Lebensphasen der Vögel

Lebensphasen der Vögel müssen funktionieren und genau eingehalten werden. Wenn der Zyklus gestört wird, geraten die Tiere in Gefahr.

Die erste Lebensphase beginnt mit der rechtzeitigen Ankunft der Alttiere im Brutrevier. Kann der Termin nicht eingehalten werden sind Brutplätze bereits von Konkurrenten belegt. Die Partnerwahl gerät in Gefahr. Die zweite Phase, die Aufzuchtzeit des Nachwuchs verspätet sich. Das Nahrungsangebot für die jungen Vögel ist mittlerweile nur noch knapp vorhanden. Die Jungvögel sind für den Wegzug, der dritten Lebensphase, nicht gut genug vorbereitet.

Es folgt die vierte Lebensphase, das Überwinterungsgebiet. Der anstrengende Flug in die Winterquartiere wird gemacht, um genug Nahrung zu finden. Zeitlich ist das genau abgestimmt. Wird das Nahrungsangebot knapp, oder die klimatischen Verhältnisse ändern sich, reagieren die Vögel.

Wodurch gerät der Lebenszyklus durcheinander ? Der Klimawandel hat einen großen Anteil daran. Anhaltende Trockenheit oder Dürreperioden verändern das Nahrungsangebot. Eine besondere Gefahr schafft aber, wie so oft, der Mensch.

Die intensive, industrielle Landwirtschaft nutzt Insektizide, besonders Neonikotinoide, um Insekten auf den Feldern zu vernichten. Auf ihren Zügen müssen die Vögel pausieren und Nahrung aufnehmen. Dabei nehmen sie auch über die Samenkörner, die Gifte vom Feld auf.

Eines dieser Gifte ist Imidacloprid, eine weltweit häufig genutzte Chemikalie gegen Käfer, Läuse und Würmer. An der Universität Saskatchewan untersuchte die Toxologin Margaret Eng die Wirkung des Neonikotinoid auf Vögel. Tiere die mit dem Gift in Verbindung kamen verloren binnen 6 Stunden 6 Prozent an Gewicht, durch Appetitlosigkeit. Um den Verlust aufzuholen benötigen sie 3,5 Tage. (Der Falke, November 2109)

Da die Vögel auf ihren teils langen Strecken nicht nur einmal rasten, kann man sich leicht ausrechnen wieviel Tage sie in Rückstand geraten. der Lebensphasen – Rhytmus gerät durcheinander.

Nun kann man sagen, dass die wichtigsten drei Neonikotinoide in der EU verboten wurden, aber sie wurden durch andere ersetzt. und die Langstreckenzieher kommen auch über Länder wo die Verbote keine Gültigkeit haben.

Die starken Rückgänge in den Bestandszahlen der Feldvögel sprechen Bände.

Rieselfelder Münster

Rieselfelder Münster – ein Begriff für den Vogelbeobachter und Tierfotografen. Im Norden der Stadt Münster gelegenes ehemaliges Verrieselungsfeld für die Abwässer der Stadt Münster.

Rieselfelder

Bis 1975 wurden auf zunächst 1 Hektar Parzellen geschaffen, in die die Abwässer über ein Kanalsystem abgeleitet wurden, oder im Sandboden versickerten. Den so gedüngten Boden nutzte man für die Landwirtschaft.

Von 1901 bis in die 60er Jahre erreichte die Fläche eine Größe von 640 Hektar. Seit den 1950er Jahren mußte das Gebiet bewässert werden. Das hatte zur Folge das sich viele Schreit- und Watvögel, sowie Graugänse und Enten einfanden. Seit 1975 werden die Abwässer der Stadt Münster in einer Kläranlage gereinigt. Die heutigen Rieselfelder sind auf einer Fläche von 200 Hektar ein einmaliges Naturerlebnis. Mehrere Beobachtungshütten und ein 12 Meter hoher Beobachtungsturm befinden sich auf dem Gebiet.

Rieselfelder Münster

Wir waren jetzt das vierte Mal in den Rieselfeldern und bei unserem jetzigen Besuch wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 – 12 Grad belohnt. Wenn man mit Rucksack und Kamera unterwegs ist, sind das tatsächlich ideale Voraussetzungen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir viel Regen, beim zweiten über dreißig Grad. Man muß wissen, dass es in den Rieselfeldern nicht übermäßig viele schattige Plätze gibt.

Rieselfelder Münster – Artenvielfalt

Die Luft ist erfüllt von den Rufen heranziehender und umherfliegender Gänse. Besonders viele Blässgänse sind zu sehen, die sich auch am Boden mit den anderen Gänsearten, wie Graugans und Kanadagans, gut verstehen. Selbst der Graureiher schreitet gelassen durch die Reihen der ruhenden Gänse.

Auf einem angrenzenden Feld sehen wir Weißstörche, die sich durch die Fußgänger nicht stören lassen.

Rieselfelder Münster

Es geht am restaurierten Rieselwärterhäuschen vorbei, entlang der Obstwiese mit den Obstbäumen, nähern wir uns der ersten Beobachtungshütte am Stauteich. Bevor wir dort ankommen sehen wir auf der Weide, etwas zurück gelegen, mehrere Heckrinder. Die gegen den oft feuchten Boden unempfindliche Rasse hilft die Flächen durch Beweidung offen zu halten. Die hier geborenen Jungbullen dürfen zwei Jahre bei der Herde bleiben, danach werden sie entnommen, damit es nicht zu Streitereien mit den Altbullen kommt. Der Weg führt dann in eine neue Herde, oder in den Schlachthof. Da haben die Kühe bessere Aussichten. Die älteste war 2018 vierzehn Jahre alt.

Heckrinder

Am kleinen Stauteich sehen meine Frau und ich viele unterschiedliche Wasservögel. Löffelenten, Stockenten und natürlich Grau- und Blässgänse, Zwergtaucher, Kormorane, Blässhühner und Haubentaucher.

Interessant gestaltet ist der Schilflehrpfad. Hier hoffe ich auf die ein oder andere Bartmeise, die in den letzten Tagen schon mehrfach in den Rieselfeldern abgelichtet wurden. Aber in dieser Hinsicht ist das heute nicht mein Tag. Leider kann ich keine beobachten.

Schilflehrpfad

Auch von der Brücke, die das einfließende Gewässer überbrückt, hat man einen schönen Blick auf diverse Wasser und Watvögel. Schließlich überqueren wir die Coermühle Straße und erreichen die Storchen-Hütte an einem weiteren Gewässer. Beim überqueren der Straße hatte ich bereits einen Silberreiher fliegen sehen und ich hoffe das er hier gelandet ist. Tatsächlich sehe ich ihn am Schilfgürtel des Flachwassers. Außerdem sind einige Zwergtaucher im Schlichtkleid zu beobachten. Löffel- Stock und Pfeifenten vervollständigen das Bild das sich uns bietet.

Silberreieher

Der Weg führt nun über eine asphaltierte Straße weiter. Immer wieder bieten sich dem Wanderer Blicke auf die kleineren und größeren Rieselparzellen, bis wir schließlich die biologische Station erreichen. Wir legen eine kleine Pause ein, bevor wir weiter in Richtung Aussichtsturm laufen. Hier, auf dem großen Stauteich, herrscht eine große Vielfalt von Tieren. Eine Lachmöwenkolonie ist zu sehen und natürlich die üblichen Wasser- und Watvögel.

Rieselfelder

Bevor wir das Kanonenwäldchen passieren, freuen wir uns über den Anblick weiterer Weißstörche. Auf der Weide die jetzt folgt, grasen wieder Heckrinder mit ihren gewaltigen Hörnern.

Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz am Informationszentrum Rieselfelder. Hier kann man sich zum Abschluß noch eine interessante Außenausstellung ansehen und anschließend im Heidekrug neue Kräfte sammeln.

Lachmöwen

Es war wieder einmal ein herrlicher Tag in den Rieselfeldern Münster. Die etwas über einstündige Fahrt von Essen läßt es zu, den ganzen Tag hier zu genießen.

Krickente

Landwirte Demo

Landwirte demonstrierten in den letzten Tagen gegen die Politik der Bundesregierung und der EU in Sachen Landwirtschaft.

Anlaß ist, außer mehr bürokratischem Aufwand, ein neuer Erlaß zur Gülleverordnung. Ebenfalls das anstehende Verbot von Glyphosat und eingeschränkte Nutzung von Pestiziden. Hinzu kommen neue Bestimmungen zum Schutz der Tiere in der Massentierhaltung.

das gefällt dem Landwirt nicht

Alles Dinge, die dem traditionellen, alteingesessenen Landwirten nicht gefallen. Man würde lieber so weitermachen wie bisher. “Wir sorgen für Euer Essen” – steht da auf Plakaten. Egal ob dieses nun “ein wenig Glyphosat” enthält, oder das Trinkwasser mit Nitrat “ein wenig zu stark” belastet ist. Wichtig ist das die Mittel aus dem EU Haushalt weiter kräftig fliessen und zwar in die konventionelle Landwirtschaft, und nicht in die Betriebe die sich um Umwelt, Klima und gesunde Ernährung kümmern.

Kaum einer spricht vom Verdienst aus dem “Gülletourismus”, vom Mitverschulden an vergifteten Grundwasser und vom Boden, der wegen falscher Behandlung unfruchtbar wird. Kaum einer vom Anteil am Sterben der Insekten und Feldvögel.

beispielhafte Landwirte

Es gibt beispielhafte Betriebe, die sich mit den Gegebenheiten befaßt haben. Diese arbeiten mit Pflügen, die den Boden umwälzen, ohne den fruchtbaren Humusboden zu zerstören, deren Pflüge mit Düsen ausgestattet sind, die den Boden punktuell düngen, ohne ihn zu überdüngen. Das ist der Landwirt der in den Wintermonaten auf dem Acker Wintergerste wachsen läßt um den Boden winterfest zu machen.

