Sperling die Nummer 1

Sperling – genauer der Haussperling hat bei der Stunde der Wintervögel die Kohlmeise von der Spitzenposition abgelöst.

Offenbar kommt beim Sperling der Haussperling mit den dürren und heißen Sommermonaten gut klar. Der Sperling konnte deutlich zulegen, allerdings den Rekord aus dem Jahr 2011 nicht toppen.

NAUBU und LBV konnten eine gute Beteiligung verzeichnen. Als eines der Ergebnisse wurde festgestellt das die Zahl der Amseln auf niedrigem Niveau konstant geblieben ist. Drastisch fällt der Verlust bei den Grünfinken auf, während der Eichelhäher auf dem Vormarsch ist. Seine Zahl hat sich deutlich erhöht.

Der warme, nahezu schneefreie Winter sorgte dafür, dass die Vögel den reich gedeckten Tisch in den Gärten nicht so oft aufsuchten, weil das Angebot in der Natur groß genug ist.

Interessant ist auch die Feststellung das Star, Zilpzalp, Hausrotschwanz und Bachstelze immer “zugfauler” werden. Der milde Winter läßt die Sehnsucht in die angestammten Winterquartiere offenbar drastisch sinken. Bei Einbruch einer späteren Kälteperiode starten sie mit Verspätung in den Süden oder nutzen die Angebote in den Gärten.

Diese Beobachtung konnte ich auch im eigenen Garten bestätigen. Vor einigen Wochen hatte ich ja noch über das Ausbleiben der Amsel berichtet. Mittlerweile haben sich ein Weibchen und zwei Männchen zumindest ab und zu wieder im Garten eingefunden. Die Rotkehlchen sind wie immer da und auch ein Zaunkönig findet sich ein. Ein Gimpel / Dompfaff Pärchen läßt sich auch manchmal blicken.

Die Stunde der Gartenvögel 2020 findet vom 8. bis 10. Mai statt.

Blaumeise

Blaumeise – wegen der blauen auffälligen Kappe trägt sie ihren Namen zu Recht. Die Meise ist weit verbreitet. Prägnant ist auch der schwarze durchgehende Augenstreif und das kleine schwarze Bärtchen.

Blaumeise

Die Jungen werden mit Insekten gefüttert. Ansonsten werden in den Wintermonaten auch Pflanzensamen gefressen. Ganz verzichten muß die Blaumeise aber auch dann nicht auf Insekten, jedenfalls nicht wenn Schilf in der Nähe ist. Dort sucht sie die in Schilfhalmen nach versteckten Insekten.

Aus dem Norden kommen im Winter oft invasionsartig Zuzügler zu den Beständen in unseren Regionen hinzu. Bei den Männchen ist die Haubenkappe kräftig leuchtend und auch mit der gelben Unterseite wollen sie den Weibchen imponieren.

In Nisthöhlen brüten Blaumeisen von April bis Juli zwei Mal. Bereits zwanzig Tage nach dem Schlupf werden die Jungvögel flügge. Danach werden sie noch zwei Wochen weiter gefüttert. Während des Nestbaus und der Brutzeit kümmert sich das Männchen intensiv um den Schutz des Reviers. Während der Balz bringt das Männchen dem Weibchen Baltzeschenke in Form von Futter und setzt das auch im Laufe der Brutzeit fort.

In den Wintermonaten sind die Verluste bei der Blaumeise groß, deshalb besteht das Gelege aus bis zu vierzehn Eiern, was einen Rekord bei den Nesthockern bedeutet. Es kommt vor das ganze Gelege sterben.

Die Wissenschaftler des Max Planck Instituts Dr. Peter Santema und Prof. Dr. Bart Kempenaers haben dieses Phänomen untersucht. Über sieben Jahre wurden 684 Nester analysiert. Dabei stellte man fest, dass dreizehn Prozent die komplette Brut verloren hatten. Das lag in fast allen Fällen am Verlust eines Elternteiles durch Tod. Hatte man ursprünglich vermutet das ein Elternteil oder beide die Brut bewußt verlassen, so wurde diese These widerlegt.

Oft versucht das verbliebene Elternteil wenigstens einen Teil des Geleges durch zu bringen. Das gelingt dem Weibchen eher als dem Männchen, weil diese die Küken nicht wärmen können.

Haubenmeise

Haubenmeise, Blaumeise, Weiden- und Sumpfmeise gehören zu den “Kleinmeisen”. Die Haubenmeise ist eine insektivore Art das heißt, sie frißt in der Hauptsache Insekten. In den Wintermonaten begnügt sie sich aber auch mit Samen, Körnern und dann nimmt sie sogar die Angebote in Futterhäusern an. Dort hält sie sich aber nicht auf, sondern nimmt das Korn auf um sogleich damit fortzufliegen.

Haubenmeise

Ihr eigentlicher Lebensraum ist der Nadelwald. Heute findet man sie aber auch in Mischwäldern, Parks und sogar in Gärten.

Haubenmeisen leben monogam, sie sind ihr Leben lang treue Partner. Sie zeigen auch ein hohes Maß an sozialem Verhalten. Paare mit erfolgloser Brut helfen den Eltern anderer Jungvögel bei der Aufzucht der Jungen. Die Haubenmeise gibt es nur in Europa. Sie nehmen am Meisenzug teil . Der Meisenzug geht durch Wälder und Wohngebiete, hat aber nichts mit dem Zug der Zugvögel zu tun. Die Habenmeise gehört zu den Standvögeln. Im Gegensatz zu anderen Meisenarten sind sie nicht sehr gesellig, verteidigen aber auch ihr Revier gegen Artgenossen.

Haubenmeisen sind die einzigen Meisen mit einer deutlichen Federhaube auf dem Kopf. Diese ist schwarz-weiß gemustert ist. Kopf- und Halsseiten sind weiβ und mit schwarzen Streifen schwarzen versehen. Oberseite ist braun-grau und die Unterseite weiß-grau.

Die Nesthöhle schlägt die Meise in morsche, alte Baumstämme, oder sie übernimmt eine verlassene Höhle eines Spechtes, die sie nach ihrem Empfinden mit Moos und Tierhaaren auffüllt.

Die Jungen werden noch bis zu drei Wochen nach dem ersten Ausflug gefüttert.

Warum die Meise eine Haube trägt, die auch meistens aufgerichtet ist, konnte noch nicht erforscht werden und ist noch ein Rätsel. Überhaupt unterscheidet die Haubenmeise sich in mehreren Dingen von der üblichen Meise. Si versteckt sie zum Beispiel Futter für schlechte Zeiten und bedeckt das Versteck mit Rinde oder anderem Gehölz. Auch offene Flächen und Laubwälder sind bei ihr nicht sehr beliebt.

Schwanzmeise

Schwanzmeise – der kleine Wattebausch- war das erste was meine Frau zu dem schwarz, weißen Vogel sagte. Tatsächlich wirkt er im Flug wie ein kleiner Ball mit einem langen Schwanz. Die Schulterfedern sind allerdings leicht rosa. Kopf und Bauch weiß und ein deutlicher schwarzer Scheitel – Seitenstreifen ist zu sehen.

Schwanzmeise

Schwanzmeisen sind gesellige Vögel und gehören eigentlich auch nicht zu den Meisen. Sie sind eher mit Laubsänger und Schwalbe verwandt. Die Vögel sind meistens in einem größeren Verband zu sehen und sie sind sehr unruhig, als wenn sie ständig etwas zu tun hätten.

Das Futter, was ein Fotograf aber auf das Brückengeländer ablegte, war wohl für die kleine Schwanzmeise unwiderstehlich und nicht nur die Schwanzmeisen fanden sich ein, auch der Kleiber und andere Meisenarten waren ganz “heiß” auf den gekochten Reis. Allerdings darf der Reis nicht in Salzwasser gekocht werden und muß ungewürzt sein. Bitte auch keinen rohen Reis ausgeben, da dieser sich im Körper eines Vogels aufbläht.

Schwanzmeisen bauen kugelförmige Nester in Astgabeln. Bei der Brut und der Aufzucht helfen die Altvögel. Auch Vögel der Bruten erfolglos waren, helfen den anderen Eltern.

Den Namen verdankt der Vogel natürlich dem auffallend langen Schwanz, mit dem er gut Ballancieren kann, wenn er an der Spitze eines dünnen Astes nach Futter sucht. Dabei hängt sie zumeist am Ast.

Der Gesang des Vogels ist so hoch, dass er für die meisten Menschen nicht zu hören ist. Ihr Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit vielen Büschen. Wenn man etwas für die Schwanzmeise tun möchte, sollte man Obstbäume pflanzen und Büsche und Hecken anlegen.

In den Wintermonaten kommen Trupps aus dem Norden hinzu. Die Schwanzmeise aus dem Norden oder Osten hat einen ganz weißen Kopf. Die Nahrungsreviere werden von einzelnen Gruppen, die aus zehn bis zwanzig Tieren bestehen, verteidigt.

Die Verbreitung und der Häufigkeitsanteile von Vögeln mit nahezu reinweißen Köpfen und den Tieren mit schwarzem Scheitelstreifen ist noch nicht gut bekannt und darin sieht ornitho.de eine wichtige Aufgabe der Beobachter, die ihre Sichtungen dort melden sollten.

Geologische Wand – Kohle

Geologische Wand ist die Bezeichnung für ein Felsengebilde an der Ruhr in Essen Heisingen. An der Wand sieht man die Erdschichten die sich im Verlaufe von Tausenden Jahren gebildet haben und einen Teil des Flözes. Deutlich ist die Kohle zu erkennen und man ahnt was es für eine Arbeit war, den Abbau über und unter Tage zu betreiben.

Geologische Wand
Stollenmundloch

Zwei Aufschlüsse eines Flözes sind zu sehen, außerdem zwei Stollenmundlöcher der früheren Zechen Voßhege und Wasserschneppe. Die Eingänge sind natürlich geschlossen und der Zugang zu den einstigen Stollen zugemauert.

