Besonderheiten aus der Vogelwelt

Besonderheiten gibt es eine ganze Reihe bei unseren gefiederten Freunden. Wenn ich etwas Neues hierzu erfahre, werde ich es künftig hier ergänzen.

Der KIEBITZ gilt als Gaukler der Lüfte, Wegen seines schaukelnden Fluges und des besonderen Balzfluges erinnert er an Akrobatik.

Das SPATZEN Männchen wirbt mit dem unordentlichsten Nest der Vogelwelt um das Weibchen.

Die HAUBENLERCHE wird auch “Trümmervogel” genannt, weil sie nach dem 2. Weltkrieg die Trümmerfelder als Brutstätte nutzte.

Der AUSTERNFISCHER stampft mit dem Fuß auf den Boden um so bei den Würmern den Fluchtinstinkt zu wecken.

Wo WEIDENMEISEN sind ist meistens das GOLDHÄHNCHEN nicht fern.

BASSTÖLPEL stürzen sich mit 100 km/h kopfüber ins Meer.

Der längste Flug einer PFUHLSCHNEPFE ging über 10.220 Kilometer.

Rund 12 Millionen Vögel rasten im Wattenmeer.

37 Millionen Vögel werden jährlich auf dem Zug getötet.

GARTENGRASMÜCKEN schlafen während des Fluges.

ELSTERN schwören sich ewige Liebe. Fremde Damen verjagt das Männchen vom Nest, wenn die eigene Dame zu Hause ist. Ansonsten flirtet er mit ihnen auf “Deibel komm raus”.

Der MÄUSEBUSSARD ist bei Landwirten wegen der Mäusejagd beliebt. Sie bauen ihm mit Pfählen Wartesitze .

PAPAGEIENTAUCHER tauchen bis zu 60 Meter tief.

STÖRCHE bekoten bei großer Hitze ihre Beine. Die verdunstende Feuchtigkeit im Kot entzieht dem Körper Wärme.

MAUERSEGLER heißen auf griechisch “Apus” was soviel bedeutet wie – ohne Füße. Die Beine sind inkl. Fuß nur 10-12 mm lang.

STOCKENTEN bauen zum Teil ihre Nester in Bäumen.

DROSSELN benutzen Steine um Schneckenhäuser zu knacken, sogenannte “Drosselschmieden”.

Die älteste BLAUMEISE wurde 11 Jahre alt.

KOHLMEISEN können zur Gefahrenabwehr wie eine Schlange zischen.

Der WENDEHALS wendet bei Gefahr seinen vorgestreckten Kopf hin- und her um eine Schlange zu imitieren.

Der WANDERFALKE erreicht im Sturzflug 300 km/h.

Die ALBATROS – Dame “Wisdom” gilt als ältester beringter Vogel der Welt. 2017, im Alter von 67 Jahren, begann sie noch einmal mit dem Brutgeschäft.

Die LERCHE singt mehrere Strophen “stehend” in der Luft.

Die GEBIRGSSTELZE verfüttert 30.000 bis 45.000 Insekten an den Nachwuchs.

Weil der ROTHALSTAUCHER während der Balz mit einer Art “wiehern” über das Wasser läuft nennt man ihn auch “Teichhengst“.

Vögel haben in der Netzhaut vier Zapfen, einen mehr als der Mensch, deshalb können auch mehr Farben im gelben und ultravioletten Bereich sehen.

Vögel haben kein Knochenmark und können nicht schwitzen.

In Deutschland leben etwa 248 Vogelarten.

Der STAR kann auch andere Vogelarten imitieren.

Hat die AMSEL am Boden den Kopf schräg geneigt, versucht sie Würmer, Insekten oder Schnecken im Boden zu hören.

Damit Vögel auf Eis nicht anfrieren, werden die Beine mit warmen Blut versorgt – Wärmeaustausch.

WACHOLDERDROSSELN einer Kolonie zwingen Feinde auf den Boden und versuchen ihn mit “Kotbomben” flugunfähig zu machen.

Zur Abwehr von Parasiten nutzen Stadtvögel für ihr Nest Zigarettenstummel.

Im Petitionsausschuß in Magdeburg forderte ein Petent einen “von Vögeln befreiten Himmel“, weil ihn in der freien Natur ein wahrer “Kotregen” treffe.

BLAUMEISEN sammeln zur Abwehr von Parasiten für das Nest Minze, Lavendel und Curry.

Der PITOHUI frißt giftige Käfer und wird so zum einzigen giftigen Vogel.

Die BIENENELFE, eine Kolibri Art, ist der kleinste Vogel der Welt. Er wiegt 1,8 Gramm und ist von der Schwanzspitze zum Kopf 7 cm groß.

Der KIWI, Nationalvogel Neuseelands, kann nicht fliegen, ist fast blind und lebt in Erdlöchern.

Der STRAUß erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von über 70 km/h.

EULEN können auch am Tag gut sehen. Sie sind nachtaktiv weil ihre Beute, Mäuse und Ratten nur nachts unterwegs sind.

Das TAUBENWEIBCHEN kann nur dann ein Ei legen wenn sie andere Tauben sieht. Wenn sie alleine ist funktioniert es nicht.

SPATZEN Waisen werden von Adoptiveltern groß gezogen.

ROTKEHLCHEN UND AMSEL lassen Warntöne erklingen wenn eine Katze zu sehen ist. Diese Warnlaute enden erst, wenn die Katze wieder verschwunden ist.