Von diesen Äckern geht kein “Sandsturm” aus, der den Straßenverkehr auf der Autobahn gefährdet, wodurch bereits schwere Unfälle passiert sind. Der trocken gelegte Acker ohne Bewuchs, tief umgepflügt und zusätzlich durch die Trockenheit der letzten Jahre geschädigt, kann den Humusboden nicht halten. Die Herbststürme wehen den fruchtbaren Boden hinweg und lassen die gefährlichen “Sandstürme” entstehen, die wie aus dem Nichts plötzlich über die Autobahn hinwegfegen.

Diese Landwirte beklagen sich dann über den Klimawandel, die Trockenheit, die ihre Ernte vernichtet und fordern massive finanzielle Unterstützung für entstandenen Schaden.

Massentierhaltung

Ähnliches ist über die Massentierhaltung zu sagen. Es sind nur winzige Schritte die da zum “Wohl” der Tiere vorgesehen sind. Viel ändert das an ihren präkeren Lebensumständen nicht, wenn ein Schwein nur einige Zentimeter mehr Bewegungsspielraum bekommt. Wenn das Kupieren der Schwänze und die Kastration der Ferkel jedem Tierschutz widersprechen und deshalb Gegenmaßnahmen angekündigt sind.

Diese Gegenmaßnahmen sind nicht einmal ab sofort vorgesehen. Weil man ja einsieht, dass diese mit Kosten für den Landwirt verbunden sind. In anderen EU Ländern ist die Betäubung längst üblich. Inn Deutschland behaupten die Landwirte diese Methoden seien noch nicht genügend erforscht.

Schweinerei

56,6 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet. 13,5 Millionen erreichen nicht einmal das Schlachthaus, weil sie während ihrer Haltung erkrankten oder durch die Umstände zu Tode gekommen sind. Diese Schweine werden lapidar als “Falltiere” bezeichnet, als Abfallprodukt.

2018 zählte man in Deutschland 266.700 landwirtschaftliche Betriebe. Landwirte mit ökologischen Betrieben 31.713 (Umweltbundesamt)

Während die Zahl der konventionellen Landwirte seit 2010 um 33.864 sank, stieg die Zahl der ökologischen Betriebe um 11.771. Im Jahr 2018 wurden 9,1 Prozent der Nutzflächen ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen. Ob das Ziel erreicht wird, ist allerdings fraglich.

wie schaffen wir die Agrarwende ? Arte Doku

Kleine Felder und verschiedene Nutzpflanzen fördern Biodiversität
In Agrarlandschaften fördern kleine Felder und viele Arten von Nutzpflanzen Biodiversität. Die Uni Göttingen hat dazu geforscht.

Florian Schwinns Kampf für die Rettung der fruchtbaren Böden

Foodwatch-Studie: Landwirtschaft verursacht 77 Milliarden Euro Klimakosten – SPIEGEL ONLINE

Basstölpel

Basstölpel sind die größten in Deutschland vorkommenden Seevögel. Der einzige Brutplatz der Vögel befindet sich seit den 90 er Jahren auf der Insel Helgoland.

Der Basstölpel ist weiß gefiedert. An den Handschwingen und der Steuerfederseite ist die Färbung schwarz und an Kopf und Nacken ist eine leichte gelbe Tönung erkennbar.

Basstölpel
Basstölpel

Imposant ist der rasante Sturz mit 100 km/h ins Meer. Das der Vogel sich dabei nicht den Nacken beim Aufprall aufs Wasser bricht, liegt an der Ergonomie. Schnabel und Kopf werden zu einer Art Pfeil und bilden quasi eine stromfömige Linie, mit der die Wasseroberfläche durchstoßen wird. Vor dem Eintauchen streckt der Basstölpel seine Nackenmuskulatur und so wird der ansonsten gekrümmte Hals gestreckt. Dieses Phänomen stellten Forscher des Institute of Technology Virginia fest (scinexx.de).

Durch den rasanten Sturzflug erreicht der Basstölpel eine Wassertiefe von 4 bis 22 Metern. Die Vögel leben in großen Kolonien. Allerdings sind sie nicht unbedingt gute Nachbarn. Häufig streiten sie mit den Artgenossen. Die meiste Zeit verbringen die Tölpel auf und über dem Wasser. Ein englisches Heldenepos berichtet über Hrothgar, den Lehnsherrn des Helden aus dem Epos, der sagte das das Meer die Badewanne der Basstölpel ist. Tatsächlich schwimmen sie auf dem Wasser als wäre es ein Spiel. Die Federn der Vögel sind extrem gut gefettet. Das Fett wurde früher sogar zum Einfetten von Wagenrädern genutzt und wurde zur Behandlung von Gicht angewandt (nationalgeographic.de).

Basstölpel
Jungvogel

Wenn der Basstölpel auffliegen will, benötigt er viel Wind. Das ist auch ein Grund warum er sein Nest an den Steilfelsen der Insel Helgoland erbaut, um dort das einzige Ei des Jahres auszubrüten. Um zu starten braucht er sich mit ausgebreiteten Flügeln nur fallen zu lassen und der Auftrieb des Windes erleichtert den Abflug.

Junge Basstölpel sind dunkel gefleckt. Es dauert fünf Jahre bis das Gefieder dem eines adulten (erwachsenen) Vogels entspricht.

Ich danke meiner Tochter Daniela Liebing für die Bilder von der Insel Helgoland. Leider konnte ich bei meinem letzten Aufenthalt an der Nordseeküste in Büsum wegen zu starken Windes keine Überfahrt zur Insel unternehmen.

Büsum

Büsum ist nach den Touristenzahlen der drittgrößte Fremdenverkehrsort an der schleswig – holsteinischen Nordseeküste. Westerland und St. Peter Ording sind auf den ersten beiden Plätzen.

Büsum
Blick über den Hafen nach Büsum

Leider wird das auch in der überfüllten Fussgängerzone sichtbar. Das mag gut sein für die Geschäfte der Einheimischen, ist aber nicht mein Ding. Es gibt unzählige Geschäfte, Restaurants und Lokale. Am Hafen ist fast immer irgendein Event und das Anfang Oktober, eigentlich ja schon Nebensaison. Da ist es um diese Zeit etwas ausserhalb, an der Familienlagune bedeutend ruhiger. In den warmen Sommermonaten wird allerdings auch dort wohl reichlich Trubel sein. Abseits der Fußgängerzonen ist es da schon etwas beschaulicher und jenseits der Ortsgrenze wird es auch ruhiger und man kann die Natur genießen.

Büsum Hafen
am Museumshafen

Wenn sich das jetzt nicht so euphorisch lesen läßt, möchte ich noch einmal erklären das sich ein Urlaub in Büsum auf jeden Fall lohnt. Ich würde auch noch einmal hinfahren, aber eventuell nicht in einer Zeit in der in den Bundesländern Ferien sind. Jetzt hatten gerade die Herbstferien begonnen.

Auf unserer ersten Wanderung gingen wir am Deich entlang, vorbei an der Familienlagune, wo sich dieses unsägliche Hochhaus befindet, das nach meiner Meinung so gar nicht in die Landschaft passt. In der Wiese auf dem Deich wuseln einige Stieglitze hin- und her. Sie sind so schnell und unruhig, sodass kaum ein vernünftiges Bild zustande kommt.

Stieglitz

Bevor wir den kleinen Ort Westerdeichstrich erreichen führt der Weg vom Deich hinunter auf einen Fuß- und Radweg. Hier pfeift der Wind nicht ganz so stark und wir beobachten auf dem Feld die Schar ruhender Weißwangengänse, die wegen ihres weißen Gesichts mit der dunklen Begrenzung auch Nonnengänse genannt werden. Einige Graugänse und Kiebitze befinden sich in ihrer Gesellschaft.

Weisswangengänse

Auf dem Weg zum Deichmuseum entdecken wir einen einzelnen Steinschmätzer, der auf dem trockenen Grund eines betonierten Bachlaufes nach Nahrung sucht. Am grasigen Hang wird er fündig und er läßt sich durch uns auch nicht aus der Ruhe bringen.

Steinschmätzer

Büsum – Starenschwärme am Deichmuseum

Am Deichmuseum findet man Informationstafeln, die über die Entstehung eines Deiches und über die verschiedenen Deichprofile Auskunft geben. Auf drei Deichnachbauten kann man im Normalfall umherlaufen und auf einer der Picknickbänke einen Pausenimbiss genießen. Heute ist das nicht möglich. Die Deiche werden von tausenden Staren in Anspruch genommen. Immer wieder fliegen sie im Schwarm von den Deichen auf und wie eine riesige dunkle Wolke umschwärmen sie das Gebiet, um wenig später umzukehren und im Gras nach Futter suchend zu pausieren. Es sieht so aus als würden sie für den gemeinsamen Flug in den Süden üben. Ich stehe nur wenige Meter vom Schwarm entfernt und fast könnte man in die “Wolke” hineingreifen. Ein fantastisches Spektakel, dem wir uns längere Zeit hingeben.

Büsum
Büsum
Stare

Eidersperrwerk

Der nächste Ausflug führt uns zum Eidersperrwerk. Am Sperrwerk und dem angrenzenden Naturschutzgebiet Katinger Watt soll man gut Limikolen fotografieren können. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar am Sperrwerk. Ein monumentales Bauwerk. Baumaßnahmen versperren uns aber die Durchfahrt hinüber auf die Nordseite zum Katinger Watt.

Wir waren an einem anderen Tag dann über einen Umweg noch einmal am Katinger Watt, aber das Wetter war zu schlecht für die Limikolen und so blieb uns nur eine Aufnahme von einer Erdkröte, die wir gerade noch rechtzeitig sahen um zu bremsen.

Erdkröte

Das Eidersperrwerk ist ein Teil einer über 300 Kilometer durchgehenden Festlanddeichlinie. Fünf jeweils 40 Meter breite Sielöffnungen wurden von 1967 bis 1973 erbaut. Sie gewähren den Sturmflutenschutz und regulieren die Vorflut der Eider für die Schifffahrt. Das Werk ist eines der größten Küstenschutzprojekte Europas. Zur Zeit werden die Deiche den neuen Gegebenheiten und der Zukunft durch Deichverstärkungen angepasst. Offenbar denkt man hier bereits an den Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel mit zu erwartenden höheren Sturmfluten.

