Artensterben

Artensterben der Feldvögel und der Tiere aus Brach- und Freiflächen. Den Löwenanteil daran hat die intensive Landwirtschaft mit der Vernichtung der Lebensräume durch die Vernichtung der Brachflächen die früher zwischen den Äckern und Wiesen vorhanden waren. Die dichte Bepflanzung nimmt den Tieren weiteren Lebensraum. Sie können sich nicht genug bewegen.

Brachflächen

Nutzbare Brach- und Freiflächen finden die Tiere heute eigentlich nur noch im Siedlungsbereich der Menschen. Parks, Anlagen, Auen an Flußgebieten, wie die Saarner Aue in unserer näheren Umgebung werden zu Rückzugsgebieten für die Tiere. Das Problem dabei ist der Mensch. Es gibt keine dieser Flächen, die nicht auch vom Menschen genutzt werden. Spaziergänger, Wanderer, Rad- und Inliner , demnächst noch Nutzer von Elektrorädern bewegen sich innerhalb dieser Flächen, die von den angekommenen Feldtieren als Zufluchtsort gewählt worden sind.

Selbst ausgewiesene Ruheflächen in Schutzgebieten, wo auf Hinweisschildern darum gebeten wird diese Flächen nicht zu betreten, werden von rücksichtslosen Hundehaltern für sich oder ihre Vierbeiner in Anspruch genommen. Eine durchgehende Ruhephase für die bewohnenden Tiere ist also nahezu unmöglich.

Artensterben durch Landflucht

Die wenigsten der Tiere innerhalb der Ortschaften sind Kulturfolger. Das Rotkehlchen oder der Höckerschwan, der sein Nest unmittelbar am Weg baut, haben sich an den Menschen gewöhnt. Die Kanadagänse und Nilgänse etwa haben sich an den Menschen gewöhnt und lassen sich nicht stören. Ein Singschwan oder ein Kuckuck würde niemals so nahe an den Menschen kommen. Die Scheu vor diesem ist in den Genen der Tiere und nicht nur in denen der Vögel, durch frühere Bejagung verankert.

Natürliche Scheu

Die natürliche Scheu ist auch der Grund das weniger Nachwuchs gezeugt wird. Die Tiere werden im Brutverhalten immer wieder durch den Menschen oder seine Haustiere gestört. Rücksichtslose Bewohner haben in der Saarner Aue sogar die Schwaneneier aus dem Nest gestohlen. Selbst nach mehreren Generationen wird die natürliche Scheu vor dem Menschen nicht abgebaut.

Der Verlust des Lebensraumes und der neue Lebensraum, in dem ein normales, ungestörtes Leben nicht möglich ist, sorgen dafür das die Populationen rückläufig werden.

Artensterben durch die Jagd

Kommt es dann noch zur Bejagung einzelner Arten, ist das Aussterben vorprogrammiert. Die riesige Anzahl von Zugvögeln die auf ihren Flügen in die Winterquartiere getötet oder gefangen werden, sprechen da eine deutliche Sprache. Der Ortolan ist dafür ein gutes Beispiel.

Darwin fand 1859 heraus, dass es keine Ausnahme von der Regel gibt, dass jedes organische Wesen sich auf natürlichem Wege so stark vermehrt, dass die Erde von den Nachkommen eines einzigen Tieres bedeckt sein würde, wenn die Nachkommen nicht vorzeitig sterben würden, bevor sie sich weiter vermehren können.

Die Bestände der organischen Wesen regulieren sich auf natürliche Weise. Sterben durch irgendwelche Umstände z.B. Umweltkatastrophen oder Jagd, viele ihrer Art, vermehren die Überlebenden sich stärker. Im umgekehrten Fall verringert sich die Geburtenzahl, um ein Überleben zu gewährleisten.

Ein Grund, weshalb die momentane Diskussion um eine Bestandsregulierung durch Beschuß bei dem gerade zurückgekehrten Wolf völlig sinnlos ist.

Gerät dieses System aus den Fugen,durch den Verlust des Lebensraumes, durch zusätzliche Bejagung und einem neuen, eigentlich nicht geeigneten Lebensraum, ist eine natürliche Regulierung nicht mehr möglich. Die Bestände sinken dramatisch und es kann zum Aussterben kommen.