Vögel können durch Luftsackmilben einen Stimmenverlust erleiden. Auch Vögel haben einen Kehlkopf, eine Luftröhre, zwei Luftsäcke und Bronchien.

Das Männchen der Heckenbraunelle pickt gegen die Kloake des Weibchen. Dadurch wird das Sperma eines anderen Männchens ausgestoßen und er ist sich sicher das er der Vater des kommenden Nachwuchses ist.

BLAUHÄHER ahmen den Ruf eines Falken nach um andere Vögel von einer Futterstelle zu vertreiben und so alles für sich zu haben. Auch die KOHLMEISE geht ähnlich vor, indem sie den Ruf des SPERBERS imitiert.

Der EICHELHÄHER vergräbt seine Vorräte unter den Augen anderer Vögel und Fressfeinde, um sie in einem unbeobachteten Augenblick wieder auszugraben und woanders zu verstecken.

KRÄHEN können durch eine höhere Aktivität der Amygdala, mandelförmige Gehirnregion die zuständig ist für das Empfinden von Angst, auch zehn Jahre später einen Gegner wiedererkennen und die Population vor ihm warnen.

Männliche SCHWALBEN verhindern einen Seitensprung der Ehefrau indem sie am Nest den Ruf eines Fressfeindes ausstoßen. Aus Angst um den Nachwuchs eilt “Sie” dann sofort zum Nest zurück.

Einige VOGELWEIBCHEN täuschen bei der Sichtung eines Feindes in der Nähe des Nestes einen gebrochenen Flügel vor, um ihn vom Nest abzulenken.  

Der RUSSSEGELER , etwas größer als unser Mauersegler, durchdringt die reißenden Wassermassen der IguazúWasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay um hinter den Fällen ein sicheres Versteck und Nester anzulegen.

Pflanzen

Pflanzen galten wohl schon in der Bibel nicht als Lebewesen, sonst hätte Noah, der ja von allen Lebewesen ein Paar mit auf die Arche nahm, auch einige Pflanzen mitnehmen müssen.

Auf diese Tatsache wurde ich durch einen Bericht des Pflanzenphysiologen Stefano Mancuso aufmerksam. Stefano Mancuso, Professor an der Universität Florenz, leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale und ist Gründungsmitglied der International Society for Plant Signaling and Behavior. Sein Buch hat den Titel  „Die Intelligenz der Pflanzen.“

Früher war man der Ansicht das Pflanzen keine Lebewesen sind, weil sie sich nicht bewegen, fühlen oder reagieren können und auch keine Intelligenz besitzen.

In dem Buch von Charles Darwin und Francis Darwin Das Bewegungsvermögen der Pflanzen von 1880 wird ein völlig neuer Blick auf die Pflanzen gelenkt. In seiner üblichen Art kommt Darwin erst auf den letzten Seiten des Buches zu dem eigentlichen Höhepunkt. Dort schreibt er : “Es ist kaum eine Übertreibung zu sagen, daß die Spitze eines Wurzelkeims sich so verhält wie das Gehirn einer der niederen Tierarten.

Im Folgenden zeigt Mancuso das die Bewegung der Pflanzen durch den Zeitraffer sichtbar wird, so das Erblühen einer Pflanze, oder die Bohne die sich ständig nach dem Licht dreht, oder die Mimose die in der Nacht ruhiger wird und ihre Blätter einrollt. Junge Triebe der Sonnenblume die eindeutig miteinander “spielen”. Oder die fleischfressende Pflanze, die auf eine Schnecke wartet um sie zu fressen. Das Anlocken von Insekten zur Bestäubung durch Farbwechsel oder dem Ausströmen von Duftstoffen. Schließlich ein Wurzelkeim der sich ähnlich wie ein Wurm durch schlingende Bewegung empor bewegt.

Pflanzen

Er widerspricht das das größte Lebewesen der Blauwal ist. Für Mancuso ist der Riesenmammutbaum, sequoiadendron giganteum, das größte Lebewesen. 2000 Tonnen Masse, eine Wuchshöhe von 95 Metern und eine Stammdicke von 17 Meter kennzeichnen diesem immergrünen Baum aus.

Bei Peter Wohlleben, Autor von “Das geheime Leben der Bäume” ist ein tausende Jahre alter Hallimasch das größte Lebewesen dessen Myzel sich über tausend Hektar Waldboden erstreckt.

Auch Mancuso spricht von einer künstlichen Intelligenz der Pflanzen und von Datenverabreitungszentren in den Wurzelspitzen, die mit einer Art Internet zu vergleichen ist.

Blaumeise

Blaumeise – wegen der blauen auffälligen Kappe trägt sie ihren Namen zu Recht. Die Meise ist weit verbreitet. Prägnant ist auch der schwarze durchgehende Augenstreif und das kleine schwarze Bärtchen.

Blaumeise

Die Jungen werden mit Insekten gefüttert. Ansonsten werden in den Wintermonaten auch Pflanzensamen gefressen. Ganz verzichten muß die Blaumeise aber auch dann nicht auf Insekten, jedenfalls nicht wenn Schilf in der Nähe ist. Dort sucht sie die in Schilfhalmen nach versteckten Insekten.

Aus dem Norden kommen im Winter oft invasionsartig Zuzügler zu den Beständen in unseren Regionen hinzu. Bei den Männchen ist die Haubenkappe kräftig leuchtend und auch mit der gelben Unterseite wollen sie den Weibchen imponieren.

