Amselschwund ?

Amselschwund – seit einigen Wochen suche ich vergeblich nach den Amseln. Im Frühjahr und Sommeranfang waren sie noch zahlreich im Garten zu finden. In den Jahren zuvor waren sie das ganze Jahr über zu sehen. Aber jetzt sehe ich schon seit Wochen keine mehr. Im August dachte ich ja noch es läge an der Mauser. Sie sind dann wegen des zotteligen Aussehens eventuell ein wenig verlegen und haben ja dann auch Probleme beim Fliegen. Jetzt haben wir aber bereits den 30. September und noch immer ist keine Amsel zu sehen.

Amselschwund wegen Wegzug oder USUTU ?

Die Amsel ist ein Zugvogel, dass ist mir durchaus bewußt. Aber in Mitteleuropa und in Deutschland ist sie ja eher ein Standvogel und ganzjährig vertreten. Auch wenn jeder 4. Vogel in Richtung Süden fliegt müßten ja noch genug zu finden sein. Ich habe einmal über Facebook eine Rundfrage gestartet wie es in anderen Regionen um die Amsel bestellt ist. Man macht sich ja auch jedes Jahr Sorgen wegen des USUTU Virus, der die Amseln befällt.

Ein klares Ergebnis bringen die Bundesländer Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern. Dort sind die Bestände der Amsel gleich geblieben, wie die Meldungen erbrachten. Eventuell sind da auch bereits Zugvögel aus dem Norden, aus Skandinavien, eingetroffen.

Aus Hamburg sind die Meldungen erschreckend. Fast keine Amsel mehr zu sehen. Auch aus dem Nordwesten Niedersachsens sind die Meldungen ähnlich im Süden und Osten Niedersachsens gibt es glücklicherweise keine Schreckensmeldungen. Berlin ist zweigeteilt, im Norden wird die Amsel vermißt, im Süden ist alles normal geblieben. Das gilt auch für meine Stadt – Essen in NRW. Ich wohne im Süden und warte vergeblich auf eine Sichtung. Aus dem Essener Norden erhalte ich die erfreuliche Meldung, das dort die Amseln noch gut vertreten sind.

In Sachsen Anhalt scheinen die Bestände stabil zu sein, obwohl aus einer Region sinkende Tendenzen gemeldet wurden. Im Süden Thüringens wird auch ein Amselschwund angezeigt. Auch Hessen meldet keine, oder nur noch wenige Amseln. Im Norden von Rheinland Pfalz sinken die Sichtungen, während die Zahl im südlichen Teil des Bundeslandes stabil zu sein scheinen. Auch aus Baden-Württemberg erhielt ich sinkende Zahlen. In Bayern hingegen scheint es gut um die Amsel bestellt zu sein, wenn auch aus zwei Regionen schlechte bis sinkende Zahlen übermittelt wurden.

Aus Kärnten teilte ein Vogelfreund Beständigkeit mit, aber aus dem nördlichen Niederösterreich wurde die Amsel als vermißt gemeldet. Gleiches gilt für die Mitteilung eines Teilnehmers aus der Schweiz.

Teilt man Deutschland in der Mitte auf , scheint die linke Hälfte, also der westliche Teil stärkere Verluste zu ermitteln. Die Osthälfte dagegen hält die Sichtungen weitgehend auf dem alten Niveau. Überhaupt gibt es wohl starke regionale Unterschiede.

Ich hoffe natürlich das die Ansicht nur vorübergehend ist und mit der Jahreszeit zusammenhängt. Obwohl ja die Mauser eigentlich vorbei sein müßte.

Im Bild habe ich die sinkenden Bestände mit einem rot umrandeten schwarzen Punkt gekennzeichnet. Meldungen wo die Amsel nicht mehr gesehen wurde sind rot gezeichnet. Wo alles noch normal registriert wurde, sind die Gebiete schwarz gepunktet.