In der Zeche Voßhege wurde das Flöz Dickebank im Tagebau abgebaut. Es gab auch noch das Flöz Dünnebank, dieses war aber zu schmal um es abzubauen. Die nachfolgezeche Wasserschneppe hatte im Jahr 1817 die Erlaubnis zum Tiefbau erhalten und so wurde das Flöz Dickebank nahezu völlig abgetragen.

Geologische Wand

Die Historie um die Zechen ist auf zwei Informationstafeln die mit Texten von D.E.Meyer beschriftet wurden abzulesen.

Nach der Genehmigung zum Tiefbau kam es zum Zusammenschluß der Zechen Wasserschneppe, Zeche Spiekbank und dem Erbstollen St. Maria von Gutenrath. 1821 wurde die Zeche wegen Absatzmangel geschlossen und 1848 wieder in Betrieb genommen. 1885 kam dann das endgültige Aus.

Im Jahr 2006 geriet Zeche Wasserschneppe noch einmal an die Öffentlichkeit. Ein Tagebruch oberhalb des Flöz verursachte immense Schäden an den oberhalb gelegenen Häusern und 2017 stürzte ein Junge aus 10 Metern Höhe von der Geologischen Wand ab. Die Rettung des verletzten Jungen erfolgte durch die Höhenrettung.

Ganz in der Nähe der Wand wurde vor kurzer Zeit die neue Kampmannbrücke über die Ruhr nach Kupferdreh eingeweiht. Es handelt sich um eine Schrägseilbrücke, die in 40 Monaten errichtet wurde. In der Mitte der Brücke befindet sich eine Gedenktafel für einen Arbeiter, der aus ungeklärten Gründen während der Bauarbeiten in der Ruhr ertrank.

Das imposante Bauwerk hat eine Länge von 175 Metern und eine Breite von 11,7 Metern. Noch sind die Arbeiten rund um die Brücke nicht ganz abgeschlossen, aber man sollte sie in eine Rundwanderung mit einbeziehen, zumal sich im Umkreis ein neues Feuchtgebiet entwickelt, wo man viele Tierarten beobachten kann.

Wer mit dem PKW anreist, könnte den Parkplatz am neuen Cafe Extrablatt, Lanfermannfähre 118, nutzen. Über die Obere Aue und dem Staussebogen kommt man an der See Bar vorbei. und erreicht die Geologische Wand. Über die Kampmannbrücke geht es auf der Kupferdreher Seite wieder in Richtung Baldeneysee. Wer sich bis hierher noch nicht gestärkt hat, kann im alten Bahnhof Kupferdreh im Lukas einkehren, oder nutzt das Restaurant Gleis 2 am Baldeneysee. Vom Bahnhof Kupferdreh kann man in den Sommermonaten mit einem der historischen Züge der Hespertalbahn zum Haus Scheppen fahren. Manchmal auch noch richtig unter Dampf.

Über die alte Eisenbahnbrücke erreichen wir wieder die Heisinger Seite mit dem Vogelschutzgebiet. Entlang der Ruhr, vorbei an den Nestern der Graureiher und der Kormoran Kolonie, erreichen wir schließlich wieder das Cafe Extrablatt.

Schreiadler

Deutschlands kleinster Adler ist der Schreiadler. Er ist deutlich größer als ein Mäusebussard. Früher war der Adler in Deutschland weit verbreitet. Heute gibt es noch etwa 100 Brutpaare, davon der größte Teil in Mecklenburg Vorpommern. Ein kleinerer Bestand, etwa ein Drittel, findet sich in Brandenburg. Wegen der verhältnismäßig hohen Zahl in Mecklenburg Vorpommern nennt man ihn auch Pommernadler.

Der Bestand dieses Adlers ist stark gefährdet. Das liegt zum Teil auch an dem eigenen Verhalten der Jungtiere. Das Paar legt zwei Eier. Das Erstgeborene will sich von dem später geborenen aber nicht das Futter nehmen lassen und tötet es deshalb.

Dieses Verhalten, das auch Kainismus genannt wird, gibt es auch bei den Weißkopfseeadlern. Die Eltern sehen dabei gelassen zu wie das ältere Küken das schwache Tier tötet. Ihnen ist es lieber ein starkes Junges groß aufzuziehen als zwei schwache Jungtiere.

Das Problem liegt nun darin das die Brut mit einem Jungvogel nicht ausreicht um den Bestand zu sichern oder zu erhöhen. Aus diesem Grund haben Forscher das Jungtier aus dem Nest entnommen und weiter von Hand aufgezogen. Nachdem das Tier eine gewisse Größe erreicht hatte , hat man es wieder in das Nest verbracht. Nun konnte der Ältere dem Jüngeren nichts mehr anhaben und die Elterntiere haben beide weiter gefüttert. Auf diese Weise hofft man das sich der Bestand langsam erholen kann.

Die Brut mit den beiden feindlichen Geschwistern nennen die Forscher bezeichnender Weise “Kain und Abelbrut”.

Der Schreiadler fällt auch wegen seiner Art der Jagd auf. Er beobachtet das Gelände von einer Sitzwarte aus um dann, nachdem er eine Beute gesichtet hat, zu Fuß einen Spurt hinzulegen um sein Opfer zu greifen.

Der Schreiadler ist ein sehr scheuer Vogel. Wird er gestört, verläßt er umgehend sein Revier. Er benötigt für seinen Lebensraum Laub- und Mischwälder mit goßen, unzerschnittenen Flächen.

Schreiadler sind Zugvögel und werden auf ihrem Weg in das südliche Afrika zu tausenden im Libanon gejagt und geschossen. Weltweit gibt es etwa 20.000 Brutpaare.

Turmfalke Lizzi

Turmfalke Lizzi bewohnt einen Teil der Walsumer Aue. Mittlerweile hat Lizzi eine richtige Fan-Gemeinde aus Fotografen, nicht nur aus der Region.

Wenn Lizzi eine Maus gefangen hat, läßt sie sich von Niemanden stören, dann kann man sich ihr bis auf knapp zehn Metern nähern und in aller Ruhe ein Foto “aus der Hand schießen.” Lizzi genießt ihre Speise und ignoriert uns.

Turmfalke

Der Turmfalke hält sich auch treu an ihr Revier am Deich und man kann sie schön im Rüttelflug beobachten. Bisher kannte ich sie nur von Bildern meiner Fotokollegen aus dem Fototreff Essen, die sie schon öfter besucht haben. Heute war es dann soweit, dass ich mit meiner Frau ebenfalls dorthin gefahren bin um Lizzi einmal zu sehen.

Zunächst hatten wir kein Glück und sahen uns erst einmal die Einmündung der Emscher in den Rhein an. Überall auf dem Wasser er Emscher schwammen Enten und den Einlauf in den Rhein beherrschten unzählige Möwen.

Turmfalke - Emschermündung

Noch ist die Emscher in einem betonierten Lauf gefangen und ein sechs Meter hohes Bauwerk verhindert das Fische aus der Emscher in den Rhein gelangen. Auf ihrem 80 Kilometer langen Lauf von der Quelle zur Mündung ist die Emscher zum großen Teil wieder ein natürlicher Fluß. Auch die Zuläufe sind wieder renaturisiert.

Emschermündung

Bald wird auch die Mündung in den Rhein in Form einer Auenlandschaft stattfinden. Etwas weiter im Norden wird gerade daran gearbeitet.

Aber zurück zu Luzzi. Als wir schließlich wieder am Deich ankommen, rüttelt Luzzi unmittelbar in unserer Nähe. Eine Pause wird auf einer Laterne gemacht und schließlich hat sie eine Maus in den Fängen und läßt sich auf ihrem “Stammsitz” auf dem Zaunpfahl nieder.

Turmfalke

Wie ein Birdinger berichtete frißt Lizzi etwa drei Mäuse am Tag. Ihr Gatte jagd weiter flußaufwärts in seinem eigenen Revier. Erst wenn die Brutzeit naht kommen beider Turmfalken wieder zusammen.

Ihr Brutplatz ist dann wieder das stillgelegte Kraftwerk Voerde, wo die beiden Falken auch in diesem Jahr für fünf Junge gesorgt haben.

Emschermündung
Höhenausgleich an der Emschermündung

Odinshühnchen

Odinshühnchen – Phalaropus lobatus – fallen ein wenig aus der Rolle. So sind es die Männchen die alleine für die Brut und die Aufzucht der Jungen zuständig sind.

Im Gegensatz zu anderen Vögeln sind es bei den Odinshühnchen die Weibchen mit dem bunteren, farbenprächtigeren Gefieder. Außerdem balzt das Weibchen um die Gunst eines Männchen. Auch mit der Treue nehmen es die Vögel nicht so ganz ernst. Während er sich um die Kinder kümmert macht “Sie” bereits mit einem Anderen herum und beginnt eine zweite Brut.

Auf dem Weg zum Persischen Golf, dem Winterquartier, überfliegt der Vogel das östliche europäische Binnenland. Nur selten ist er deshalb in Mitteleuropa zu sehen.

Odinshühnchen zählen zu den seltenen Limikolen und sollten bei Sichtung der Seltenheitenkomission gemeldet werden. Sie gehören zur Familie der Wassertreter, der auch das ähnliche Thorshühnchen angehört.

Eine Besonderheit der Wassertreter ist das sie ihre Nahrung, entgegen der Schwerkraft, den Schnabel aufwärts transportieren können.

Forscher haben dieses Phänomen im Fachmagazin “Science” erklärt. Dadurch das sich der Vogel in schnellen Kreisen auf dem Wasser bewegt, bildet sich ein Wirbel. Mit diesem Wirbel werden Kleinstlebewesen angesogen. Der Vogel nimmt mit der Schnabelspitze einen Wassertropfen auf und durch mehrmaliges auf- und zuschnappen wandert der Tropfen mit der eingeschlossenen Beute den Schnabel hoch und kann verspeist werden.

