Distelfalter

Distelfalter – auch Vanessa cardui – bevorzugen eigentlich die „Große Brennessel“, aber jetzt fand er wohl den Nektar auf den Blüten der Ringelblume und des Wandelröschen in unserem Garten erstrebenswert. Natürlich zu meiner großen Freude, denn bisher hatte ich noch keinen dieser Tagfalter fotografieren können. Auch in den benachbarten Gärten sind mir keine größeren Vorkommen von Disteln bekannt.

Distelfalter
Distelfalter am Wandelröschen

Der Distelfalter gehört zur Familie der eigentlichen Edelfalter und wenn man sich seine Flügel mit der schwarzen Oberseite, die mit mehreren weißen Flecken ausstaffiert ist ansieht, versteht man auch den Begriff „Edelfalter“. Sein Aussehen ist wirklich stattlich. Hinter dem bereits geschilderten Bereich ist der Falter orange gefärbt mit schwarzen Flecken. Am Rand der hinteren Flügel sieht man größere Augenflecken.

Die anhaltende Trockenheit im Essener Süden hat ihn wohl dazu bewegt uns aufzusuchen. Der Falter liebt trockene Regionen und weil es hier schon lange nicht mehr regnete, ist der Boden trotz des Gießen ziemlich ausgedürrt. Auch wenn es um den Essener Süden herum einmal eine Größere Schauer gibt, bleiben wir meistens im Trockenen. Das liegt vermutlich an der Nähe der Ruhr mit den Höhenzügen. Die Blumen halten sich aber tapfer und darüber freut er sich offensichtlich.

Distelfalter

Invasion der Distelfalter

Falter der ersten Generation findet man von Mai bis Juli. Je nach klimatischen Verhältnissen gibt es eine zweite Generation die wir von Juli bis August und September/Oktober sehen können.

Der Falter verbringt erstaunliche Leistungen. So überwintert er in Afrika und legt bis zu 15000 Kilometer zurück. Jedes Jahr fliegen die kleinen Flattermänner bis zu 15.000 Kilometer weit! Sie starten wenn die Regenzeit in Afrika beginnt und erreichen Nordeuropa im Frühjahr. Schon bald fliegen sie dann wieder zum Überwintern nach Afrika. Das alles bei nur sechs Zentimetern Körpergröße!

Man hat beobachtet das Distelfalter nach einer Flugstrecke von etwa 3000 Kilometern ihre Eier in Disteln ablegen und sich verpuppen. Während die Alttiere sterben, setzen die „Kinder“ den Flug fort. Dabei fliegen sie in bis zu 1000 Meter Höhe bis zu 50 km/h schnell.

Schließlich kommen dann die Urenkel in Nord Europa an. In diesem Jahr meldeten Israel und der Libanon einen Einflug von Millionen Distelfaltern und bald darauf kamen derartige Meldungen aus Zypern. Bis Ende Mai 2019 verzeichneten Berlin, Brandenburg, Bremen und die Stationen des Wattenmeeres „Massen von Distelfaltern“. Die Lebensdauer des Falters beträgt 12 Monate

Infos, Quellen : Helmholtz Zentrum für Umweltforschung / NABU/ Naturdetektive für Kinder

Vogelfotografie – Technik

Vogelfotografie – wie fotografiere ich Vögel ? Wer mit der Vogelfotografie beginnen möchte, sollte sich zunächst ein wenig mit dem Objekt seiner Begierde befassen. Vögel sind schnell, bleiben meist nicht lange auf einer Stelle, fliegen, hüpfen, springen und sind äußerst wachsam. Das müssen sie auch, weil ihre natürlichen Feinde überall lauern. Katzen, Füchse, Marder, Waschbären und natürlich der Mensch geben hede Menge Anlass für die Tiere vorsichtig zu sein.

Vögel reagieren auf Bewegung. Man kann sich sicher sein vom Vogel bereits beobachtet zu werden, bevor wir ihn überhaupt entdeckt haben. Außerdem können Vögel auch gut hören. Man sollte, um nicht noch mehr aufzufallen, gedeckte Kleidung tragen. Ein zu farbenfrohes Outfit fällt sofort auf. Ob man nun sehr leise sein sollte ist Ansichtssache. Wildtiere fühlen sich sicherer wenn sie den Menschen hören, weil dieser sich mit einem Partner unterhält, oder spielende Kinder zu hören sind. Dann wissen sie, von dem Menschen geht keine Gefahr aus, im Gegensatz zu dem lautlosen Jäger.

Vogelfotografie – Vorbereitung

Es gibt natürlich Tarnkleidung. Sinn macht diese wenn der Fotograf oder Beobachter zum Beispiel am Feuchtbiotop auf eine bestimmte Vogelart wartet. Die Wasserralle, die nur am frühen Morgen oder in der Dämmerung zu sehen ist, oder Kraniche , die sehr scheu sind und die man nicht stören will, lassen sich evtl. so besser ablichten.

