Verschollen

verschollen – das ist mein Eindruck seit Anfang August. Gemeint sind die Vögel in unserem Garten, hier inmitten des Ruhrgebietes. Von allen Arten die im Frühjahr und zum Sommeranfang zu sehen waren, sehe ich zur Zeit nur alle paar Tage einmal ein paar Kohlmeisen. Diese kommen immer zur gleichen Zeit, gegen 08:30 Uhr mit der gesamten Familie und sind sofort wieder verschwunden. Also lediglich eine Stippvisite.

Selbst das allgegenwärtige Rotkehlchen läßt sich nicht mehr blicken und die Amseln, auch immer etwa vier bis fünf gleichzeitig, sind verschollen. Bei der Amseln mache ich mir Sorgen, ob nicht etwa der Usutus Virus etwas damit zu tun hat. Aber es ist zum Glück auch nirgendwo ein toter Vogel zu sehen.

Einen Gimpel habe ich neulich kurz beobachten können. er, der sonst immer mit seiner Angetrauten kam, war allerdings alleine zu sehen. Sein traurig klingendes “ diü, diü „, höre ich am Morgen von einem Baum. Sein Lockruf wird aber zur Zeit wohl nicht erhört. Zu sehen ist er im Laubwerk aber nicht. Bis vor zwei Wochen war auch der Stieglitz noch zu hören, aber jetzt ist das große Schweigen angesagt.

verschollen
Eichelhäher

Verschollen – wegen der Mauser

Wir haben Anfang September, da geht so langsam die Zeit der Mauser vorbei. Das Prachtkleid ist im Schrank und das Schlichtkleid so gut wie fertig. Einige hatten während der „Umzugsphase“ ja auch Probleme mit dem Fliegen, deshalb habe ich die Hoffnung das sie sich nun bald wieder blicken lassen. Klar, einige wie die Mauersegler, die sonst abends ihre Kreise zogen um Insekten zu fangen, sind ja bereits die weite Reise gen Süden angetreten. Dafür werden nun bald Andere aus dem Norden kommen.

verschollen
Kohlmeise

Gerade als ich die Zeilen, die ich gestern Abend begonnen habe, am Morgen des 10. Septembers zu Ende bringe, sitzt gegenüber im Baum ein Eichelhäher, den hatte ich das ganze Jahr über nicht in der Nähe unseres Gartens. Eine schöne Überraschung, am frühen Morgen und wie zum Trost kommt jetzt auch noch die Kohlmeise und das lange verschollene Rotkehlchen, als wollten sie sagen: “ Immer mit der Ruhe, mein Freund, bald sind wir alle wieder da !“

verschollen
Rotkehlchen

Klimakrise

Klimakrise – der anthropogene Klimawandel ,vom Menschen versursachte Klimawandel, erzeugt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdgas, Öl und durch die Massentierhaltung in Verbindung mit der Verwendung von Kunstdünger, sowie die industrielle Produktion, hat den CO² Wert und das Methangas in der Atmosphäre auf über 400 ppm ansteigen lassen (ppm= Anzahl der Teile pro eine Million Teile). Die Erde wird wärmer.

Die abiotische Umgebung wird durch Wetterextreme negativ beeinflußt. Stürme, Hochwasser,Brände,Anstieg des Meeresspiegles etc.

Klimakrise – Folgen

Ökosysteme verändern sich durch die physischen Veränderungen. Pflanzen bekommen zu wenig Regenwasser. Daraus folgt das Abtöten der Mikroben im Boden, die für die Vernichtung der Pflanzenabfälle gebraucht werden. Der Boden wird weniger belüftet, weil die Kleinstlebewesen verschwinden. Die Belüftung ist aber für die Pflanzenwelt überlebenswichtig.

Der Klimawandel hat bereits dazu geführt, dass die Insektenpopulation weltweit zusammenbricht. Gerade die Insekten sind aber wichtiger Bestandteil für die Pflanzen, indem sie Nährstoffe von Pflanzen und Tieren aufnehmen, für Bestäubung sorgen, Samen verteilen und Schädlinge bekämpfen.

Klimakrise – Ökosysteme Meer und Wald

Das Phytoplankton der Meere nimmt, vermutlich durch die gestiegenen Wassertemperaturen, ab. Phytoplankton absorbiert in sehr hohem Maße CO² aus der Luft und produziert den Großteil des Sauerstoff, den auch die Fische der Meere zum überleben benötigen.

Das das Ökosystem Wald besonders durch die klimatischen Veränderungen leidet, wird uns ja gerade täglich durch die Meldungen über das „Sterben des deutschen Waldes ins Bewußtsein gebracht.“ Der Wassermangel im Boden, durch die anhaltende Trockenheit, verhindert die Produktion von Baumharz, vor allem bei den Fichten- und Nadelbäumen. Weil die Fichten- und Nadelwälder plantagenmäßig an Stellen gesetzt wurden die für diese Baumart ungeeignet sind, können sie jetzt dem Ansturm des Borkenkäfers nichts Entgegensetzen, da die einzige Waffe gegen den Käfer, das Baumharz fehlt (Reuters, April 2019). Die schnelle Abschöpfung der Ware Holz hatte Vorrang.