Amselschwund

Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücke – Sylvia atricapilla –

Mönchsgrasmücke  –  zu finden ist dieser Singvogel ebenso in dichten Waldbeständen, sowie in Gärten und Parkanlagen. Der Vogel frißt Insekten, stellt aber vor dem Flug in das Winterquartier seine Nahrung auf Beeren um.  Der Zuckergehalt der Trauben ermöglicht es der Mönchsgrasmücke Fettreservern zu bilden, die er für den weiten Flug bis ans Mittelmeer braucht. Die südlicheren Grasmücken fliegen auch über die Sahara nach Afrika. Ornithologen in Schweden, Deutschland, Belgien der Schweiz, Großbritannien und Spanien haben durch gesenderte  Vögel den Flug der Mönchsgrasmücke erforscht.

Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke männlich

Der Fernsehsender ARTE hat darüber eine Dokumentation erstellt. Die Mönchsgrasmücke bereitet sich nicht nur durch die Änderung der Ernährung auf den Winterflug vor. Bereits längere Zeit vorher wird aus dem tagaktiven Vogel ein nachtaktives Tier. Auch die Jungen müssen mindesten 21 tage die Nacht kennenlernen. Das macht auch Sinn, weil Mönchsgrasmücken aus Sicherheitsgründen nur in der Nacht zu ihren Winterquartieren starten.

Auch die Frage wie sich der Vogel in der Nacht orientieren kann, wurde beantwortet. Die Rotation des Sternenhimmels hilft ihnen den richtigen Weg zu finden. Aber was ist bei bedecktem Himmel? Dafür besitzen die Augen eine besondere Eigenschaft, mit der sie die Krümmung des Magnetfeldes erfassen können und so erkennen wieviel Kilometer sie fliegen müssen.

Mönchsgrasmücke
weibliche Mönchsgrasmücke

Die schwedische Population machte  Rast in Belgien, wo sie bei ihrem Flug sämtliche Fettreserven aufgebraucht hatten. Nun bleiben die Mönchsgrasmücken am Pausenplatz und fressen etwa fünf Tage wieder eine Traube nach der anderen um neue Fettreserven aufzubauen.

Die Forscher stellten auch fest, dass jede Mönchsgrasmücke individuell ihre Reise startet. Die Flugroute liegt den Tieren in den Genen. Es gibt eine östliche Route, in Richtung Balkan und eine westliche Route in Richtung Spanien. Man hat daraufhin einen Vogel der östlichen und einen der westlichen Richtung zusammen gebracht um festzustellen wohin sich der Hybrid entscheidet. Zur Überraschung der Forscher wählten diese Vögel für ihren Winterflug die direkte Südrichtung. 

Die Ornithologen befürchteten das die Vögel der Südrichtung diesen Flug nicht überstehen würden, weil sie die Alpen überqueren müssen. Um so größer war die Überraschung, dass die Tiere das ohne Probleme schafften.

Bei den in Spanien ansässigen Mönchsgrasmücken und den Besuchern aus dem Norden existiert so etwas wie Konkurrenzkampf. Die heimische, spanische Mönchsgrasmücke ist kräftiger als der „Gast“, insofern kann man sie sogar unterscheiden.

Mittlerweile verändert sich das Zugverhalten der Vögel. Immer mehr verbleiben am Standort, wohl bedingt durch den Klimawandel. Ein besonderes Phänomen wurde in Belgien registriert. Dort zog es die Mönchsgrasmücke nach Großbritannien und es werden immer mehr die diese Route wählen. Auf die Frage warum sie gerade über das Meer nach England fliegen, meint man die Antwort gefunden zu haben. Die Engländer sind ausgesprochen große Vogelfreunde und fast in jedem Garten befinden sich Futterstellen für Vögel. Das haben die Mönchsgrasmücken wohl herausgefunden. 

Der Name“Attricapilla“ weist auf das „Schwarzköpfchen“ hin, wegen der schwarzen Kopfplatte des Männchen.  Die Weibchen haben lediglich eine rot braune Oberkopf – Färbung. Meist sitzt die Mönchsgrasmücke  weit oben in den Bäumen am Waldrand oder im lichten Laubwald. Von hier erschallt dann ihr wunderschöner Gesang. Während des lauten Teils ihres Gesangs zittert der ganze Körper und die Kehlfedern sind gesträubt. Der leisere Vorgesang ist fast nicht wahrzunehmen.