In einem Gespräch zwischen Peter Wohlleben und dem stellvertretenden Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes, Torsten Reinwald, macht Peter Wohlleben darauf aufmerksam das der Bestand des Feldhasen drastisch zurück geht, dieser aber dennoch weiterhin bejagt wird. T. Reinwald beantwortet das damit, dass der Feldhase nur noch da bejagt wird, wo die Bestände noch in Takt sind. – Das heißt nichts anderes, als das die letzten Refugien die dem Feldhasen noch geblieben sind für das Tier zu Panikorten werden.

Die kurioseste Antwort kam auf die Frage nach der angeblichen Bestandsregulierung durch die Jagd. Weil man nicht genau weiß, wie groß die Bestände beim Wild in Deutschland sind, würde man aus dem Abschuß der Tiere verläßliche Werte über die Bestandsgröße schließen können. (Wohllebens Welt – GEO Naturmagazin-Sommer 2019)

Es gibt nur eine Möglichkeit eine größeres Artensterben der Feld- und Flur- Tiere zu verhindern. Der natürliche Lebensraum muß wieder hergestellt werden. Es muß endlich Schluß sein mit der Versiegelung von Flächen. Böden werden auf Dauer unbenutzbar. Landwirte und Verbraucher müssen sich umstellen. Auch im Sinne des menschlichen Überlebens. Ohne die Tierwelt, wird auch der Mensch nicht existieren können.

Naturschutzhof

Naturschutzhof des NABU Krefeld – liegt am de Wittsee im Nettetal. Wir waren bereits das zweite Mal da und es ist wieder ein wunderschöner Tag den wir in einer abwechslungsreichen Natur verbringen. Wir parken das Auto auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz und dem Restaurant de Wittsee.

Naturschutzhof

Bevor wir zum Naturschutzhof gehen halten wir uns noch am See auf. Die alte Bahntrasse Kempen-Kaldenkirchen, heute Radweg. teilt den See in zwei Teile während ein Teil der Freizeit mit Baden, Segeln etc. gewidmet ist, ist der andere Teil Naturschutz pur. Uns interessiert natürlich der naturbelassene Teil mit seiner Artenvielfalt. Auf dem See schwimmen die Haubentaucher mit ihrem Nachwuchs, der jetzt schon die gleiche Größe hat wie die Eltern, aber noch die helle Färbung mit den Strichmustern aufweist. Irgendwie sehen sie aus wie Clowns.

Naturschutzhof

Am Rohrdommel Projekt befindet sich ein Beobachtungsturm. In dem Gebiet um den Turm wurde . Am Saum des Gewässers wurde Schilfrohr angepflanzt um der Rohrdommel ein neues Heim anzubieten. Schilf ist der Oberbegriff für Pflanzen die sich im sumpfigen Untergrund ansammeln. Schilf hat spitze Blätter, dass Rohr mit den Rohrkolben hat sanfter endende Blätter.

Im Rohr entdecke ich die Rohrammer, hier ist sie bedeutend näher als am Dümmer See und ich freue mich ein paar Aufnahmen des Vogels machen zu können. Auf der rechten Seite des Weges sehe ich im Wasser ein junges Teichhuhn, das eine beachtliche Größe hat.

Rohrammer

Vom Aussichtsturm, hier sind immer einige Fotografen anzutreffen, hat man einen schönen Blick über den See. Hier ist ein regelrechtes Biotop entstanden. Die Nette hat hier ihren Zulauf und eine riesige Schar von Graugänsen und Kanadagänsen ist zu sehen. Zwischendurch lauern Graureiher auf Beute.

Naturschutzhof mit Cafe

Nun gehen wir an einem Feld vorbei, sehen grasende Rinder und genießen den Weg. Erlen spenden uns Schatten und schon bald haben wir den Naturschutzhof erreicht. Eine Mustergartenanlage und ein Imker mit mehreren Völkern bestimmen den ersten Eindruck. Dann folgt eine Anlage mit Insektenhotels der verschiedensten Arten und Größen. Schafe grasen nebenan und es blüht und grünt überall. Am Gesang der Vögel kann man feststellen das es ihnen hier behagt. Ein Feuchtbiotop, ein Froschteich, Wildblumenwiesen, alles was das Herz begehrt ist zu sehen. Man könnte hier den ganzen Tag verbringen.

