulturfolger entwickelt. Heute sucht er den Fisch sogar in den kleinen Teichen der Gartenbesitzer. Er hat keinerlei Scheu mehr vor den Vororten der Städte.

Reiher

Der Bestand des Graureihers ist nicht mehr gefährdet. Als Fischjäger wurde er lange Zeit bejagt. Seit 1975 gilt aber im Jagdrecht eine ganzjährige Schonzeit.

In Westfalen gab es 1964 noch ganze 13 Kolonien. 2010 waren es bereits wieder 60 Kolonien. Eine Kolonie besteht aus etwa 20 Horsten.

Den Graureiher findet außer an Feuchtgebieten, Fließgewässern und Seen auch auf den Feldern, wo er Ausschau nach Mäusen und anderen Kleinsäugern hält. Der Reiher wird auch Fischreiher genannt.. Als Zugvogel bietet er mehrere Varianten. Einmal Standvogel, ein anderes Mal Kurzstreckenzieher oder Teilzieher. Ein Reiher aus Schweden wurde in Westafrika entdeckt. über 5000 Kilometer Flugstrecke hatte der Vogel da hinter sich gebracht.

Der Graureiher hat eine Flügelspannweite bis zu 175 cm und eine Größe von fast einem Meter. Sein Gewicht geht bis zu drei Kilogramm. Die Brutkolonien befinden sich meistens auf Bäumen. In meinem Wohngebiet gibt es Kolonien in Mülheim, in der Saarner Aue und im Vogelschutzgebiet Essen Heisingen. Dort sind Brutkolonien in Gemeinsamkeit mit den Kolonien der Kormorane.

Im Flug hat der Hals eine s-förmige Haltung. Mit sanftem Flügelschlag schwebt der Reiher durch die Lüfte. Die alten Ägypter nannten ihn auch den „Sonnenvogel“, weil er sich mit dem Sonnenaufgang in den Himmel stieg. Für die Ägypter war der Graureiher, mit seinem weißen Oberkopf und der weißen Stirn, ein heiliger Vogel und auch heute gilt er in China als Glücksvogel.

Der Reiher gilt als in sich ruhend, als Tierbote der Geduld. Stoisch auf einem Fleck stehend verharrt er auf seinem Ansitzplatz und wartet auf eine Beute. Diese wird aber dann blitzartig gefangen und verzehrt. Selbst bei einer nahenden Gefahr verharrt er zunächst prüfend auf seinem Platz, bevor er sich aufschwingt und davon fliegt.

Silberreiher

Reiher – der Silberreiher

…..ist in Deutschland seltener zu finden. 2012 brüteten im Nordosten erstmals zwei Paare , die sich unter eine Graureiherkolonie gemischt hatten. Der weiße Vogel hat keine Schmuckfedern am Kopf, dafür aber lange Schulterfedern, die er bei der Balz gespreizt vorzeigt. In den Niederlanden ist der Silberreiher häufiger zu finden

Reiher – der Kuhreiher

…ist weit verbreitet. Der Kuhreiher nutzt das Weideland. In den Niederlanden und Belgien brütet er seit 1998. Er lebt von Insekten und sitzt gerne auf dem Rücken der Weidetiere. Auch dieser Reiher lebt in Kolonien. Er folgt den Weidetieren wie Schafe, Pferde und Ziegen und befreit sie von Parasiten.

Reiher
Nachtreiher

Reiher – der Nachtreiher

….hat einen kurzen Federschopf und ist mit einer Größe von maximal 65 Zentimetern deutlich kleiner als der Graureiher. Auffallend ist der untersetzte Körperbau mit dem kurzen Hals und den kurzen Beinen. Die Färbung ist überwiegend grau. Kopf, Nackenfedern, Rücken und Schultern sind schwarz. Den Nachtreiher findet man hauptsächlich in Südeuropa an Salz- und Brackgewässern, sowie an den Ufern der Seen.

