Kuckuck

Kuckuck – mit wissenschaftlichem Namen Cuculus Canorus. Von Mai bis Juli wird der Kuckuck aktiv. Sein Ruf, der ihm seinen Namen gab, schallt weit über die Ebene. Es ist sehr schwer diesen etwa taubengroßen Vogel zu sehen.
Ich habe ihn seit zwei Tagen ständig rufen hören. Auf unseren Wanderungen am Dümmer begleitet uns sein „kuckuck“, „Kkuckuck“ ständig. Aber obwohl wir zu Zweit sind, können wir ihn nicht entdecken. Bis der Wald abrupt aufhört und der Schilfgürtel des Dümmer See das Landschaftsbild prägt. Das Ochsenmoor grenzt unmittelbar an.

Wieder erschallt der Ruf des Vogels und ganz oben im Baum, auf der äußersten Spitze des Astes kann ich ihn nun sehen und ein paar Bilder machen. Klar ist die Entfernung selbst für das 400er Tele viel zu weit, aber ein Belegfoto möchte ich doch haben, wo es doch so selten ist, dass man ihn sieht.

Kuckuck

Dem Rufer wird das Überleben in Deutschland erschwert durch die Veränderung seines Lebensraumes. Ansonsten ist er überall zu finden. Selbst in Asien und Japan gibt es Vorkommen dieses Vogels. Besondere Bekanntheit hat er durch seine „Faulheit“ keine Eier selbst auszubrüten, erlangt. Brutparasitismus – ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Vogel dem anderen Vogel ein „faules Ei“ unterlegt.

Der Teichrohrsänger gehört zu den beliebtesten Wirtsleuten für den Kuckuck. Die eigenen Eier sind in Form und Farbe bereits den Eiern des Rohrsängers angepasst. Das ist auch eine besondere Gabe des Kuckuck, dass er die Eier quasi in die Farbe und Form des „Wirtvogels“ angleichen kann. Das Kuckuckspaar beobachtet eine ganze Zeit das Verhalten des Teichrohrsängers um abzuwarten, wann dieser seine Eier im Nest abgelegt hat.

Nun heisst es Warten bis das Nest verlassen ist. Unter Umständen lenkt das Kuckucksmännchen die „Gastvögel noch ab, damit Frau Kuckuck ein Ei vom Gelege fressen kann und dafür ihr eigenes Ei hineinlegt. Nichts ahnend wird dann später das „Kuckucksei“ mit ausgebrütet.

Der geschlüpfte kleine Kuckuck ist in der Lage so lautstark zu betteln, das man meint es wäre eine komplette Brut im Nest. So fällt es kaum auf, dass er nach und nach die anderen, viel kleineren Jungen aus dem Nest wirft. So wird der Kuckuck durchgefüttert, bis er schließlich das Nest verläßt und davon fliegt.

Der Klimawandel macht dem Kuckuck allerdings seine „Arbeit“ immer schwerer. Während seine Wirtsvögel sich auf den Wandel eingestellt haben und bereits früher anfangen zu brüten, kommt der Kuckuck, der sich noch nicht umgestellt hat, zu spät aus dem Winterquartier zurück. Weil die Brut im „faulen Nest“ bereits früher schlüpft als der Kleine im Kuckucksei, schlägt das Schicksal nach seinem Schlupf erbarmungslos zu und er wird selbst aus dem Nest geworfen.

Der Kuckuck lebt hauptsächlich von Insekten, Libellen, Käfern und Ohrwürmern.

Der Kuckuck legt sein faules Ei, dem Teichrohrsänger ins Nest hinein.

Der Kleine wird schon bald ein „Riese“, der Teichrohrsänger kriegt die Krise.

Doch irgendwann ist es vorbei, der Kuckuck fliegt in die Türkei.

Teichrohrsänger

Teichrohrsänger – wissenschaftlicher Name Acrocephalus scirpaceus. Er legt sein Nest im Schilf an, wo es zwischen Schilfhalmen aufgehängt wird. Dort brütet er bis zu drei Eier aus. Die Brutzeit fällt in die Zeit von Mai bis September. Ende April kommt er aus den afrikanischen Winterquartieren zurück. Der lange Zeitraum zeigt an, dass es zu zwei Bruten im Jahr kommen kann.

Teichrohrsänger

Der Sänger ist leicht mit dem Sumpfrohrsänger zu verwechseln.