Naturschutzhof

Einfach sitzen und schauen, was sich alles in den Blüten, im Gras, in der Luft bewegt, wie die Eidechse, die gerade über die Steine huscht. Es gibt ständig etwas zu beobachten. Der Lebensturm ist schon weit sichtbar. Hier wurden Nistmöglichkeiten für heimische und vom Aussterben bedrohte Arten angebracht. Nicht nur für Vögel, auch kleine Säuger finden hier Unterkunft.

Eidechse

Das Landcafe Stemmeshof bietet Erfrischungen, Kaffee und Kuchen, oder eine deftige Kartoffelsuppe. Das Cafe befindet sich in der ehemaligen Scheune des Landgutes, das auch dem Naturschutzhof das Gelände verpachtet hat. Es lohnt sich hier eine Pause einzulegen.

Hahn
ein stolzer Hahn auf dem Naturschutzhof

Der Rest des Rückweges führt uns dann wieder zum De Wittsee. Wir sehen noch einige weiße Charolais Rinder grasen. Auch dunkle, schottische Rinder haben wir bei unserem vorherigen Besuch gesehen. Über uns kreist ein Milan und der Ruf der Gänse begleitet uns bis zum Parkplatz.

Rinder
Charolais Rinder

Reiher

Reiher – von ihnen gibt es 62 Arten, die sich durch lange Beine und spitze, lange Schnäbel auszeichnen.

Graureiher – Ardea cinerea – hat sich im Laufe der Jahre zum Kulturfolger entwickelt. Heute sucht er den Fisch sogar in den kleinen Teichen der Gartenbesitzer. Er hat keinerlei Scheu mehr vor den Vororten der Städte.

Reiher

Der Bestand des Graureihers ist nicht mehr gefährdet. Als Fischjäger wurde er lange Zeit bejagt. Seit 1975 gilt aber im Jagdrecht eine ganzjährige Schonzeit.

In Westfalen gab es 1964 noch ganze 13 Kolonien. 2010 waren es bereits wieder 60 Kolonien. Eine Kolonie besteht aus etwa 20 Horsten.

Den Graureiher findet außer an Feuchtgebieten, Fließgewässern und Seen auch auf den Feldern, wo er Ausschau nach Mäusen und anderen Kleinsäugern hält. Der Reiher wird auch Fischreiher genannt.. Als Zugvogel bietet er mehrere Varianten. Einmal Standvogel, ein anderes Mal Kurzstreckenzieher oder Teilzieher. Ein Reiher aus Schweden wurde in Westafrika entdeckt. über 5000 Kilometer Flugstrecke hatte der Vogel da hinter sich gebracht.

Der Graureiher hat eine Flügelspannweite bis zu 175 cm und eine Größe von fast einem Meter. Sein Gewicht geht bis zu drei Kilogramm. Die Brutkolonien befinden sich meistens auf Bäumen. In meinem Wohngebiet gibt es Kolonien in Mülheim, in der Saarner Aue und im Vogelschutzgebiet Essen Heisingen. Dort sind Brutkolonien in Gemeinsamkeit mit den Kolonien der Kormorane.

Im Flug hat der Hals eine s-förmige Haltung. Mit sanftem Flügelschlag schwebt der Reiher durch die Lüfte. Die alten Ägypter nannten ihn auch den „Sonnenvogel“, weil er sich mit dem Sonnenaufgang in den Himmel stieg. Für die Ägypter war der Graureiher, mit seinem weißen Oberkopf und der weißen Stirn, ein heiliger Vogel und auch heute gilt er in China als Glücksvogel.

Der Reiher gilt als in sich ruhend, als Tierbote der Geduld. Stoisch auf einem Fleck stehend verharrt er auf seinem Ansitzplatz und wartet auf eine Beute. Diese wird aber dann blitzartig gefangen und verzehrt. Selbst bei einer nahenden Gefahr verharrt er zunächst prüfend auf seinem Platz, bevor er sich aufschwingt und davon fliegt.