Das funktioniert, obwohl der Vogel seinen Kopf weiter nach unten richtet und nicht etwa zum Schlucken den Hals nach oben streckt. Durch die Beschaffenheit des Schnabels und die Oberflächenspannung des Wassers rutscht der Tropfen bei jedem Schließen des Schnabels ein Stück nach oben.

Die Vögel ernähren sich von Kleintieren, Insekten, Larven, Puppen, Mücken und Plankton. Die Nahrungsaufnahme erfolgt schwimmend oder im Flachwasser watend.

Das Hühnchen hat einen dünnen, schwarzen Schnabel und in den Sommermonaten zeichnet sich am Hals ein rostroter Fleck ab. Die Grundfarbe ist dunkelgrau

Das Bild machte unser Fotofreund Jochen Mohr bei seiner Urlaubsreise nach Island. Auf der Insel brüten zur Zeit ca. 50.000 Brutpaare. Grönland und Island haben die größte Population der Odinshühnchen.

Odinshühnchen
Odinshühnchen auf Island – Foto von unserem Fotofreund Jochen Mohr

ewige Jugend

ewige Jugend – diesen Menschheitstraum hat wohl jeder schon einmal geträumt. Schönheit ein Leben lang, ohne Falten und Runzeln. Aber gibt es das, ewige Jugend und Schönheit?

Ja, tatsächlich, gibt es. Ein Vogel sieht mit vier Jahren noch genau so frisch aus wie nach dem ersten Lebensjahr.

Das Wunderelexier heißt Telomerase und ist ein Enzym des Zellkerns mit der Aufgabe die Zellen frisch zu halten. Es verdrängt den Alterungsprozess und ist bei den Vögeln besonders aktiv.

Außerdem unterstützen Vögel durch ihre Lebensweise das Enzym in hohem Maße. Sie bewegen sich die größte Zeit an der frischen Luft und die Bewegung sorgt für intensive Atmung.

Vögel ernähren sich mit “regionaler Küche” und freuen sich über üppige Nahrung in den Frühlings- und Sommermonaten. Aber auch die Zeit des Darbens in den Wintermonaten, wo sie bis zur Hälfte ihres Gewichts verlieren macht ihnen gesundheitlich nichts aus.

Hinzu kommen regelmäßige Ruhe – und Pausenzeiten. Das gibt Kraft für die jährliche “Auffrischung” der Familie. Brutzeit und Aufzucht der Jungen fördern den sozialen Zusammenhalt. Deshalb leiden Vögel auch nicht unter dem Aspekt Einsamkeit.

ewige Jugend – was wir von den Vögeln lernen können

Wollen wir also etwas gegen den Alterungsprozess tun, müssen wir von den Vögeln lernen. Jeder weiß es und jeder Arzt rät dazu, täglich an die frische Luft zu gehen um “Sauerstoff zu tanken.”

Wir sind uns auch dessen bewußt, dass wir uns gesunder ernähren könnten. Nach unserer “Völlezeit” gibt es seit ewiger Tradition die Fastenzeit. Das entspricht der Zeit wo unsere Vögel darben.

Auch der Mensch liebt die Geselligkeit und das Leben in der Familie erhält wieder höheren Stellenwert.

Telomerase, dieses Wunderelxier ist auch im Menschen vorhanden. Nur pflegen wir es meistens nicht nach Gebühr. In der Wissenschaft wird es bereits bei der Krebsforschung angewandt. Durch die entsprechende Lebensweise könnten auch wir Menschen mehr für den Erhalt der eigenen Schönheit tun. Wir könnten das Enzym viel mehr unterstützen – wie es die Vögel tun, auch wenn es uns offensichtlich schwerer fällt als den Vögeln.

das

Katze

Katze – ein Ausgehverbot für Hauskatzen fordern Juristen in den Niederlanden. Das Berichtet die WAZ in der Ausgabe vom 05. Dezember 2019.

Begründet wird die Forderung damit das Katzen eine Gefahr für viele Arten darstellen: “Weltweit waren Hauskatzen an der Ausrottung von mindestens zwei Reptilienarten, 21 Säugetierarten und 40 Vogelarten beteiligt.” So die Juristen Arie Trouwborst und Han Somsen von der Universität Tilburg .

In Australien sind Hauskatzen zur Plage geworden, weil die “verwilderten” Katzen keine natürlichen Feinde haben. Dadurch wurden sie zu einer Gefahr für das Ökosystem und werden gezielt gejagt.

Auch wenn ein “Ausgehverbot” wahrscheinlich nicht umsetzbar ist, sollte man sich dennoch Gedanken machen dürfen, wie man gegensteuern kann.

Der Protest und die Empörung der Katzenfreunde ist natürlich bei dem Thema vorprogrammiert. Warum aber sollte man auf Freigänger keine Katzensteuer , ähnlich der Hundesteuer erheben. Diese könnte ja nach Anzahl der gehaltenen Tiere gestaffelt werden. Hundehalter müssen in gewissen Gebieten ihre Tiere an der Leine halten, um andere Arten zu schützen. Bei Katzen wäre etwas Ähnliches zumindest in der Zeit der Brutsaison ebenfalls denkbar. Kann man eventuell die Haltung auf eine gewisse Anzahl Katzen gesetzlich beschränken?

Hundehalter müssen den Kot ihrer Tiere entsorgen. Den Kot unserer Nachbarn mit zwei Katzen die alle zwei Stunden ihren “Spaziergang” machen und ihre “Toilette” neben unserer Terrasse eingerichtet haben, müssen wir selbst “verbuddeln”. Wer weiß wie Katzenkot riecht, kann unseren Ärger darüber sicher nachvollziehen. Beim Nachbarn wird das Katzenklo dadurch jedenfalls wohl kaum beschmutzt.

meine Katze fängt keinen Vogel…

Manche werden sagen das ihre Katze keine Vögel fängt, sondern nur Mäuse. Nur weil die Katze die Vögel nicht, oder nur selten, mit nach Hause bringt, heißt das aber nicht das sie keine fängt. 25 bis 100 Millionen Vögel werden in Deutschland jährlich von Katzen getötet. Einige Tierliebhaber halten dem entgegen das durch Glasschlag ebenfalls jährlich 18 Millionen Vögel getötet werden und das die meisten Arten durch intensive Landwirtschaft zu Tode kommen.

Das können aber keine Gründe sein das Thema “Katzen – Freigänger” nicht anzusprechen. Dazu gehört es auch, sich mit der Steuer auf Freigänger zu befassen, oder die Pflicht zur Kastration zu besprechen.

Wikipedia : Man geht derzeit (2012–2014) von 8,4 Millionen Hauskatzen in Deutschland aus. 7,4 Millionen in Mittel- und Westeuropa und weltweit von mehr als einer Milliarde Tieren (einschließlich verwilderter und halbwilder Populationen).

Der Begriff Hauskatze besagt ja eigentlich das die Katze sich im Haus aufhält . Was muss bei der Haltung von Wohnungskatzen berücksichtigt werden?

Purina One zum Leben einer Hauskatze : Die Wohnungskatze benötigt ein anregendes Lebensumfeld. In Kombination mit guter Pflege und richtiger Ernährung kann die Katze so eine vergleichbar gute Lebensqualität haben wie Freigänger. Zu einem perfekten Katzenzuhause gehört ein Lebensraum, der dem Leben im Freien ähnelt. Dazu benötigt sie Flächen unterschiedlicher Höhe und unterschiedliche Ruheplätze. Außerdem sollten das Katzenklo nicht in der Nähe des Freßnapfes stehen.
Als Nächstes gilt es, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Die Katze braucht Beschäftigung. Mit Spielzeug bekommt sie Anregungen.

Keine Zeit für die Katzen ?

Man muß sich also mit dem Tier beschäftigen. Ist das etwa der Grund die Katze lieber als Freigänger zu halten, weil man sich dann nicht so viel mit ihr beschäftigen muß ?

Katzen gehören wie der Waschbär oder der Nutria grundsätzlich auch zu den invasiven Arten. Sie wurden erst aus Vorderasien nach Europa eingeführt. Weil Waschbären und Nutria ebenfalls Schäden im Ökosystem anrichten hat man bei den Tieren auch keine Bedenken gegen eine Bejagung. — Und bei Katzen?

Ich will natürlich auch nicht,das frei laufende Katzen bejagt werden, dass wollen wir bei Hunden ja auch nicht. Übrigens möchte ich das auch nicht beim Nutria und dem Waschbären. Man sollte sich aber Gedanken machen wie man Schäden durch Tiere in Grenzen halten kann.

Weil ich sicherlich einige mehr oder weniger heftige Kommentare erwarte. lege ich mich darauf fest, alle Kommentare zu lesen, aber nicht zu bewerten oder zu beantworten.

Mäusebussard

Mäusebussard – für mich gehört dieser prachtvolle Greifvogel, wie auch der Rotmilan, zu den Kandidaten, die ich als Wappentier für unser Land auswählen würde.

Ruhig sitzt er dort oben auf dem Ast, auf seinem Warteplatz und späht nach Beute auf dem angrenzenden Feldstück. Dann stößt er sich schließlich ab um mit seinen scharfen Krallen sicher die Beute zu erhaschen. Diese besteht neben Fröschen, Eidechsen und Kleintieren in der Hauptsache aus Mäusen. Das ist auch ein Grund warum der Mäusebussard bei den Landwirten eine Sonderrolle einnimmt und gerne gesehen wird. Manche errichten extra Ansitzbalken für den Bussard.