Mönchsgrasmücken sind Standorttreu und kommen immer wieder zu ihrer Geburtsstätte zurück.

Rotmilan

Rotmilan -Milvus milvus – gehört zu den seltenen Greifvogel Arten in Deutschland. Weltweit schätzt man 29.000 Brutpaare, davon die Hälfte in Deutschland.

Im Ruhrgebiet rechnet man nun nicht unbedingt mit dem Rotmilan, aber in Velbert-Heiligenhaus, in der Nähe des Abtsküchensee, findet der Vogel ideale Verhältnisse. Offene Kulturlandschaft, Mischwald, der See und der Rinderbach, der das Vogelsangbachtal durchfliesst, sind Lebensbedingungen, die wie für den Rotmilan gemacht sind.

Der sinkende Bestand der Greifvögel hängt mit der intensiven Landwirtschaft zusammen. Riesige Maisfelder haben die abwechslungsreiche Kulturlandschaft verdrängt. Felder werden mit Pestiziden besprüht und die Feldbewohner getötet oder verdrängt. Diese benötigt der Milan aber zum Überleben. Er ernährt sich von kleinen Säugetieren, Singvögeln, Käfern, Würmern und Aas.

Rotmilan ist Dauergast im Revier

Eine weitere Gefahr besteht durch die wachsende Zahl an Windrädern, die den Weg in die Winterquartiere am Mittelmeer kreuzen.

Rotmilan
Rotmilan

Das ich hier über den Feldern am Abtsküchensee gleich vier Exemplar sehe, zeigt mir das sie in diesem Jahr wieder erfolgreich gebrütet haben. In den letzten Jahren ist er hier sesshaft geworden und brütet regelmäßig. Das Nest baut er aus Ästen und Stöcken in den Baumkronen eines kleinen Wäldchens inmitten der Felder.

Das Brüten ist die Aufgabe des Weibchen. Während der Brutzeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge werden dann noch eine Zeit von der Mutter gehudert, damit sie nicht frieren. In dieser Zeitwerden sie von beiden Vögeln gefüttert. Auch wenn die Jungtiere bereits flügge sind, werden sie noch knapp zwei Wochen von den Eltern unterhalten.

Das Aussehen

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Wie auch bei anderen Greifvögeln ist das Weibchen etwas größer und schwerer als das Männchen. Der weiße Kopf mit dem gelben, gebogenen Schnabel unterscheidet sich deutlich vom rostroten Rücken. Die Handspitzen sind tief schwarz.

Zur Erntezeit fliegt der Rotmilan, der ein wahrer Flugkünstler ist, gerne hinter dem Trecker mit dem Pflug her, um die frei gelegten Mäuse zu erhaschen. In der Urdenbacher Kämpe konnte ich das gut beobachten. Dort wird er von den Krähen verfolgt, die um ihr Revier fürchten. Zudem machte ein Mäusebussard dem Rotmilan noch Konkurrenz.

Rotmilan
Rotmilan wird von Krähe gejagt.

Neben der Bezeichnung Rotmilan hat der Vogel auch noch den Namen Gabelweihe, wegen des gegabelten Schwanzes. Auch der Begriff Roter Milan und Königsweihe sind Bezeichnungen für den Greifvogel. Ein naher Verwandter ist der Schwarzmilan, der etwas kleiner ist und mehr Aas vertilgt als unser Rotmilan.

Die Diskussionen um die Umwelt, das Klima und den Artenschutz werden hoffentlich hilfreich sein den Fortbestand dieses wunderschönen Vogels zu gewährleisten. Wer den Rotmilan einmal beobachtet hat, wie er majestätisch den Aufwind nutzt, wird ihm lange zusehen und es kommt automatisch der Wunsch auf, doch auch so in der Luft schweben zu können.