Silberreiher

Reiher – der Silberreiher

…..ist in Deutschland seltener zu finden. 2012 brüteten im Nordosten erstmals zwei Paare , die sich unter eine Graureiherkolonie gemischt hatten. Der weiße Vogel hat keine Schmuckfedern am Kopf, dafür aber lange Schulterfedern, die er bei der Balz gespreizt vorzeigt. In den Niederlanden ist der Silberreiher häufiger zu finden

Reiher – der Kuhreiher

…ist weit verbreitet. Der Kuhreiher nutzt das Weideland. In den Niederlanden und Belgien brütet er seit 1998. Er lebt von Insekten und sitzt gerne auf dem Rücken der Weidetiere. Auch dieser Reiher lebt in Kolonien. Er folgt den Weidetieren wie Schafe, Pferde und Ziegen und befreit sie von Parasiten.

Reiher
Nachtreiher

Reiher – der Nachtreiher

….hat einen kurzen Federschopf und ist mit einer Größe von maximal 65 Zentimetern deutlich kleiner als der Graureiher. Auffallend ist der untersetzte Körperbau mit dem kurzen Hals und den kurzen Beinen. Die Färbung ist überwiegend grau. Kopf, Nackenfedern, Rücken und Schultern sind schwarz. Den Nachtreiher findet man hauptsächlich in Südeuropa an Salz- und Brackgewässern, sowie an den Ufern der Seen.

Seidenreiher
Seidenreiher

Reiher – der Seidenreiher

…ist in Mitteleuropa eher seltener zu finden. Sein Schwerpunkt liegt in Ungarn. Der Vogel ist weiß und hat zwei lange, schmale Federn am Hinterkopf. Die Größe von 65 Zentimetern entspricht der des Nachtreihers. er bevorzugt flache Seeufer, Bäche und Teiche, sowie Sumpfe und Moore. Man findet ihn aber auch auf Viehweiden oder trockenen Feldern.

Fasan

Fasan – Phasianus colchicus mit wissenschaftlichem Namen. Bevor man ihn sieht hört man zumeist schon das typische „gö-göck“ , dann kommt er majestätisch schreitend aus dem hohen Gras hervor. Den Schwanz waagrecht abgestreckt schreitet er sein Revier ab.

Fasan

In erster Linie lebt er von Samenkörnern, scheut aber auch nicht vor dem Regenwurm oder Schnecken zurück. Selbst kleinere Schlangen und Insekten stehen auf seinem Speiseplan. Sieht man ihn wie er kleine Kieselsteine frißt, dann dient das der Verdauung. An Büschen hängende Trauben ergattert er indem er am Busch hochspringt.

Das Fliegen scheint nicht so seine bevorzugte Bewegungsart zu sein. Selbst wenn man ihm zu nahe kommt, rennt er erst einige Schritte, um dann ein kurzes Stück zu fliegen um Abstand zu gewinnen.

Revierruf
Revierruf

Der Fasan hat sein festes Revier, welches er mit seinen Revier Rufen markiert. Hierbei streckt er sich kurz auf und flattert während des Rufens mit den Flügeln. Beim Revierkampf verhalten sich die Hähne zunächst wie ein Boxer im Ring. Mit Rufen umkreisen sie ihren Gegner um dann zum Angriff überzugehen, Mit dem Schwanz stützen sie sich am Boden ab und Körper an Körper versuchen sie den Gegner mit Schnabel oder Füßen zu verletzen. Schließlich wird einer von Beiden eine demütige Haltung einnehmen und der Kampf ums Revier ist beendet.

Fasanenkampf
Revierkampf
Revierkampf
Revierkampf

Der Fasan legt sich einen Harem an. Bei der Balz werden die Flügel seitlich abgestreckt und der Schwanz wird zum Fächer. Aus seiner Kehle kommen zischende Geräusche.

Fasan und der Nachwuchs

Die jungen Fasane verlassen schon kurze Zeit nach dem Schlupf das Nest. Sie sind Nestflüchter. Bei Gefahr nutzen die Eltern das „Verleiten“. Sie lenken den Feind ab. Kommt dieser aus der Luft, werden die Jungen aber auch aktiv verteidigt.

Fasan
Hahn mir Harem

Im Mittelalter galt der Fasan bereits als Delikatesse und sein Verzehr wurde empfohlen als Mittel gegen Fieber und Pest. Auch heute wird der Vogel im Feinkosthandel als besonderes Geflügel angeboten. Selbst die Federn werden in der Trachtenmode oder als Hutschmuck genutzt.