Wo finde ich den Vogel ?

Beobachtungshütte in Holland

Es gibt Beobachtungshütten die man für seine Ziele nutzen kann und für die Bodenbrüter, wie zum Beispiel der Rotschenkel, der auf dem Zaunpfahl sitzt und sein Nest beobachtet, bietet sich das Auto als idealer Schutzraum an. Es ist zwar erstaunlich, aber ein Mensch im Auto, selbst bei offenem Fenster stört den Vogel nicht. Das Auto wird zum Ansitz und man kommt sehr nahe an die Tiere heran, ohne sie aufzuscheuchen. Das soll jetzt nicht bedeuten mit dem Auto überall hinzufahren. Die Landschaft, der Acker, das Feld, die FFH und andere Schutzgebiete sind keine Strassen und mit den Reifen wollen wir nicht noch zur Verdichtung der Böden beitragen. Deshalb gilt es unbedingt auf den Strassen zu bleiben.

Rotschenkel – aus dem Auto heraus fotografiert

Der Schutz der Vögel und der Natur steht immer im Vordergrund. Nur um ein Bild zu „schießen“ dürfen brütende Vögel, oder betreuende Elternvögel nicht gestört, aufgescheucht oder verscheucht werden. Das würde für das Gelege und für Jungvögel den Tod bedeuten, weil die Eltern aus Angst nicht mehr zum Nest zurückkommen.

Der ideale Beginn für die Vogelfotografie ist der eigene Garten mit einer Futterstelle und einer Vogeltränke. Ich habe in einem Jahr 15 verschiedene Arten im Garten entdeckt. Das Schöne dabei ist, das man bereits die ersten Vögel des Frühjahrs mitbekommt. Da ist noch nicht so viel „Betrieb,“ weil andere noch nicht aus den Winterquartieren zurück sind. So lernt der aufmerksame Beobachter auch die Stimmen der Vögel kennen und auseinander zu halten. Am Futterkasten halten sich die Vögel auch schon einmal etwas länger auf und man hat mehr Zeit für das Bild.

Vogelfotografie – Lektüre

Neben den Informationen die das Internet bietet, gibt es zahlreiche gute Lektüren. Bestimmungsbücher helfen dabei den Vogel einzuordnen, den man gerade abgelichtet hat. Man will ja auch wissen welche Eigenarten der Vogel hat, wie seine Ernährung ist und wann er überhaupt zu sehen ist. Handelt es sich um einen Standvogel, der immer in der Region bleibt, oder um einen Zugvogel, der sein Winterquqartier aufsucht, oder macht der Vogel lediglich eine Rast auf der Durchreise? Ein solches Buch ist das „BLV Handbuch Vögel„, oder der Svensson „Kosmos Vogelführer .“ Ebenfalls vom Kosmos Verlag:  „Welcher Vogel ist das? “ und diverse andere Lektüren. Mehr zu Büchern in der Sektion „Buchrezension“.

Die beste Zeit zum Fotografieren

„Der frühe Vogel fängt den Wurm “ – ein weithin bekannter Spruch, der aber auf die Vogelfotografie zutrifft. Zwar legen die Vögel im Frühjahr nach ihren Gesängen am ganz frühen Morgen eine kurze Pause ein, aber mit diesen Revier- und Präsentations – Gesängen beginnen sie ja auch schon eine Stunde vor Sonnenaufgang, bis eine Stunde nach Sonnenaufgang. Die frühe Morgenstunde ist sehr gut geeignet um Vögel abzulichten, weil sie dann auf der Suche nach dem „Frühstück“ noch nicht so ganz aufmerksam sind, was ihre Umgebung betrifft. Wer sich für die Zeiten interessiert, kann auf der „Vogeluhr“ nachlesen, wann welcher Vogel mit seinem Gesang beginnt. Die Zeiten verschieben sich etwas mit dem Sonnenaufgang.

Die Ausrüstung

Das Objektiv – die Brennweite – die Kamera

Ich benutze für die Vogelfotografie eine SLR von Canon, deshalb beziehen sich die folgenden Angaben auch auf diesen Hersteller. Die 7D Mark II mit einem L Objektiv 120 – 400 mm ist der Standard wenn ich unterwegs bin. Das Zoom Objektiv hat den Vorteil einen Brennweitenbereich von 120 – 400 mm abzudecken. Auf dem Bild ist eine 300 mm Festbrennweite zu sehen. Diese haben zumeist eine bessere Abbildungsqualität und eine höhere Lichtstärke gegenüber dem Zoom Objektiv. Der Vorteil des Zooms ist aber die Flexibilität in der Brennweite, gerade weil unsere Objekte sich ja bewegen und wir nicht ständig das Objektiv wechseln können, so viel Zeit bleibt meist nicht. Außerdem ist die Qualität der Zoom Objektive mittlerweile sehr gut, wenn man nicht das billigste nimmt.