Der Name Bussard stammt aus dem Mittelhochdeutschen, in dem „Buse“ Katze und „Aar“ Adler bedeutet. Wegen seines häufig zu hörenden Rufes, des dem Miauen einer Katze ähnelt, wird er auch Katzenadler genannt. (NABU)

Mäusebussard

Mäusebussard – das Aussehen

Kein anderer Greifvogel variiert in der Farbgebung wie der Mäusebussard. Es gibt fast reinweisse, aber auch dunkelbraune dieser Greifvögel. Typisch sind die dunklen Flügelspitzen. Die Spannweite beträgt 115 bis 135 cm. Der Ansatz des Schnabels ist gelb und die stark gebogene Schnabelspitze, mit der er seine Opfer zerlegt, ist schwarz. An den gelben Beine, die auch als “Ständer” bezeichnet werden, befinden sich spitze, schwarze Krallen. Bereiche an Brust und Bauch sind häufig dunkel gefleckt. Den abgerundeten Stoß mustern 8 bis 12 Querbinden.

Die Iris der Augen kann grau oder braun sein. Der Mäusebussard ist in der Lage, seine Beute aus 1000 Metern zu erkennen. Zellen im Inneren des Auges, ermöglichen es ihm selbst UV Licht zu erkennen.

Mäusebussard

Fmilie des Greifvogels

Der Host hat etwa einen Umfang von einem Meter und besteht aus Moss, Laub und Ästen. Der Horst wird auch in den folgenden Jahren immer wieder benutzt und ausgebessert.

Zuvor zeigt der Mäusebussard während der Balz seine Flugkünste. Beim “Girlandenflug” erhebt er sich hoch in die Luft, stürzt dann im Sturzflug hinab, um gleich das selbe Spiel für seine Angebete zu wiederholen.

Nach dem Hochzeitsflug bleiben die Partner ein Leben lang vereint. Zwei bis dreijährige Mäusebussarde legen in der Tegel 1 bis 2 Eier. Die Jungen werden so lange betreut und befüttert, bis sie auf eigenen Füssen stehen und selbst fliegen können. Danach gehen auch die Ehepartner getrennte Wege, ums sich zur Balzzeit wieder zu finden.

Nun ist die Zeit wo der Mäusebussard die warmen Winde der Thermik nutzt und sich elegant im kreisenden, schwebenden Flug in die Höhe bringen zu lassen.

Mäusebussarde gehören zu den Teilziehern. Allemal die Jungvögel zieht es schon einmal in die wärmeren südlicheren Gefilde. Die älteren Vögel verbringen auch die Winterzeit in heimischen Gefilden.

Es ist immer wieder ein Erlebnis den majestätischen Mäusebussard beobachten zu können.

Jubiläum

Jubiläum – wenn auch nur eine kleines, feiert der Fototreff Essen in diesem Jahr. Fünf Jahre sind seit der Gründung (2014) in der Gaststätte Altenau, in der Siedlung Margarethenhöhe in Essen, vergangen.

Wegen der Nähe zur Margarethenhöhe lautete der Name des Treffs zunächst Fototreff- Margarethenhöhe.

Martin Petig und Ulrich Klös hatten damals die Idee einen Treff ins Leben zu rufen um sich mit anderen Fotofreunden auszutauschen. Zu den Teilnehmern der ersten Stunden gehörte auch Jochen Mohr, der noch immer aktiv bei den Treffen dabei ist.

In einem Nebenraum der Altenau konnten wir mit zunächst fünf Personen beginnen. Da einige Fotofreunde bereits eine gute Grundausstattung hatten, wurde unter Anleitung von Oliver Imhof, der bereits Erfahrung auf dem Gebiet hatte, mit der Porträt – Fotografie begonnen. Martin und Oliver sind leider heute aus persönlichen Gründen nicht mehr bei den Treffen dabei.

Jubiläum
Foto: Ulrich Kloes

Gäste aus der Gaststätte hatten sich als “Opfer” zur Verfügung gestellt. Es wurde vereinbart sich einmal im Monat zu treffen. Heute finden die Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 18:00 Uhr im Kunsthaus Essen-Rellinghausen statt.

Es folgten Workshops und gemeinsame Fototouren innerhalb des Ruhrgebiets und selbst gestellte Aufgaben mit einem Thema, wie zum Beispiel “Stühle”. Die Touren führten zum Innenhafen Duisburg, Medienhafen Düsseldorf, Schmetterlingshaus Hamm, illuminierte Dechenhöhle, Zoos und Naturparks wie Gangelt oder Zoom Gelsenkirchen, Museumsinsel Hombroich. Ein Ziel war auch die “Kent School” als “Lost Places Fotografie“, das Diepholzer Moor und natürlich zu den Industriekulissen im Revier. Hier alles aufzuzählen würde zuviel.

Jubiläum
OLYMPUS DIGITAL CAMERA – Thema Stühle – Jochen Mohr

Nach zwei Jahren mußten wir uns eine neue Bleibe suchen, da das Lokal geschlossen wurde. Wir fanden im “Forsthaus” in Essen Rellinghausen die Hilfe die wir benötigten. Der Wirt Wolfgang Kewer gestattete uns den Saal der Gaststätte zu nutzen.

Der Treff hatte im Laufe der Zeit auch Kontakt mit anderen Fotoclubs, so aus Esslingen. Den Mitgliedern konnten wir während ihres drei Tage Aufenthalts die schönen Seiten von Essen zeigen. Außerdem stellte sich bei einem Treffen der AV-Kreis Essen vor. Diese Gruppe erstellt Digitalpräsentationen und wir konnten uns in Wort und Bild von der guten Leistung überzeugen. Der AV Kreis Essen bietet auch Workshops zur Dramaturgie und Gestaltung an.

Eine Buchlesung von Klaus Hell, einem Essener Krimiautor, im September 2016, brachte uns auf die Idee Bilder nach dem Inhalt des Romans “Unter Chiffre” zu erstellen, die dann während der Lesung gezeigt wurden.

Im Forsthaus – Saal fand im April 2017 die erste Ausstellung statt. Die Bilder blieben danach auf Wunsch des Wirtes noch länger im Saal und der Gaststätte hängen.

Jubiläum
Ausstellung

Jubiläum im neuen Standort

Anfang 2018 wechselte dann auch im Forsthaus der Inhaber und schließlich konnten wir durch die Vermittlung von Thomas Heuting unseren jetzigen Treffpunkt im Kunsthaus Rellinghausen nutzen. Damit haben wir nun wirklich einen Glücksgriff gemacht.

Jubiläum
der neue “Stützpunkt” im Kunsthaus Rellinghausen

De Teilnehmerzahl des Treffs, der sich nach dem Wegzug aus der Altenau nun Fototreff Essen nennt, stieg stetig und heute zählen wir bei den Treffen zwischen zehn und fünfzehn Teilnehmer. Gemeldet sind knapp dreißig Personen, die auch per Mail oder WhatssApp über den Treff informiert werden.

Während des “kleinen Jubiläum” findet am 16. November 2019 ab 14:00 Uhr eine Präsentation der Fotografen in Form einer Diashow im Black Box Raum des Kunsthauses statt. Anlaß ist allerdings nicht unser Jubiläum, sondern das Kulturwochenende im Bezirk II vom 15. – 17.11.2019

Fische und Neonikotinoide

Fische sind wirbellose Tiere unserer Gewässer, die nach Erkenntnissen japanischer Forscher unter den Folgen der Ausbreitung von Insektengiften und Neonikotinoiden ebenso zu leiden haben wie Bienen und Vögel. In dem Bericht “Lebensphasen der Vögel” habe ich bereits über die Auswirkung auf das Leben der Zugvögel berichtet.

Das japanische Forscherteam untersuchte in einer Langzeitstudie am Lake Shinji, dem siebtgrößten Binnensee Japans, die Folgen durch Insektizide, die im Wasser nachgewiesen wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Insektengifte haben eine direkte Auswirkung auf das Ökosystem in Gewässern. Sie zerstören Kleinstlebewesen, Wassertiere, die die Grundnahrung der im See befindlichen Fische bilden. Seit dem ersten Einsatz von Insektengiften auf den Feldern 1993 entnahmen die Forscher Wasseranalysen, die bis zum Jahr 2016 erhebliche Veränderungen im Ökosystem erbrachten. Die Kleinstlebewesen waren in dieser Zeit ganz verschwunden oder nur noch in kleinen Mengen vorhanden. Mücken, Asseln, Würmer und Krebse die den Fischen als Nahrung dienen waren nahezu verschwunden.

Die Biomasse dieser Kleinstlebewesen reduzierte sich um 80 Prozent. Die Folge waren ein drastischer Einbruch beim Fischfang. Das Fangergebnis der gewerblichen Fischerei ging von 240 Tonnen auf 22 Tonnen im Jahr zurück.

Weil sich im Testzeitraum der Studie weder die Qualität des Wassers veränderte und es auch keine neuen Prädatoren im Wasser gab, ist als Verursacher das Insektengift, die Neonikotinoide festgestellt.

Zwar wurden innerhalb der EU drei verbreitete Neonikotinoide auf Freilandflächen verboten und nur noch in Gewächshäusern erlaubt, aber sie wurden durch neue Insektizide ersetzt. Außerdem existieren Ausnahmeregelungen und das Gift erreicht nicht nur Gewässer wie Seen, sondern auch das Grundwasser.

Immer wieder wird auch in Deutschland von unerklärlichem Fischsterben berichtet. Es darf daran gezweifelt werden on es sich immer um Folgen des Klimawandels handelt. Die oben geschilderte Studie läßt Böses ahnen.

Das Sterben der Fische und der Kleinstlebewesen hat natürlich auch Folgen für Vögel, Landtiere, Otter usw., die von den Tieren leben.

Der eindeutige Zusammenhang von Pestiziden und die Auswirkungen auf wirbellose Lebewesen wird von der Industrie als “nicht eindeutig” dargestellt.