Büsum
Eidersperrwerk

Am Südufer der Eider können wir dann aber doch noch Brandgänse, Enten und einige Rotschenkel beobachten. Die Aufnahmen werden durch starkes Gegenlicht und dem glitzernden Wasserspiegel erschwert, aber man kann doch die roten Beine des Rotschenkels erkennen.

Eidersperrwerk
Brandgans
Büsum
Rotschenkel

Die Fahrt führt uns etwas weiter ins Landesinnere. Entlang der Eider erreichen wir das kleine Amsterdam von Schleswig – Holstein. Wir sind in

Friedrichstadt – Grachtenfahrten….

inmitten von Schleswig Holstein sind hier möglich . Eider und Treene umschließen die Stadt und Grachten durchziehen den Ort mit seinen wunderschönen alten, malerischen Bauten. Am Markt könnte man fast glauben man befinde sich in Wismar. Neun weiße Kaufmannshäuser begrenzen den Markt, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet.

Friedrichstadt
Friedrichstadt mit den Kaufmannshäusern

ein Pelikan im Kronenloch

Kommen wir nun zu einem Höhepunkt unserer Fahrt nach Büsum. Unser Ziel ist das Kronenloch. Auch ein Gebiet von dem ich gelesen habe als ich nach norddeutschen Vogelbeobachtungsgebieten suchte. Wir parken unmittelbar am “Wattwurm” , so nennt man hier das Haus des NABU. Gegenüber befindet sich eine Beobachtungshütte mit Blick auf das Flachgewässer. Außer einigen Reihereneten und Stockenten gibt es momentan aber nichts zu beobachten.

Wir gehen also weiter, der Straße entlang, in Richtung Deich. Fast gleichzeitig bemerken wir einen großen weißen Vogel der sich im Flug auf uns zubewegt. Ein Storch oder Schwan kann es nicht sein, auch Reiher scheidet aus und als er immer näher kommt, erkennen wir den Pelikan. Fast zum Greifen nah fliegt er an uns vorbei um dann hinter dem “Wattwurm” zu verschwinden. Wir sind beide “Baff” – ein Pelikan in Deutschland, davon habe ich bisher noch nicht gehört. Später stellt sich heraus, dass es sich um einen Rosapelikan handelt. Bereits 2013 hat sich schon einmal ein Pelikan nach SH verirrt und 2014 wurde ein völlig erschöpfter Pelikan gefunden.

Am Deich treffen wir auf eine Dame die mit ihrem Sohn extra aus Glücksburg zum Kronenloch gekommen ist um den Pelikan beobachten zu können. Es hat wohl bereits in der Zeitung gestanden, dass sich hier ein Rosapelikan aufhält. Wir hatten allerdings davon nichts gelesen.

Rosapelikan
Büsum

Büsum – Meldorf und der Speicherkoog

Bei unserem Aufenthalt am Kronenloch erfuhren wir von Meldorf . Ehemals an der Küste gelegen, liegt Meldorf nun durch Landgewinnung zehn Kilometer im Landesinneren. In einem Bericht über Meldorf konnte ich nachlesen das einige Bürger dem Gemeinderat vorwerfen zuwenig für den Tourismus zu tun, weshalb Meldorf hinter Orten wie Büsum hinterherhinke. Ich bin jedenfalls einer Meinung mit meinen Mitreisenden das das sehr gut ist. So haben wir die Möglichkeit einen wunderschönen Ort in aller Ruhe begehen zu können. Alte, schön restaurierte Gebäude, Hinterhöfe, schmucke Läden und ein schöner Marktplatz mit einer großen, einmaligen evangelischen Kirche, der Kirche “St.Johannes.”

St. Johannes
St.Johannes – evangelische Kirche

Wer diese Kirche besucht, kann kaum glauben das es sich um eine normale evangelische Kirche und nicht um einen Dom, einen Bischofssitz handelt. Bei Eintritt wird man in der Sakristei von der heiligen Gertrud, die auch Schutzpatronin der Reisenden ist, begrüßt.

Meldorf
St. Johannes – der “Dom der Dithmarscher”

Nach einem Brand im Jahr 1866 erhielt der “Dom der Dithmarschen”, wie ihn die Einheimischen nennen, seine heutige Form. Erbaut wurde er zwischen 1250 und 1300 als dreischiffige Basilika mit einem dreijochigen Querhaus und angeschlossenem Chor.

Einen Besuch in Meldorf sollte man auf jeden Fall einplanen, wenn man sich im Dithmarschen aufhält.

Büsum-SpeicherkooG und der Hausburger

Ein weiteres Vogelbeobachtungsgebiet ist der Speicherkoog. Der nördliche Teil des Speicherkoog ist das Wöhrdener Loch. Das Kronenloch haben wir ja bereits an einem anderen Tag besucht. Man kann langsam mit dem Auto am Deich entlang fahren und den PKW als “Beobachtungshütte” oder Tarnung nutzen. Außer uns befindet sich nur ein anderes Fahrzeug auf der Straße, dessen Fahrer aber wohl gleich gelagerte Interessen hat. So kommen wir uns nicht in den Weg. Über uns fliegt ein Schwarm Eiderenten. Im Flug sehen sie etwas utopisch aus. Als hätten die Vögel Sporthelme auf.

Büsum

Auf dem seichten Gewässer schwimmen Pfeifenten, Löffelenten und Brandgänse. Einige Teichhühner sind zu sehen und natürlich Stockenten. Ein weiterer Trupp Weißwangengänse überfliegt uns. Es ist ein Genuss den versschiedenen Arten zusehen zu können. Das Wetter spielt heute aber nicht ganz mit. Dunkle Wolken türmen sich auf und der heute auch heftige Wind macht das Fotografieren nicht einfacher. Wir parken am “Strand Pavillon”in Warwerorth. Bekannt ist hier der Hausburger, hausgemachte Frikadelle mit Zwiebeln im Burger – wirklich empfehlenswert.

Büsum
Weisswangengänse
Büsum
Brandgänse
Büsum
Pfeifenten

Den Abend vor unserer Abreise aus Büsum verbringen wir in “Höner`s KöPi” einer zünftigen Kneipe-Cocktailbar in Büsum mit einem ganz tollen Service Personal, dafür gibt es fünf Sterne von uns.

Es war eine kurzweilige Woche in Büsum und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Rosapelikan in SH

Rosapelikan in Schlewig Holstein – das hätte ich nicht geglaubt wenn ich es am 08. Oktober 2019 nicht selbst erlebt hätte.

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach Limikolen. Da sah ich etwas großes, weißes, auf mich zugeflogen kommen. Schnell war klar das es sich nicht um einen Reiher oder Schwan handelte und als er immer näher kam, erkannte ich auch den Pelikan. Es war als wollte er sagen: “hier bin ich, mach mal ein schönes Foto von mir.” Uns trennten keine 30 Meter voneinander und ich war überwältigt von dem gemächlich dahinfliegenden Rosapelikan. Das es sich um einen “Rosapelikan” handelte erfuhr ich erst etwas später aus dem Internet. Einige Zeitungen hatten wohl vorher bereits über die Sichtung des Pelikan in SH berichtet.

Rosapelikan

Wir begegneten später an der Küste noch eine Dame die mit ihrem Sohn wegen des Pelikans aus Glücksburg angereist war. Diese Beiden haben ihn beobachten können wie er im Wasser landete.

Rosapelikane benötigen flaches Wasser auf der Suche nach Fischschwärmen. Auch weil sie zum Starten einen Anlauf nehmen müssen. Während eine Möwe bis zu 180 Flügelschläge in der Minute benötigt, reichen dem Pelikan gerade einmal 70 Flügelschläge, bei einer Spannweite von 260 bis 360 cm und einer Körperlänge von 150 bis 170 cm. Damit gehört er zu den größten flugfähigen Vögeln. Der Pelikan nutzt die Thermik um sich während des Fluges auszuruhen.

Rosapelikan

Nach Medienberichten wurde auch 2013 ein Rosapelikan in Schleswig Holstein gesichtet und 2014 wurde ein erschöpfter Vogel gefunden. Von “meinem Pelikan” gibt es Hinweise seit Juni 2109.

Die Vögel sind eigentlich nur auf der Durchreise in Frankreich, Kroatien, Finnland und Dänemark zu sehen. Es wäre also möglich das sich “unser Rosapelikan” aus Dänemark an das Wattenmeer und die Feuchtgebiete um Meldorf mit dem Kronenloch und dem Dithmarschen Speicherkoog verirrt hat. Die Lebensbedingungen kommen ihm hier zu Gute.

Für mich “Ruhrpottler” war es natürlich das Highlight unseres Urlaubs in Büsum, über den ich dann später noch berichten werde.

aus dem Artikel “Der Falke” – Rosapelikan

“Der Falke” berichtet in der November Ausgabe 2019 , Sparte “Vogelwelt”, über den Rosapelikan aus Schleswig Holstein.

Am 21. Juni wurde im Meldorfer Speicherkoog (das Kronenloch ist ein Teil davon) ein vorjähriger Rosapelikan entdeckt und später 50 Kilometer weiter nördlich im Beltringhader Koog wiedergefunden. Am nächsten Tag startete er in Richtung Dänemark und wurde am 26. Juni an der Südspitze Norwegens gesichtet.

Am 01. Juli war er dann wieder am Meldorfer Speicherkoog, wo er einige Wochen blieb.

Mitte August bis Ende August wurde er zusammen mit Weißstörchen im Landkreis Cuxhaven und Mitte September bei Bremen fotografiert. Ich entdeckte ihn wieder im Meldorfer Speicherkoog am 08. Oktober.

Offenbar hat er am Speicherkoog einen besonderen Gefallen gefunden. Das dokumentiert er auch dadurch, dass er zeitweise auf Hausdächern und Hochspannungsmasten Schlafplätze aufsuchte. Es handelt sich auch immer um den gleichen Vogel, das konnte anhand der Gefiederung klar festgestellt werden. Die Herkunft des Rosapelikan ist ungewiß, weil er keine Beringung hat.