Rotmilan – Land zum Leben

Quelle „Der Falke 10/19

„Rotmilan – Land zum Leben“ – lautet der Name eines Projekts, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Initiatoren sind „Deutscher Verband Wildtier Stiftung“ und der „Dachverband Deutscher Avifaunisten„. Im Rahmen des Bundesprogrammes „Biologische Vielfalt“ werden in sieben Bundesländern und neun Projektgebieten Maßnahmen durchgeführt, mit deren Hilfe Landwirte gefördert werden, die den Feldvögeln und Kleinsäugern wieder Lebensraum bieten indem sie ihre Produktionsweise umstellen. Auf diese Weise wird auch der Lebensraum für den Rotmilan abgesichert und neu geschaffen, da er von diesen Tieren abhängig ist.

Derartige Maßnahmen sind gemäß einer Untersuchung der Universität Göttingen auch dringend angebracht. Diese ergab das zwei Drittel der Rotmilan Bruten gut bis ausreichend ernährt werden, aber ein Drittel nicht optimal versorgt werden kann.

Ergänzung am 25.09.19 zum Thema Windräder

Quelle Riff Reporter

Die Windbranche teilt mit, dass der Bestand des Rotmilan trotz des Ausbaus der Windkraftanlagen stabil geblieben sei. Deshalb sei auch die Behinderung bei den Genehmigungsverfahren zum Bau neuer Anlagen wegen vermeintlicher Unvereinbarkeit mit dem Artenschutz nicht hinnehmbar. Die Industrie bezieht sich auf veröffentlichte Zahlen aus der Vogelschutzrichtlinie der Bundesregierung, worin der Bestand des Rotmilan als stabil deklariert wird. Die Zahlen der Bundesregierung beziehen sich auf eine bundesweite Erfassung. Die regionalen Zahlen sehen allerdings ganz anders aus. Ausserdem beziehen die Daten sich auf die Jahre 2005 – 2009.

Im Nordosten Deutschlands kam es zum Verlust von 400 Paaren. Im Südosten stieg die Zahl der Paare um 600 an. Nun muß man wissen, dass es in Brandenburg 3821 Windkraftanlagen zum angegebenen Zeitpunkt gab und in Baden Württemberg lediglich 725.

Aus dem Jahr 2014 gibt es eine Ermittlung aus dem Journal for Nature Conservation , wonach es bei damals 3044 Windkraftanlagen zu 308 Schlagopfern beim Rotmilan kam. Das entspricht 3,1 Prozent des Bestandes an Kollisionsopfern jährlich. Eine Progress Studie über mehrere Jahre erläutert Zahlen zur Auswirkung von Anlagen auf einzelne Vogelarten. Diese ergaben beim Mäusebussard einen Verlust von 14.300 und beim Rotmilan von 4300 Tieren. Aufgrund dieser Zahlen spricht Oliver Krüger von der Universität Bielefeld von einer „potentiell gefährdenden“ Entwicklung.

Man kann davon ausgehen, dass die Zahl der Windkraftanlagen auch in Richtung Süden weiter steigen wird, was eine weiter Gefährdung der Greifvögel zur Folge haben wird. Es ist deshalb wichtig weiterhin auf die Bestimmungen des Artenschutzes zu achten.

Steinschmätzer

Steinschmätzer-oder Oenanthe oenanthe , mit wissenschaftlichem Namen, gehören eigentlich nicht zu den Arten die wir hier im Ruhrgebiet oft zu sehen bekommen. Umso erfreuter war ich natürlich diesen Vogel , auf einem Weidezaunpfahl sitzend, beobachten zu können. Er war wohl damit beschäftigt dem Treiben der grasenden Pferde auf der Weide zu folgen.

Steinschmätzer
Steinschmätzer

Der Vogel befand sich sicherlich auf der Durchreise auf seinem Weg nach Afrika in sein Überwinterungsgebiet und machte erfreulicher Weise im Ruhrgebiet eine Rast.
Auffallend ist ein weißer Überaugenstreif, der die schwarze Maske um das Auge verstärkt wirken läßt. Auch die weiße Schwanzspitze fällt ins Auge.

Die Pferde wirbeln mit ihren Hufen beim Grasen den Boden auf und bringen für die Vögel so nahrhaftes zu Tage. Das habe ich auch schon bei der Schafstelze beobachten können und auch die Stare halten sich gerne in der Nähe von grasenden Huftieren auf.