300mm Festbrennweite

Brennweiten um 400 – 600 mm im Kleinbildformat, oder 300 – 500 mm im APS-C Bereich sollten etwa das Minimum an Brennweite darstellen. Es können natürlich auch schon einmal Bilder mit niedriger Brennweite gelingen, wenn man nahe genug herankommt, allerdings gehören da Faktoren wie Glück und Zufall dazu.

Große Vögel die an den Menschen gewöhnt sind, wie eine Möwe, kann man natürlich auch mit kürzeren Brennweiten als Vollbild ablichten weil sie kaum scheu sind. so auch ein Rotkehlchen, das zum Füttern auf die Hand kommt. Auch die Vögel in Freiflughallen sind in der Regel einfach zu fotografieren. In der freien Natur ist das allerdings meistens nicht so.

Wie bereits am Anfang beschrieben sind Vögel sehr schnell, zumal wenn man sie im Flug erhaschen will. Meist verharren sie auch nicht lange an derselben Stelle. Somit benötigen wir also neben der langen Brennweite auch eine entsprechend kurze Verschlußzeit.

Verschlußzeit

Ein Vogel im Flug zwingt uns schon zu einer Verschlußzeit  ab 1/1000 Sekunde, eher 1/2000 Sekunde oder kürzer. Je näher die Flugbahn des Vogels ist, um so kürzer muß die Verschlußzeit sein. Damit beantwortet sich auch schon die Frage des Bildstabilisators. Den braucht man bei solchen Verschlußzeiten natürlich nicht mehr.  Bei langen Zeiten bietet sich gegebenenfalls ein Stativ an. Es gibt allerdings auch Kameras die einen 5 Achsen Stabilisator mitliefern, womit dann sogar Freihandaufnahmen mit 1/30 Sekunde noch machbar sind.

In der Regel gilt allerdings, um ein verwacklungsfreies Bild zu bekommen,  eine Verschlusszeit mit etwa dem Kehrwert der Brennweite. Zum Beispiel eine Brennweite von 300 mm entspricht einer Verschlusszeit von etwa 1/300 Sekunde. Ich empfehle zunächst die Blendenautomatik zu nutzen.

ISO

An der Kamera sollte die ISO Automatik ( ISO ist analog als Bezeichnung der Filmempfindlichkeit bekannt ) eingestellt sein. Beginne mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sek und experimentiere, je nachdem wie aktiv der Vogel ist, den du ablichten möchtest. Wenn die ISO Zahl zu hoch wird, wird das Rauschen im Bild unschön.

Für die Belichtungsmessung empfehle ich die Spotmessung um sich auf das Objekt zu konzentrieren. Der Autofokus sollte auf AI Servo , also bewegende Objekte, stehen und benutze die schnelle Reihenaufnahme, das erhöht die Chance, das eines der Reihenbilder dem entspricht, das dir richtig gut gefällt.

Hintergrund

Auch bei der Vogelfotografie sollte man auf den Hintergrund achten. Eine weiße Möwe im Flug vor einem fast weißen bedeckten Himmel zu fotografieren macht nicht viel Sinn. Anders ist das Bild bei einem schönen blauen Himmel als Hintergrund. Bei hellerem Himmel werden die fliegenden Gänse zu dunkel abgelichtet durch das vorhandene Gegenlicht. Man muß also die Lichtmessung anpassen um die Konturen erkennen zu können.

Ähnlich ist es mit Vögeln die in Bäumen oder auf Ästen sitzen. Der Hintergrund ist dann sehr unruhig. Oft sind Blätter im Weg, was die Scharfstellung erschwert. Ein Autofokus ist dann fast nicht mehr möglich. Ein Positionswechsel kann dann hilfreich sein. Eine offene Blende lässt das Laub in Unschärfe verschwinden.

Stativ ja oder nein ?

In der Regel fotografiere ich ohne Stativ, da der Vogel mir zumeist nicht die Zeit gibt das Stativ zu benutzen. Wenn ich aber weiß , ich möchte heute den Eisvogel fotografieren, den ich seit Tagen beobachte und der immer alle 15 – 20 Minuten auf seinem „Stammast“ sitzt, lohnt es sich ein Stativ dabei zu haben. Ein Einbeinstativ kann auch gut am Fotorucksack angebacht werden. Den Vogel im Flug werde ich bestimmt nicht mit einem Stativ „einfangen“. Der fliegende Vogel, der durch „Mitziehen“ fotografiert wird, erfordert schon ein wenig Übung.

Wichtig ist noch die Einstellung „Reihenaufnahme“. Bei zehn Bildern in der Sekunde ist es höchst wahrscheinlich, dass wenigsten ein oder zwei Bilder gelungen sind. Das A und O der Vogelfotografie ist aber, wie überhaupt bei der Tierfotografie – Geduld.