Rieselfelder Münster

Rieselfelder Münster – ein Begriff für den Vogelbeobachter und Tierfotografen. Im Norden der Stadt Münster gelegenes ehemaliges Verrieselungsfeld für die Abwässer der Stadt Münster.

Rieselfelder

Bis 1975 wurden auf zunächst 1 Hektar Parzellen geschaffen, in die die Abwässer über ein Kanalsystem abgeleitet wurden, oder im Sandboden versickerten. Den so gedüngten Boden nutzte man für die Landwirtschaft.

Von 1901 bis in die 60er Jahre erreichte die Fläche eine Größe von 640 Hektar. Seit den 1950er Jahren mußte das Gebiet bewässert werden. Das hatte zur Folge das sich viele Schreit- und Watvögel, sowie Graugänse und Enten einfanden. Seit 1975 werden die Abwässer der Stadt Münster in einer Kläranlage gereinigt. Die heutigen Rieselfelder sind auf einer Fläche von 200 Hektar ein einmaliges Naturerlebnis. Mehrere Beobachtungshütten und ein 12 Meter hoher Beobachtungsturm befinden sich auf dem Gebiet.

Rieselfelder Münster

Wir waren jetzt das vierte Mal in den Rieselfeldern und bei unserem jetzigen Besuch wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 – 12 Grad belohnt. Wenn man mit Rucksack und Kamera unterwegs ist, sind das tatsächlich ideale Voraussetzungen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir viel Regen, beim zweiten über dreißig Grad. Man muß wissen, dass es in den Rieselfeldern nicht übermäßig viele schattige Plätze gibt.

Rieselfelder Münster – Artenvielfalt

Die Luft ist erfüllt von den Rufen heranziehender und umherfliegender Gänse. Besonders viele Blässgänse sind zu sehen, die sich auch am Boden mit den anderen Gänsearten, wie Graugans und Kanadagans, gut verstehen. Selbst der Graureiher schreitet gelassen durch die Reihen der ruhenden Gänse.

Auf einem angrenzenden Feld sehen wir Weißstörche, die sich durch die Fußgänger nicht stören lassen.

Rieselfelder Münster

Es geht am restaurierten Rieselwärterhäuschen vorbei, entlang der Obstwiese mit den Obstbäumen, nähern wir uns der ersten Beobachtungshütte am Stauteich. Bevor wir dort ankommen sehen wir auf der Weide, etwas zurück gelegen, mehrere Heckrinder. Die gegen den oft feuchten Boden unempfindliche Rasse hilft die Flächen durch Beweidung offen zu halten. Die hier geborenen Jungbullen dürfen zwei Jahre bei der Herde bleiben, danach werden sie entnommen, damit es nicht zu Streitereien mit den Altbullen kommt. Der Weg führt dann in eine neue Herde, oder in den Schlachthof. Da haben die Kühe bessere Aussichten. Die älteste war 2018 vierzehn Jahre alt.

Heckrinder

Am kleinen Stauteich sehen meine Frau und ich viele unterschiedliche Wasservögel. Löffelenten, Stockenten und natürlich Grau- und Blässgänse, Zwergtaucher, Kormorane, Blässhühner und Haubentaucher.

Interessant gestaltet ist der Schilflehrpfad. Hier hoffe ich auf die ein oder andere Bartmeise, die in den letzten Tagen schon mehrfach in den Rieselfeldern abgelichtet wurden. Aber in dieser Hinsicht ist das heute nicht mein Tag. Leider kann ich keine beobachten.

Schilflehrpfad

Auch von der Brücke, die das einfließende Gewässer überbrückt, hat man einen schönen Blick auf diverse Wasser und Watvögel. Schließlich überqueren wir die Coermühle Straße und erreichen die Storchen-Hütte an einem weiteren Gewässer. Beim überqueren der Straße hatte ich bereits einen Silberreiher fliegen sehen und ich hoffe das er hier gelandet ist. Tatsächlich sehe ich ihn am Schilfgürtel des Flachwassers. Außerdem sind einige Zwergtaucher im Schlichtkleid zu beobachten. Löffel- Stock und Pfeifenten vervollständigen das Bild das sich uns bietet.

Silberreieher

Der Weg führt nun über eine asphaltierte Straße weiter. Immer wieder bieten sich dem Wanderer Blicke auf die kleineren und größeren Rieselparzellen, bis wir schließlich die biologische Station erreichen. Wir legen eine kleine Pause ein, bevor wir weiter in Richtung Aussichtsturm laufen. Hier, auf dem großen Stauteich, herrscht eine große Vielfalt von Tieren. Eine Lachmöwenkolonie ist zu sehen und natürlich die üblichen Wasser- und Watvögel.

Rieselfelder

Bevor wir das Kanonenwäldchen passieren, freuen wir uns über den Anblick weiterer Weißstörche. Auf der Weide die jetzt folgt, grasen wieder Heckrinder mit ihren gewaltigen Hörnern.

Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz am Informationszentrum Rieselfelder. Hier kann man sich zum Abschluß noch eine interessante Außenausstellung ansehen und anschließend im Heidekrug neue Kräfte sammeln.

Lachmöwen

Es war wieder einmal ein herrlicher Tag in den Rieselfeldern Münster. Die etwas über einstündige Fahrt von Essen läßt es zu, den ganzen Tag hier zu genießen.

Krickente

Landwirte Demo

Landwirte demonstrierten in den letzten Tagen gegen die Politik der Bundesregierung und der EU in Sachen Landwirtschaft.

Anlaß ist, außer mehr bürokratischem Aufwand, ein neuer Erlaß zur Gülleverordnung. Ebenfalls das anstehende Verbot von Glyphosat und eingeschränkte Nutzung von Pestiziden. Hinzu kommen neue Bestimmungen zum Schutz der Tiere in der Massentierhaltung.

das gefällt dem Landwirt nicht

Alles Dinge, die dem traditionellen, alteingesessenen Landwirten nicht gefallen. Man würde lieber so weitermachen wie bisher. “Wir sorgen für Euer Essen” – steht da auf Plakaten. Egal ob dieses nun “ein wenig Glyphosat” enthält, oder das Trinkwasser mit Nitrat “ein wenig zu stark” belastet ist. Wichtig ist das die Mittel aus dem EU Haushalt weiter kräftig fliessen und zwar in die konventionelle Landwirtschaft, und nicht in die Betriebe die sich um Umwelt, Klima und gesunde Ernährung kümmern.

Kaum einer spricht vom Verdienst aus dem “Gülletourismus”, vom Mitverschulden an vergifteten Grundwasser und vom Boden, der wegen falscher Behandlung unfruchtbar wird. Kaum einer vom Anteil am Sterben der Insekten und Feldvögel.

beispielhafte Landwirte

Es gibt beispielhafte Betriebe, die sich mit den Gegebenheiten befaßt haben. Diese arbeiten mit Pflügen, die den Boden umwälzen, ohne den fruchtbaren Humusboden zu zerstören, deren Pflüge mit Düsen ausgestattet sind, die den Boden punktuell düngen, ohne ihn zu überdüngen. Das ist der Landwirt der in den Wintermonaten auf dem Acker Wintergerste wachsen läßt um den Boden winterfest zu machen.

Von diesen Äckern geht kein “Sandsturm” aus, der den Straßenverkehr auf der Autobahn gefährdet, wodurch bereits schwere Unfälle passiert sind. Der trocken gelegte Acker ohne Bewuchs, tief umgepflügt und zusätzlich durch die Trockenheit der letzten Jahre geschädigt, kann den Humusboden nicht halten. Die Herbststürme wehen den fruchtbaren Boden hinweg und lassen die gefährlichen “Sandstürme” entstehen, die wie aus dem Nichts plötzlich über die Autobahn hinwegfegen.

Diese Landwirte beklagen sich dann über den Klimawandel, die Trockenheit, die ihre Ernte vernichtet und fordern massive finanzielle Unterstützung für entstandenen Schaden.

Massentierhaltung

Ähnliches ist über die Massentierhaltung zu sagen. Es sind nur winzige Schritte die da zum “Wohl” der Tiere vorgesehen sind. Viel ändert das an ihren präkeren Lebensumständen nicht, wenn ein Schwein nur einige Zentimeter mehr Bewegungsspielraum bekommt. Wenn das Kupieren der Schwänze und die Kastration der Ferkel jedem Tierschutz widersprechen und deshalb Gegenmaßnahmen angekündigt sind.

Diese Gegenmaßnahmen sind nicht einmal ab sofort vorgesehen. Weil man ja einsieht, dass diese mit Kosten für den Landwirt verbunden sind. In anderen EU Ländern ist die Betäubung längst üblich. Inn Deutschland behaupten die Landwirte diese Methoden seien noch nicht genügend erforscht.

Schweinerei

56,6 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet. 13,5 Millionen erreichen nicht einmal das Schlachthaus, weil sie während ihrer Haltung erkrankten oder durch die Umstände zu Tode gekommen sind. Diese Schweine werden lapidar als “Falltiere” bezeichnet, als Abfallprodukt.

2018 zählte man in Deutschland 266.700 landwirtschaftliche Betriebe. Landwirte mit ökologischen Betrieben 31.713 (Umweltbundesamt)

Während die Zahl der konventionellen Landwirte seit 2010 um 33.864 sank, stieg die Zahl der ökologischen Betriebe um 11.771. Im Jahr 2018 wurden 9,1 Prozent der Nutzflächen ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen. Ob das Ziel erreicht wird, ist allerdings fraglich.

wie schaffen wir die Agrarwende ? Arte Doku

Kleine Felder und verschiedene Nutzpflanzen fördern Biodiversität
In Agrarlandschaften fördern kleine Felder und viele Arten von Nutzpflanzen Biodiversität. Die Uni Göttingen hat dazu geforscht.