Seidenreiher
Seidenreiher

Reiher – der Seidenreiher

…ist in Mitteleuropa eher seltener zu finden. Sein Schwerpunkt liegt in Ungarn. Der Vogel ist weiß und hat zwei lange, schmale Federn am Hinterkopf. Die Größe von 65 Zentimetern entspricht der des Nachtreihers. er bevorzugt flache Seeufer, Bäche und Teiche, sowie Sumpfe und Moore. Man findet ihn aber auch auf Viehweiden oder trockenen Feldern.

Kuckuck

Kuckuck – mit wissenschaftlichem Namen Cuculus Canorus. Von Mai bis Juli wird der Kuckuck aktiv. Sein Ruf, der ihm seinen Namen gab, schallt weit über die Ebene. Es ist sehr schwer diesen etwa taubengroßen Vogel zu sehen. Im Flug erinnert er an einen Sperber, die Figur und die intensive Bänderung des Bauches zeigt eine große Ähnlichkeit mit dem Sperber auf. Alleine der Schnabel ist aber lang, spitz und gebogen, im Gegensatz zum Sperber.
Ich habe ihn seit zwei Tagen ständig rufen hören. Auf unseren Wanderungen am Dümmer begleitet uns sein „kuckuck“, „Kkuckuck“ ständig. Aber obwohl wir zu Zweit sind, können wir ihn nicht entdecken. Bis der Wald abrupt aufhört und der Schilfgürtel des Dümmer See das Landschaftsbild prägt. Das Ochsenmoor grenzt unmittelbar an.

Wieder erschallt der Ruf des Vogels und ganz oben im Baum, auf der äußersten Spitze des Astes kann ich ihn nun sehen und ein paar Bilder machen. Klar ist die Entfernung selbst für das 400er Tele viel zu weit, aber ein Belegfoto möchte ich doch haben, wo es doch so selten ist, dass man ihn sieht.

Kuckuck

Dem Rufer wird das Überleben in Deutschland erschwert durch die Veränderung seines Lebensraumes. Das Sterben der Insekten, das Hauptnahrungsmittel, und die veränderte Klimasituation macht dem Vogel zu schaffen. Ansonsten ist er überall zu finden. Selbst in Asien und Japan gibt es Vorkommen dieses Vogels. Besondere Bekanntheit hat er durch seine „Faulheit“ keine Eier selbst auszubrüten, erlangt. Brutparasitismus – ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Vogel dem anderen Vogel ein „faules Ei“ unterlegt.

Zu den Wirtsvogelarten zählen etwa 45 Singvogelarten. Das erwachsene Kuckucksweibchen orientiert sich auch später an die Wirtsvogelart, die ihn selbst großgezogen hat.

Der Teichrohrsänger gehört zu den beliebtesten Wirtsleuten für den Kuckuck. Die eigenen Eier sind in Form und Farbe bereits den Eiern des Rohrsängers angepasst. Das ist auch eine besondere Gabe des Kuckuck, dass er die Eier quasi in die Farbe und Form des „Wirtvogels“ angleichen kann. Das Kuckuckspaar beobachtet eine ganze Zeit das Verhalten des Teichrohrsängers um abzuwarten, wann dieser seine Eier im Nest abgelegt hat. Ein Kuckucksweibchen kann mehr als zwanzig Eier erzeugen, die von Mai bis Juli untergebracht werden müssen. In der Regel sind es allerdings zehn Eier, die im Abstand von zwei Tagen in die Nester abgelegt werden.

Nun heisst es Warten bis das Nest verlassen ist. Unter Umständen lenkt das Kuckucksmännchen die „Gastvögel noch ab, damit Frau Kuckuck ein Ei vom Gelege fressen kann und dafür ihr eigenes Ei hineinlegt. Nichts ahnend wird dann später das „Kuckucksei“ mit ausgebrütet.

Entdeckt der Wirtsvogel das „Kuckucksei“, versuchet er das Ausbrüten zu vermeiden. Das kann durch die Zerstörung des Eis erfolgen, oder dadurch das der Vogel ein neues Nest über das alte Nest mit dem Kuckucksei baut.