Seit 1970 starben 60 Prozent aller Wildtiere aus (Living Planet Report 2018). Diese biologische Vernichtung hat Auswirkungen auf die Funktion der Ökosysteme und der Dienstleistungen für die Aufrechterhaltung der Zivilisation (IPBES Global Assessment Summary for Poicymakers Mai 2019).

Die Klimakrise besteht aus verschiedenen Faktoren. Zum Einen ist das die Veränderung der Land- und Meeresnutzung durch die industrielle Landwirtschaft und durch die Überfischung der Meere. Zum Anderen der beschriebene Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Verbreitung invasiver Arten. Letzteres geschieht durch die Globalisierung des Handels, indem fremde Samen und Insekten über die Transportmittel wie Flugzeuge und Schiffe befördert werden.

Auch der weltweite Tourismus und natürlich Zugvögel transportieren invasive Arten, die bedingt durch das veränderte Klima auch in anderen Regionen überleben und somit auch neue Krankheiten etc. übertragen können.

Das IPCC hat bereits im Oktober 2018 erklärt, dass die CO² Emissionen innerhalb von 12 Jahren halbiert werden müssen, um eine Erwärmung um 2 Grad Celsius zu vermeiden. Bedenkt man, dass Wissenschaftler erst danach festgestellt haben, dass die Ozeane 60 Prozent mehr Wärme absorbieren als bis dato vermutet wurde, müssten die Vorgaben des IPCC um 25 Prozent nach oben korrigiert werden (Nature 563 (7729)).

Quellen: Nature 563 (7729), Living Planet Report 2018, IPBES Global Assessment Summary for Policyfor people and nature Mai 2019, IPCC, Verfahren der Nationalen Akademie der Wissenschaften 07.2017, Reuters April 2019, Skip Spitzer offener Brief

Dingdener Heide

Dingdener Heide – Erholungsgebiet und Naturschutzgebiet im Ortsteil Dingden, Gemeinde Hamminkeln. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1500 Hektar und wird durch die biologische Station Wesel betreut.

Laub- und Kiefernwälder wechseln mit Grünlandschaften und Äckern. Deutlich sind zur Zeit die Folgen der Trockenheit und die Schäden durch den Borkenkäfer im Wald zu sehen. Überall findet man gefällte Bäume deren Rinde geschält wurden. Die Spuren der großen Maschinen zum Abtransport graben sich in den Waldboden. Große Schneisen sind entstanden.

Beobachtungshütten an der Dingdener Heide

An den Feuchtwiesen befinden sich zwei Beobachtungshütten. Nun sind die Feuchtwiesen aufgrund der anhaltenden Trockenheit leider nicht mehr sehr durchnäßt und offene Wasserstellen kaum noch zu sehen.

Die Limikolen sind momentan daher nicht zu sehen. Ansonsten findet man im Gebiet der Dingdener Heide unter anderem den Kiebitz, den Wiesenpieper,  Weißstorch,  Schwarzstorch, Rohrweihe, Kornweihe und Rotschenkel . Gesehen habe ich den Schwarzspecht und eine Weihe, beide allerdings in zu großer Entfernung um sie auf einem Bild festzuhalten. Auf ornitho.de wurden in den Tagen zuvor Braunkehlchen, Steinschmätzer und ein Baumfalke gemeldet.

Dingdener Heide
Ziegen in der Dingdener Heide

Wir parkten an einem Parkplatz der Akademie Dingden in der Klausenhofstraße, weil nach der Beschreibung der richtige Parkplatz am Ortsrand von Dingden an dieser Straße angegeben war. Man sollte aber die Klausenhofstraße weiterfahren, bis an die Kreuzung „zum Venn“ . Dort befindet sich ebenfalls ein Parkplatz, wo es auch Infotafeln des NABU zum Wolf und dem Zusammenleben mit diesem fantastischen Tier zu sehen gibt. Auch ein mustergültiger Herdenschutzzaun ist zu sehen.

Dingdener Heide
Herdenschutzzaun

Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zur ersten Beobachtungshütte. Auch einen etwa 6 Kilometer langen Rundweg Dingdener Heide kann von hier aus gestartet werden. Der Rundweg ist mit einem separaten Schild gut zu erkunden.

Ein weiterer Parkplatz befindet sich auf der Krechtinger Straße kurz vor der Einmündung Bußter Weg.

Wahlen

Wahlen in zwei Bundesländern mit einem verschreckenden Ergebnis. Ich weiß, dass dieser Beitrag nichts mit Vögel und Tierfotografie zu tun hat. Allerdings hat Politik ja auch etwas mit Natur und Umwelt zu tun und in einem Blog kann man ja auch einmal seinen Gedanken zu anderen Temen freien Lauf lassen.

Bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg wählten die Bürger mit mehr als 20 Prozent Stimmenanteil eine rechtsradikale Partei in die Landtage. Dabei bestimmen die Anhänger des „Flügels“ der AfD die Partei im Osten. Diese ist bekannt für Reden die die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands leugnen und verharmlosen, extrem Ausländerfeindlich ist und eigentlich auch sämtliche sozialen Errungenschaften wie Arbeitslosenhilfe, Krankenversicherung abschaffen wollen.

Hinzu kommt, dass die Spitzenkandidaten alle aus dem so „verhassten“ Westen kommen und mit einer Wende 2.0 Wahlkampf machten, an der sie keinen Anteil hatten und die sie selbst nicht wirklich miterlebt haben. Die Wende war einzig ein Ergebnis der ostdeutschen Bevölkerung.