Mittlerweile gibt es Hinweise das auch hierzulande Rosapelikane erwartet werden können. Darauf deutet auch die Entdeckung von gleich drei Tieren in Niedersachsen. Die drei Vögel waren ebenfalls unberingt und wurden im Landkreis Nienburg am 15. und 16. Juli 2019 fotografiert.

In Österreich wurde ein aus Ungarn stammender, beringter Pelikan beobachtet. Der Ursprungsort des Vogels war Israel, wo er im November 2018 geschwächt aufgefunden wurde. Nach einem Monat Erholung wurde er wieder freigelassen.

Ergänzung aus Heft 2 /2020 :

am 28. Oktober wurde der Rosapelikan beobachtet wie er den Speicherkoog vormittags in Richtung Süden verließ. Am gleichen Tag meldete man Sichtungen am Jadebusen und am Dollart. Einige Tage rastete der Vogel dann bei Leeuwarden in den Niederlanden, bevor er am 02. November mit einigen Weißstörchen nach Nordosten flog. Am 04. November sah man ihn bei Cuxhaven und am 06. November war er tatsächlich wieder im Meldorfer Sopeicherkoog.

Ab Mitte November wurde der, am Gefieder zu erkennende, gleiche Pelikan an verschiedenen Stellen im niederländischen Binnenland fotografiert.

Amselschwund ?

Amselschwund – seit einigen Wochen suche ich vergeblich nach den Amseln. Im Frühjahr und Sommeranfang waren sie noch zahlreich im Garten zu finden. In den Jahren zuvor waren sie das ganze Jahr über zu sehen. Aber jetzt sehe ich schon seit Wochen keine mehr. Im August dachte ich ja noch es läge an der Mauser. Sie sind dann wegen des zotteligen Aussehens eventuell ein wenig verlegen und haben ja dann auch Probleme beim Fliegen. Jetzt haben wir aber bereits den 30. September und noch immer ist keine Amsel zu sehen.

Amselschwund wegen Wegzug oder USUTU ?

Die Amsel ist ein Zugvogel, dass ist mir durchaus bewußt. Aber in Mitteleuropa und in Deutschland ist sie ja eher ein Standvogel und ganzjährig vertreten. Auch wenn jeder 4. Vogel in Richtung Süden fliegt müßten ja noch genug zu finden sein. Ich habe einmal über Facebook eine Rundfrage gestartet wie es in anderen Regionen um die Amsel bestellt ist. Man macht sich ja auch jedes Jahr Sorgen wegen des USUTU Virus, der die Amseln befällt.

Ein klares Ergebnis bringen die Bundesländer Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern. Dort sind die Bestände der Amsel gleich geblieben, wie die Meldungen erbrachten. Eventuell sind da auch bereits Zugvögel aus dem Norden, aus Skandinavien, eingetroffen.

Aus Hamburg sind die Meldungen erschreckend. Fast keine Amsel mehr zu sehen. Auch aus dem Nordwesten Niedersachsens sind die Meldungen ähnlich im Süden und Osten Niedersachsens gibt es glücklicherweise keine Schreckensmeldungen. Berlin ist zweigeteilt, im Norden wird die Amsel vermißt, im Süden ist alles normal geblieben. Das gilt auch für meine Stadt – Essen in NRW. Ich wohne im Süden und warte vergeblich auf eine Sichtung. Aus dem Essener Norden erhalte ich die erfreuliche Meldung, das dort die Amseln noch gut vertreten sind.

In Sachsen Anhalt scheinen die Bestände stabil zu sein, obwohl aus einer Region sinkende Tendenzen gemeldet wurden. Im Süden Thüringens wird auch ein Amselschwund angezeigt. Auch Hessen meldet keine, oder nur noch wenige Amseln. Im Norden von Rheinland Pfalz sinken die Sichtungen, während die Zahl im südlichen Teil des Bundeslandes stabil zu sein scheinen. Auch aus Baden-Württemberg erhielt ich sinkende Zahlen. In Bayern hingegen scheint es gut um die Amsel bestellt zu sein, wenn auch aus zwei Regionen schlechte bis sinkende Zahlen übermittelt wurden.

Aus Kärnten teilte ein Vogelfreund Beständigkeit mit, aber aus dem nördlichen Niederösterreich wurde die Amsel als vermißt gemeldet. Gleiches gilt für die Mitteilung eines Teilnehmers aus der Schweiz.

Teilt man Deutschland in der Mitte auf , scheint die linke Hälfte, also der westliche Teil stärkere Verluste zu ermitteln. Die Osthälfte dagegen hält die Sichtungen weitgehend auf dem alten Niveau. Überhaupt gibt es wohl starke regionale Unterschiede.

Ich hoffe natürlich das die Ansicht nur vorübergehend ist und mit der Jahreszeit zusammenhängt. Obwohl ja die Mauser eigentlich vorbei sein müßte.

Im Bild habe ich die sinkenden Bestände mit einem rot umrandeten schwarzen Punkt gekennzeichnet. Meldungen wo die Amsel nicht mehr gesehen wurde sind rot gezeichnet. Wo alles noch normal registriert wurde, sind die Gebiete schwarz gepunktet.

Amselschwund

Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücke – Sylvia atricapilla –

Mönchsgrasmücke  –  zu finden ist dieser Singvogel ebenso in dichten Waldbeständen, sowie in Gärten und Parkanlagen. Der Vogel frißt Insekten, stellt aber vor dem Flug in das Winterquartier seine Nahrung auf Beeren um.  Der Zuckergehalt der Trauben ermöglicht es der Mönchsgrasmücke Fettreservern zu bilden, die er für den weiten Flug bis ans Mittelmeer braucht. Die südlicheren Grasmücken fliegen auch über die Sahara nach Afrika. Ornithologen in Schweden, Deutschland, Belgien der Schweiz, Großbritannien und Spanien haben durch gesenderte  Vögel den Flug der Mönchsgrasmücke erforscht.

Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke männlich

Der Fernsehsender ARTE hat darüber eine Dokumentation erstellt. Die Mönchsgrasmücke bereitet sich nicht nur durch die Änderung der Ernährung auf den Winterflug vor. Bereits längere Zeit vorher wird aus dem tagaktiven Vogel ein nachtaktives Tier. Auch die Jungen müssen mindesten 21 tage die Nacht kennenlernen. Das macht auch Sinn, weil Mönchsgrasmücken aus Sicherheitsgründen nur in der Nacht zu ihren Winterquartieren starten.

Auch die Frage wie sich der Vogel in der Nacht orientieren kann, wurde beantwortet. Die Rotation des Sternenhimmels hilft ihnen den richtigen Weg zu finden. Aber was ist bei bedecktem Himmel? Dafür besitzen die Augen eine besondere Eigenschaft, mit der sie die Krümmung des Magnetfeldes erfassen können und so erkennen wieviel Kilometer sie fliegen müssen.

Mönchsgrasmücke
weibliche Mönchsgrasmücke

Die schwedische Population machte  Rast in Belgien, wo sie bei ihrem Flug sämtliche Fettreserven aufgebraucht hatten. Nun bleiben die Mönchsgrasmücken am Pausenplatz und fressen etwa fünf Tage wieder eine Traube nach der anderen um neue Fettreserven aufzubauen.

Die Forscher stellten auch fest, dass jede Mönchsgrasmücke individuell ihre Reise startet. Die Flugroute liegt den Tieren in den Genen. Es gibt eine östliche Route, in Richtung Balkan und eine westliche Route in Richtung Spanien. Man hat daraufhin einen Vogel der östlichen und einen der westlichen Richtung zusammen gebracht um festzustellen wohin sich der Hybrid entscheidet. Zur Überraschung der Forscher wählten diese Vögel für ihren Winterflug die direkte Südrichtung. 

Die Ornithologen befürchteten das die Vögel der Südrichtung diesen Flug nicht überstehen würden, weil sie die Alpen überqueren müssen. Um so größer war die Überraschung, dass die Tiere das ohne Probleme schafften.

Bei den in Spanien ansässigen Mönchsgrasmücken und den Besuchern aus dem Norden existiert so etwas wie Konkurrenzkampf. Die heimische, spanische Mönchsgrasmücke ist kräftiger als der “Gast”, insofern kann man sie sogar unterscheiden.

Mittlerweile verändert sich das Zugverhalten der Vögel. Immer mehr verbleiben am Standort, wohl bedingt durch den Klimawandel. Ein besonderes Phänomen wurde in Belgien registriert. Dort zog es die Mönchsgrasmücke nach Großbritannien und es werden immer mehr die diese Route wählen. Auf die Frage warum sie gerade über das Meer nach England fliegen, meint man die Antwort gefunden zu haben. Die Engländer sind ausgesprochen große Vogelfreunde und fast in jedem Garten befinden sich Futterstellen für Vögel. Das haben die Mönchsgrasmücken wohl herausgefunden. 

Der Name”Attricapilla” weist auf das “Schwarzköpfchen” hin, wegen der schwarzen Kopfplatte des Männchen.  Die Weibchen haben lediglich eine rot braune Oberkopf – Färbung. Meist sitzt die Mönchsgrasmücke  weit oben in den Bäumen am Waldrand oder im lichten Laubwald. Von hier erschallt dann ihr wunderschöner Gesang. Während des lauten Teils ihres Gesangs zittert der ganze Körper und die Kehlfedern sind gesträubt. Der leisere Vorgesang ist fast nicht wahrzunehmen.

Mönchsgrasmücken sind Standorttreu und kommen immer wieder zu ihrer Geburtsstätte zurück.

Rotmilan

Rotmilan -Milvus milvus – gehört zu den seltenen Greifvogel Arten in Deutschland. Weltweit schätzt man 29.000 Brutpaare, davon die Hälfte in Deutschland.

Im Ruhrgebiet rechnet man nun nicht unbedingt mit dem Rotmilan, aber in Velbert-Heiligenhaus, in der Nähe des Abtsküchensee, findet der Vogel ideale Verhältnisse. Offene Kulturlandschaft, Mischwald, der See und der Rinderbach, der das Vogelsangbachtal durchfliesst, sind Lebensbedingungen, die wie für den Rotmilan gemacht sind.