In Nisthöhlen brüten Blaumeisen von April bis Juli zwei Mal. Bereits zwanzig Tage nach dem Schlupf werden die Jungvögel flügge. Danach werden sie noch zwei Wochen weiter gefüttert. Während des Nestbaus und der Brutzeit kümmert sich das Männchen intensiv um den Schutz des Reviers. Während der Balz bringt das Männchen dem Weibchen Baltzeschenke in Form von Futter und setzt das auch im Laufe der Brutzeit fort.

In den Wintermonaten sind die Verluste bei der Blaumeise groß, deshalb besteht das Gelege aus bis zu vierzehn Eiern, was einen Rekord bei den Nesthockern bedeutet. Es kommt vor das ganze Gelege sterben.

Die Wissenschaftler des Max Planck Instituts Dr. Peter Santema und Prof. Dr. Bart Kempenaers haben dieses Phänomen untersucht. Über sieben Jahre wurden 684 Nester analysiert. Dabei stellte man fest, dass dreizehn Prozent die komplette Brut verloren hatten. Das lag in fast allen Fällen am Verlust eines Elternteiles durch Tod. Hatte man ursprünglich vermutet das ein Elternteil oder beide die Brut bewußt verlassen, so wurde diese These widerlegt.

Oft versucht das verbliebene Elternteil wenigstens einen Teil des Geleges durch zu bringen. Das gelingt dem Weibchen eher als dem Männchen, weil diese die Küken nicht wärmen können.

Haubenmeise

Haubenmeise, Blaumeise, Weiden- und Sumpfmeise gehören zu den “Kleinmeisen”. Die Haubenmeise ist eine insektivore Art das heißt, sie frißt in der Hauptsache Insekten. In den Wintermonaten begnügt sie sich aber auch mit Samen, Körnern und dann nimmt sie sogar die Angebote in Futterhäusern an. Dort hält sie sich aber nicht auf, sondern nimmt das Korn auf um sogleich damit fortzufliegen.

Haubenmeise

Ihr eigentlicher Lebensraum ist der Nadelwald. Heute findet man sie aber auch in Mischwäldern, Parks und sogar in Gärten.

Haubenmeisen leben monogam, sie sind ihr Leben lang treue Partner. Sie zeigen auch ein hohes Maß an sozialem Verhalten. Paare mit erfolgloser Brut helfen den Eltern anderer Jungvögel bei der Aufzucht der Jungen. Die Haubenmeise gibt es nur in Europa. Sie nehmen am Meisenzug teil . Der Meisenzug geht durch Wälder und Wohngebiete, hat aber nichts mit dem Zug der Zugvögel zu tun. Die Habenmeise gehört zu den Standvögeln. Im Gegensatz zu anderen Meisenarten sind sie nicht sehr gesellig, verteidigen aber auch ihr Revier gegen Artgenossen.

Haubenmeisen sind die einzigen Meisen mit einer deutlichen Federhaube auf dem Kopf. Diese ist schwarz-weiß gemustert ist. Kopf- und Halsseiten sind weiβ und mit schwarzen Streifen schwarzen versehen. Oberseite ist braun-grau und die Unterseite weiß-grau.

Die Nesthöhle schlägt die Meise in morsche, alte Baumstämme, oder sie übernimmt eine verlassene Höhle eines Spechtes, die sie nach ihrem Empfinden mit Moos und Tierhaaren auffüllt.

Die Jungen werden noch bis zu drei Wochen nach dem ersten Ausflug gefüttert.

Warum die Meise eine Haube trägt, die auch meistens aufgerichtet ist, konnte noch nicht erforscht werden und ist noch ein Rätsel. Überhaupt unterscheidet die Haubenmeise sich in mehreren Dingen von der üblichen Meise. Si versteckt sie zum Beispiel Futter für schlechte Zeiten und bedeckt das Versteck mit Rinde oder anderem Gehölz. Auch offene Flächen und Laubwälder sind bei ihr nicht sehr beliebt.

Schwanzmeise

Schwanzmeise – der kleine Wattebausch- war das erste was meine Frau zu dem schwarz, weißen Vogel sagte. Tatsächlich wirkt er im Flug wie ein kleiner Ball mit einem langen Schwanz. Die Schulterfedern sind allerdings leicht rosa. Kopf und Bauch weiß und ein deutlicher schwarzer Scheitel – Seitenstreifen ist zu sehen.

Schwanzmeise

Schwanzmeisen sind gesellige Vögel und gehören eigentlich auch nicht zu den Meisen. Sie sind eher mit Laubsänger und Schwalbe verwandt. Die Vögel sind meistens in einem größeren Verband zu sehen und sie sind sehr unruhig, als wenn sie ständig etwas zu tun hätten.

Das Futter, was ein Fotograf aber auf das Brückengeländer ablegte, war wohl für die kleine Schwanzmeise unwiderstehlich und nicht nur die Schwanzmeisen fanden sich ein, auch der Kleiber und andere Meisenarten waren ganz “heiß” auf den gekochten Reis. Allerdings darf der Reis nicht in Salzwasser gekocht werden und muß ungewürzt sein. Bitte auch keinen rohen Reis ausgeben, da dieser sich im Körper eines Vogels aufbläht.

Schwanzmeisen bauen kugelförmige Nester in Astgabeln. Bei der Brut und der Aufzucht helfen die Altvögel. Auch Vögel der Bruten erfolglos waren, helfen den anderen Eltern.

Den Namen verdankt der Vogel natürlich dem auffallend langen Schwanz, mit dem er gut Ballancieren kann, wenn er an der Spitze eines dünnen Astes nach Futter sucht. Dabei hängt sie zumeist am Ast.