Der Steinschmätzer ernährt sich von Spinnen, Würmern und anderen Insekten. Der Vogel gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Nester werden in Höhlen unter Steinen , aber auch in Kaninchenbauten in offenem Gelände angelegt. Das gefährdet die Brut natürlich durch Prädatoren, wie Fuchs und Marder. Den Rohbau beginnen beide Partner gemeinsam, wenn es aber an die Ausstattung geht, das Auspolstern mit Federn, Wollresten oder Federn, hat die Frau des Hauses das Sagen.

Bei dem Steinschmätzer den ich ablichten konnte, handelt es sich offenbar um einen Vogel der ersten Generation im ersten Winterkleid. Der Svensson Vogelführer hat mit bei der Bestimmung sehr geholfen.

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Charadrius subius – sind von der Größe her etwa mit einem Star zu vergleichen. Es ist ein faszinierender Vogel mit erstaunlichen Eigenschaften. Das „Vereiteln“ eines Prädators zählt zu dem Beeindruckendsten was ich gesehen habe. Leider konnte ich es nur in einer Dokumentation verfolgen.

Flußregenpfeifer

Nähert sich ein Feind dem Nest, auf dem der Vogel starr verweilt, auf eine Distanz von etwa fünf Metern, läuft der Vogel schnell in seitliche Richtung. Dabei zeigt er sein schauspielerisches Können. Offenbar flügellahm schleift ein Flügel am Boden und der Flussregenpfeifer kann nur ein kurzes Stück fliegend vorankommen. Seine „offensichtliche“ Verletzung lässt ein schnelles Fortfliegen nicht zu. Der Gegner wähnt nun eine leichte Beute vor sich.. Aber kurz bevor er zuschlagen kann und wenn beide weit genug vom Nest entfernt, sind fliegt der Vogel, urplötzlich genesen, davon.

Auch das in einer Mulde angelegte Nest ist perfekt an die Umgebung angepasst und mit Kieselsteinen, die der Färbung der Eier entsprechen hervorragend getarnt. Die Jungvögel, die das Nest als Nestflüchter sehr früh verlassen, sind selbst für einen Turmfalken nicht zu sehen. So ideal sind sie ihrer Umgebung angeglichen.

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Aussehen

Auffallend ist der gelbe Ring, der das ansonsten schwarze Auge umschließt. Auf der weißen Stirn befindet sich ein schwarzer Fleck und der Scheitel ist braun wie auch die Oberseite des Körpers. Der Schnabel ist kurz und schwarz. Augenfällig ist auch das schwarze „Halstuch“ und die für Watvögel typischen langen Beine, mit denen er sich schnell über den Boden bewegt, um Spinnen, Würmer, Insekten und kleine Krebse zu ergattern. Der Ornithologe und Geologe Professor Liebe, der bis 1894 lebte, hat einmal acht Schritte in der Sekunde gezählt.

Das Brutgebiet ist die Paläarktis, so bezeichnet man die Region Europa – Nordafrika und Asien. Europäische Vögel überwintern zwischen Äquator und Sahara. In Deutschland schätzt man zwischen 5000 und 9000 Brutpaare. Die natürlichen Lebensräume des Flussregenpfeifer , die Flussläufe mit kieshaltigem Boden, gibt es wegen der Begradigungen der Flüsse nur noch selten und so hat sich sein Lebensraum verändert. Kiesgruben und Baggerseen hat er sich als neue Refugien auserwählt.

Buchrezensionen

Buchrezensionen zu Fachbüchern und Romanen

 

„Federnlesen“ – Johanna Romberg

Es macht Spaß dieses Buch zu lesen. Johanna Romberg beschreibt auf unterhaltsame Art wie sie bereits als junges Mädchen durch die Elten zur Vogelbeobachtung kam und was sie daran so fasziniert.  Ihre Gespräche mit Experten und Exkursionen, die Rückkehr an die alte Wohnstätte, dem „Pott“, auch wenn es nur ein Besuch war. Letzteres besonders für mich sehr interessant, weil ich ja hier lebe. Die Stadtlandschaft mit ihren industriellen Standorten, wo sie Vögel entdeckte, von denen ich träume, aber was mich anspornte, gerade diese Gebiete jetzt auch zu erkunden. Die Schilderungen am  jetzigen Wohnort, in dem Dorf im Norden.  Sie versteht es ihre Beobachtungen  wunderbar für den Leser zu vermitteln. So werde ich wohl künftig immer die Blaumeise mit Franz Josef Strauss verbinden und die so einfache Ringeltaube sehe ich heute auch in neuem Licht. Dieses Buch wird jeden faszinieren, der sich mit unseren gefiederten Freunden befaßt.