Der sinkende Bestand der Greifvögel hängt mit der intensiven Landwirtschaft zusammen. Riesige Maisfelder haben die abwechslungsreiche Kulturlandschaft verdrängt. Felder werden mit Pestiziden besprüht und die Feldbewohner getötet oder verdrängt. Diese benötigt der Milan aber zum Überleben. Er ernährt sich von kleinen Säugetieren, Singvögeln, Käfern, Würmern und Aas.

Rotmilan ist Dauergast im Revier

Eine weitere Gefahr besteht durch die wachsende Zahl an Windrädern, die den Weg in die Winterquartiere am Mittelmeer kreuzen.

Rotmilan
Rotmilan

Das ich hier über den Feldern am Abtsküchensee gleich vier Exemplar sehe, zeigt mir das sie in diesem Jahr wieder erfolgreich gebrütet haben. In den letzten Jahren ist er hier sesshaft geworden und brütet regelmäßig. Das Nest baut er aus Ästen und Stöcken in den Baumkronen eines kleinen Wäldchens inmitten der Felder.

Das Brüten ist die Aufgabe des Weibchen. Während der Brutzeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge werden dann noch eine Zeit von der Mutter gehudert, damit sie nicht frieren. In dieser Zeitwerden sie von beiden Vögeln gefüttert. Auch wenn die Jungtiere bereits flügge sind, werden sie noch knapp zwei Wochen von den Eltern unterhalten.

Das Aussehen

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Wie auch bei anderen Greifvögeln ist das Weibchen etwas größer und schwerer als das Männchen. Der weiße Kopf mit dem gelben, gebogenen Schnabel unterscheidet sich deutlich vom rostroten Rücken. Die Handspitzen sind tief schwarz.

Zur Erntezeit fliegt der Rotmilan, der ein wahrer Flugkünstler ist, gerne hinter dem Trecker mit dem Pflug her, um die frei gelegten Mäuse zu erhaschen. In der Urdenbacher Kämpe konnte ich das gut beobachten. Dort wird er von den Krähen verfolgt, die um ihr Revier fürchten. Zudem machte ein Mäusebussard dem Rotmilan noch Konkurrenz.

Rotmilan
Rotmilan wird von Krähe gejagt.

Neben der Bezeichnung Rotmilan hat der Vogel auch noch den Namen Gabelweihe, wegen des gegabelten Schwanzes. Auch der Begriff Roter Milan und Königsweihe sind Bezeichnungen für den Greifvogel. Ein naher Verwandter ist der Schwarzmilan, der etwas kleiner ist und mehr Aas vertilgt als unser Rotmilan.

Die Diskussionen um die Umwelt, das Klima und den Artenschutz werden hoffentlich hilfreich sein den Fortbestand dieses wunderschönen Vogels zu gewährleisten. Wer den Rotmilan einmal beobachtet hat, wie er majestätisch den Aufwind nutzt, wird ihm lange zusehen und es kommt automatisch der Wunsch auf, doch auch so in der Luft schweben zu können.

Rotmilan – Land zum Leben

Quelle “Der Falke 10/19

“Rotmilan – Land zum Leben” – lautet der Name eines Projekts, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Initiatoren sind “Deutscher Verband Wildtier Stiftung” und der “Dachverband Deutscher Avifaunisten“. Im Rahmen des Bundesprogrammes “Biologische Vielfalt” werden in sieben Bundesländern und neun Projektgebieten Maßnahmen durchgeführt, mit deren Hilfe Landwirte gefördert werden, die den Feldvögeln und Kleinsäugern wieder Lebensraum bieten indem sie ihre Produktionsweise umstellen. Auf diese Weise wird auch der Lebensraum für den Rotmilan abgesichert und neu geschaffen, da er von diesen Tieren abhängig ist.

Derartige Maßnahmen sind gemäß einer Untersuchung der Universität Göttingen auch dringend angebracht. Diese ergab das zwei Drittel der Rotmilan Bruten gut bis ausreichend ernährt werden, aber ein Drittel nicht optimal versorgt werden kann.

Ergänzung am 25.09.19 zum Thema Windräder

Quelle Riff Reporter

Die Windbranche teilt mit, dass der Bestand des Rotmilan trotz des Ausbaus der Windkraftanlagen stabil geblieben sei. Deshalb sei auch die Behinderung bei den Genehmigungsverfahren zum Bau neuer Anlagen wegen vermeintlicher Unvereinbarkeit mit dem Artenschutz nicht hinnehmbar. Die Industrie bezieht sich auf veröffentlichte Zahlen aus der Vogelschutzrichtlinie der Bundesregierung, worin der Bestand des Rotmilan als stabil deklariert wird. Die Zahlen der Bundesregierung beziehen sich auf eine bundesweite Erfassung. Die regionalen Zahlen sehen allerdings ganz anders aus. Ausserdem beziehen die Daten sich auf die Jahre 2005 – 2009.

Im Nordosten Deutschlands kam es zum Verlust von 400 Paaren. Im Südosten stieg die Zahl der Paare um 600 an. Nun muß man wissen, dass es in Brandenburg 3821 Windkraftanlagen zum angegebenen Zeitpunkt gab und in Baden Württemberg lediglich 725.

Aus dem Jahr 2014 gibt es eine Ermittlung aus dem Journal for Nature Conservation , wonach es bei damals 3044 Windkraftanlagen zu 308 Schlagopfern beim Rotmilan kam. Das entspricht 3,1 Prozent des Bestandes an Kollisionsopfern jährlich. Eine Progress Studie über mehrere Jahre erläutert Zahlen zur Auswirkung von Anlagen auf einzelne Vogelarten. Diese ergaben beim Mäusebussard einen Verlust von 14.300 und beim Rotmilan von 4300 Tieren. Aufgrund dieser Zahlen spricht Oliver Krüger von der Universität Bielefeld von einer “potentiell gefährdenden” Entwicklung.

Man kann davon ausgehen, dass die Zahl der Windkraftanlagen auch in Richtung Süden weiter steigen wird, was eine weiter Gefährdung der Greifvögel zur Folge haben wird. Es ist deshalb wichtig weiterhin auf die Bestimmungen des Artenschutzes zu achten.

Fledermaus

Fledermaus – “Guck mal was da für kleine Kotkleckse auf dem Balkongeländer sind,” sagt meine Frau als sie vom Balkon wieder ins Wohnzimmer kommt. ” das kann doch nicht von einer Maus sein.” Ja, da hat sie recht und solchen Kot habe ich auch schon einmal woanders gesehen.

Wir machten Urlaub in Waren, an der Müritz und bestiegen die 176 Stufen hinauf auf den Turm der Sankt Marienkirche. Dort befindet sich eine Plattform mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt Waren und den Müritz See mit Nationalpark. Etwa auf der Hälfte der Strecke hängen an der Decke Fledermäuse und unter ihnen auf einer Holzfläche der oben erwähnte Kot der Tiere.

Fledermaus

Ich hole eine Taschenlampe und leuchte damit in den Spalt der sich zwischen der Regenrinne und dem Mauerwerk des über uns befindlichen Balkons zu sehen ist. Darin entdecke ich jetzt zwei kleine Fledermäuse. Schnell mache ich die Lampe wieder aus um ihren Schlaf nicht zu stören.

In der Dämmerung haben wir nahezu an jedem Abend Fledermäuse fliegen sehen. Oft haben wir über ihre rasanten Flugkünste gestaunt, wenn sie hinter den Insekten herjagen. Die Fledermaus ist das einzige Säugetier mit der Fähigkeit zu fliegen und das in Perfektion. Äußerst geschickt schnappen sie im Flug nach Insekten, bis nicht mehr genug Ausbeute da ist, dann wechseln sie das Revier.

Die Orientierung der Fledermäuse erfolgt über die Ohren. Ultraschalltöne , Rufe, die sie ständig ausstoßen und für uns kaum hörbar sind, treffen auf Hindernisse oder auf ein Beutetier und so kann die Fledermaus “erhören” wo die das Objekt befindet. Das ermöglicht es dem Tier selbst in absoluter Dunkelheit ein Opfer zu entdecken. Ihre Augen vermögen lediglich Umrisse von Bäumen oder Häusern zu erkennen. Die haben aber einen hervorragenden Orientierungssinn.

In Deutschland leben etwa 50 Arten dieses Tieres, wie ich jetzt nachgelesen habe. Man möchte ja wissen mit wem man es im Haus zu tun hat. Erstaunt bin ich auch, dass die Fledermaus 30 Jahre alt werden kann. Mit dem Kopf voran hängt sie am Gemäuer oder an der Decke. Durch das Eigengewicht des Körpers klammern sich die Krallen fest. So kommt es vor, dass eine Fledermaus noch genau so hängt, obwohl sie schon lange tot ist.

Ihren Namen verdankt sie dem Wort “fledern” , was soviel wie flattern bedeutet. Allerdings ist ihr Flug keineswegs “flatterhaft”. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass sie ihr Quartier gegenüber in der alten Werkstatt haben. Es könnte ja auch sein das es sich um Nachkommenschaft von Gegenüber handelt. Nun haben wir die Gelegenheit noch bis zum November zu beobachten was passiert. Dann, von November bis März , hält die Fledermaus Winterschlaf. Deshalb muß sie jetzt auch noch viele Insekten fressen um für den langen Schlaf gerüstet zu sein. Die sehr lange Schlafenszeit ist für das Tier von großem Vorteil weil es ja im Winter keine Insekten zu fressen gibt.

ARTE berichtete vor einigen Tagen über die Rauhautfledermaus, die mit ihren gerade einmal 8 Gramm Gewicht knapp 2000 Kilometer von Lettland in ihr Überwinterungsquartier nach Spanien fliegt. Dabei leben nur die weiblichen Fledermäuse im hohen Norden. Auf dem Weg nach Spanien warten dann die Männchen und laden mit ihren Rufen nicht nur zu einer Pause ein, sondern wollen auch gleich für den Nachwuchs sorgen.