Leider sind aber die Initiatoren von damals irgendwo im Nirwana verschwunden oder wurden von westlichen Politikern der sogenannten etablierten Parteien verdrängt. Wie sonst ist zu erklären, dass die ersten Ministerpräsidenten in ostdeutschen Bundesländern Politiker wie Vogel und Biedenkopf wurden.

wie konnte es bei den Wahlen zu dem ERgebnis kommen ?

Ein schlimmes Ergebnis dieser Wahlen wird das Ansehen der Bundesrepublik in der Welt haben, zumal die Wahl zu einem Zeitpunkt erfolgt als sich der Überfall der Hitlertruppen auf Polen jährt und an den durch Nazideutschland verübten Mord an Millionen von Menschen erinnert.

Wie konnte es soweit kommen das der Osten so extrem wählt? Viele Menschen fühlen sich „abgehängt“, schreiben nun einige Wahlforscher. Richtig ist das die Politik dreißig Jahre lang nicht in der Lage war die Wiedervereinigung in allen Bereichen auch zu vollziehen. Es ist ein Unding das es noch immer Unterschiede bei der Rentenzahlung gibt, es ist auch ein Unding das die Löhne noch immer den Löhnen im Westen hinterherhinken. Auch wenn die Mieten noch niedriger sind als im Westen, sind die Lebenshaltungskosten nicht anders als bei uns. Das kann man auch nicht mit der schwächeren Wirtschaftsleistung im Osten begründen.

Die Politik hätte das in dreißig Jahren ändern können. Noch immer hat nicht ein einziger Dax-Konzern seinen Sitz im Osten. Kaum eine staatliche Institution befindet sich in einem östlichen Bundesland.

Wie auch beim Tema Klima und Umweltschutz haben die etablierten Parteien und die Bundes- und Landesregierungen diese lebenswichtigen Aufgaben ausgesessen, oder nur halbherzig in Angriff genommen. Ganze Heerscharen gut ausgebildeter Fachleute und gut gebildete junge Menschen haben die neuen Bundesländer in Richtung Westen verlassen. Das schadet der verbleibenden Gesellschaft massiv in sozialer und kultureller Hinsicht. Das Ergebnis dieses zögerlichen Regierens haben jetzt die Wahlen gezeigt.

Es reicht eben nicht, für gut asphaltierte Straßen und schön restaurierte Städte zu sorgen, die hätten wir hier im Ruhrgebiet übrigens auch gerne und die ländliche Versorgung durch Ärzte und die Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs und Digitalisierung ist bei uns mindestens genauso schlecht wie im Osten, es sind die elementaren Dinge um die sich die Politik dreißig Jahre lang viel zu wenig gekümmert hat.

Der Niedergang des Braunkohle Tagebaus in Ost und West sorgt zusätzlich für extreme Ängste um Arbeitsplätze. Es ist kein Politiker hingegangen und hat in der Lausitz einmal vom Strukturwandel im Ruhrgebiet gesprochen, als das große Zechensterben begann. Man hätte die Chance gehabt damit zu erklären, wie ein Strukturwandel erfolgreich gehandhabt werden kann.

Dennoch besteht bei all den genannten Dingen kein Grund nationalsozialistisches Gedankengut und Fremdenfeindlichhkeit, rechtsextreme Parteien zu wählen. Protest kann man auch durch die Wahl anderer demokratischer Parteien äußern. Protest darf nicht soweit gehen, dass man den Galgen für Andersdenkende fordert, Ermordung von Staatsdienern hinnimmt und alles angeblich Schlechte den Menschen mit Migrationshintergrund andichtet.

Ich habe die Hoffnung, dass sich diese Landtagswahlen als ein einmaliger Ausrutscher herausstellen und folgende Wahlergebnisse anders ausfallen werden.

Distelfalter

Distelfalter – auch Vanessa cardui – bevorzugen eigentlich die „Große Brennessel“, aber jetzt fand er wohl den Nektar auf den Blüten der Ringelblume und des Wandelröschen in unserem Garten erstrebenswert. Natürlich zu meiner großen Freude, denn bisher hatte ich noch keinen dieser Tagfalter fotografieren können. Auch in den benachbarten Gärten sind mir keine größeren Vorkommen von Disteln bekannt.

Distelfalter
Distelfalter am Wandelröschen

Der Distelfalter gehört zur Familie der eigentlichen Edelfalter und wenn man sich seine Flügel mit der schwarzen Oberseite, die mit mehreren weißen Flecken ausstaffiert ist ansieht, versteht man auch den Begriff „Edelfalter“. Sein Aussehen ist wirklich stattlich. Hinter dem bereits geschilderten Bereich ist der Falter orange gefärbt mit schwarzen Flecken. Am Rand der hinteren Flügel sieht man größere Augenflecken.

Die anhaltende Trockenheit im Essener Süden hat ihn wohl dazu bewegt uns aufzusuchen. Der Falter liebt trockene Regionen und weil es hier schon lange nicht mehr regnete, ist der Boden trotz des Gießen ziemlich ausgedürrt. Auch wenn es um den Essener Süden herum einmal eine Größere Schauer gibt, bleiben wir meistens im Trockenen. Das liegt vermutlich an der Nähe der Ruhr mit den Höhenzügen. Die Blumen halten sich aber tapfer und darüber freut er sich offensichtlich.