Fasan
junge Fasane

Die Bilder vom Hahnenkampf entstanden auf den „Hoppwiesen“ der Nordseeinsel Borkum. Die Einzelaufnahmen aus Essen im Ruhrgebiet.

Sprüche über Vögel

Sprüche über Vögel gibt es mehr als ich dachte. Auf der Suche nach solchen Sprüchen tauchten durch die Findung eines Spruches immer wieder neue auf.

Aussprüche

Einen Vogel haben – woher kommt der Ausspruch ? Im Volksglauben dachte man das sich in den Köpfen von Geisteskranken kleine Tiere, wie Vögel, eingenistet haben.

Bei dir piept`s wohl ! – microcephale Menschen sind Menschen mit kleinen Köpfen- eine geistige Behinderung, bei der der Kopf eine kleine Größe im Verhältnis zum Körper hat.

Du hast einen VogelFalkner galten früher als Eigenbrödler. Sie verbrachten so viel Zeit mit den Tieren, dass keine Zeit für Alkohol und menschliche Kontakte blieb – sie hatten dem Vogel alles untergeordnet.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – der Ausspruch kommt eigentlich aus dem englischsprachigen Raum „the early bird catches the worm“. Er entspricht dem deutschen Ausspruch : „wer zuerst kommt malt zuerst“.

eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – Geht auf Äsop zurück. Als Äsop die erste Schwalbe sah, verkaufte er seinen Mantel, im Glauben der Sommer wäre jetzt da. Dieser kam aber nicht und Äsop mußte frieren und sehen das die Schwalbe erfror.

Die Schwalbe machen – oft im Fußball zu hören – Schwalben fallen bei extremen Nahrungsmangel in eine Hungerstarre.

Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Lieber mit etwas Wenigem zufrieden sein, als das unerreichbar Große zu erstreben.

Sprüche über Vögel – Prominente

Namhafte Prominente und Wissenschaftler, sowie Schriftsteller greifen immer wieder auf Vergleiche mit den Vögeln zurück :

Glaube ist der Vogel der das Lich fühlt, bevor die Sonne aufgegangen ist.

Rabindranath Tagore

Niemand ist frei, selbst die Vögel sind an den Himmel gebunden.

Bob Dylan

Jeder mag Vögel – welches andere Tier ist so einfach zu sehen und jedem Menschen so nah und so vielfältig wie ein Vogel.

Davia Attenborough

Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen

Martin Luther

Wenn einer der mit Mühen kaum gekrochen ist auf einen Baum schon meint, dass er ein Vogel wär, so irrt sich der.

Wilhelm Busch

Wir haben gelernt wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen, doch wir haben die einfache Kunst verlernt: wie Brüder zu leben.

Martin Luther King

kommunizieren Vögel ?

kommunizieren Vögel – diese Frage kann man sich stellen, wenn man dem vielfältigen Gezwitscher am frühen Morgen lauscht.

Das Magazin „Nature Communications“ veröffentlichte die Studie eines japanischen Forscherteams zu diesem Thema. Die Forscher untersuchten die Laute der Japanmeise und stellten fest, dass „tschilp“ nicht das Gleiche ist wie „tschilp tschilp“.

Man erkannte eine Syntax aus einer bestimmten Reihe von Tönen, die daraus schließen läßt, dass die Vögel in ganzen Sätzen „sprechen“. So bedeutet der eine Satz soviel wie : „Achtung Feind in Sicht“. Der Ruf bedeutet das die Vögel aufmerksam ihr Umfeld beobachten. Eine andere Tonfolge hatte den Sinn „Komm her “ – Zum Beispiel um auf eine Futterquelle aufmerksam zu machen.

Quelle Welt-Nachrichten vom März 2019

Der Tagesspiegel verweist auf die Aussage von Michael Griesser, von der Uni Zürich, der berichtet das die Kohlmeise aus einem limitierten Vokabular Wörter mit neuer Bedeutung erzeugen kann, die eine bestimmte Aktion auslösen.

Im Garten kann man beobachten und hören, dass die Amsel und das Rotkehlchen Warnlaute hören lassen, wenn zum Beispiel eine Katze den Garten betritt. Die Warnlaute enden erst, wenn die Katze wieder verschwunden ist.