Nachdem der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat, fliegt das Weibchen wieder weiter und überläßt dem Männchen die Jungen. Am nächsten Pausenplatz wartet dann bereits das nächste Männchen auf die reiselustigen Damen.

Hätten wir nicht die “Köttelchen” auf unserem Balkon gesehen, die man übrigens leicht wegfegen kann, hätte ich mich wohl nicht so ausführlich mit der Fledermaus befasst. Aber so hat man wieder etwas über ein hochinteressantes Tier erfahren.

Steinschmätzer

Steinschmätzer-oder Oenanthe oenanthe , mit wissenschaftlichem Namen, gehören eigentlich nicht zu den Arten die wir hier im Ruhrgebiet oft zu sehen bekommen. Umso erfreuter war ich natürlich diesen Vogel , auf einem Weidezaunpfahl sitzend, beobachten zu können. Er war wohl damit beschäftigt dem Treiben der grasenden Pferde auf der Weide zu folgen.

Steinschmätzer
Steinschmätzer

Der Vogel befand sich sicherlich auf der Durchreise auf seinem Weg nach Afrika in sein Überwinterungsgebiet und machte erfreulicher Weise im Ruhrgebiet eine Rast.
Auffallend ist ein weißer Überaugenstreif, der die schwarze Maske um das Auge verstärkt wirken läßt. Auch die weiße Schwanzspitze fällt ins Auge.

Die Pferde wirbeln mit ihren Hufen beim Grasen den Boden auf und bringen für die Vögel so nahrhaftes zu Tage. Das habe ich auch schon bei der Schafstelze beobachten können und auch die Stare halten sich gerne in der Nähe von grasenden Huftieren auf.

Der Steinschmätzer ernährt sich von Spinnen, Würmern und anderen Insekten. Der Vogel gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Nester werden in Höhlen unter Steinen , aber auch in Kaninchenbauten in offenem Gelände angelegt. Das gefährdet die Brut natürlich durch Prädatoren, wie Fuchs und Marder. Den Rohbau beginnen beide Partner gemeinsam, wenn es aber an die Ausstattung geht, das Auspolstern mit Federn, Wollresten oder Federn, hat die Frau des Hauses das Sagen.

Bei dem Steinschmätzer den ich ablichten konnte, handelt es sich offenbar um einen Vogel der ersten Generation im ersten Winterkleid. Der Svensson Vogelführer hat mit bei der Bestimmung sehr geholfen.

Falknerei

Falknerei – die Meinungen zu Haltung von Greifvögeln sind sehr unterschiedlich. Auch wenn die Falkner für ihre Tätigkeit eine Prüfung ablegen müssen und gut ausgebildet sind, sehen viele Tierschützer die Haltung als Tierquälerei an.

Die Falknerei hat eine lange Geschichte und war im Orient weit verbereitet. Jeder Herrscher legte Wert auf eine große Zahl Falkner. Die größten Adler wurden abgerichtet um auf die Wolfsjagd zu gehen.

Natürlich ist die Jagd auf andere Tiere durch Tiere heute im Naturschutzgesetz verankert und verboten. Ausnahmen gibt es aber auch hier. So werden Falkner gerufen, wenn Tauben oder Krähen zur Plage werden.

Sakerfalke
Sakerfalke – auch Würgfalke

Falkner wollen auch mit ihren Tieren dazu beitragen die Arten zu präsentieren und und den Zuschauern bei Greifvogelschauen die Lebensweise der Tiere näher zu bringen.

Der Falkner befasst sich in der Regel täglich mit seinen Tieren um ein starkes Vertrauen aufzubauen. Es gibt Falkner die ohne Anbindung arbeiten.

In der Anbindung und in der Unterbringung sehen Tierschützer Probleme bei der Falknerei. Oft sind die Käfige zu klein, werden Tiere eine Zeit bewußt hungrig gehalten, um sie zu “erziehen”.

Heute werden keine Tiere mehr aus Horsten entnommen. Bis in die 80er Jahre konnten noch Bussarde entnommen werden. Heute ist das verboten. Falkner züchten ihre Tiere und bei der Wiederansiedlung der Wanderfalken waren Falkner tatkräftig engagiert um den Vogel in der Natur wieder heimisch zu machen.

Schleiereule
Schleiereule

Der Tätigkeitsbereich der Falknerei hat sich erweitert. So gibt es Falkner die ihre Tiere zur tierunterstützten Therapie bei Demenzerkrankten, oder physischen Erkrankungen einsetzen. Sie bringen bei schulischen Veranstaltungen ihre Tiere mit, um Schülern die Greifvögel zu erklären und gehen in Kindergärten. Die eigentliche Jagd mit den Tieren hat nicht mehr die hohe Priorität wie früher.

Eingesetzt werden neben Falken auch Adler, und Bussarde. Viele bieten gleichzeitig die Jagd durch Frettchen mit an und bilden Hunde aus.

Brillenkauz
Brillenkauz

Jeder mag sich selbst seine Meinung bilden wie er zur Falknerei steht. Der Faszination der Tiere wird man sich nicht entziehen können und wenn die Zucht hilft, Tiere auch wieder auszuwildern wäre das ein großer Schritt die Falknerei akzeptieren zu können. Allerdings habe ich erst selten gehört das Falkner Tiere auswildern. Die Ausnahme war aber, wie oben beschrieben, der Wanderfalke.

Falknerei
Harris Hawk – Wüstenbussard

Falknerei
Uhu

Klimastreik

Klimastreik – am 20. September 2019 – warum sollten wir teilnehmen ?

Das Klima geht uns alle an. Auch wenn ich nun kurz vor der 70 stehe, stehen wir in der Pflicht alles zu tun um unseren Kindern und Enkeln das Leben lebenswert zu machen. 15 Jahre hat die Politik nichts anderes getan als zu reden, wenn es um das Klima und die Umwelt ging. Gerade in Deutschland hatten die Lobbyisten der Autoindustrie und der Landwirtschaftsverbände immer die Oberhand und verhinderten Lösungen mit dem Ziel die gesteckten Ziele zur CO² Reduzierung einzuhalten. Im Gegenteil der Ausstoß ging sogar noch weiter in die Höhe.

Klimastreik muss sein weil…

Immer mehr Flächen werden versiegelt, Wälder werden in Plantagen der Holzindustrie umgewandelt. Die Moore ausgetrocknet, Wälder gerodet. Wichtige CO² Speicher wurden weiterhin vernichtet. Noch immer gibt es Gülle Tourismus, weil Betriebe der Massentierhaltung ihre erzeugte Gülle nicht mehr entsorgen können. Böden werden immer mehr mit Nitrat belastet. Neonikotinoide werden nicht reduziert oder verboten, nein, Deutschland erlaubt weiterhin die Ausgabe von Glyphosat, wenn jetzt auch zögerlich die Anwendung im privaten Bereich gestoppt werden soll.

Die Verkehrspolitik und Infrastruktur ist weiterhin auf das Auto fixiert. Die Regierung beschränkt sich darauf Ausschüsse und “Expertenrunden” ins Leben zu rufen, die dann jahrelang an Ausarbeitungen feilen, die durch das ständige Debattieren nur noch kleine Tröpfchen als Lösungen anbieten.

Klimastreik – jetzt handeln

Jetzt muss endlich Schluß sein mit dem Reden, jetzt muß gehandelt werden. Friday for Future kam hoffentlich noch zur rechten Zeit und die Jugend und die Erde verdienen es unterstützt zu werden. Wir sind es der Welt und unseren Nachfolgern schuldig.

Deshalb ändere ich auch für einige Tage das Banner auf meiner Webseite.

Beluga Wale

Beluga Wale lieben die Beatles. Vom Boot aus läßt der Cellist Rob Knaggs einen Lautsprecher in das kalte Wasser des arktischen Meeres gleiten und beginnt auf dem Cello “Yesterday” von den Beatles zu spielen.

Die Schwingungen der Musik verbreiten sich im Meer und faszinieren eine Gruppe von Belugas. Sie sind so hin- und hergerissen von der Musik das sie dem Boot folgen. Rob sagt später er meinte das Lächeln der Beluga Wale sehen zu können.

Dann beginnen die schneeweißen Tiere zur Melodie der Beatles leise zu pfeifen und zu Knarzen. “Gestern, schienen alle Probleme so fern zu sein…” lautet der Text und in diesen Momenten scheint es zu stimmen. Mensch und Tier in wundersamer Stimmung zur Musik.

Rob Knagg ist so fasziniert, dass er den Belugas eine Melodie komponiert, ausgerichtet an den Gesang der Wale, die wegen ihres Gesangs auch “Kanarienvögel der Meere” genannt werden.

An der Hudson Bay und dem arktischen Meer vermutet der Zoologe Stephe Petersen, vom Churchill Nothern Studies Center noch etwa 50.000 Beluga Wale. Gefährdet sind diese durch die Überfischung und Verschmutzung der Meere und durch die Schifffahrt.

Quelle: Mondberge Magazin für Umwelt- Natur- und Artenschutz 12/18 – 03/19

Verschollen

verschollen – das ist mein Eindruck seit Anfang August. Gemeint sind die Vögel in unserem Garten, hier inmitten des Ruhrgebietes. Von allen Arten die im Frühjahr und zum Sommeranfang zu sehen waren, sehe ich zur Zeit nur alle paar Tage einmal ein paar Kohlmeisen. Diese kommen immer zur gleichen Zeit, gegen 08:30 Uhr mit der gesamten Familie und sind sofort wieder verschwunden. Also lediglich eine Stippvisite.

Selbst das allgegenwärtige Rotkehlchen läßt sich nicht mehr blicken und die Amseln, auch immer etwa vier bis fünf gleichzeitig, sind verschollen. Bei der Amseln mache ich mir Sorgen, ob nicht etwa der Usutus Virus etwas damit zu tun hat. Aber es ist zum Glück auch nirgendwo ein toter Vogel zu sehen.