Der Schnabel der Teichrohrsängers ist länger und etwas spitzer zulaufend, der Kopf ist gestreckter, der Kopf des Sumpfrohrsängers wirkt dagegen rundlicher. Das beste Unterscheidungsmerkmal ist wie so oft, der Gesang. Beide gehören zu den Zwillingsarten.

Während der Teichrohrsänger unermüdlich, metronomartig stets die gleichen Laute singt, immitiert der Sumpfrohrsänger auch Stimmen anderer Vogelarten, selbst der Arten, die er in Afrika gehört hat. Er hat aber auch seine eigenen Melodien.

Teichrohrsänger

Es gibt keine geschlechtsspezifischen Unterscheidungen der Teichrohrsänger. Im Schilf ist er flink unterwegs, hier braucht er nicht zu fliegen und hüpft schnell von einem Halm zum anderen. Dabei fängt er Spinnen, Larven und Insekten. Drosselrohrsänger sind in den dichteren Vegetationen des Schilfs unterwegs. Unser Teichrohrsänger lebt da mehr in den etwas weniger vegetationsreichen Zonen mit flacherem Wasser.

Die Nester des Vogels werden gerne vom Kuckuck zweckentfremdet. Dieser vernichtet dann die Brut des Teichrohrsängers. Aber auch aufkommendes Hochwasser gefährdet das Nest.

Lebensraum des Rohrsängers, der auch Rohrspatz genannt wird – schimpfen wie ein Rohrspatz – ist lange durch Entwässerungs – Maßnahmen gefährdet gewesen. Die Renaturisierung der ehemaligen Feuchtgebiete kommen ihm zu Gute.

Zilpzalp und Fitis

Zilpzalp – mit wissenschaftlichem Namen Phylloscopus collybita, ist einer der häufigsten Laubsänger in Deutschland. Der kleine Vogel ist überall zu finden. Weil er ständig „Zilp Zalp“ ruft wurde er auch danach benannt. In Franken nennt man ihn auch „Wüstling“ oder „Finderling“. In anderen Regionen auch „Erd- oder Weidenzeisig“, obwohl er nicht auf Weiden spezialisiert ist.

Zilpzalp
Zilpzalp

Der Nestbau erfolgt in ca 20 bis 40 cm Höhe in Buschwerken wir Brombeerhecken. Der Laubsänger lebt monogam, kann aber auch in Bigynie leben, dass heißt ein Männchen mit zwei Weibchen.

Bereits im März ist er aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück, obwohl er erst spät, gegen Ende Oktober dorthin fliegt.

Der kleine Vogel ist ohne besondere Zeichnung ausgestattet und daher eher unscheinbar. Zilpzalp und Fitis gehören zu den Zwillingsarten. Darunter versteht man Vogelarten die nur schwer zu unterscheiden sind.

Zilpzalp Fitis
Fitis

Der Fitis hat etwas länger Schwanzfedern und wirkt eher etwas „gestreckt“. Die Beine des Fitis sind deutlich heller als die des Zilpzalp. Auch der Augenstreif ist beim Fitis etwas deutlicher. Das markanteste Unterscheidungsmerkmal allerdings ist die Stimme.

Über den monotonen Gesang des Zilpzalp haben wir ja bereits geschrieben. Der Gesang des Fitis erinnert an den des Buchfink. Eine nach hinten abfallende Melodie.

Rohrammer

Rohrammer – mit wissenschaftlichem Namen Emberiza schoeniclus. Durch Blätter gut geschützt befindet sich das Nest der Rohrammer oberhalb vom Wasser im Schilf, oder hohem Gras auf feuchter Brachfläche. Das Weibchen ist alleine für den Nestbau zuständig und wird dabei vom Männchen bewacht.

Rohrammer

Ein Trick zur Abwehr von Feinden besteht darin, dass eines der beiden Elternteile offensichtlich flügellahm über den Boden schleicht. So zieht er die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich, um ihn vom Nest abzulenken. Dieses Verfahren nutzen auch andere Vögel und wird „Verleiten“ genannt.

Im Herbst fliegt der kleine Vogel in den Mittelmeerraum zum Überwintern. Das Männchen sitzt meistens auf der Spitze eines Schilfhalmes und man meint ihm gefällt das leichte Schaukeln im Wind. Nur sein Gesang hört sich nicht unbedingt nach Freude an. Aber er kann wohl nicht anders, als ziemlich rau und aufdringlich zu singen.

Die Rohrammer ist überwiegen braun-beige gefärbt mit dunklen Streifen. Der Schwanz hat dünne weiße Außenkanten.