Der Gesang des Vogels ist so hoch, dass er für die meisten Menschen nicht zu hören ist. Ihr Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit vielen Büschen. Wenn man etwas für die Schwanzmeise tun möchte, sollte man Obstbäume pflanzen und Büsche und Hecken anlegen.

In den Wintermonaten kommen Trupps aus dem Norden hinzu. Die Schwanzmeise aus dem Norden oder Osten hat einen ganz weißen Kopf. Die Nahrungsreviere werden von einzelnen Gruppen, die aus zehn bis zwanzig Tieren bestehen, verteidigt.

Die Verbreitung und der Häufigkeitsanteile von Vögeln mit nahezu reinweißen Köpfen und den Tieren mit schwarzem Scheitelstreifen ist noch nicht gut bekannt und darin sieht ornitho.de eine wichtige Aufgabe der Beobachter, die ihre Sichtungen dort melden sollten.

Schreiadler

Deutschlands kleinster Adler ist der Schreiadler. Er ist deutlich größer als ein Mäusebussard. Früher war der Adler in Deutschland weit verbreitet. Heute gibt es noch etwa 100 Brutpaare, davon der größte Teil in Mecklenburg Vorpommern. Ein kleinerer Bestand, etwa ein Drittel, findet sich in Brandenburg. Wegen der verhältnismäßig hohen Zahl in Mecklenburg Vorpommern nennt man ihn auch Pommernadler.

Der Bestand dieses Adlers ist stark gefährdet. Das liegt zum Teil auch an dem eigenen Verhalten der Jungtiere. Das Paar legt zwei Eier. Das Erstgeborene will sich von dem später geborenen aber nicht das Futter nehmen lassen und tötet es deshalb.

Dieses Verhalten, das auch Kainismus genannt wird, gibt es auch bei den Weißkopfseeadlern. Die Eltern sehen dabei gelassen zu wie das ältere Küken das schwache Tier tötet. Ihnen ist es lieber ein starkes Junges groß aufzuziehen als zwei schwache Jungtiere.

Das Problem liegt nun darin das die Brut mit einem Jungvogel nicht ausreicht um den Bestand zu sichern oder zu erhöhen. Aus diesem Grund haben Forscher das Jungtier aus dem Nest entnommen und weiter von Hand aufgezogen. Nachdem das Tier eine gewisse Größe erreicht hatte , hat man es wieder in das Nest verbracht. Nun konnte der Ältere dem Jüngeren nichts mehr anhaben und die Elterntiere haben beide weiter gefüttert. Auf diese Weise hofft man das sich der Bestand langsam erholen kann.

Die Brut mit den beiden feindlichen Geschwistern nennen die Forscher bezeichnender Weise “Kain und Abelbrut”.

Der Schreiadler fällt auch wegen seiner Art der Jagd auf. Er beobachtet das Gelände von einer Sitzwarte aus um dann, nachdem er eine Beute gesichtet hat, zu Fuß einen Spurt hinzulegen um sein Opfer zu greifen.

Der Schreiadler ist ein sehr scheuer Vogel. Wird er gestört, verläßt er umgehend sein Revier. Er benötigt für seinen Lebensraum Laub- und Mischwälder mit goßen, unzerschnittenen Flächen.

Schreiadler sind Zugvögel und werden auf ihrem Weg in das südliche Afrika zu tausenden im Libanon gejagt und geschossen. Weltweit gibt es etwa 20.000 Brutpaare.

Turmfalke Lizzi

Turmfalke Lizzi bewohnt einen Teil der Walsumer Aue. Mittlerweile hat Lizzi eine richtige Fan-Gemeinde aus Fotografen, nicht nur aus der Region.

Wenn Lizzi eine Maus gefangen hat, läßt sie sich von Niemanden stören, dann kann man sich ihr bis auf knapp zehn Metern nähern und in aller Ruhe ein Foto “aus der Hand schießen.” Lizzi genießt ihre Speise und ignoriert uns.

Turmfalke

Der Turmfalke hält sich auch treu an ihr Revier am Deich und man kann sie schön im Rüttelflug beobachten. Bisher kannte ich sie nur von Bildern meiner Fotokollegen aus dem Fototreff Essen, die sie schon öfter besucht haben. Heute war es dann soweit, dass ich mit meiner Frau ebenfalls dorthin gefahren bin um Lizzi einmal zu sehen.

Zunächst hatten wir kein Glück und sahen uns erst einmal die Einmündung der Emscher in den Rhein an. Überall auf dem Wasser er Emscher schwammen Enten und den Einlauf in den Rhein beherrschten unzählige Möwen.

Turmfalke - Emschermündung

Noch ist die Emscher in einem betonierten Lauf gefangen und ein sechs Meter hohes Bauwerk verhindert das Fische aus der Emscher in den Rhein gelangen. Auf ihrem 80 Kilometer langen Lauf von der Quelle zur Mündung ist die Emscher zum großen Teil wieder ein natürlicher Fluß. Auch die Zuläufe sind wieder renaturisiert.

Emschermündung

Bald wird auch die Mündung in den Rhein in Form einer Auenlandschaft stattfinden. Etwas weiter im Norden wird gerade daran gearbeitet.

Aber zurück zu Luzzi. Als wir schließlich wieder am Deich ankommen, rüttelt Luzzi unmittelbar in unserer Nähe. Eine Pause wird auf einer Laterne gemacht und schließlich hat sie eine Maus in den Fängen und läßt sich auf ihrem “Stammsitz” auf dem Zaunpfahl nieder.