Distelfalter

Invasion der Distelfalter

Falter der ersten Generation findet man von Mai bis Juli. Je nach klimatischen Verhältnissen gibt es eine zweite Generation die wir von Juli bis August und September/Oktober sehen können.

Der Falter verbringt erstaunliche Leistungen. So überwintert er in Afrika und legt bis zu 15000 Kilometer zurück. Jedes Jahr fliegen die kleinen Flattermänner bis zu 15.000 Kilometer weit! Sie starten wenn die Regenzeit in Afrika beginnt und erreichen Nordeuropa im Frühjahr. Schon bald fliegen sie dann wieder zum Überwintern nach Afrika. Das alles bei nur sechs Zentimetern Körpergröße!

Man hat beobachtet das Distelfalter nach einer Flugstrecke von etwa 3000 Kilometern ihre Eier in Disteln ablegen und sich verpuppen. Während die Alttiere sterben, setzen die „Kinder“ den Flug fort. Dabei fliegen sie in bis zu 1000 Meter Höhe bis zu 50 km/h schnell.

Schließlich kommen dann die Urenkel in Nord Europa an. In diesem Jahr meldeten Israel und der Libanon einen Einflug von Millionen Distelfaltern und bald darauf kamen derartige Meldungen aus Zypern. Bis Ende Mai 2019 verzeichneten Berlin, Brandenburg, Bremen und die Stationen des Wattenmeeres „Massen von Distelfaltern“. Die Lebensdauer des Falters beträgt 12 Monate

Infos, Quellen : Helmholtz Zentrum für Umweltforschung / NABU/ Naturdetektive für Kinder

Löffler

Löffler – Platalea leucorodia – sind Vögel aus der Familie der Ibisse. Sie sind kleiner als Störche und haben eine Flügelspannweite von etwa 120 cm, was etwa 50 cm kürzer ist als beim Storch.

Der Löffler Bestand hatte bis 1970 dramatisch abgenommen. Ihr Lebensraum wurde, wie auch bei vielen anderen Vögeln der Feuchtgebiete, durch die Entwässerung für die landwirtschaftlichen Nutzung zerstört. Ein weiterer Aspekt war die Bejagung der Tiere. Das Verbreitungsgebiet der Löffler ist in Bereichen von Nord – bis Südeuropa.

Seit 1990 erholen sich die Bestände deutlich. Vor allem an der holländischen Küste stieg die Zahl der Brutpaare von 150 im Jahr 1970 auf 3000 im Jahr 2014. Von Holland aus verbereitete er sich auch in den deutschen Küstenraum. Die Inseln Borkum, Spiekeroog, Norderney und Gebiete in Schleswig Holstein wurden zu Brutgebieten. 2014 zählte man bereits 800 Brutpaare in Deutschland.

Löffler

Die Löffler auf den Bildern sah ich in der Nähe von Greetsiel. Im Schutzgebiet Hauener Hooge, das ein Teilgebiet des Naturschutzgebietes Leyhörn ist, gibt es eine versteckt gelegene Beobachtungshütte von der aus man den Ruheplatz der Löffler sehr schön beobachten kann, ohne die Tiere zu stören. Überhaupt gibt es dort noch viele andere Arten zu sehen. So die Uferschnepfe, Rohrammer, Blaukehlchen, Rohrweihe – um nur einige aufzuzählen. Bis heute ist nicht genau geklärt woher das Wort „Hooge“ abgeleitet ist. Im Bezug auf die „Hallig Hooge“ bedeutet Hooge der höchste Punkt. Insofern könnte Hooge eventuell ein Hinweis darauf sein, dass es sich um eine Erhöhung im Gelände gehandelt hat.

Löffler

Im Gegensatz zum Storch nimmt der Löffler seine Nahrung nicht Stück für Stück auf, sondern „seiht“ sie durch hin- und her Bewegungen des Kopfes über den löffelartigen Schnabel aus. Dieser ist auch der Grund warum er seine Nahrung nicht sehen kann. Im „Löffel“ befinden sich feine Fühler die auf Bewegungsreize der in Frage kommenden Nahrung reagieren. Als „Seihen“ bezeichnet man das Pendeln mit dem Schnabel.

Wie der Reiher lebt auch der Löffler in Kolonien. Die Nester befinden sich oberhalb des Wassers im Schilf oder am Boden in Büschen.

Das weiße Gefieder hat eine leichte Gelbtönung. Im Prachtkleid ziert die Brust ein klarer gelber Fleck. Am Hinterkopf zeigt sich ein langer Federschopf.

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Charadrius subius – sind von der Größe her etwa mit einem Star zu vergleichen. Es ist ein faszinierender Vogel mit erstaunlichen Eigenschaften. Das „Vereiteln“ eines Prädators zählt zu dem Beeindruckendsten was ich gesehen habe. Leider konnte ich es nur in einer Dokumentation verfolgen.