Rohrammer

Im Prachtkleid wirkt das Männchen als träge es eine weiße Stola um den Nacken. Dieser fällt durch den schwarzen Kopf besonders auf. Auch ein imposanter weißer Bartstreif ist zu sehen. Das Weibchen ist allgemein schlichter, nicht so farbintensiv, hat aber auch den kleinen Backenbart, aber keinen tiefschwarzen Kopf. Ich konnte den Vogel sehr schön am Schilfufer des Dümmer See beobachten.

hier noch ein paar Verse für unsere Rohrammer:

Da sitzt er auf der Spitz` vom Schilf, braucht aber Keinen der ihm hilft.

Sanft schaukelt er dort hin- und her, es der Mann von der Rohrammer.

Von Musik versteht er nicht sehr viel, das klingt des öfteren sehr schief.

Drei Steigungen fügt er in sein Singen ein, ab er ein Komponist das wird er niemals sein.

Und wenn ein Menschlein lauthals schimpft, mein man gleich das die Ammer singt.

ulrich kloes

Wissenswertes

Wissenswertes aus den Geschehnissen in der Natur.

verklebtes Auto nach dem Parken unter dem Baum

Auto – wer sein Auto ungünstig unter einem Baum geparkt hat, erlebt oft sein blaues Wunder. Die Scheiben sind total verkleb und das ganze Auto sieht furchtbar aus.

Woher kommt das? Blattläuse hängen ihre Rüssel in die Adern der Blätter oder Nadeln. Dort saugen sie das Baumblut derart heftig aus, dass es Hinten als Tropfen wieder herauskommt.

Das Baumblut enthält Eiweiß, welches die Blattläuse dringend benötigen. Weil sie das Kohlehydrat „Zucker“ nicht brauchen landet diese klebrige Substanz mit der Ausscheidung auf dem Auto.

Honig – aus Fäkalien – Wissenswertes

Der beim Menschen so beliebte Waldhonig besteht aus den Fäkalien der Blattlaus. Die Honigbiene saugt die süßen Tropfen auf und würgt sie im Bienenstock wieder hoch um sie zum Waldhonig zu verarbeiten.

Frühjahr – leckere aus der Rinde

Wer im Frühjahr eine umgeworfene Fichte findet, sollte einmal mit dem Messer einen Teil der Rinde abziehen. Danach einen schmalen Streifen flach vom Stamm abschälen, einen etwa einen Zentimeter langen Streifen. Dann probieren Sie einmal. Es schmeckt nach Möhre und ist äußerst Nahrhaft. Das was wir da abgeschält haben ist das Kambium des Baumes.

neue Taktik der Borkenkäfer- Wissenswertes

Borkenkäfer bohren Löcher in die Rinde um ihre Eier in das Kambium des Baumes abzulegen. Bäume wehren sich dagegen, indem sie die Insekten mit Torpene und phenolischen Substanzen. Die Larven werden so mit Harzklümpchen verklebt und töten die Insekten ab. Auf diese Art können gesunde Fichten den Borkenkäfer überleben.

Neue Generationen der Blattläuse haben gegen dieses Verfahren einen Pilz entwickelt, der die Wirkung der chemischen Stoffe der Fichte entschärft. Der Pilz vermehrt sich schneller als der Borkenkäfer bohren kann und macht so den Weg frei für den Käfer, der jetzt weniger bohren muß und kann schneller seine Eier ablegen. Die Folge ist das Massensterben von Fichten.

Der Baum – als Alarmanlage

Die Holzfasern im Baum leiten den Schall besonders gut. Ein Grund weshalb aus dem Werkstoff edele Musikinstrumente hergestellt werden.

Die Krallen von Mardern oder Eichhörnchen die am Baum wirken sind von den Vögeln, die in der Nisthöhle im Baum leben wahrzunehmen. So können sie bereits früh genug Maßnahmen treffen um sich und die Brut/Jungvögel zu schützen.

Der Baum – Lebensraum unzähliger Insekten

Dr. Martin Goßner, hat vor einigen Jahren den mit 600 Jahren ältesten Baum im Bayerischen Wald mit dem Pestizid Pyrethrum eingesprüht um zu sehen wieviele Insekten in den Baumkronen leben. Durch das Pestizid fielen alle Spinnen und Insekten tot auf den Boden und so konnte man zählen, dass es sich um 2042 Tiere aus 257 Arten handelte.