Florian Schwinns Kampf für die Rettung der fruchtbaren Böden

Foodwatch-Studie: Landwirtschaft verursacht 77 Milliarden Euro Klimakosten – SPIEGEL ONLINE

Büsum

Büsum ist nach den Touristenzahlen der drittgrößte Fremdenverkehrsort an der schleswig – holsteinischen Nordseeküste. Westerland und St. Peter Ording sind auf den ersten beiden Plätzen.

Büsum
Blick über den Hafen nach Büsum

Leider wird das auch in der überfüllten Fussgängerzone sichtbar. Das mag gut sein für die Geschäfte der Einheimischen, ist aber nicht mein Ding. Es gibt unzählige Geschäfte, Restaurants und Lokale. Am Hafen ist fast immer irgendein Event und das Anfang Oktober, eigentlich ja schon Nebensaison. Da ist es um diese Zeit etwas ausserhalb, an der Familienlagune bedeutend ruhiger. In den warmen Sommermonaten wird allerdings auch dort wohl reichlich Trubel sein. Abseits der Fußgängerzonen ist es da schon etwas beschaulicher und jenseits der Ortsgrenze wird es auch ruhiger und man kann die Natur genießen.

Büsum Hafen
am Museumshafen

Wenn sich das jetzt nicht so euphorisch lesen läßt, möchte ich noch einmal erklären das sich ein Urlaub in Büsum auf jeden Fall lohnt. Ich würde auch noch einmal hinfahren, aber eventuell nicht in einer Zeit in der in den Bundesländern Ferien sind. Jetzt hatten gerade die Herbstferien begonnen.

Auf unserer ersten Wanderung gingen wir am Deich entlang, vorbei an der Familienlagune, wo sich dieses unsägliche Hochhaus befindet, das nach meiner Meinung so gar nicht in die Landschaft passt. In der Wiese auf dem Deich wuseln einige Stieglitze hin- und her. Sie sind so schnell und unruhig, sodass kaum ein vernünftiges Bild zustande kommt.

Stieglitz

Bevor wir den kleinen Ort Westerdeichstrich erreichen führt der Weg vom Deich hinunter auf einen Fuß- und Radweg. Hier pfeift der Wind nicht ganz so stark und wir beobachten auf dem Feld die Schar ruhender Weißwangengänse, die wegen ihres weißen Gesichts mit der dunklen Begrenzung auch Nonnengänse genannt werden. Einige Graugänse und Kiebitze befinden sich in ihrer Gesellschaft.

Weisswangengänse

Auf dem Weg zum Deichmuseum entdecken wir einen einzelnen Steinschmätzer, der auf dem trockenen Grund eines betonierten Bachlaufes nach Nahrung sucht. Am grasigen Hang wird er fündig und er läßt sich durch uns auch nicht aus der Ruhe bringen.

Steinschmätzer

Büsum – Starenschwärme am Deichmuseum

Am Deichmuseum findet man Informationstafeln, die über die Entstehung eines Deiches und über die verschiedenen Deichprofile Auskunft geben. Auf drei Deichnachbauten kann man im Normalfall umherlaufen und auf einer der Picknickbänke einen Pausenimbiss genießen. Heute ist das nicht möglich. Die Deiche werden von tausenden Staren in Anspruch genommen. Immer wieder fliegen sie im Schwarm von den Deichen auf und wie eine riesige dunkle Wolke umschwärmen sie das Gebiet, um wenig später umzukehren und im Gras nach Futter suchend zu pausieren. Es sieht so aus als würden sie für den gemeinsamen Flug in den Süden üben. Ich stehe nur wenige Meter vom Schwarm entfernt und fast könnte man in die “Wolke” hineingreifen. Ein fantastisches Spektakel, dem wir uns längere Zeit hingeben.

Büsum
Büsum
Stare

Eidersperrwerk

Der nächste Ausflug führt uns zum Eidersperrwerk. Am Sperrwerk und dem angrenzenden Naturschutzgebiet Katinger Watt soll man gut Limikolen fotografieren können. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar am Sperrwerk. Ein monumentales Bauwerk. Baumaßnahmen versperren uns aber die Durchfahrt hinüber auf die Nordseite zum Katinger Watt.

Wir waren an einem anderen Tag dann über einen Umweg noch einmal am Katinger Watt, aber das Wetter war zu schlecht für die Limikolen und so blieb uns nur eine Aufnahme von einer Erdkröte, die wir gerade noch rechtzeitig sahen um zu bremsen.

Erdkröte

Das Eidersperrwerk ist ein Teil einer über 300 Kilometer durchgehenden Festlanddeichlinie. Fünf jeweils 40 Meter breite Sielöffnungen wurden von 1967 bis 1973 erbaut. Sie gewähren den Sturmflutenschutz und regulieren die Vorflut der Eider für die Schifffahrt. Das Werk ist eines der größten Küstenschutzprojekte Europas. Zur Zeit werden die Deiche den neuen Gegebenheiten und der Zukunft durch Deichverstärkungen angepasst. Offenbar denkt man hier bereits an den Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel mit zu erwartenden höheren Sturmfluten.

Büsum
Eidersperrwerk

Am Südufer der Eider können wir dann aber doch noch Brandgänse, Enten und einige Rotschenkel beobachten. Die Aufnahmen werden durch starkes Gegenlicht und dem glitzernden Wasserspiegel erschwert, aber man kann doch die roten Beine des Rotschenkels erkennen.

Eidersperrwerk
Brandgans
Büsum
Rotschenkel

Die Fahrt führt uns etwas weiter ins Landesinnere. Entlang der Eider erreichen wir das kleine Amsterdam von Schleswig – Holstein. Wir sind in

Friedrichstadt – Grachtenfahrten….

inmitten von Schleswig Holstein sind hier möglich . Eider und Treene umschließen die Stadt und Grachten durchziehen den Ort mit seinen wunderschönen alten, malerischen Bauten. Am Markt könnte man fast glauben man befinde sich in Wismar. Neun weiße Kaufmannshäuser begrenzen den Markt, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet.

Friedrichstadt
Friedrichstadt mit den Kaufmannshäusern

ein Pelikan im Kronenloch

Kommen wir nun zu einem Höhepunkt unserer Fahrt nach Büsum. Unser Ziel ist das Kronenloch. Auch ein Gebiet von dem ich gelesen habe als ich nach norddeutschen Vogelbeobachtungsgebieten suchte. Wir parken unmittelbar am “Wattwurm” , so nennt man hier das Haus des NABU. Gegenüber befindet sich eine Beobachtungshütte mit Blick auf das Flachgewässer. Außer einigen Reihereneten und Stockenten gibt es momentan aber nichts zu beobachten.

Wir gehen also weiter, der Straße entlang, in Richtung Deich. Fast gleichzeitig bemerken wir einen großen weißen Vogel der sich im Flug auf uns zubewegt. Ein Storch oder Schwan kann es nicht sein, auch Reiher scheidet aus und als er immer näher kommt, erkennen wir den Pelikan. Fast zum Greifen nah fliegt er an uns vorbei um dann hinter dem “Wattwurm” zu verschwinden. Wir sind beide “Baff” – ein Pelikan in Deutschland, davon habe ich bisher noch nicht gehört. Später stellt sich heraus, dass es sich um einen Rosapelikan handelt. Bereits 2013 hat sich schon einmal ein Pelikan nach SH verirrt und 2014 wurde ein völlig erschöpfter Pelikan gefunden.

Am Deich treffen wir auf eine Dame die mit ihrem Sohn extra aus Glücksburg zum Kronenloch gekommen ist um den Pelikan beobachten zu können. Es hat wohl bereits in der Zeitung gestanden, dass sich hier ein Rosapelikan aufhält. Wir hatten allerdings davon nichts gelesen.

Rosapelikan
Büsum

Büsum – Meldorf und der Speicherkoog

Bei unserem Aufenthalt am Kronenloch erfuhren wir von Meldorf . Ehemals an der Küste gelegen, liegt Meldorf nun durch Landgewinnung zehn Kilometer im Landesinneren. In einem Bericht über Meldorf konnte ich nachlesen das einige Bürger dem Gemeinderat vorwerfen zuwenig für den Tourismus zu tun, weshalb Meldorf hinter Orten wie Büsum hinterherhinke. Ich bin jedenfalls einer Meinung mit meinen Mitreisenden das das sehr gut ist. So haben wir die Möglichkeit einen wunderschönen Ort in aller Ruhe begehen zu können. Alte, schön restaurierte Gebäude, Hinterhöfe, schmucke Läden und ein schöner Marktplatz mit einer großen, einmaligen evangelischen Kirche, der Kirche “St.Johannes.”

St. Johannes
St.Johannes – evangelische Kirche

Wer diese Kirche besucht, kann kaum glauben das es sich um eine normale evangelische Kirche und nicht um einen Dom, einen Bischofssitz handelt. Bei Eintritt wird man in der Sakristei von der heiligen Gertrud, die auch Schutzpatronin der Reisenden ist, begrüßt.

Meldorf
St. Johannes – der “Dom der Dithmarscher”

Nach einem Brand im Jahr 1866 erhielt der “Dom der Dithmarschen”, wie ihn die Einheimischen nennen, seine heutige Form. Erbaut wurde er zwischen 1250 und 1300 als dreischiffige Basilika mit einem dreijochigen Querhaus und angeschlossenem Chor.

Einen Besuch in Meldorf sollte man auf jeden Fall einplanen, wenn man sich im Dithmarschen aufhält.

Büsum-SpeicherkooG und der Hausburger

Ein weiteres Vogelbeobachtungsgebiet ist der Speicherkoog. Der nördliche Teil des Speicherkoog ist das Wöhrdener Loch. Das Kronenloch haben wir ja bereits an einem anderen Tag besucht. Man kann langsam mit dem Auto am Deich entlang fahren und den PKW als “Beobachtungshütte” oder Tarnung nutzen. Außer uns befindet sich nur ein anderes Fahrzeug auf der Straße, dessen Fahrer aber wohl gleich gelagerte Interessen hat. So kommen wir uns nicht in den Weg. Über uns fliegt ein Schwarm Eiderenten. Im Flug sehen sie etwas utopisch aus. Als hätten die Vögel Sporthelme auf.