Einen Gimpel habe ich neulich kurz beobachten können. er, der sonst immer mit seiner Angetrauten kam, war allerdings alleine zu sehen. Sein traurig klingendes ” diü, diü “, höre ich am Morgen von einem Baum. Sein Lockruf wird aber zur Zeit wohl nicht erhört. Zu sehen ist er im Laubwerk aber nicht. Bis vor zwei Wochen war auch der Stieglitz noch zu hören, aber jetzt ist das große Schweigen angesagt.

verschollen
Eichelhäher

Verschollen – wegen der Mauser

Wir haben Anfang September, da geht so langsam die Zeit der Mauser vorbei. Das Prachtkleid ist im Schrank und das Schlichtkleid so gut wie fertig. Einige hatten während der “Umzugsphase” ja auch Probleme mit dem Fliegen, deshalb habe ich die Hoffnung das sie sich nun bald wieder blicken lassen. Klar, einige wie die Mauersegler, die sonst abends ihre Kreise zogen um Insekten zu fangen, sind ja bereits die weite Reise gen Süden angetreten. Dafür werden nun bald Andere aus dem Norden kommen.

verschollen
Kohlmeise

Gerade als ich die Zeilen, die ich gestern Abend begonnen habe, am Morgen des 10. Septembers zu Ende bringe, sitzt gegenüber im Baum ein Eichelhäher, den hatte ich das ganze Jahr über nicht in der Nähe unseres Gartens. Eine schöne Überraschung, am frühen Morgen und wie zum Trost kommt jetzt auch noch die Kohlmeise und das lange verschollene Rotkehlchen, als wollten sie sagen: ” Immer mit der Ruhe, mein Freund, bald sind wir alle wieder da !”

verschollen
Rotkehlchen

Klimakrise

Klimakrise – der anthropogene Klimawandel ,vom Menschen versursachte Klimawandel, erzeugt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdgas, Öl und durch die Massentierhaltung in Verbindung mit der Verwendung von Kunstdünger, sowie die industrielle Produktion, hat den CO² Wert und das Methangas in der Atmosphäre auf über 400 ppm ansteigen lassen (ppm= Anzahl der Teile pro eine Million Teile). Die Erde wird wärmer.

Die abiotische Umgebung wird durch Wetterextreme negativ beeinflußt. Stürme, Hochwasser,Brände,Anstieg des Meeresspiegles etc.

Klimakrise – Folgen

Ökosysteme verändern sich durch die physischen Veränderungen. Pflanzen bekommen zu wenig Regenwasser. Daraus folgt das Abtöten der Mikroben im Boden, die für die Vernichtung der Pflanzenabfälle gebraucht werden. Der Boden wird weniger belüftet, weil die Kleinstlebewesen verschwinden. Die Belüftung ist aber für die Pflanzenwelt überlebenswichtig.

Der Klimawandel hat bereits dazu geführt, dass die Insektenpopulation weltweit zusammenbricht. Gerade die Insekten sind aber wichtiger Bestandteil für die Pflanzen, indem sie Nährstoffe von Pflanzen und Tieren aufnehmen, für Bestäubung sorgen, Samen verteilen und Schädlinge bekämpfen.

Klimakrise – Ökosysteme Meer und Wald

Das Phytoplankton der Meere nimmt, vermutlich durch die gestiegenen Wassertemperaturen, ab. Phytoplankton absorbiert in sehr hohem Maße CO² aus der Luft und produziert den Großteil des Sauerstoff, den auch die Fische der Meere zum überleben benötigen.

Das das Ökosystem Wald besonders durch die klimatischen Veränderungen leidet, wird uns ja gerade täglich durch die Meldungen über das “Sterben des deutschen Waldes ins Bewußtsein gebracht.” Der Wassermangel im Boden, durch die anhaltende Trockenheit, verhindert die Produktion von Baumharz, vor allem bei den Fichten- und Nadelbäumen. Weil die Fichten- und Nadelwälder plantagenmäßig an Stellen gesetzt wurden die für diese Baumart ungeeignet sind, können sie jetzt dem Ansturm des Borkenkäfers nichts Entgegensetzen, da die einzige Waffe gegen den Käfer, das Baumharz fehlt (Reuters, April 2019). Die schnelle Abschöpfung der Ware Holz hatte Vorrang.

Seit 1970 starben 60 Prozent aller Wildtiere aus (Living Planet Report 2018). Diese biologische Vernichtung hat Auswirkungen auf die Funktion der Ökosysteme und der Dienstleistungen für die Aufrechterhaltung der Zivilisation (IPBES Global Assessment Summary for Poicymakers Mai 2019).

Die Klimakrise besteht aus verschiedenen Faktoren. Zum Einen ist das die Veränderung der Land- und Meeresnutzung durch die industrielle Landwirtschaft und durch die Überfischung der Meere. Zum Anderen der beschriebene Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Verbreitung invasiver Arten. Letzteres geschieht durch die Globalisierung des Handels, indem fremde Samen und Insekten über die Transportmittel wie Flugzeuge und Schiffe befördert werden.

Auch der weltweite Tourismus und natürlich Zugvögel transportieren invasive Arten, die bedingt durch das veränderte Klima auch in anderen Regionen überleben und somit auch neue Krankheiten etc. übertragen können.

Das IPCC hat bereits im Oktober 2018 erklärt, dass die CO² Emissionen innerhalb von 12 Jahren halbiert werden müssen, um eine Erwärmung um 2 Grad Celsius zu vermeiden. Bedenkt man, dass Wissenschaftler erst danach festgestellt haben, dass die Ozeane 60 Prozent mehr Wärme absorbieren als bis dato vermutet wurde, müssten die Vorgaben des IPCC um 25 Prozent nach oben korrigiert werden (Nature 563 (7729)).

Quellen: Nature 563 (7729), Living Planet Report 2018, IPBES Global Assessment Summary for Policyfor people and nature Mai 2019, IPCC, Verfahren der Nationalen Akademie der Wissenschaften 07.2017, Reuters April 2019, Skip Spitzer offener Brief

Dingdener Heide

Dingdener Heide – Erholungsgebiet und Naturschutzgebiet im Ortsteil Dingden, Gemeinde Hamminkeln. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1500 Hektar und wird durch die biologische Station Wesel betreut.

Laub- und Kiefernwälder wechseln mit Grünlandschaften und Äckern. Deutlich sind zur Zeit die Folgen der Trockenheit und die Schäden durch den Borkenkäfer im Wald zu sehen. Überall findet man gefällte Bäume deren Rinde geschält wurden. Die Spuren der großen Maschinen zum Abtransport graben sich in den Waldboden. Große Schneisen sind entstanden.

Beobachtungshütten an der Dingdener Heide

An den Feuchtwiesen befinden sich zwei Beobachtungshütten. Nun sind die Feuchtwiesen aufgrund der anhaltenden Trockenheit leider nicht mehr sehr durchnäßt und offene Wasserstellen kaum noch zu sehen.

Die Limikolen sind momentan daher nicht zu sehen. Ansonsten findet man im Gebiet der Dingdener Heide unter anderem den Kiebitz, den Wiesenpieper,  Weißstorch,  Schwarzstorch, Rohrweihe, Kornweihe und Rotschenkel . Gesehen habe ich den Schwarzspecht und eine Weihe, beide allerdings in zu großer Entfernung um sie auf einem Bild festzuhalten. Auf ornitho.de wurden in den Tagen zuvor Braunkehlchen, Steinschmätzer und ein Baumfalke gemeldet.

Dingdener Heide
Ziegen in der Dingdener Heide

Wir parkten an einem Parkplatz der Akademie Dingden in der Klausenhofstraße, weil nach der Beschreibung der richtige Parkplatz am Ortsrand von Dingden an dieser Straße angegeben war. Man sollte aber die Klausenhofstraße weiterfahren, bis an die Kreuzung “zum Venn” . Dort befindet sich ebenfalls ein Parkplatz, wo es auch Infotafeln des NABU zum Wolf und dem Zusammenleben mit diesem fantastischen Tier zu sehen gibt. Auch ein mustergültiger Herdenschutzzaun ist zu sehen.

Dingdener Heide
Herdenschutzzaun

Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zur ersten Beobachtungshütte. Auch einen etwa 6 Kilometer langen Rundweg Dingdener Heide kann von hier aus gestartet werden. Der Rundweg ist mit einem separaten Schild gut zu erkunden.

Ein weiterer Parkplatz befindet sich auf der Krechtinger Straße kurz vor der Einmündung Bußter Weg.

Wahlen

Wahlen in zwei Bundesländern mit einem verschreckenden Ergebnis. Ich weiß, dass dieser Beitrag nichts mit Vögel und Tierfotografie zu tun hat. Allerdings hat Politik ja auch etwas mit Natur und Umwelt zu tun und in einem Blog kann man ja auch einmal seinen Gedanken zu anderen Temen freien Lauf lassen.

Bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg wählten die Bürger mit mehr als 20 Prozent Stimmenanteil eine rechtsradikale Partei in die Landtage. Dabei bestimmen die Anhänger des “Flügels” der AfD die Partei im Osten. Diese ist bekannt für Reden die die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands leugnen und verharmlosen, extrem Ausländerfeindlich ist und eigentlich auch sämtliche sozialen Errungenschaften wie Arbeitslosenhilfe, Krankenversicherung abschaffen wollen.

Hinzu kommt, dass die Spitzenkandidaten alle aus dem so “verhassten” Westen kommen und mit einer Wende 2.0 Wahlkampf machten, an der sie keinen Anteil hatten und die sie selbst nicht wirklich miterlebt haben. Die Wende war einzig ein Ergebnis der ostdeutschen Bevölkerung.

Leider sind aber die Initiatoren von damals irgendwo im Nirwana verschwunden oder wurden von westlichen Politikern der sogenannten etablierten Parteien verdrängt. Wie sonst ist zu erklären, dass die ersten Ministerpräsidenten in ostdeutschen Bundesländern Politiker wie Vogel und Biedenkopf wurden.

wie konnte es bei den Wahlen zu dem ERgebnis kommen ?

Ein schlimmes Ergebnis dieser Wahlen wird das Ansehen der Bundesrepublik in der Welt haben, zumal die Wahl zu einem Zeitpunkt erfolgt als sich der Überfall der Hitlertruppen auf Polen jährt und an den durch Nazideutschland verübten Mord an Millionen von Menschen erinnert.