In sogenannten „Zwiesekn“ – Zweiggablungen- bilden sich sogar Mini Biotope die ein Zuhause für Mückenlarven sind, von denen wiederum seltene Käferarten leben.

Das Leiden der Stadtbäume

Im Vergleich zum Waldbaum hat der Stadtbaum nur wenig Platz für sein Wurzelwerk. Der Gehweg, Rohrleitungen und Versorgungsleitungen versperren den Weg. Deshalb haben Stadtbäume lediglich ein Wurzelwerk mit einer Tiefe von etwa eineinhalb Metern. Dadurch sind sie bei Sturm besonders gefährdet.

Hinzu kommt das Stadtklima. Im Wald können sich die Bäume in der Nacht nach extremer Hitze abkühlen. Die Häuser und die Betonflächen lassen in der Stadt keine Abkühlung zu. Die Gebäude strahlen noch Wärme ab. Die Lufttemperatur bleibt hoch und wird von Abgasen getränkt. Die Luft ist trocken. Kleinstlebewesen am Baum können nicht existieren.

Ein weiterer Aspekt ist der Urin der Hunde , der die Rinde zersetzt. Im Winter erreichen etwa 10 Prozent der Salzgischt von der Straße die Bäume und sorgen für Verätzung, dadurch wird die Fotosynthese im Frühjahr verhindert. Parasiten haben leichtes Spiel. Ein Profiteur ist der Eichenprozessionsspinner. Keine guten Aussichten auf ein langes Leben.

Kiefer und Fichte im Wintersturm

Kiefern und Fichten halten bei Winterstürmen oft nicht stand. Das liegt einmal an der Anpflanzung auf geschädigten oder verdichteten Böden durch den Menschen, zum Anderen werden die Nadelbäume bei uns viel höher als in ihrem Stammland im Norden. Im Norden behalten die Bäume auch nicht ihre Nadeln. wie sie es bei uns tun. Das wiederum führt zu einer größeren Angriffsfläche für den Sturm.

Die Jagd und der Wald

Um mehr Trophäen erbeuten zu können wurden im letzten Jahrhundert die Pflanzenfresser von Jägern zugefüttert um den Wildbestand zu erhöhen. Dadurch erhöhte sich der Wildbestand im deutschsprachigen Raum über das Fünfzigfache des natürlichen Bestandes. Auf diese Weise trugen Jäger so erheblich zur Schädigung des Waldes durch die Tiere bei.

2018 töteten Wölfe für ihren Lebensunterhalt etwa 40.000 Stück Rotwild, Rehe und Sauen. Jäger erlegten knapp 2 Millionen Stück Rehe, Rotwild und Sauen.

Rotkäppchen -der Wolf und das Fahrrad

Rotkäppchen der Wolf und das Fahrrad erzählt ein altes Märchen im Gewand der heutigen Zeit des Internets, der Werbung – eine nicht ganz ernst zunehmende Geschichte.

Nahe eines großen Waldes lebte das Rotkäppchen mit ihrer Mutter. Mutter war alleinerziehend, weil Vater sich mit einer Internetbekanntschaft davon gemacht hat. Die Großmutter lebte in einem kleinen Häuschen auf einer Lichtung inmitten des Waldes. Hier war es so abgelegen, dass die Großmutter weder einen PC, noch ein iPhone oder Smartphone besaß.

Einmal in der Woche machte sich das Rotkäppchen auf den beschwerlichen Weg zu ihrer Großmutter um ihr Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs vom Discounter Aldi zu bringen. Dinge wie die Tiefkühlpizza, Döner und Chevapchichi füllten dann ihren Korb den sie mit sich trug.

Das waren aber auch alles Sachen die dem Wolf gut schmecken würden. Dieser wohnte in der Nachbarschaft und hatte das Rotkäppchen schon oft beobachtet und überlegt wie er an die schönen Dinge herankommen könnte. Der Weg durch den Wald war sehr beschwerlich und unser Wolf liebte die Bequemlichkeit, deshalb lieh er sich am Bahnhof ein Fahrrad , zahlte per PayPal und fuhr dem Rotkäppchen hinterher. Dann fuhr er auf einem Nebenweg an ihr vorbei um sie zu überholen und wartete auf das Mädchen.

Schon bald erklang aus der Ferne der fröhliche Gesang des Mädchen : “ weißt du denn gar nicht wie schön du bist?“ schallte es durch den Wald.