Turmfalke

Wie ein Birdinger berichtete frißt Lizzi etwa drei Mäuse am Tag. Ihr Gatte jagd weiter flußaufwärts in seinem eigenen Revier. Erst wenn die Brutzeit naht kommen beider Turmfalken wieder zusammen.

Ihr Brutplatz ist dann wieder das stillgelegte Kraftwerk Voerde, wo die beiden Falken auch in diesem Jahr für fünf Junge gesorgt haben.

Emschermündung
Höhenausgleich an der Emschermündung

Odinshühnchen

Odinshühnchen – Phalaropus lobatus – fallen ein wenig aus der Rolle. So sind es die Männchen die alleine für die Brut und die Aufzucht der Jungen zuständig sind.

Im Gegensatz zu anderen Vögeln sind es bei den Odinshühnchen die Weibchen mit dem bunteren, farbenprächtigeren Gefieder. Außerdem balzt das Weibchen um die Gunst eines Männchen. Auch mit der Treue nehmen es die Vögel nicht so ganz ernst. Während er sich um die Kinder kümmert macht “Sie” bereits mit einem Anderen herum und beginnt eine zweite Brut.

Auf dem Weg zum Persischen Golf, dem Winterquartier, überfliegt der Vogel das östliche europäische Binnenland. Nur selten ist er deshalb in Mitteleuropa zu sehen.

Odinshühnchen zählen zu den seltenen Limikolen und sollten bei Sichtung der Seltenheitenkomission gemeldet werden. Sie gehören zur Familie der Wassertreter, der auch das ähnliche Thorshühnchen angehört.

Eine Besonderheit der Wassertreter ist das sie ihre Nahrung, entgegen der Schwerkraft, den Schnabel aufwärts transportieren können.

Forscher haben dieses Phänomen im Fachmagazin “Science” erklärt. Dadurch das sich der Vogel in schnellen Kreisen auf dem Wasser bewegt, bildet sich ein Wirbel. Mit diesem Wirbel werden Kleinstlebewesen angesogen. Der Vogel nimmt mit der Schnabelspitze einen Wassertropfen auf und durch mehrmaliges auf- und zuschnappen wandert der Tropfen mit der eingeschlossenen Beute den Schnabel hoch und kann verspeist werden.

Das funktioniert, obwohl der Vogel seinen Kopf weiter nach unten richtet und nicht etwa zum Schlucken den Hals nach oben streckt. Durch die Beschaffenheit des Schnabels und die Oberflächenspannung des Wassers rutscht der Tropfen bei jedem Schließen des Schnabels ein Stück nach oben.

Die Vögel ernähren sich von Kleintieren, Insekten, Larven, Puppen, Mücken und Plankton. Die Nahrungsaufnahme erfolgt schwimmend oder im Flachwasser watend.

Das Hühnchen hat einen dünnen, schwarzen Schnabel und in den Sommermonaten zeichnet sich am Hals ein rostroter Fleck ab. Die Grundfarbe ist dunkelgrau

Das Bild machte unser Fotofreund Jochen Mohr bei seiner Urlaubsreise nach Island. Auf der Insel brüten zur Zeit ca. 50.000 Brutpaare. Grönland und Island haben die größte Population der Odinshühnchen.

Odinshühnchen
Odinshühnchen auf Island – Foto von unserem Fotofreund Jochen Mohr

ewige Jugend

ewige Jugend – diesen Menschheitstraum hat wohl jeder schon einmal geträumt. Schönheit ein Leben lang, ohne Falten und Runzeln. Aber gibt es das, ewige Jugend und Schönheit?

Ja, tatsächlich, gibt es. Ein Vogel sieht mit vier Jahren noch genau so frisch aus wie nach dem ersten Lebensjahr.

Das Wunderelexier heißt Telomerase und ist ein Enzym des Zellkerns mit der Aufgabe die Zellen frisch zu halten. Es verdrängt den Alterungsprozess und ist bei den Vögeln besonders aktiv.

Außerdem unterstützen Vögel durch ihre Lebensweise das Enzym in hohem Maße. Sie bewegen sich die größte Zeit an der frischen Luft und die Bewegung sorgt für intensive Atmung.

Vögel ernähren sich mit “regionaler Küche” und freuen sich über üppige Nahrung in den Frühlings- und Sommermonaten. Aber auch die Zeit des Darbens in den Wintermonaten, wo sie bis zur Hälfte ihres Gewichts verlieren macht ihnen gesundheitlich nichts aus.

Hinzu kommen regelmäßige Ruhe – und Pausenzeiten. Das gibt Kraft für die jährliche “Auffrischung” der Familie. Brutzeit und Aufzucht der Jungen fördern den sozialen Zusammenhalt. Deshalb leiden Vögel auch nicht unter dem Aspekt Einsamkeit.

ewige Jugend – was wir von den Vögeln lernen können

Wollen wir also etwas gegen den Alterungsprozess tun, müssen wir von den Vögeln lernen. Jeder weiß es und jeder Arzt rät dazu, täglich an die frische Luft zu gehen um “Sauerstoff zu tanken.”

Wir sind uns auch dessen bewußt, dass wir uns gesunder ernähren könnten. Nach unserer “Völlezeit” gibt es seit ewiger Tradition die Fastenzeit. Das entspricht der Zeit wo unsere Vögel darben.

Auch der Mensch liebt die Geselligkeit und das Leben in der Familie erhält wieder höheren Stellenwert.