Eine weitere Methode ist die „Umfärbung“ der Eier. So kann der Vogel das fremde Ei erkennen. Aber auch der Kuckuck kennt diese Methode und stellt sich darauf ein. Wird das fremde Ei nicht erkannt, wird es ausgebrütet und der junge Vogel versorgt.

Der geschlüpfte kleine Kuckuck ist in der Lage so lautstark zu betteln, das man meint es wäre eine komplette Brut im Nest. So fällt es kaum auf, dass er nach und nach die anderen, viel kleineren Jungen aus dem Nest wirft. So wird der Kuckuck durchgefüttert, bis er schließlich das Nest verläßt und davon fliegt.

Der Klimawandel macht dem Kuckuck allerdings seine „Arbeit“ immer schwerer. Während seine Wirtsvögel sich auf den Wandel eingestellt haben und bereits früher anfangen zu brüten, kommt der Kuckuck, der sich noch nicht umgestellt hat, zu spät aus dem Winterquartier zurück. Weil die Brut im „faulen Nest“ bereits früher schlüpft als der Kleine im Kuckucksei, schlägt das Schicksal nach seinem Schlupf erbarmungslos zu und er wird selbst aus dem Nest geworfen.

Der Kuckuck lebt hauptsächlich von Insekten, wie auch sein Wirtsvogel, Libellen, Käfern und Ohrwürmern.

Der Kuckuck legt sein faules Ei, dem Teichrohrsänger ins Nest hinein.

Der Kleine wird schon bald ein „Riese“, der Teichrohrsänger kriegt die Krise.

Doch irgendwann ist es vorbei, der Kuckuck fliegt in die Türkei.

Rohrammer

Rohrammer – mit wissenschaftlichem Namen Emberiza schoeniclus. Durch Blätter gut geschützt befindet sich das Nest der Rohrammer oberhalb vom Wasser im Schilf, oder hohem Gras auf feuchter Brachfläche. Das Weibchen ist alleine für den Nestbau zuständig und wird dabei vom Männchen bewacht.

Rohrammer

Ein Trick zur Abwehr von Feinden besteht darin, dass eines der beiden Elternteile offensichtlich flügellahm über den Boden schleicht. So zieht er die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich, um ihn vom Nest abzulenken. Dieses Verfahren nutzen auch andere Vögel und wird „Verleiten“ genannt.

Im Herbst fliegt der kleine Vogel in den Mittelmeerraum zum Überwintern. Das Männchen sitzt meistens auf der Spitze eines Schilfhalmes und man meint ihm gefällt das leichte Schaukeln im Wind. Nur sein Gesang hört sich nicht unbedingt nach Freude an. Aber er kann wohl nicht anders, als ziemlich rau und aufdringlich zu singen.

Die Rohrammer ist überwiegen braun-beige gefärbt mit dunklen Streifen. Der Schwanz hat dünne weiße Außenkanten.

Rohrammer

Im Prachtkleid wirkt das Männchen als träge es eine weiße Stola um den Nacken. Dieser fällt durch den schwarzen Kopf besonders auf. Auch ein imposanter weißer Bartstreif ist zu sehen. Das Weibchen ist allgemein schlichter, nicht so farbintensiv, hat aber auch den kleinen Backenbart, aber keinen tiefschwarzen Kopf. Ich konnte den Vogel sehr schön am Schilfufer des Dümmer See beobachten.

hier noch ein paar Verse für unsere Rohrammer:

Da sitzt er auf der Spitz` vom Schilf, braucht aber Keinen der ihm hilft.

Sanft schaukelt er dort hin- und her, es der Mann von der Rohrammer.

Von Musik versteht er nicht sehr viel, das klingt des öfteren sehr schief.

Drei Steigungen fügt er in sein Singen ein, ab er ein Komponist das wird er niemals sein.

Und wenn ein Menschlein lauthals schimpft, mein man gleich das die Ammer singt.

ulrich kloes