Wie erschrak das arme Mädchen als der Wolf sie plötzlich anknurrte. Laut rief es um Hilfe und tatsächlich tauchte aus dem Dickicht Balu der Bär auf, der ohrfeigte den Wolf links und rechts und zertrat schließlich noch das Leihfahrrad.

So ging es in der Kalenderwoche 14 und 15 weiter. Immer wieder tauchte der verflixte Bär auf und zerstörte auch noch sein Fahrrad.

Eines Tages aber war es dem Wolf gelungen in das Haus der Großmutter einzudringen, als diese gerade bei Ikea war um sich eine neue Kommode anzuschaffen. Der Wolf hatte über seinen Facebook Kontakt herausgefunden welche Nachtkleidung die Großmutter trug und sich über ebay die gleichen Sachen besorgt. So lag er nun als Großmutter verkleidet im Bett und wartete auf das Rotkäppchen, die nichts vom Ikea Besuch der Großmutter wußte.

Es dauerte nicht lange und die Tür ging herauf. Das Rotkäppchen kam ins Zimmer und schaute besorgt auf das Bett, denn die Großmutter sah doch etwas verändert aus und so fragte sie besorgt:“ Großmutter, was hast du für große Ohren? “ – “ Damit ich dich besser hören kann“ – antwortete die angebliche Großmutter. „Aber Großmutter, was hast du für eine große Nase? “ kam es da schon vom Rotkäppchen. „Damit ich dich besser riechen kann“. „Großmutter , was hast du für rote Augen?“ – Da platzte dem Wolf der Geduldsfaden und er rief: „Weil ich dauernd das scheiß Fahrrad reparieren muß !“

Circadiane Uhr

Circadiane Uhr – „die Innere Uhr“. Man ging immer davon aus, dass der Beginn der Vogelgesänge im Zusammenhang mit dem Tageslicht und den Aktivitäten des Vogels steht. Nunmehr haben Versuche in abgedunkelten Räumen ergeben, dass Vögel einen etwa 24- stündigen Rhythmus nutzen. Eine innere Uhr.

Bei manchen Vögeln schlägt diese Uhr schneller, bei anderen langsamer. Sie ist also nicht beständig. Bei einer „langsam schlagenden Uhr“ beginnen Aktivitäten später, bei der „schneller schlagenden Uhr“, früher. Das bezeichnet man unter dem Begriff Circadiane Uhr.

Vögel sind durch diese innere Uhr bereits auf den kommenden Tag vorbereitet. Das bedeutet, dass sie ihren Hormonhaushalt, die Körpertemperatur und Stimmung bereits voreingestellt haben. Sie können den Tag sofort aktiv beginnen.

Circadiane Uhr ist der Wecker

Die circadiane Uhr stellt den Wecker für die Vögel dar. Die Sonne, Temperatur und Wetter stellen die Uhr ein. Sie sind der Zeitgeber der inneren Uhr.

Auch Umweltfaktoren und Lichtintensität wirken sich auf die Uhr aus. Während der eine Vogel bei der ersten Dämmerung singt, beginnen andere erst bedeutend später mit dem Gesang. Man glaubt, dass das mit den Tagesaktivitäten (voreingestellt) zusammenhängt. Untersuchungen an Vögeln ergaben, dass der dämmerungsaktive Vogel einen größeren Augendurchmesser hat. Bei den verschiedenen Individien gibt es wie beim Menschen den Frühaufsteher und Langschläfer.

die Jahresuhr der Vögel

Auch bei der „Jahresuhr“ der Vögel gibt es die circadiane Uhr. Der Verhaltensforscher Eberhard Gewinner stellte bei Versuchen mit mehreren Vogelarten fest, dass bei stets gleich bleibenden Bedingungen von Licht- und Temperatur, ein präziser Ablauf der Mauser und der Zugunruhe festzustellen war.

Es existiert also ein circidaner Kalender. Diese Kalender – Uhr läuft allerdings schneller als das Kalender – Jahr. Die Regulierung liegt wohl in der Länge des Tageslicht. Hinzu kommen Faktoren wie Nahrungsbedingungen und Wetterbedingungen.