Flußregenpfeifer

Nähert sich ein Feind dem Nest, auf dem der Vogel starr verweilt, auf eine Distanz von etwa fünf Metern, läuft der Vogel schnell in seitliche Richtung. Dabei zeigt er sein schauspielerisches Können. Offenbar flügellahm schleift ein Flügel am Boden und der Flussregenpfeifer kann nur ein kurzes Stück fliegend vorankommen. Seine „offensichtliche“ Verletzung lässt ein schnelles Fortfliegen nicht zu. Der Gegner wähnt nun eine leichte Beute vor sich.. Aber kurz bevor er zuschlagen kann und wenn beide weit genug vom Nest entfernt, sind fliegt der Vogel, urplötzlich genesen, davon.

Auch das in einer Mulde angelegte Nest ist perfekt an die Umgebung angepasst und mit Kieselsteinen, die der Färbung der Eier entsprechen hervorragend getarnt. Die Jungvögel, die das Nest als Nestflüchter sehr früh verlassen, sind selbst für einen Turmfalken nicht zu sehen. So ideal sind sie ihrer Umgebung angeglichen.

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Aussehen

Auffallend ist der gelbe Ring, der das ansonsten schwarze Auge umschließt. Auf der weißen Stirn befindet sich ein schwarzer Fleck und der Scheitel ist braun wie auch die Oberseite des Körpers. Der Schnabel ist kurz und schwarz. Augenfällig ist auch das schwarze „Halstuch“ und die für Watvögel typischen langen Beine, mit denen er sich schnell über den Boden bewegt, um Spinnen, Würmer, Insekten und kleine Krebse zu ergattern. Der Ornithologe und Geologe Professor Liebe, der bis 1894 lebte, hat einmal acht Schritte in der Sekunde gezählt.

Das Brutgebiet ist die Paläarktis, so bezeichnet man die Region Europa – Nordafrika und Asien. Europäische Vögel überwintern zwischen Äquator und Sahara. In Deutschland schätzt man zwischen 5000 und 9000 Brutpaare. Die natürlichen Lebensräume des Flussregenpfeifer , die Flussläufe mit kieshaltigem Boden, gibt es wegen der Begradigungen der Flüsse nur noch selten und so hat sich sein Lebensraum verändert. Kiesgruben und Baggerseen hat er sich als neue Refugien auserwählt.

Greetsiel – Naturschutzgebiete

Greetsiel gehört zur Gemeinde Krummhörn. Bereits aus der Ferne sind die Zwillingsmühlen zu erkennen. Geprägt ist der Ort von Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert.

Im Hafen liegt ein großer Teil der Krabbenkutterflotte vor Anker. Seit drei Wochen müssen sie eine Zwangspause einlegen, weil die Großhändler keine Krabben mehr abnehmen. Die Läger sind wegen der großen Fangmengen im Herbst überfüllt. Heute, 19. März 2019, sollen die Schiffe erstmals wieder auslaufen, wie die WAZ berichtet.

Greetsiel
Greetsiel – Hafen

Mit dem Bau der Schleuse Leysiel wurde der Hafen des Ortes tideunabhängig. Durch die Küstenschutzmaßnahmen kam es zu massiven Eingriffen in die Natur und dem Ökosystem Leybucht. Bedingt durch die Kleigewinnung für den Deichbau entwickelte sich die „Halbinsel Leyhörn“.

Diese ist heute ein großes Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf. Es entstanden aber noch weitere Schutzgebiete wie die Hauener Pütten und die Hauener Hooge, die ein Refugium für Schilfbewohner und Wasservögel wurden.

Der Teilbereich „Speicherbecken“ dient der Binnenentwässerung und nimmt das Wasser aus dem Binnenland auf, wenn das Sieltor geschlossen ist.

Mit dem Fahrgastschiff „Graf Edzard I.“ machten wir eine Fahrt durch das Naturschutzgebiet und die Schleuse. Der Kapitän verstand es auf launige Weise seine Fahrgäste zu unterhalten und zu informieren.

Mein Augenmerk war natürlich mehr auf das Geschehen im Naturschutzgebiet gerichtet. In der Region „Speicherbecken“ konnte ich Stockenten und andere Entenarten sehen, die ich aber aus der Ferne nicht bestimmen konnte. Anders war es da bei den Graugänsen und den Blässgänsen. In ihren Reihen erkenne ich dann auch Weißwangengänse.

Weißwangengänse
Weißwangengänse

Deutlich ist das weiße Gesicht zu erkennen, mit dem kurzen Hals und dem kleinen Schnabel. Die weiß-grau, quer gebänderten Flügel sind deutlich zu sehen. Ihr Aussehen erinnert an die Tracht der katholischen Nonnen, weshalb die Weißwangengans auch Nonnengans genannt wird. Früher war die Gans lediglich als Wintergast, aus dem Brutgebiet in der Arktis, in Mitteleuropa zu finden. Erst seit den 1990er Jahren haben sich Gänse auch in Niedersachsen und Schleswig Holstein niedergelassen.

Etwas abseits der Gänse entdecke ich dann zu meinem Erstaunen eine Mantelmöwe. Die größte der europäischen Möwen ist auf der roten Liste der BRD geführt und nur selten zu sehen. Ab Juli kommen sie vermehrt aus den skandinavischen Brutgebieten an die Küste und verschwinden bereits zu Beginn des neuen Jahrs wieder. In Deutschland gibt es lediglich 10 Brutpaare der Mantelmöwe.