Wie konnte es soweit kommen das der Osten so extrem wählt? Viele Menschen fühlen sich “abgehängt”, schreiben nun einige Wahlforscher. Richtig ist das die Politik dreißig Jahre lang nicht in der Lage war die Wiedervereinigung in allen Bereichen auch zu vollziehen. Es ist ein Unding das es noch immer Unterschiede bei der Rentenzahlung gibt, es ist auch ein Unding das die Löhne noch immer den Löhnen im Westen hinterherhinken. Auch wenn die Mieten noch niedriger sind als im Westen, sind die Lebenshaltungskosten nicht anders als bei uns. Das kann man auch nicht mit der schwächeren Wirtschaftsleistung im Osten begründen.

Die Politik hätte das in dreißig Jahren ändern können. Noch immer hat nicht ein einziger Dax-Konzern seinen Sitz im Osten. Kaum eine staatliche Institution befindet sich in einem östlichen Bundesland.

Wie auch beim Tema Klima und Umweltschutz haben die etablierten Parteien und die Bundes- und Landesregierungen diese lebenswichtigen Aufgaben ausgesessen, oder nur halbherzig in Angriff genommen. Ganze Heerscharen gut ausgebildeter Fachleute und gut gebildete junge Menschen haben die neuen Bundesländer in Richtung Westen verlassen. Das schadet der verbleibenden Gesellschaft massiv in sozialer und kultureller Hinsicht. Das Ergebnis dieses zögerlichen Regierens haben jetzt die Wahlen gezeigt.

Es reicht eben nicht, für gut asphaltierte Straßen und schön restaurierte Städte zu sorgen, die hätten wir hier im Ruhrgebiet übrigens auch gerne und die ländliche Versorgung durch Ärzte und die Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs und Digitalisierung ist bei uns mindestens genauso schlecht wie im Osten, es sind die elementaren Dinge um die sich die Politik dreißig Jahre lang viel zu wenig gekümmert hat.

Der Niedergang des Braunkohle Tagebaus in Ost und West sorgt zusätzlich für extreme Ängste um Arbeitsplätze. Es ist kein Politiker hingegangen und hat in der Lausitz einmal vom Strukturwandel im Ruhrgebiet gesprochen, als das große Zechensterben begann. Man hätte die Chance gehabt damit zu erklären, wie ein Strukturwandel erfolgreich gehandhabt werden kann.

Dennoch besteht bei all den genannten Dingen kein Grund nationalsozialistisches Gedankengut und Fremdenfeindlichhkeit, rechtsextreme Parteien zu wählen. Protest kann man auch durch die Wahl anderer demokratischer Parteien äußern. Protest darf nicht soweit gehen, dass man den Galgen für Andersdenkende fordert, Ermordung von Staatsdienern hinnimmt und alles angeblich Schlechte den Menschen mit Migrationshintergrund andichtet.

Ich habe die Hoffnung, dass sich diese Landtagswahlen als ein einmaliger Ausrutscher herausstellen und folgende Wahlergebnisse anders ausfallen werden.

Waldsterben

Waldsterben – “Wenn wir wollen, dass der Wald unser Klimaschutz-Mitkämpfer bleibt, dann brauchen wir eine aktive Waldbewirtschaftung, also langfristiges Binden von CO2 in Holz. Und insofern ist die Frage, wie bauen wir mehr mit Holz und wie können wir dafür sorgen, dass der Holzmarkt nicht komplett zusammenbricht und wir Holz auch gut lagern können.” Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Interview im BR-Interview

Es ist schon bemerkenswert das Frau Klöckner von “Holz” spricht und nicht vom Baum. Ihr geht es um das Produkt “Holz”, welches wirtschaftlichen Nutzen und Ertrag bringen soll. Wie in der ersten Zeile zu lesen ist, ist die Bewirtschaftung der maßgebliche Faktor ihrer Gedanken. Es geht ihr nicht um das Allgemeingut “Wald” als CO² Speicher und Teil des Klimaschutzes.

Waldsterben durch den Borkenkäfer

Bereits jetzt ist der plantagenmäßige Anbau der Fichten nicht mehr berechtigt, weil diese Anbauweise den Borkenkäfer fördert. Das wärmere Klima und der eigentlich falsche Standort für diese Baumart sorgen dafür das die Fichte keinen Abwehrstoff gegen den Käfer bildet. Sie baut keinen Harz auf mit dem sie den Käfer bekämpfen könnte.

Waldsterben – durch Logistik

Der Abtransport der befallen Bäume soll jetzt mit Hilfe der Bundeswehr und schwerem Gerät erfolgen. Die Soldaten sind bereits im Einsatz. Mit Panzern gegen den Borkenkäfer – der Boden wird noch weiter verdichtet, Wasser wird noch mehr Mangelware und natürliche Feinde des Borkenkäfers werden “plattgewalzt”.

Waldsterben durch Wassermangel

Ein verlichteter Fichtenwald speichert etwa 16 Liter Wasser auf den Quadratmeter, eine Bergmischwald dagegen 100 Liter. (wissenschaftlich festgestellt). Das schwere Gerät und die Dürre vernichten diese 16 Liter noch weiter und dem Baum fehlt das so wichtige Wasser für die Bekämpfung seiner Feinde.

Nun wird verzweifelt nach anderen Baumarten gesucht die die schnell wachsende Fichte als “Holzlieferanten” ablösen sollen. Eine dieser Arten ist die Douglasie, eine Weichholzart, die robuster als die Fichte ist, aber eigentlich auch ein Baum der kälteren Zonen ist.

Die Waldbauern fordern nun Geld vom Staat und Hilfen im Kampf gegen den Borkenkäfer. Verantwortlich dafür machen sie den Klimawandel und deshalb müßte auch die Allegemeinheit für die Schäden aufkommen. Eine Schuld durch sie selbst sehen sie natürlich nicht, obwohl absehbar war, dass der in Reih und Glied aufgebaute Fichtenforst, auf noch dazu falschem Boden, anfällig für Krankheiten war und ist.

Für das Klima, über das ja zur Zeit alle Welt spricht, muß der Anteil der Misch- und Laubwälder bedeutend höher werden. Leider geschieht aber genau das Gegenteil. Der Regenwald brennt, weil er für die Schaffung von Flächen für die Rinderhaltung entzündet wird. Ein amerikanischer Präsident Trump will nun den Tongass National Forest in Alaska, einen der letzten intakten Regenwälder, gemäß Informationen der Washington Post den Holzfällern in die Hand geben. Mit 69000 km² Fläche ist der Regenwald der größte Nationalforst Alaskas.

Auch in Deutschland geht man nicht gerade rücksichtsvoll mit dem Wald um. Ich erinnere an den Hambacher Forst, der den wirtschaftlichen Interessen der Braunkohle weichen sollte. Von ihm ist nur noch ein “kläglicher Rest” übrig geblieben. Das auch nur weil es engagierte Personen gab die sich immens für den Erhalt der letzen Fläche eingesetzt haben.

Wichtig wäre jetzt ein Umdenken auch bei den privaten Waldbesitzern und der Forstwirtschaft. Mit neuen Forsten nach Legoart wird die Waldwirtschaft auf Dauer nicht existieren können.

Löffler

Löffler – Platalea leucorodia – sind Vögel aus der Familie der Ibisse. Sie sind kleiner als Störche und haben eine Flügelspannweite von etwa 120 cm, was etwa 50 cm kürzer ist als beim Storch.

Der Löffler Bestand hatte bis 1970 dramatisch abgenommen. Ihr Lebensraum wurde, wie auch bei vielen anderen Vögeln der Feuchtgebiete, durch die Entwässerung für die landwirtschaftlichen Nutzung zerstört. Ein weiterer Aspekt war die Bejagung der Tiere. Das Verbreitungsgebiet der Löffler ist in Bereichen von Nord – bis Südeuropa.

Seit 1990 erholen sich die Bestände deutlich. Vor allem an der holländischen Küste stieg die Zahl der Brutpaare von 150 im Jahr 1970 auf 3000 im Jahr 2014. Von Holland aus verbereitete er sich auch in den deutschen Küstenraum. Die Inseln Borkum, Spiekeroog, Norderney und Gebiete in Schleswig Holstein wurden zu Brutgebieten. 2014 zählte man bereits 800 Brutpaare in Deutschland.

Löffler

Die Löffler auf den Bildern sah ich in der Nähe von Greetsiel. Im Schutzgebiet Hauener Hooge, das ein Teilgebiet des Naturschutzgebietes Leyhörn ist, gibt es eine versteckt gelegene Beobachtungshütte von der aus man den Ruheplatz der Löffler sehr schön beobachten kann, ohne die Tiere zu stören. Überhaupt gibt es dort noch viele andere Arten zu sehen. So die Uferschnepfe, Rohrammer, Blaukehlchen, Rohrweihe – um nur einige aufzuzählen. Bis heute ist nicht genau geklärt woher das Wort “Hooge” abgeleitet ist. Im Bezug auf die “Hallig Hooge” bedeutet Hooge der höchste Punkt. Insofern könnte Hooge eventuell ein Hinweis darauf sein, dass es sich um eine Erhöhung im Gelände gehandelt hat.

Löffler

Im Gegensatz zum Storch nimmt der Löffler seine Nahrung nicht Stück für Stück auf, sondern “seiht” sie durch hin- und her Bewegungen des Kopfes über den löffelartigen Schnabel aus. Dieser ist auch der Grund warum er seine Nahrung nicht sehen kann. Im “Löffel” befinden sich feine Fühler die auf Bewegungsreize der in Frage kommenden Nahrung reagieren. Als “Seihen” bezeichnet man das Pendeln mit dem Schnabel.

Wie der Reiher lebt auch der Löffler in Kolonien. Die Nester befinden sich oberhalb des Wassers im Schilf oder am Boden in Büschen.

Das weiße Gefieder hat eine leichte Gelbtönung. Im Prachtkleid ziert die Brust ein klarer gelber Fleck. Am Hinterkopf zeigt sich ein langer Federschopf.