Durch die globalen Veränderungen geraten die „Zeitpläne“ der Vögel in Gefahr. Ein immer früher eintretender Frühling oder Herbst durch den Klimawandel, verändert die Reaktionen der Vögel auf diese Veränderungen. Einige Arte können da nicht mithalten und ändern ihr Verhalten nicht. „Wettervögel“ sind eher in der Lage sich umzustellen als „Kalendervögel“. Der Wettervogel kann sich bedeutend schneller an eine neue Situation anpassen. Das gelingt den Vögeln mit festen Zug- und Zeitprogrammen oft nicht. Ein Beispiel ist der Kuckuck, der aufgrund des verspäteten Ankommens aus dem Winterquartier seine Eier in Nester ablegt, in den die Brut des Wirtsvogel jetzt eher schlüpft, als das „Kuckuckskind“. So geschieht es, dass das Kuckuckskind aus dem Nest geworfen wird und der Bestand des Kuckucks abnimmt.

Die Tagesuhr und die Jahresuhr der Vögel kann sich auch durch die hohe Beleuchtung der Städte, durch die Lichtverschmutzung, verändern. So konnte man feststellen, dass die Stadtamseln früher Brutbereit sind, als die Verwandten auf dem Lande.

Infos aus „Schattenblick“ – „Der Falke“ – -Dr. Barbara Helm-Ornithologin Max Planck Institut für Ornithologie.

Buntspecht

Buntspecht oder Dendrocapus major, wie sein wissenschaftlicher Name lautet. Er bewohnt Wälder und Parks und kommt sogar bis in die Gärten der Menschen.

Buntspecht

Seine Nahrung besteht aus Insekten, aber auch aus Eiern von Brutvögeln und Samen der Nadelbäume.

Auffallend ist beim Männchen der rote Nackenfleck, der beim Weibchen schwarz ist. Ansonsten ist der Specht schwarz gefiedert, mit einem hellen Bauch.

Eine Besonderheit ist die Ablage von Zapfen in sogenannte „Spechtschmieden“. Dabei handelt es sich um Astgabeln in die er die Zapfen ablegt, um sie besser bearbeiten zu können.

Buntspecht

Das „Trommeln“ des Buntspecht

Das kräftige „Trommeln“ das er beim Schlagen auf den Stamm erzeugt, schallt weit in den Wald hinein. Deshalb nennen ihn die Bayern auch „Baumhacker“.

Das Tommeln und Klopfen dient der Reviermarkierung und dem Anwesenheitsruf. Es ist vergleichbar dem Gesang der Singvögel.

Hat der Specht einen guten „Resonanzboden“ gefunden, plustert er das Gefieder auf schlägt lotrecht seinen Wirbel. Spechte können an Hand der Schläge unterscheiden welche Art die Trommelschläge ausführt.

Der Mittelspecht schlägt keine Trommelwirbel und auch der Grünspecht nur sehr selten. Ein Meister des Faches ist unser Buntpecht.

Buntspecht

Rewilding

Rewilding – während in Deutschland Politiker und Jagd- und Bauernverbände den Beschuß , die „Entnahme“ von Wölfen fordern, beschreitet man in anderen Regionen Europas einen neuen Weg.

Das Stichwort ist „REWILDING“ – Verwilderung – durch Entdomestizierung – vom Haustier zum Wildtier. Das Ziel ist anders als beim Artenschutz nicht der Erhalt eine Art, oder die Natur zu schützen, was zwar auch dazu gehört, sondern die Wiederansiedlung ehemals vorhandener Fauna und die Wiederherstellung verschwundener Ökosysteme. Durch die Megafauna sollen sich Landschaften selbständig wieder entwickeln. In Absprache mit den Bewohnern der Regionen soll die Landschaft sich selbst verändern.

Was ist Megafauna ?

Früher sah die Fauna in Europa ähnlich aus wie in den Nationalparks Amerikas. Seit 1950 der Artenschutz in Europa installiert wurde, stieg auch die Artenvielfalt. Auch Megafauna entwickelte sich langsam neu. Als Megafaun bezeichnet man die großen Raubtiere und Pflanzenfresser wie Bären und Elche , Wisente oder Bison und die großen Hirsche. Diese stellen also den Anteil der Tiere dar, die im Habitat die größten Organismen stellen. Die nächst kleineren Organismen fallen unter den Begriff Makrofauna und die kleinen Organismen bilden die Mikrofauna.