Büsum

Auf dem seichten Gewässer schwimmen Pfeifenten, Löffelenten und Brandgänse. Einige Teichhühner sind zu sehen und natürlich Stockenten. Ein weiterer Trupp Weißwangengänse überfliegt uns. Es ist ein Genuss den versschiedenen Arten zusehen zu können. Das Wetter spielt heute aber nicht ganz mit. Dunkle Wolken türmen sich auf und der heute auch heftige Wind macht das Fotografieren nicht einfacher. Wir parken am “Strand Pavillon”in Warwerorth. Bekannt ist hier der Hausburger, hausgemachte Frikadelle mit Zwiebeln im Burger – wirklich empfehlenswert.

Büsum
Weisswangengänse
Büsum
Brandgänse
Büsum
Pfeifenten

Den Abend vor unserer Abreise aus Büsum verbringen wir in “Höner`s KöPi” einer zünftigen Kneipe-Cocktailbar in Büsum mit einem ganz tollen Service Personal, dafür gibt es fünf Sterne von uns.

Es war eine kurzweilige Woche in Büsum und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang in der Mülheimer Ruhrau. Es hatte mehrere Tage kräftig geregnet, aber heute strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Der richtige Tag für eine kleine Wanderung durch unser Lieblingsgebiet in der Saarner Aue. Der Regen der vergangenen Tage hat der Natur gut getan. Ein saftiges Grün und die ersten kräftigen Herbstfarben zeichnen die Umgebung aus.

Das Chlorophyll, das dem Blatt entzogen wird, lässt die ersten Blätter rot leuchten. Die Bäume fahren ihre Photosynthese herunter und entziehen den Blättern das Zucker, welches sie benötigen um gegen den nun bald kommenden Winter gewappnet zu sein.

Herbstspaziergang

Bei unserem Herbstspaziergang verharren wir eine Weile auf der Eisvogelbrücke um den Stockenten und den Blässhühnern zuzusehen. Auch ein Nutria sitzt nur wenige Meter entfernt auf einem Ast und kümmert sich um die Fellpflege.

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang – ein prächtiger Admiral

Herbstspaziergang

Als wir unseren Weg fortsetzen sehen wir einen prachtvollen Admiral, der sich auf einem Blatt niederläßt. Als wenn er uns seine ganze Schönheit bewußt präsentieren möchte, breitet er seine seidigen Flügel aus und klappt sie wenig später wieder zusammen. Der Schmetterling gehört als Tagfalter zu den Edelfaltern. Wie man auf dem zweiten Bild sieht sind Ober- und Unterflügel unterschiedlich gezeichnet.

Ursprünglich kam er aus Südeuropa über die Alpen zu uns. Für die Winterquartiere legten die Insekten bis zu 3000 Kilometer zwischen Mitteleuropa und Afrika zurück. Heute verbleiben sie allerdings eher bei uns und nur die nördlichen Admirale ziehen etwas weiter in Richtung Süden.

Herbstspaziergang

Heckenbraunelle und Hornisse

Auf einem Baumstumpf entdecke ich eine Heckenbraunelle die sich von der Sonne wärmen läßt. Aber irgendetwas scheint ihre Ruhe zu stören und da bemerke auch ich die Hornisse, die sich langsam am Stumpf empor hangelt.

Die Braunelle scheint zu überlegen was sie mit der Hornisse machen soll. Als Leckerbissen scheint sie mir eigentlich etwas zu groß. Die Heckenbraunelle frißt in den Sommermonaten Larven, Spinnen, und Käfer, aber so eine Hornisse ? Argwöhnisch wird der Besucher vom Vogel beäugt und schließlich ist ihm der Anblick wohl auch nicht geheuer und er zieht es vor das Weite zu suchen.

Heckenbraunelle
Heckenbraunelle
Herbstspaziergang
Herbstspaziergang

Vorsicht giftig

Auffallend viele Pilze sind nach dem Regen zu sehen. Ich habe in solchen Dingen allerdings keine Erfahrung und kenne mich auch nicht mit Pilzen aus. Welche sind genießbar und welche sind giftig ? Es ist auch gut so, dass ich die Finger davon lasse denn alles was ich hier gesehen habe ist sehr giftig. Der Knollenblätterpilz und der Fliegenpilz gehören ja nicht in den Kochtopf.

Es war wieder einmal eine ergiebige Runde in der Saarner Aue. Immer wieder entdecken wir auf der, etwa eine Stunde währenden Wanderung, neue Dinge die uns begeistern.

Amselschwund ?

Amselschwund – seit einigen Wochen suche ich vergeblich nach den Amseln. Im Frühjahr und Sommeranfang waren sie noch zahlreich im Garten zu finden. In den Jahren zuvor waren sie das ganze Jahr über zu sehen. Aber jetzt sehe ich schon seit Wochen keine mehr. Im August dachte ich ja noch es läge an der Mauser. Sie sind dann wegen des zotteligen Aussehens eventuell ein wenig verlegen und haben ja dann auch Probleme beim Fliegen. Jetzt haben wir aber bereits den 30. September und noch immer ist keine Amsel zu sehen.

Amselschwund wegen Wegzug oder USUTU ?

Die Amsel ist ein Zugvogel, dass ist mir durchaus bewußt. Aber in Mitteleuropa und in Deutschland ist sie ja eher ein Standvogel und ganzjährig vertreten. Auch wenn jeder 4. Vogel in Richtung Süden fliegt müßten ja noch genug zu finden sein. Ich habe einmal über Facebook eine Rundfrage gestartet wie es in anderen Regionen um die Amsel bestellt ist. Man macht sich ja auch jedes Jahr Sorgen wegen des USUTU Virus, der die Amseln befällt.

Ein klares Ergebnis bringen die Bundesländer Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern. Dort sind die Bestände der Amsel gleich geblieben, wie die Meldungen erbrachten. Eventuell sind da auch bereits Zugvögel aus dem Norden, aus Skandinavien, eingetroffen.

Aus Hamburg sind die Meldungen erschreckend. Fast keine Amsel mehr zu sehen. Auch aus dem Nordwesten Niedersachsens sind die Meldungen ähnlich im Süden und Osten Niedersachsens gibt es glücklicherweise keine Schreckensmeldungen. Berlin ist zweigeteilt, im Norden wird die Amsel vermißt, im Süden ist alles normal geblieben. Das gilt auch für meine Stadt – Essen in NRW. Ich wohne im Süden und warte vergeblich auf eine Sichtung. Aus dem Essener Norden erhalte ich die erfreuliche Meldung, das dort die Amseln noch gut vertreten sind.

In Sachsen Anhalt scheinen die Bestände stabil zu sein, obwohl aus einer Region sinkende Tendenzen gemeldet wurden. Im Süden Thüringens wird auch ein Amselschwund angezeigt. Auch Hessen meldet keine, oder nur noch wenige Amseln. Im Norden von Rheinland Pfalz sinken die Sichtungen, während die Zahl im südlichen Teil des Bundeslandes stabil zu sein scheinen. Auch aus Baden-Württemberg erhielt ich sinkende Zahlen. In Bayern hingegen scheint es gut um die Amsel bestellt zu sein, wenn auch aus zwei Regionen schlechte bis sinkende Zahlen übermittelt wurden.

Aus Kärnten teilte ein Vogelfreund Beständigkeit mit, aber aus dem nördlichen Niederösterreich wurde die Amsel als vermißt gemeldet. Gleiches gilt für die Mitteilung eines Teilnehmers aus der Schweiz.

Teilt man Deutschland in der Mitte auf , scheint die linke Hälfte, also der westliche Teil stärkere Verluste zu ermitteln. Die Osthälfte dagegen hält die Sichtungen weitgehend auf dem alten Niveau. Überhaupt gibt es wohl starke regionale Unterschiede.

Ich hoffe natürlich das die Ansicht nur vorübergehend ist und mit der Jahreszeit zusammenhängt. Obwohl ja die Mauser eigentlich vorbei sein müßte.

Im Bild habe ich die sinkenden Bestände mit einem rot umrandeten schwarzen Punkt gekennzeichnet. Meldungen wo die Amsel nicht mehr gesehen wurde sind rot gezeichnet. Wo alles noch normal registriert wurde, sind die Gebiete schwarz gepunktet.

Amselschwund

Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücke – Sylvia atricapilla –

Mönchsgrasmücke  –  zu finden ist dieser Singvogel ebenso in dichten Waldbeständen, sowie in Gärten und Parkanlagen. Der Vogel frißt Insekten, stellt aber vor dem Flug in das Winterquartier seine Nahrung auf Beeren um.  Der Zuckergehalt der Trauben ermöglicht es der Mönchsgrasmücke Fettreservern zu bilden, die er für den weiten Flug bis ans Mittelmeer braucht. Die südlicheren Grasmücken fliegen auch über die Sahara nach Afrika. Ornithologen in Schweden, Deutschland, Belgien der Schweiz, Großbritannien und Spanien haben durch gesenderte  Vögel den Flug der Mönchsgrasmücke erforscht.

Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke männlich

Der Fernsehsender ARTE hat darüber eine Dokumentation erstellt. Die Mönchsgrasmücke bereitet sich nicht nur durch die Änderung der Ernährung auf den Winterflug vor. Bereits längere Zeit vorher wird aus dem tagaktiven Vogel ein nachtaktives Tier. Auch die Jungen müssen mindesten 21 tage die Nacht kennenlernen. Das macht auch Sinn, weil Mönchsgrasmücken aus Sicherheitsgründen nur in der Nacht zu ihren Winterquartieren starten.