Telomerase, dieses Wunderelxier ist auch im Menschen vorhanden. Nur pflegen wir es meistens nicht nach Gebühr. In der Wissenschaft wird es bereits bei der Krebsforschung angewandt. Durch die entsprechende Lebensweise könnten auch wir Menschen mehr für den Erhalt der eigenen Schönheit tun. Wir könnten das Enzym viel mehr unterstützen – wie es die Vögel tun, auch wenn es uns offensichtlich schwerer fällt als den Vögeln.

das

Mäusebussard

Mäusebussard – für mich gehört dieser prachtvolle Greifvogel, wie auch der Rotmilan, zu den Kandidaten, die ich als Wappentier für unser Land auswählen würde.

Ruhig sitzt er dort oben auf dem Ast, auf seinem Warteplatz und späht nach Beute auf dem angrenzenden Feldstück. Dann stößt er sich schließlich ab um mit seinen scharfen Krallen sicher die Beute zu erhaschen. Diese besteht neben Fröschen, Eidechsen und Kleintieren in der Hauptsache aus Mäusen. Das ist auch ein Grund warum der Mäusebussard bei den Landwirten eine Sonderrolle einnimmt und gerne gesehen wird. Manche errichten extra Ansitzbalken für den Bussard.

Der Name Bussard stammt aus dem Mittelhochdeutschen, in dem „Buse“ Katze und „Aar“ Adler bedeutet. Wegen seines häufig zu hörenden Rufes, des dem Miauen einer Katze ähnelt, wird er auch Katzenadler genannt. (NABU)

Mäusebussard

Mäusebussard – das Aussehen

Kein anderer Greifvogel variiert in der Farbgebung wie der Mäusebussard. Es gibt fast reinweisse, aber auch dunkelbraune dieser Greifvögel. Typisch sind die dunklen Flügelspitzen. Die Spannweite beträgt 115 bis 135 cm. Der Ansatz des Schnabels ist gelb und die stark gebogene Schnabelspitze, mit der er seine Opfer zerlegt, ist schwarz. An den gelben Beine, die auch als “Ständer” bezeichnet werden, befinden sich spitze, schwarze Krallen. Bereiche an Brust und Bauch sind häufig dunkel gefleckt. Den abgerundeten Stoß mustern 8 bis 12 Querbinden.

Die Iris der Augen kann grau oder braun sein. Der Mäusebussard ist in der Lage, seine Beute aus 1000 Metern zu erkennen. Zellen im Inneren des Auges, ermöglichen es ihm selbst UV Licht zu erkennen.

Mäusebussard

Fmilie des Greifvogels

Der Host hat etwa einen Umfang von einem Meter und besteht aus Moss, Laub und Ästen. Der Horst wird auch in den folgenden Jahren immer wieder benutzt und ausgebessert.

Zuvor zeigt der Mäusebussard während der Balz seine Flugkünste. Beim “Girlandenflug” erhebt er sich hoch in die Luft, stürzt dann im Sturzflug hinab, um gleich das selbe Spiel für seine Angebete zu wiederholen.

Nach dem Hochzeitsflug bleiben die Partner ein Leben lang vereint. Zwei bis dreijährige Mäusebussarde legen in der Tegel 1 bis 2 Eier. Die Jungen werden so lange betreut und befüttert, bis sie auf eigenen Füssen stehen und selbst fliegen können. Danach gehen auch die Ehepartner getrennte Wege, ums sich zur Balzzeit wieder zu finden.

Nun ist die Zeit wo der Mäusebussard die warmen Winde der Thermik nutzt und sich elegant im kreisenden, schwebenden Flug in die Höhe bringen zu lassen.

Mäusebussarde gehören zu den Teilziehern. Allemal die Jungvögel zieht es schon einmal in die wärmeren südlicheren Gefilde. Die älteren Vögel verbringen auch die Winterzeit in heimischen Gefilden.

Es ist immer wieder ein Erlebnis den majestätischen Mäusebussard beobachten zu können.

Fische und Neonikotinoide

Fische sind wirbellose Tiere unserer Gewässer, die nach Erkenntnissen japanischer Forscher unter den Folgen der Ausbreitung von Insektengiften und Neonikotinoiden ebenso zu leiden haben wie Bienen und Vögel. In dem Bericht “Lebensphasen der Vögel” habe ich bereits über die Auswirkung auf das Leben der Zugvögel berichtet.

Das japanische Forscherteam untersuchte in einer Langzeitstudie am Lake Shinji, dem siebtgrößten Binnensee Japans, die Folgen durch Insektizide, die im Wasser nachgewiesen wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Insektengifte haben eine direkte Auswirkung auf das Ökosystem in Gewässern. Sie zerstören Kleinstlebewesen, Wassertiere, die die Grundnahrung der im See befindlichen Fische bilden. Seit dem ersten Einsatz von Insektengiften auf den Feldern 1993 entnahmen die Forscher Wasseranalysen, die bis zum Jahr 2016 erhebliche Veränderungen im Ökosystem erbrachten. Die Kleinstlebewesen waren in dieser Zeit ganz verschwunden oder nur noch in kleinen Mengen vorhanden. Mücken, Asseln, Würmer und Krebse die den Fischen als Nahrung dienen waren nahezu verschwunden.

Die Biomasse dieser Kleinstlebewesen reduzierte sich um 80 Prozent. Die Folge waren ein drastischer Einbruch beim Fischfang. Das Fangergebnis der gewerblichen Fischerei ging von 240 Tonnen auf 22 Tonnen im Jahr zurück.