Yellowstone und Rewilding

In Europa leben in 22 Ländern doppelt so viele Wölfe wie in den USA und 17.000 Bären. Mit Rewilding sollen natürliche Abläufe wieder neu entstehen, ohne menschlichen Eingriff. Erstmals wurde Rewilding im Yellowstone Nationalpark durchgeführt. Durch den Einfluß des Menschen war das Ökosystem im Park durcheinander geraten. Die Raubtiere waren verschwunden oder ausgerottet. Den großen Pflanzenfressern fehlten die natürlichen Feinde und sie konnten sich in Ruhe vermehren. Da keine Gefahr bestand, fraßen sie seelenruhig die Vegetation im Park. Erst durch die Wiederansiedlung des Wolfes konnte sich die Vegetation erholen. Der Fluchtinstinkt der Pflanzenfresser war neu geweckt, sie zogen wieder umher, ohne ein ganzes Gebiet kahl zu fressen, weil der Wolf ihnen auf der Spur war. Die Bestände wurden natürlich reguliert. Das Ökosystem entstand neu.

Polnischer Urwald

Als einer der letzten Urwälder Europas gilt der Bialowieza Urwald an der polnisch – weißrussischen Grenze. Seit hundert Jahren hat der Mensch dort nicht mehr eingegriffen. Im Wald leben wieder Bären und der Luchs, aber auch die großen Pflanzenfresser wie der Elch. Das Ökosystem wird durch die Tiere intakt gehalten. Die Pflanzenfresser nagen zwar auch an der Vegetation, aber durch die Anwesenheit der Raubtiere nur in einem gewissen Maße. Außerdem hinterlassen sie im Kot wieder Nährstoffe im Boden, die sich der Wald zunutze macht.

Die Tiere schaffen auf natürlich Weise Lichtungen im Wald, was den Bäumen zu Gute kommt. Der Grund benötigt Licht zum Wachsen und Keimen. Ohne die Pflanzenfresser würde der Urwald so dicht, dass es wieder Schaden verursachen würde.

Rewilding Europa

Rewilding Europa ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Nijmegen. In etwa zehn Regionen Europas engagieren sich Wissenschaftler, Freiwillige, Schüler und Studenten. In den kleinen Niederlanden kann der Besucher sich bei einem Objekt in die afrikanische Savanne versetzt fühlen.

Ökosystem Oostvaarderplassen

Rewilding
pixabay Marky_Mark

Das Naturentwicklungsgebiet Oostvaarderplassen in der Provinz Lelystad entstand durch Trockenlegung eines Teiles des IJsselmeeres. Das klappte aber nicht richtig, weil weiterhin Teile des Polders bewässert waren. So wurde die Fläche nicht landwirtschaftlich in Benutzung genommen, sondern sich selbst überlassen. Schneller als erwartet bildete sich ein Tiefland-Riedmoorgebiet. Eine große Artenvielfalt der Vogelwelt entstand.

Nach und nach wuchsen immer mehr Büsche und man ließ die Flächen durch Graugänse beweiden. Die Ansiedlung von Megafauna durch Rothirsche, Heckrinder und Konikpferden sorgten für die Entstehung eines neuen Ökosystems, das sich alleine durch die dort lebenden Tieren entwickelte. Das 5600 ha große Gebiet und beinhaltet zu einem Drittel trockene und zu zwei Dritteln feuchte Biotope. Die Gewässer haben einen großen Fischreichtum und die Artenvielfalt am Land und im Wasser nimmt zu. Dazu gehören Seeadler, Fischadler Löffler und andere. Die Herden wachsen ständig, werden aber nicht durch den Menschen reguliert. Auch Zufüttern im Winter ist verboten. Im Winter 2017 kamen unzählig viele Tiere ums Leben, weil sie verhungerten.

Die Tiere die in den Sommermonaten genug Energie gespeichert hatten überlebten. Zuvor hatte man schon in Erwägung gezogen die hohe Anzahl der Herden zu regulieren. Es kam auch zu Protesten, weil die Zufütterung untersagt wurde. Dennoch hat man es schließlich einfach hingenommen und nicht angezeigt. Die Bestände erlitten einen Verlust um 60 Prozent in diesem Winter 2017. Wenn man so will, hat die Natur also dafür gesorgt, dass ein normales Leben wieder in der „Savanne“ möglich war.

Man verzichtet auch darauf den Wolf als natürlichen Feind der großen Pflanzenfresser anzusiedeln, weil man damit rechnet das er den Weg dorthin von alleine findet.

Erkenntnisse für die Wissenschaft.

Die Ergebnisse aus der Entwicklung in den Niederlanden zeigen Wissenschaftlern das Europa früher einmal nicht nur aus riesigen Waldflächen bestand. Es muß durch die großen Pflanzenfresser wie Wisent, Wildpferde und Auerochse auch große Offenlandschaften gegeben haben.