Auch die Frage wie sich der Vogel in der Nacht orientieren kann, wurde beantwortet. Die Rotation des Sternenhimmels hilft ihnen den richtigen Weg zu finden. Aber was ist bei bedecktem Himmel? Dafür besitzen die Augen eine besondere Eigenschaft, mit der sie die Krümmung des Magnetfeldes erfassen können und so erkennen wieviel Kilometer sie fliegen müssen.

Mönchsgrasmücke
weibliche Mönchsgrasmücke

Die schwedische Population machte  Rast in Belgien, wo sie bei ihrem Flug sämtliche Fettreserven aufgebraucht hatten. Nun bleiben die Mönchsgrasmücken am Pausenplatz und fressen etwa fünf Tage wieder eine Traube nach der anderen um neue Fettreserven aufzubauen.

Die Forscher stellten auch fest, dass jede Mönchsgrasmücke individuell ihre Reise startet. Die Flugroute liegt den Tieren in den Genen. Es gibt eine östliche Route, in Richtung Balkan und eine westliche Route in Richtung Spanien. Man hat daraufhin einen Vogel der östlichen und einen der westlichen Richtung zusammen gebracht um festzustellen wohin sich der Hybrid entscheidet. Zur Überraschung der Forscher wählten diese Vögel für ihren Winterflug die direkte Südrichtung. 

Die Ornithologen befürchteten das die Vögel der Südrichtung diesen Flug nicht überstehen würden, weil sie die Alpen überqueren müssen. Um so größer war die Überraschung, dass die Tiere das ohne Probleme schafften.

Bei den in Spanien ansässigen Mönchsgrasmücken und den Besuchern aus dem Norden existiert so etwas wie Konkurrenzkampf. Die heimische, spanische Mönchsgrasmücke ist kräftiger als der “Gast”, insofern kann man sie sogar unterscheiden.

Mittlerweile verändert sich das Zugverhalten der Vögel. Immer mehr verbleiben am Standort, wohl bedingt durch den Klimawandel. Ein besonderes Phänomen wurde in Belgien registriert. Dort zog es die Mönchsgrasmücke nach Großbritannien und es werden immer mehr die diese Route wählen. Auf die Frage warum sie gerade über das Meer nach England fliegen, meint man die Antwort gefunden zu haben. Die Engländer sind ausgesprochen große Vogelfreunde und fast in jedem Garten befinden sich Futterstellen für Vögel. Das haben die Mönchsgrasmücken wohl herausgefunden. 

Der Name”Attricapilla” weist auf das “Schwarzköpfchen” hin, wegen der schwarzen Kopfplatte des Männchen.  Die Weibchen haben lediglich eine rot braune Oberkopf – Färbung. Meist sitzt die Mönchsgrasmücke  weit oben in den Bäumen am Waldrand oder im lichten Laubwald. Von hier erschallt dann ihr wunderschöner Gesang. Während des lauten Teils ihres Gesangs zittert der ganze Körper und die Kehlfedern sind gesträubt. Der leisere Vorgesang ist fast nicht wahrzunehmen.

Mönchsgrasmücken sind Standorttreu und kommen immer wieder zu ihrer Geburtsstätte zurück.

Rotmilan

Rotmilan -Milvus milvus – gehört zu den seltenen Greifvogel Arten in Deutschland. Weltweit schätzt man 29.000 Brutpaare, davon die Hälfte in Deutschland.

Im Ruhrgebiet rechnet man nun nicht unbedingt mit dem Rotmilan, aber in Velbert-Heiligenhaus, in der Nähe des Abtsküchensee, findet der Vogel ideale Verhältnisse. Offene Kulturlandschaft, Mischwald, der See und der Rinderbach, der das Vogelsangbachtal durchfliesst, sind Lebensbedingungen, die wie für den Rotmilan gemacht sind.

Der sinkende Bestand der Greifvögel hängt mit der intensiven Landwirtschaft zusammen. Riesige Maisfelder haben die abwechslungsreiche Kulturlandschaft verdrängt. Felder werden mit Pestiziden besprüht und die Feldbewohner getötet oder verdrängt. Diese benötigt der Milan aber zum Überleben. Er ernährt sich von kleinen Säugetieren, Singvögeln, Käfern, Würmern und Aas.

Rotmilan ist Dauergast im Revier

Eine weitere Gefahr besteht durch die wachsende Zahl an Windrädern, die den Weg in die Winterquartiere am Mittelmeer kreuzen.

Rotmilan
Rotmilan

Das ich hier über den Feldern am Abtsküchensee gleich vier Exemplar sehe, zeigt mir das sie in diesem Jahr wieder erfolgreich gebrütet haben. In den letzten Jahren ist er hier sesshaft geworden und brütet regelmäßig. Das Nest baut er aus Ästen und Stöcken in den Baumkronen eines kleinen Wäldchens inmitten der Felder.

Das Brüten ist die Aufgabe des Weibchen. Während der Brutzeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge werden dann noch eine Zeit von der Mutter gehudert, damit sie nicht frieren. In dieser Zeitwerden sie von beiden Vögeln gefüttert. Auch wenn die Jungtiere bereits flügge sind, werden sie noch knapp zwei Wochen von den Eltern unterhalten.

Das Aussehen

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Wie auch bei anderen Greifvögeln ist das Weibchen etwas größer und schwerer als das Männchen. Der weiße Kopf mit dem gelben, gebogenen Schnabel unterscheidet sich deutlich vom rostroten Rücken. Die Handspitzen sind tief schwarz.

Zur Erntezeit fliegt der Rotmilan, der ein wahrer Flugkünstler ist, gerne hinter dem Trecker mit dem Pflug her, um die frei gelegten Mäuse zu erhaschen. In der Urdenbacher Kämpe konnte ich das gut beobachten. Dort wird er von den Krähen verfolgt, die um ihr Revier fürchten. Zudem machte ein Mäusebussard dem Rotmilan noch Konkurrenz.

Rotmilan
Rotmilan wird von Krähe gejagt.

Neben der Bezeichnung Rotmilan hat der Vogel auch noch den Namen Gabelweihe, wegen des gegabelten Schwanzes. Auch der Begriff Roter Milan und Königsweihe sind Bezeichnungen für den Greifvogel. Ein naher Verwandter ist der Schwarzmilan, der etwas kleiner ist und mehr Aas vertilgt als unser Rotmilan.

Die Diskussionen um die Umwelt, das Klima und den Artenschutz werden hoffentlich hilfreich sein den Fortbestand dieses wunderschönen Vogels zu gewährleisten. Wer den Rotmilan einmal beobachtet hat, wie er majestätisch den Aufwind nutzt, wird ihm lange zusehen und es kommt automatisch der Wunsch auf, doch auch so in der Luft schweben zu können.

Rotmilan – Land zum Leben

Quelle “Der Falke 10/19

“Rotmilan – Land zum Leben” – lautet der Name eines Projekts, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Initiatoren sind “Deutscher Verband Wildtier Stiftung” und der “Dachverband Deutscher Avifaunisten“. Im Rahmen des Bundesprogrammes “Biologische Vielfalt” werden in sieben Bundesländern und neun Projektgebieten Maßnahmen durchgeführt, mit deren Hilfe Landwirte gefördert werden, die den Feldvögeln und Kleinsäugern wieder Lebensraum bieten indem sie ihre Produktionsweise umstellen. Auf diese Weise wird auch der Lebensraum für den Rotmilan abgesichert und neu geschaffen, da er von diesen Tieren abhängig ist.

Derartige Maßnahmen sind gemäß einer Untersuchung der Universität Göttingen auch dringend angebracht. Diese ergab das zwei Drittel der Rotmilan Bruten gut bis ausreichend ernährt werden, aber ein Drittel nicht optimal versorgt werden kann.

Ergänzung am 25.09.19 zum Thema Windräder

Quelle Riff Reporter

Die Windbranche teilt mit, dass der Bestand des Rotmilan trotz des Ausbaus der Windkraftanlagen stabil geblieben sei. Deshalb sei auch die Behinderung bei den Genehmigungsverfahren zum Bau neuer Anlagen wegen vermeintlicher Unvereinbarkeit mit dem Artenschutz nicht hinnehmbar. Die Industrie bezieht sich auf veröffentlichte Zahlen aus der Vogelschutzrichtlinie der Bundesregierung, worin der Bestand des Rotmilan als stabil deklariert wird. Die Zahlen der Bundesregierung beziehen sich auf eine bundesweite Erfassung. Die regionalen Zahlen sehen allerdings ganz anders aus. Ausserdem beziehen die Daten sich auf die Jahre 2005 – 2009.

Im Nordosten Deutschlands kam es zum Verlust von 400 Paaren. Im Südosten stieg die Zahl der Paare um 600 an. Nun muß man wissen, dass es in Brandenburg 3821 Windkraftanlagen zum angegebenen Zeitpunkt gab und in Baden Württemberg lediglich 725.

Aus dem Jahr 2014 gibt es eine Ermittlung aus dem Journal for Nature Conservation , wonach es bei damals 3044 Windkraftanlagen zu 308 Schlagopfern beim Rotmilan kam. Das entspricht 3,1 Prozent des Bestandes an Kollisionsopfern jährlich. Eine Progress Studie über mehrere Jahre erläutert Zahlen zur Auswirkung von Anlagen auf einzelne Vogelarten. Diese ergaben beim Mäusebussard einen Verlust von 14.300 und beim Rotmilan von 4300 Tieren. Aufgrund dieser Zahlen spricht Oliver Krüger von der Universität Bielefeld von einer “potentiell gefährdenden” Entwicklung.

Man kann davon ausgehen, dass die Zahl der Windkraftanlagen auch in Richtung Süden weiter steigen wird, was eine weiter Gefährdung der Greifvögel zur Folge haben wird. Es ist deshalb wichtig weiterhin auf die Bestimmungen des Artenschutzes zu achten.