Weil sich im Testzeitraum der Studie weder die Qualität des Wassers veränderte und es auch keine neuen Prädatoren im Wasser gab, ist als Verursacher das Insektengift, die Neonikotinoide festgestellt.

Zwar wurden innerhalb der EU drei verbreitete Neonikotinoide auf Freilandflächen verboten und nur noch in Gewächshäusern erlaubt, aber sie wurden durch neue Insektizide ersetzt. Außerdem existieren Ausnahmeregelungen und das Gift erreicht nicht nur Gewässer wie Seen, sondern auch das Grundwasser.

Immer wieder wird auch in Deutschland von unerklärlichem Fischsterben berichtet. Es darf daran gezweifelt werden on es sich immer um Folgen des Klimawandels handelt. Die oben geschilderte Studie läßt Böses ahnen.

Das Sterben der Fische und der Kleinstlebewesen hat natürlich auch Folgen für Vögel, Landtiere, Otter usw., die von den Tieren leben.

Der eindeutige Zusammenhang von Pestiziden und die Auswirkungen auf wirbellose Lebewesen wird von der Industrie als “nicht eindeutig” dargestellt.

Beluga Wale

Beluga Wale lieben die Beatles. Vom Boot aus läßt der Cellist Rob Knaggs einen Lautsprecher in das kalte Wasser des arktischen Meeres gleiten und beginnt auf dem Cello “Yesterday” von den Beatles zu spielen.

Die Schwingungen der Musik verbreiten sich im Meer und faszinieren eine Gruppe von Belugas. Sie sind so hin- und hergerissen von der Musik das sie dem Boot folgen. Rob sagt später er meinte das Lächeln der Beluga Wale sehen zu können.

Dann beginnen die schneeweißen Tiere zur Melodie der Beatles leise zu pfeifen und zu Knarzen. “Gestern, schienen alle Probleme so fern zu sein…” lautet der Text und in diesen Momenten scheint es zu stimmen. Mensch und Tier in wundersamer Stimmung zur Musik.

Rob Knagg ist so fasziniert, dass er den Belugas eine Melodie komponiert, ausgerichtet an den Gesang der Wale, die wegen ihres Gesangs auch “Kanarienvögel der Meere” genannt werden.

An der Hudson Bay und dem arktischen Meer vermutet der Zoologe Stephe Petersen, vom Churchill Nothern Studies Center noch etwa 50.000 Beluga Wale. Gefährdet sind diese durch die Überfischung und Verschmutzung der Meere und durch die Schifffahrt.

Quelle: Mondberge Magazin für Umwelt- Natur- und Artenschutz 12/18 – 03/19

Federn – Flügel – Beine

Federn sind das auffallende Merkmal bei den Vögeln. Sie sorgen dafür das der Körper warm gehalten wird, halten Nässe ab und bringen den Vogel in die Lage zu fliegen.

Schauen wir uns den Ur- Vogel an, fällt auf das an den Flügeln verkümmerte ” Beine ” zu sehen sind. Eine Erklärung dafür, dass die Beine unserer Vögel so weit hinten am Körper sind. Offensichtlich war er einmal ein “4-Beiner”.

Das Skelett eines Vogels zeigt deutlich drei Finger. ein verkümmerter Daumen, ein langer Finger und ein kürzerer Finger. Da man sich bis heute nicht einig ist ob es sich um Daumen – Zeige- Ringfinger handelt, bleibe ich einfach bei Daumen, Lang- und Kurzfinger. Hier eine Studie der Universität Wien, zum Thema – die fünf Finger der Vögel: Neue Forschungsergebnisse zur Evolution von Vögeln.

Federn
ich bin nicht der “große Zeichner” – aber so ähnlich sah der Ur Vogel aus

Federn – die Flügel

Die Feder eines Vogels hat in der Mitte einen Schaft, von dem Äste abgehen. Diese wiederum haben Haken- und Bogenstrahlen die miteinander verflochten sind und so für Luftundurchlässigkeit sorgen.

Die Schwingfedern bilden die Tragflächen, die Schwanzfedern sind für die Steuerung und Landung zuständig. Weil der Vogel Finger hat, gibt es auch einen Arm und eine Hand. Die Handschwingen und die Armschwingen. Die Flügelform die man beobachten kann wird durch die Handschwinge bestimmt und ergibt sich aus der Länge der Federn der Handschwinge. Die Anzahl der Federn an der Handschwinge wird ausgehend vom Handknochen nach Außen gezählt. Die Federzahl der Armschwinge vom Handknochen nach innen.

Federn

Der Handflügel besteht aus dem Handknochen an dem die Handschwingen sitzen, der Handdecke und dem Daumenfittich.

Der Körper des Vogels wird von Daunenfedern vor Kälte geschützt. Oberhalb der Schwungfedern befinden sich die Deckfedern, Handdecken und Armdecken. Wenn der Vogel die Federn durch seinen Schnabel zieht, gibt er an die Federn ein Sekret aus der Bürzeldrüse ab. Diese fetthaltige Substanz schützt das Tier vor Nässe.

Während der Mauser verlieren Vögel oft ihre Schwingfedern und sind für eine gewisse Zeit nicht flugfähig. Nach drei bis vier Wochen hat sich dann das neue Federkleid entwickelt und der Vogel ist wieder “voll Einsatzfähig”.