Rewilding befasst sich auch mit der Rückkehr ausgestorbener Arten. In Portugal versucht das TaurOs Project mit einer Züchtung aus verschiedenen Rinderarten, wie dem Maronesa Rind den Auerochsen wieder zu installieren. Die DNA befindet sich noch in diesen Rindern. Auerochsen müssen lange Beine haben und ein großes Horn, um sich gegen Beutegreifer wehren zu können.

In Rumänien wurden ganze Landflächen durch den Rückgang der bewirtschafteten Flächen sich selbst überlassen. Die Bewohner der Orte verloren ihre Lebensgrundlage und viele verließen ihr zu Hause.

Hier kommt Rewilding ins Spiel. Mit der Akzeptanz der Gemeinden siedelt man zum Beispiel den Wisent wieder an. Das Ökosystem entwickelt sich wieder neu und die Bewohner erhoffen sich durch die Megafauna einen eintretenden Tourismus in ihre Region. Naturfreunde, Tierfotografen, Hobby Ornithologen werden die Touristen sein die sich zuerst für neu entstehende Artenvielfalt interessieren.

Festzustellen ist, dass der ganz oben erwähnte Wolf im deutschen Ökosystem lediglich einen Regulierungsgrad von 10 – 15 Prozent erreicht. Der Mensch ist in Deutschland noch immer derjenige der die Natur steuert und wohl auch steuern und regulieren will. Das eine natürliche Regelung des Ökosytems bedeutend besser ist zeigen die Projekte von Rewilding Europa.

Viele Infos aus dem ARTE Film „Die Natur kehrt zurück“ – In der Mediathek verfügbar bis 11.06.2019

Fracking Gas

Fracking Gas ist ein dreckiges Gas aus den USA und ein klimaschädlicher fossiler Energieträger.

Der Bundesrat hat nun den Beschluß gefasst, Fracking Gas aus den USA zu importieren. Ein Kniefall vor Trump, der ja die Erdgas Pipeline aus Russland torpediert. Der Beschluß konnte durchgesetzt werden, weil die GRÜNEN sich der Stimme enthielten. – Dazu im Dezember 2018 Die Grünen-Politikerin Julia Verlinden „LNG-Exporteure zu hofieren, die gefracktes Gas nach Deutschland verkaufen wollen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich seit Jahren für ein striktes Fracking-Verbot einsetzen.“ (dpa)

Federführend ist wieder einmal der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, der bereits mit seinen Abschußbeschlüssen gegen den Wolf auffällig wurde und dort ständig gegen EU Beschlüsse verstößt. Die Bundesregierung und mit ihr leider auch die Grünen – ohne ihre Enthaltung wäre der Beschluß nicht möglich gewesen, kümmern sich somit nicht einen Deut um gesteckte Klimaziele, sondern legen neue Steine in den Weg. Ein Affront auch gegen Friday for Future.

Fracking Gas
pixabay – Kevin_Snyman

Fracking Gas – fossile Energie

Hinzu kommt, dass die Kosten für die zu bauenden LNG Terminals in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade komplett vom Steuerzahler und dem Endverbraucher finanziert werden sollen. Das Land Schleswig Holstein fördert diese fossile Energie noch mit zusätzlichen 50 Millionen Euro.

In den LNG Anlagen wird das Fracking Gas durch Temperaturabsenkung verflüssigt und in entsprechenden Behältern transportiert und gelagert. Bei der Produktion entsteht bereits eine hohe Methanemission. Die Verflüssigung in den LNG Anlagen benötigen einen extrem hohen Energieverbrauch.

In Brunsbüttel ist laut DUH (Deutsche Umwelthilfe) die Planung bereits weit vorangeschritten. Die DUH sieht die Realisierung der LNG Anlage in Brunsbüttel als nicht durchführbar an, weil sie zwischen Atomanlagen, einem Wohngebiet und einem Chemiepark gebaut werden soll.

Bei der Fracking Gas Methode wird zunächst senkrecht in das Gestein gebohrt. Dann werden seitlich in das Gestein Wasser und geheime chemischen Zusätze hineingepresst um die Gasblasen aus dem Gestein fördern zu können. Der Boden wird also durchlöchert. Diese Methode kann sogar zu Erdbeben führen. Außerdem verbleibt das chemische Gemisch mit dem verseuchten Wasser im Boden und verunreinigt das Grundwasser und somit auch das Trinkwasser. Die Methode ist in Deutschland verboten.