Fische und Neonikotinoide

Fische sind wirbellose Tiere unserer Gewässer, die nach Erkenntnissen japanischer Forscher unter den Folgen der Ausbreitung von Insektengiften und Neonikotinoiden ebenso zu leiden haben wie Bienen und Vögel. In dem Bericht „Lebensphasen der Vögel“ habe ich bereits über die Auswirkung auf das Leben der Zugvögel berichtet.

Das japanische Forscherteam untersuchte in einer Langzeitstudie am Lake Shinji, dem siebtgrößten Binnensee Japans, die Folgen durch Insektizide, die im Wasser nachgewiesen wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Insektengifte haben eine direkte Auswirkung auf das Ökosystem in Gewässern. Sie zerstören Kleinstlebewesen, Wassertiere, die die Grundnahrung der im See befindlichen Fische bilden. Seit dem ersten Einsatz von Insektengiften auf den Feldern 1993 entnahmen die Forscher Wasseranalysen, die bis zum Jahr 2016 erhebliche Veränderungen im Ökosystem erbrachten. Die Kleinstlebewesen waren in dieser Zeit ganz verschwunden oder nur noch in kleinen Mengen vorhanden. Mücken, Asseln, Würmer und Krebse die den Fischen als Nahrung dienen waren nahezu verschwunden.

Die Biomasse dieser Kleinstlebewesen reduzierte sich um 80 Prozent. Die Folge waren ein drastischer Einbruch beim Fischfang. Das Fangergebnis der gewerblichen Fischerei ging von 240 Tonnen auf 22 Tonnen im Jahr zurück.

Weil sich im Testzeitraum der Studie weder die Qualität des Wassers veränderte und es auch keine neuen Prädatoren im Wasser gab, ist als Verursacher das Insektengift, die Neonikotinoide festgestellt.

Zwar wurden innerhalb der EU drei verbreitete Neonikotinoide auf Freilandflächen verboten und nur noch in Gewächshäusern erlaubt, aber sie wurden durch neue Insektizide ersetzt. Außerdem existieren Ausnahmeregelungen und das Gift erreicht nicht nur Gewässer wie Seen, sondern auch das Grundwasser.

Immer wieder wird auch in Deutschland von unerklärlichem Fischsterben berichtet. Es darf daran gezweifelt werden on es sich immer um Folgen des Klimawandels handelt. Die oben geschilderte Studie läßt Böses ahnen.

Das Sterben der Fische und der Kleinstlebewesen hat natürlich auch Folgen für Vögel, Landtiere, Otter usw., die von den Tieren leben.

Der eindeutige Zusammenhang von Pestiziden und die Auswirkungen auf wirbellose Lebewesen wird von der Industrie als „nicht eindeutig“ dargestellt.

Beluga Wale

Beluga Wale lieben die Beatles. Vom Boot aus läßt der Cellist Rob Knaggs einen Lautsprecher in das kalte Wasser des arktischen Meeres gleiten und beginnt auf dem Cello „Yesterday“ von den Beatles zu spielen.

Die Schwingungen der Musik verbreiten sich im Meer und faszinieren eine Gruppe von Belugas. Sie sind so hin- und hergerissen von der Musik das sie dem Boot folgen. Rob sagt später er meinte das Lächeln der Beluga Wale sehen zu können.

Dann beginnen die schneeweißen Tiere zur Melodie der Beatles leise zu pfeifen und zu Knarzen. „Gestern, schienen alle Probleme so fern zu sein…“ lautet der Text und in diesen Momenten scheint es zu stimmen. Mensch und Tier in wundersamer Stimmung zur Musik.

Rob Knagg ist so fasziniert, dass er den Belugas eine Melodie komponiert, ausgerichtet an den Gesang der Wale, die wegen ihres Gesangs auch „Kanarienvögel der Meere“ genannt werden.

An der Hudson Bay und dem arktischen Meer vermutet der Zoologe Stephe Petersen, vom Churchill Nothern Studies Center noch etwa 50.000 Beluga Wale. Gefährdet sind diese durch die Überfischung und Verschmutzung der Meere und durch die Schifffahrt.

Quelle: Mondberge Magazin für Umwelt- Natur- und Artenschutz 12/18 – 03/19