Mantelmöwe

Das Schiff steuert nun in die Schleuseneinfahrt und an der Wand der Schleuse bemerke ich einige Rauchschwalben, die das Manöver des Schiffes beobachten.

Nach der Durchfahrt geht es noch ein kleines Stück ins Wattenmeer, bevor das Schiff wendet. In der Ferne sieht man das 15 Kilometer entfernt liegende, holländische Eemshaven und die Inseln Juist und Norderney. Schon geht es zurück in die Schleuse. An der Uferbefestigung lassen sich die verschiedenen Wasserstände anhand der Ablagerungen genau erkennen.

Greetsiel

Wieder werden wir von einer Rauchschwalbe beobachtet.

Rauchschwalbe

Auf der Fahrt in Richtung Greetsiel – Hafen passieren wir ein Teilgebiet des NSG, die Hauener Pütten. Hier befinden sich zwei Beobachtungshütten. Ehemals war dieses Gebiet Ackerland. Durch die Entnahme von Kleiboden für den Deichbau entstanden flache Gewässer, durchmischt mit Röhricht und Verlandungszonen, ein ideales Rückzugsgebiet für Vögel und Amphibien.

Etwa vier Kilometer von Greetsiel in Richtung Pilsumer Leuchtturm, der durch die Otto-Filme bekannt wurde, befindet sich die erste Beobachtungshütte. Dadurch das der Zugang sehr zugewachsen ist, sind meine Frau und ich alleine dort. Das hat den Vorteil ungestört zu sein und so können wir den Teichrohrsänger nicht nur hören, sondern auch sehen.

Teichrohrsänger
Teichrohrsänger
Beobachtungshütte
Beobachtungshütte

Wir kämpfen uns durch den „Dschungel“ und erreichen die Beobachtungshütte. Auf dem Weg hierher haben wir bereits einen Schwarm Löffler fliegen gesehen. Nun entdecken wir auch ihren Ruheplatz. Leider muß ich wieder einmal feststellen das das 100-400 er Tele nicht ganz reicht. Es wird doch Zeit einen Konverter zu kaufen. Dennoch kann ich einige Belegbilder „schießen“.

Löffler
Löffler
Löffler

Die nächste Beobachtungshütte befindet sich auf der Zufahrt zum Parkplatz Pilsumer Leuchtturm, unmittelbar an der Zufahrtsstrasse. Es ist absolutes Halteverbot, was den Fahrer des Wagens der davor steht wohl nicht interessiert. Zu meinem Glück kommen die Insassen aber gerade aus der Hütte um davon zu fahren und so habe ich die Hütte für mich. Die Fläche vor der Hütte ist ausgetrocknet, aber offenbar voll Leckereien. Nicht nur ein Haussperlingspaar, auch zwei junge Stieglitze, noch ohne Kopffärbung, und ein Flussregenpfeifer suchen den Boden ab.

Greetsiel
Flussregenpfeifer
Greetsiel
junge Stieglitze

In der Ferne kann ich eine Rohrweihe erkennen, die aber für ein Bild zu weit weg ist. Ebenso der große Schwarm Uferschnepfen den ich dort sehe ist zu weit entfernt. Später sehe ich auch ihren Rastplatz, leider auch unerreichbar.

Rohrweihe
Rohrweihe
Greetsiel
bestimmt 200 – 300 Uferschnepfen
Uferschnepfen
… und ihr Rastplatz

Es plötzlich voll in der Hütte und ich mache mich lieber auf den Rückweg. Selbst die Rauchschwalben, die außen an der Hütte ihre Nester haben werden nun unruhig und fliegen unstet hin- und her.

Einige Stare fliegen auf, nur einer hält sich offensichtlich lieber auf dem Gebüsch mit den kleinen Trauben auf.

Star
Stare
Greetsiel
Star

Nun bin ich wohl etwas weit von der Heimfahrt mit dem Schiff abgedriftet, aber auf der Rückfahrt geschieht auch nicht Besonderes mehr. Ein Kormoran hat wohl Gefallen daran gefunden unsere Fahrt ein Stück zu begleiten.

Greetsiel
Kormoran

Ein verregneter Vormittag in Greetsiel bringt uns auf den Gedanken nach Norddeich zur Seehundauffangstation zu fahren. Als wir aus dem Auto aussteigen und die schier endlose Menschenschlange sehen, wollen wir bereits wieder umkehren. Als wir aber bemerken, das die Leute alle große Taschen mitführen, wird uns klar das sie für ein Erlebnisbad anstehen. Die Auffangstation befindet sich dahinter und ist nicht so stark besucht. Außerdem haben wir Glück, dass wir vor 11 Uhr da sind, denn nun beginnt die Fütterung der Seehunde.

Greetsiel
Seehundauffangstation

Es geht eine ereignisreiche Woche zu Ende und wir bedanken uns ausdrücklich noch einmal bei den netten jungen Leuten der Ferienwohnung „Odins Huus“. Wir waren perfekt untergebracht und versorgt. Nach etwa 15 Minuten Fußweg ist man im Ortskern, egal ob man den Weg durch die Siedlung oder naturnaher über den Deich wählt. Wir haben unsere Ferienwohnungen zuletzt immer über „traum-ferienwohnungen.de“ gebucht, so in Grömitz und im Oktober auch in Büsum und waren immer begeistert. Zum Schluß noch einmal ein Bild von einer Rauchschwalbe, die wir hier ständig und überall sehen konnten.