Vögel können durch Luftsackmilben einen Stimmenverlust erleiden. Auch Vögel haben einen Kehlkopf, eine Luftröhre, zwei Luftsäcke und Bronchien.

Kommunizieren über Fremdsprache

Ein deutscher Ornithologe stellte 1969 fest, dass ein Hänfling der mit einem Dompfaff in einer Freilandvoliere untergebracht war , nach einiger Zeit den Gesang und den Lockruf des Dompfaff erlernte.

Die gleiche Beobachtung machte er bei einem Rotkehlchen, das mit einem Dompfaff in einer Voliere war. Nun brachte er den Hänfling und das Rotkehlchen gemeinsam in einer Voliere unter. Rief der Hänfling den Lockruf des Dompfaff aus, reagierte das Rotkehlchen. Rief das Rotkehlchen den Lockruf des Dompfaffs, reagierte der Hänfling. Die beiden Vögel kommunizieren also in der Sprache des Dompfaff miteinander.

Quelle : Deutschlandfunk Nova, Januar 2019.

Eine weitere Art des Kommunizieren ist das Balzverhalten der Vögel. Hier gehört zur Stimme auch die Körperhaltung, über die sich Männchen und Weibchen näher kommen.

Kuckuck

Kuckuck – mit wissenschaftlichem Namen Cuculus Canorus. Von Mai bis Juli wird der Kuckuck aktiv. Sein Ruf, der ihm seinen Namen gab, schallt weit über die Ebene. Es ist sehr schwer diesen etwa taubengroßen Vogel zu sehen. Im Flug erinnert er an einen Sperber, die Figur und die intensive Bänderung des Bauches zeigt eine große Ähnlichkeit mit dem Sperber auf. Alleine der Schnabel ist aber lang, spitz und gebogen, im Gegensatz zum Sperber.
Ich habe ihn seit zwei Tagen ständig rufen hören. Auf unseren Wanderungen am Dümmer begleitet uns sein „kuckuck“, „Kkuckuck“ ständig. Aber obwohl wir zu Zweit sind, können wir ihn nicht entdecken. Bis der Wald abrupt aufhört und der Schilfgürtel des Dümmer See das Landschaftsbild prägt. Das Ochsenmoor grenzt unmittelbar an.

Wieder erschallt der Ruf des Vogels und ganz oben im Baum, auf der äußersten Spitze des Astes kann ich ihn nun sehen und ein paar Bilder machen. Klar ist die Entfernung selbst für das 400er Tele viel zu weit, aber ein Belegfoto möchte ich doch haben, wo es doch so selten ist, dass man ihn sieht.

Kuckuck

Dem Rufer wird das Überleben in Deutschland erschwert durch die Veränderung seines Lebensraumes. Das Sterben der Insekten, das Hauptnahrungsmittel, und die veränderte Klimasituation macht dem Vogel zu schaffen. Ansonsten ist er überall zu finden. Selbst in Asien und Japan gibt es Vorkommen dieses Vogels. Besondere Bekanntheit hat er durch seine „Faulheit“ keine Eier selbst auszubrüten, erlangt. Brutparasitismus – ist die Bezeichnung dafür, wenn ein Vogel dem anderen Vogel ein „faules Ei“ unterlegt.

Zu den Wirtsvogelarten zählen etwa 45 Singvogelarten. Das erwachsene Kuckucksweibchen orientiert sich auch später an die Wirtsvogelart, die ihn selbst großgezogen hat.

Der Teichrohrsänger gehört zu den beliebtesten Wirtsleuten für den Kuckuck. Die eigenen Eier sind in Form und Farbe bereits den Eiern des Rohrsängers angepasst. Das ist auch eine besondere Gabe des Kuckuck, dass er die Eier quasi in die Farbe und Form des „Wirtvogels“ angleichen kann. Das Kuckuckspaar beobachtet eine ganze Zeit das Verhalten des Teichrohrsängers um abzuwarten, wann dieser seine Eier im Nest abgelegt hat. Ein Kuckucksweibchen kann mehr als zwanzig Eier erzeugen, die von Mai bis Juli untergebracht werden müssen. In der Regel sind es allerdings zehn Eier, die im Abstand von zwei Tagen in die Nester abgelegt werden.