Infos Spektrum- Lexikon der Biologie

Wasserralle

Wasserralle oder Rallus aquaticus –sie wird der Höhepunkt meines heutigen Ausflugs in die Aue, die schon so etwas wie mein zweites zu Hause geworden ist. Ich stehe auf der kleinen Brücke in der Saarner Aue in Mülheim. Die Enten lauern schon auf Futter, aber damit kann ich heute nicht dienen. Es dauert nicht lange und sie bekommen ihr Frühstück von einem Rentner Ehepaar zugeworfen. Eine junge Frau hat Vogelfutter auf der ausgestreckten Hand und lockt das Rotkehlchen, das auf dem Pflock eines Zaunes sitzt. Tatsächlich ist die Verlockung groß genug und das Vögelchen frißt ihr aus der Hand.

Wasserralle in der Saarner Aue

Ein Fotofreund aus unserem Fotoclub, dem Essener Fototreff, war am gestrigen Tag hier und zeigte mir ein Bild vom Wintergoldhähnchen, das er hier gesehen hätte. Deshalb bin ich eigentlich hier, ich habe noch kein einziges gutes Foto vom dem kleinsten Vogel Deutschlands. Heute soll es etwas werden obwohl, eigentlich kann ich ihn mir an dieser Stelle überhaupt nicht vorstellen. Hier steht kein einziger Nadelbaum und das ist ja nun einmal das bevorzugte Gebiet vom “Goldie”. Aber ich habe ja nicht nur Geduld, sondern auch eine lange Unterhose und dicke Socken an, denn es sind gerade einmal 2 Grad plus.

Plötzlich erscheint sie, völlig unerwartet, aus dem Dickicht an der kleinen Uferböschung. Urplötzlich ist sie da und schreitet gemächlich, gut sichtbar über die Steine und das Laub und sucht nach Fressbarem. Die Wasserralle, nur zwischen 200 und 600 Paare soll es in NRW von diesem wunderbaren Tier geben. Er oder sie ist nicht viel größer als eine Drossel. Wie ich später nachlese gibt es sie in den Rieselfeldern Münster, im Zwillbrocker Venn (dort gibt es sogar Flamingos) und im Lippeland und dem Emscherland. Aber eben auch hier, in der Saarner Aue, was ich natürlich bei ornitho.de melden werde.

Man kann nicht unterscheiden, ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt, sie sind gleich gefärbt. Ins Auge fallen der lange, rötliche Schnabel und die extrem langen Zehen. Der Unterkörper ist gräulich un die Oberseite olivbraun gesprenkelt. Die Querbänder am hellen Bauch grenzen sich deutlich ab, man könnte meinen der Vogel hätte eine Jacke, oder Weste an. Beim Laufen denke ich sofort, er hätte die “Hände in den Taschen”. Natürlich ist das Quatsch, aber es wirkt so. Vielleicht liegt dieser Anschein auch an dem kurzen Schwanz. Interessant ist auch das die Rallen zur Ordnung der Kranichvögel gehören.

Die Familie der Rallen ist mit 134 Arten sogar die größte unter den Kranichvögeln. Rallen erzeugen auf der Suche nach Nahrung auf dem Schlammboden, den Schwimmpflanzen und Blätterteppich, einen regelrechten “Wasserrallenpfad.” Diese Wechsel werden in der Brutzeit gegenüber Artgenossen vehement verteidigt.

Die Wasserralle und die Baustelle

Wasserralle

In Essen hat die Wasserralle eine große Presse bekommen. Seit 2013 soll auf einem Gelände am Borbecker Mühlenbach, im Rahmen der Renaturisierung der Emscher und ihrer Zuläufe, ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Irgendwann hat aber jemand einen Ruf der Wasserralle gehört und weil diese unter besonderem Schutz steht, konnten die Baumaßnahmen nicht durchgeführt werden, obwohl niemand bis dahin die Ralle gesehen hat. Ein Schwein konnte es aber auch nicht gewesen sein. Wieso ein Schwein? Ja tatsächlich klingt der Ruf der Ralle wie das Grunzen oder Quieken eines kleinen Ferkels.

Die Emscher Lippe Genossenschaft baute dem Vogel sogar ein “Ausweichquartier”. Da man aber keinen Bruterfolg im neuen “Revier” feststellen konnte, blieb es zunächst beim Baustopp. Selbst ein Fernsehsender nahm sich des Thema an und die Anmoderation lautete nach Auskunft der Emscher Lippe Genossenschaft : “Wasserralle will nicht vögeln….” jetzt, 2019 im Januar, hat die Bezirksregierung allerdings eine Baugenehmigung für das Frühjahr erlaubt, unter der Auflage der Ralle ein zweites Umzugsgebiet zu gestalten und anzubieten.

Wasserralle , der Speiseplan

Insekten, Würmer, kleiner Amphibien, aber auch Pflanzen und Früchte stehen auf dem Speiseplan der Wasserralle. Häufig ist sie in den Morgen und Abendstunden zur Futtersuche unterwegs. Ich konnte erfahren, dass sie häufig die gleichen Nahrungsquellen aufsucht und so regelrechte “Rallenstraßen” im Schilfgürtel entstehen. Die jungen Rallen verlassen bereits nach fünf Tagen das Nest und laufen hinter den “Alten” hinterher, wobei sie bereits selbständig nach Futter picken. Wegen des Flaums werden die jungen Küken “Pullis” genannt.

Weil die Sichtung der Wasserralle für mich so etwas Besonderes war, hänge ich noch zwei Bilder an.

Wasserralle
Wasserralle