Rauchschwalbe
Rauchschwalbe

Tyrannosaurus Rex – Verwandter der Vögel

Tyrannosaurus Rex ist mit unseren Vögeln verwandt – ich konnte es kaum glauben, aber die Sendung von GEO Television – T-Rex – Rekonstruktion einer Riesenechse –kam genau zu diesem Ergebnis, dass der Saurier eine Mischung aus Vogel und Reptil gewesen sein muß.

Bei Untersuchungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass das im Verhältnis zum Schädel sehr kleine Gehirn dem eines Vogel sehr nahe kommt. Wie beim Vogel fehlt dem Gehirn die Großhirnrinde, die bei den Säugern besteht. Dafür hat das Gehirn deutlich mehr Neuonen.

Der „Arbeitsspeicher“ des Gehirn befindet sich nicht in der Großrinde sondern im Endhirn. Dadurch kann das Gehirn deutlich kleiner sein als bei anderen Säugetieren. Es enthält aber auch bedeutend mehr Nervenzellen.

Weitere Ergebnisse aus der Untersuchung des Gehirns deuten darauf, dass T-Rex in einem Familienverband lebte und soziales Verhalten kannte. Verletzungen ergaben das es auch zu Revierkämpfen mit Artgenossen gekommen sein muß.

Der Saurier wird in Kinofilmen immer brüllend wie ein Raubtier dargestellt. Aber auch das wird von der Wissenschaft widerlegt. Für den Menschen war er fast stumm, weil er eine Stimme ähnlich einer Rohrdommel gehabt haben muß, nur um einige Oktaven tiefer. Ein Stimmenvergleich brachte auch eine Ähnlichkeit mit dem China Alligator, allerdings auch noch um einiges tiefer zu Tage. Diese tiefen Lagen sind für den Menschen fast nicht hörbar.

Ein weiteres Indiz für die Verwandtschaft mit Vögeln ergab sich aus den Untersuchungen und Vergleichen von erhaltenen Fußspuren in einem Flußbett. Die Fußabdrucke hatten große Ähnlichkeiten mit denen eines Emu. Gleichzeitig erbrachte die Untersuchung, dass Tyrannosaurus Rex sich nicht mit dem Schwanz abstütze, sondern der für den Gewichtsausgleich des schweren Kopfes zuständig war. Das wiederum belegt, dass der Tyrannosaurus nicht in der Lage war sehr schnell zu laufen. Maximal 16 km/h wurden ermittelt, da er sonst in Gefahr lief zu stürzen, was bei einem Gewicht von 7 Tonnen und einer Körperlänge von 13 Metern den Tod bedeuten könnte.

Eine weitere Entdeckung waren Melanin Spuren, die darauf schließen lassen das Tyrannosaurus Rex eine Färbung ähnlich der fleischfressenden Raubvögel gehabt haben muß. Sein Körper hatte eine braun- schwarz – graue Färbung gehabt haben, während im Augenbereich eine Orang – Tönung war.

Fossilienfunde in China, vom Vorgänger des T-Rex, erbrachten verkümmerte Federn. Demnach müßte Tyrannosaurus Rex eine ähnlich Befiederung wie der flugunfähige Kasuar gehabt haben. Tyrannosaurus Rex hatte wohl eine Art Löwenmähne, allerdings nicht so ausgeprägt.

Alle Untersuchungen wurden möglich durch den Fund des größten zusammenhängenden Skeletts eines Tyrannosaurus in Kanada. Dieser hat wohl ein Alter von 30 Jahren erreicht und zuvor war noch nie ein so großer Saurier entdeckt worden.

Klimaschutz – haben wir eine Zukunft ?

Klimaschutz – wenn ich die Debatten um das wichtigste Tema unserer Zeitgeschichte verfolge, stosse ich auf Zustimmung von vielen Seiten. „Ja, es muss etwas getan werden,“ hört man von den Wirtschaftsverbänden, von der Wissenschaft. 105 Wissenschaftler aus 53 Ländern die das Klima für den IPCC verfolgen und analysieren warnen davor, dass es keine Zeit zu verlieren gilt. Es droht Nahrungsknappheit und die Zerstörung der Lebensgrundlage für 500 Millionen Meschen weltweit.

Eine Wende in der Agrarwirtschaft ist zwingend notwendig. Wälder müssen entstehen um mehr CO2 Speicherung zu ermöglichen. Die Landwirtschaft nachhaltiger werden und der Fleischverbrauch drastisch reduziert werden.

Die Erderwärmung hat bereits um 1,5 Grad Celsius zugenommen. Mit einem weiteren Anstieg auf über 2 Grad Erderwärmung erreicht man dann bald einen Punkt, wo der Wandel nicht mehr aufzuhalten ist. Es wäre also dringend nötig alle fossilen Brennstoffe sofort außer Betrieb zu setzen. Kohle, Öl und Gaskraftwerke die ihre Lebensdauer erreicht haben dürfen nicht mehr in Betrieb gehen.

Klimaschutz – Regenwald

Was passiert aber? Die Rodung des Regenwaldes wird durch den brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro noch forciert, um riesige Flächen für die Rinderhaltung zu schaffen. Allein im Juli sind demnach 2.254 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden. Vergangenes Jahr betrug die Zahl im selben Monat knapp 597 Quadratkilometer, was einem Anstieg von 278 Prozent entspricht. Im vergangenen Juni lag das Ausmaß der Abholzung bereits 88 Prozent über dem Juni-Wert von 2018.  (Quelle Zeit online).