Nun heisst es Warten bis das Nest verlassen ist. Unter Umständen lenkt das Kuckucksmännchen die „Gastvögel noch ab, damit Frau Kuckuck ein Ei vom Gelege fressen kann und dafür ihr eigenes Ei hineinlegt. Nichts ahnend wird dann später das „Kuckucksei“ mit ausgebrütet.

Entdeckt der Wirtsvogel das „Kuckucksei“, versuchet er das Ausbrüten zu vermeiden. Das kann durch die Zerstörung des Eis erfolgen, oder dadurch das der Vogel ein neues Nest über das alte Nest mit dem Kuckucksei baut.

Eine weitere Methode ist die „Umfärbung“ der Eier. So kann der Vogel das fremde Ei erkennen. Aber auch der Kuckuck kennt diese Methode und stellt sich darauf ein. Wird das fremde Ei nicht erkannt, wird es ausgebrütet und der junge Vogel versorgt.

Der geschlüpfte kleine Kuckuck ist in der Lage so lautstark zu betteln, das man meint es wäre eine komplette Brut im Nest. So fällt es kaum auf, dass er nach und nach die anderen, viel kleineren Jungen aus dem Nest wirft. So wird der Kuckuck durchgefüttert, bis er schließlich das Nest verläßt und davon fliegt.

Der Klimawandel macht dem Kuckuck allerdings seine „Arbeit“ immer schwerer. Während seine Wirtsvögel sich auf den Wandel eingestellt haben und bereits früher anfangen zu brüten, kommt der Kuckuck, der sich noch nicht umgestellt hat, zu spät aus dem Winterquartier zurück. Weil die Brut im „faulen Nest“ bereits früher schlüpft als der Kleine im Kuckucksei, schlägt das Schicksal nach seinem Schlupf erbarmungslos zu und er wird selbst aus dem Nest geworfen.

Der Kuckuck lebt hauptsächlich von Insekten, wie auch sein Wirtsvogel, Libellen, Käfern und Ohrwürmern.

Der Kuckuck legt sein faules Ei, dem Teichrohrsänger ins Nest hinein.

Der Kleine wird schon bald ein „Riese“, der Teichrohrsänger kriegt die Krise.

Doch irgendwann ist es vorbei, der Kuckuck fliegt in die Türkei.

Teichrohrsänger

Teichrohrsänger – wissenschaftlicher Name Acrocephalus scirpaceus. Er legt sein Nest im Schilf an, wo es zwischen Schilfhalmen aufgehängt wird. Dort brütet er bis zu drei Eier aus. Die Brutzeit fällt in die Zeit von Mai bis September. Ende April kommt er aus den afrikanischen Winterquartieren zurück. Der lange Zeitraum zeigt an, dass es zu zwei Bruten im Jahr kommen kann.

Teichrohrsänger

Der Sänger ist leicht mit dem Sumpfrohrsänger zu verwechseln.

Der Schnabel der Teichrohrsängers ist länger und etwas spitzer zulaufend, der Kopf ist gestreckter, der Kopf des Sumpfrohrsängers wirkt dagegen rundlicher. Das beste Unterscheidungsmerkmal ist wie so oft, der Gesang. Beide gehören zu den Zwillingsarten.

Während der Teichrohrsänger unermüdlich, metronomartig stets die gleichen Laute singt, immitiert der Sumpfrohrsänger auch Stimmen anderer Vogelarten, selbst der Arten, die er in Afrika gehört hat. Er hat aber auch seine eigenen Melodien.

Teichrohrsänger

Es gibt keine geschlechtsspezifischen Unterscheidungen der Teichrohrsänger. Im Schilf ist er flink unterwegs, hier braucht er nicht zu fliegen und hüpft schnell von einem Halm zum anderen. Dabei fängt er Spinnen, Larven und Insekten. Drosselrohrsänger sind in den dichteren Vegetationen des Schilfs unterwegs. Unser Teichrohrsänger lebt da mehr in den etwas weniger vegetationsreichen Zonen mit flacherem Wasser.

Die Nester des Vogels werden gerne vom Kuckuck zweckentfremdet. Dieser vernichtet dann die Brut des Teichrohrsängers. Aber auch aufkommendes Hochwasser gefährdet das Nest.