Die Proteste der europäischen Regierungen sind nicht wirklich überzeugend. Im Gegenteil – Deutschland und die EU erhöhen sogar den Import von Rindfleisch aus Brasilien. Laut ABIEC stiegen die Einfuhren der EU um 9 Prozent auf 118.317 t. Bezogen auf den Umsatz blieb die Europäische Union 2018 damit der drittwichtigste Absatzmarkt für die brasilianischen Rindfleischexporteure. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf umgerechnet 640 Mio. Euro verzeichnet. (Quelle: agragheute). Die Zahlen dürften sogar noch höher ausfallen, da diese von 2018 sind. Eine erneute Steigerung des Importes von brasilianischem Rindfleisch 2019 ist vorauszusehen.

Klimaschuz – neue Energien

Was die Schließung von Kraftwerken angeht, hat die Kohlekommission in einem Kompromiss am 26.01.2019 den Einstieg in den Kohleausstieg und damit endlich den Anfang vom Ende der Kohle beschlossen. Mit der Festlegung, bis 2022 erste Kohlekraftwerke abzuschalten. Wie die WAZ heute berichtet regt sich bereits Widerstand, das neue Kraftwerk Datteln IV nicht ans Netz gehen zu lassen. Das wird wahrscheinlich auch erfolgreich sein, warum sonst würde Uniper sonst weiterhin Millionen in das, nach Uniper, modernste Steinkohlekraftwerke der Welt investieren. Auch die Braunkohletagebau Betriebe halten die gesetzten Termine für nicht einahltbar, fordern aber schon einmal Millionen an Entschädigungen.

Fleisch

Gegen eine höhere Besteuerung von Fleisch gehen die Bauernverbände auf die Barrikaden. Sie fürchten um die Betriebe der Massentierhaltung . Eine Tierhaltung zum Wohle der Tiere spielt für sie keine Rolle. Methangas und Gülle als Produkt der Massentierhaltung ist hinzunehmen. Viele Betriebe könnten auf Nachhaltigkeit umstellen. Das ist aber sicherlich auch mit mehr Aufwand verbunden. Der Verbraucher hat hier aber die Macht, durch weniger Fleischverbrauch etwas Druck aufzubauen.

Mobilität

Um den Klimaschutz voranzutreiben soll sich die Mobilität verändern. Die Umstellung des LKW- Eisenbahn- und Schiffsverkehrs auf Elektroantriebe oder Wasserstoffantrieb wird noch Jahre dauern. Der Transport der Güter vom LKW auf die Schiene ist logistisch kaum möglich, da die Bahn die Entwicklung bisher aus Kostengründen verschlafen hat. Neue Gleise müssen erst verlegt werden, eine Deutschlandweite Modernisierung des Güterverkehrs auf der Schiene dauert Jahre. Spediteure klagen heute über große Verspätungen der Bahn, wenn sie ihre Güter vom LKW auf die Schiene schaffen.

CO2 Steuer

Die Einführung einer CO2 Steuer wird bereits vor der Beschlußlage von den industriefreundlichen Parteien torpediert. Die Steuer darf auf keinen Fall zu Lasten der Industrie gehen, die allerdings der größte Erzeuger von CO2 ist. Mehr Mischwald für das Klima? Die Waldbauern beklagen den Tod der Fichte durch die Hitzeperiode und den Borkenkäfer und wollen vom Staat Geld um den Abtransport des Totholzes zu finanzieren und neue, fremde Holzarten, die einen schnellen Wuchs versprechen, setzen zu können. Da interessiert nicht der Klimaschutz, sondern nur das schnelle Geld.

neue Energien

Bei der Entwicklung neuer Energieträger hat man sich schon immer erst nach der Installation Gedanken gemacht wie es denn um die Entsorgung der entstehenden Abfälle bestellt ist, die dann die Umwelt belasten. Atomkraftwerke wurden errichtet, ohne zu Wissen was mit dem atomaren Müll geschehen soll. Bei der Umstellung des PKW vom Diesel auf Strom, weiß noch niemand was mit den Batterien geschieht, wenn diese entsorgt werden müssen. Bei der Windenergie entstehen riesige Halden mit Rotorblättern. Für den Sondermüll ist noch keine Lösung in Sicht.

Zukunft ?

Es werden also noch unzählige Komissionen, Arbeitskreise, Ausschüsse und Tagungen zum Tema Klimaschutz folgen . Die Mächtigen der Welt, die Regierenden, Präsidenten und Großindustriellen, Wirtschafts- und Bauernverbände werden im Endeffekt das Sagen haben. Da steht die Befürchtung das wir unseren Kindern und Kindeskindern später einmal erklären müssen . „Wir hatten nicht die Macht entscheidendes zu tun, die hatten andere, denen Gewinnmaximierung wichtiger war als der Planet Erde.“ Wir können unserem Nachwuchs nur noch empfehlen Naturwissenschaften und Ingenieurwesen zu studieren um noch einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden und Leute zu wählen, die ihren Gedanken nahe stehen und entsprechend handeln.