Lebensraum des Rohrsängers, der auch Rohrspatz genannt wird – schimpfen wie ein Rohrspatz – ist lange durch Entwässerungs – Maßnahmen gefährdet gewesen. Die Renaturisierung der ehemaligen Feuchtgebiete kommen ihm zu Gute.

Venner Moor

Das Venner Moor mit einer Größe von heute etwa 150 Hektar befindet sich südwestlich von Münster und gehört zur Gemeinde Senden.

Das Hochmoor entstand vor rund 6000 Jahren. Es wuchs im Laufe der Jahre nicht nur in die Höhe, sondern verbreitete sich bis in die benachbarten Erlenwälder. Es entstand ein Hochmoor mit einer Fläche von 280 Hektar und einer drei Meter mächtigen Torfablagerung.

Venner Moor
Venner Moor

Der Bau des Dortmund-Ems-Kanals 1964 und weitere Entwässerungen sorgten dafür, dass lediglich eine abgetorfte Fläche von 6 Hektar übrig blieb.

Venner Moor
Dortmund Ems Kanal

1970 begann man die Entwässerungsgräben abzudichten und 1990 wurde das Venner Moor unter Schutz gestellt. Das Moor kehrt nur sehr langsam zurück. Nur langsam sterben auch die unzähligen Birken ab und das Moor wächst jährlich lediglich um knapp einen Millimeter. Für die Freihaltung der Heideflächen wird gesorgt, um die Heideflora zu erhalten.

Venner Moor

Kreuzotter und Krickente sind wieder zu entdecken und die Moorlibellen sind zu sehen.

Imposant ist im Südteil des Moores der Altbestand eines Buchenwaldes. Hier sollte man unbedingt eine Weile ausharren. Einige Vogelarten genießen diesen Teil ebenso gerne wie wir. Der Buntspecht beobachtet die ersten Anflüge des Jungvogels. Ansonsten besteht der Baumbestand im und am Venner Moor aus Birken und Kiefern. Durch einen Teil des Moors führt ein Holzbalkenweg. Wenn man eine der Kreuzottern sehen will, muss man schon sehr umsichtig sein, weil sie durch die Bewegungen die unsere Schritte auf den Balken ausmachen, schnell verschwinden. Uns ist es einmal gelungen Kreuzottern auf einem Balkenweg im Müritz Nationalpark zu sehen.

Venner Moor
Kreuzottern auf dem Balkenweg im Müritz Nationalpark

Zilpzalp und Fitis

Zilpzalp – mit wissenschaftlichem Namen Phylloscopus collybita, ist einer der häufigsten Laubsänger in Deutschland. Der kleine Vogel ist überall zu finden. Weil er ständig „Zilp Zalp“ ruft wurde er auch danach benannt. In Franken nennt man ihn auch „Wüstling“ oder „Finderling“. In anderen Regionen auch „Erd- oder Weidenzeisig“, obwohl er nicht auf Weiden spezialisiert ist.

Zilpzalp
Zilpzalp

Der Nestbau erfolgt in ca 20 bis 40 cm Höhe in Buschwerken wir Brombeerhecken. Der Laubsänger lebt monogam, kann aber auch in Bigynie leben, dass heißt ein Männchen mit zwei Weibchen.

Bereits im März ist er aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück, obwohl er erst spät, gegen Ende Oktober dorthin fliegt.

Der kleine Vogel ist ohne besondere Zeichnung ausgestattet und daher eher unscheinbar. Zilpzalp und Fitis gehören zu den Zwillingsarten. Darunter versteht man Vogelarten die nur schwer zu unterscheiden sind.

Zilpzalp Fitis
Fitis

Der Fitis hat etwas länger Schwanzfedern und wirkt eher etwas „gestreckt“. Die Beine des Fitis sind deutlich heller als die des Zilpzalp. Auch der Augenstreif ist beim Fitis etwas deutlicher. Das markanteste Unterscheidungsmerkmal allerdings ist die Stimme.

Über den monotonen Gesang des Zilpzalp haben wir ja bereits geschrieben. Der Gesang des Fitis erinnert an den des Buchfink. Eine nach hinten abfallende Melodie.