 

„Der Stumme Frühling“- Rachel Carson

Buchrezension zum „stummen Frühling Rachel Carson (1907 – 1964 ) war Biologin und Schriftstellerin. „Der stumme Frühling“ erschien bereits 1962 und ist bis heute ein Klassiker geblieben.

Es handelt sich um ein Sachbuch, welches aber ebenso spannend zu lesen ist wie ein Roman. Rachel Carson setzt sich rigoros mit der chemischen Industrie auseinander, von der sie auch deshalb stark angefeindet wurde. Der Raubbau an Boden und Wäldern und der Einsatz von Pestiziden, die großflächig ausgesprüht wurden,  sind die Zielgebiete ihres Buches. 

In den 60er Jahren begann die „ökologische Revolution.“ Folge der Contergan – Kontroverse und der amerikanischen Atomversuche mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt.

Rachel Carson schaffte es mit ihrem Buch die Aufmerksamkeit auf die, von der  chemischen Industrie entwickelten Pestizide zu lenken.

Geheimnisse des Meeres

Die gelernte Biologin hatte bereits 1951 erfolgreich ein erstes Sachbuch mit dem Titel „Geheimnisse des Meeres“ veröffentlicht. So bekam die die Mittel  ihre Recherchen weiter durchführen zu können.

Sie schaffte mit „der stumme Frühling“ ein neues Bewusstsein für die Gesundheits-  und Umweltpolitik und Artenschutz . Wer das Buch anfängt zu lesen, wird es kaum erwarten können am nächsten Tag weiter darin zu forschen .

Es ist heute noch genauso aktuell wie 1962, weil es verdeutlicht, dass es auf jeden einzelnen Menschen ankommt etwas für die Welt zu tun. Alleine Bürokraten, die irgendwann in eine Fachsprache verfallen, können das nicht schaffen, was einzelne Aktionen bewirken können. In der heutigen Zeit ist eine globale Vernetzung zum Schutz der Menschheit und der Natur unabdingbar.

Rachel Carson starb 1964 an den Folgen einer Krebserkrankung.


Der Kosmos – Vogelführer – von Lars Svensson…..

ist wohl das bekannteste Bestimmungsbuch für Vogelarten Europas, Nordafrikas und Vorderasien.

Ausführliche Vogeltopografien beschreiben das Gefieder und die Färbungsmuster der Sperlingsvögel, der Watvögel und Möwen. Illustrationen und Bildlegenden  von Killian Mullarney und Dan Zetterström ergänzen die Ausführungen.

Beschrieben werden Vorkommen, Flugverhalten und Balzgebaren. Jagd – und Ernährungverhalten gehören ebenso dazu wie die Unterschiede der Jungvögel und der adulten Tiere und ihrer Stimmen.

Auf Karten sind die Zug- und Standgebiete, sowie die Zwischenstationen zu sehen. Das Buch enthält über 900 Arten und über 4000 Farbzeichnungen.


Vogelstimmen – an Volksmundversen erkennen

Klaus Philipp

Buchrezenssion – Es gelingt dem Autor in besonderer Weise den Neuling auf dem Gebiet der Vogelstimmenerkennug  mitzunehmen. Durch die Aufteilung über zwei Frühjahre werden auch zwei „Lehrgänge“ geschaffen. Zunächst erlernt man die Frühankömmlinge aus den Wintergebieten und die daheim gebliebenen Arten kennen und so setzt sich das Buch fort. 

Es sind kurze Beschreibungen der Vögel  vorhanden, aber auf wissenschaftliche Erklärungen wird bewußt verzichtet.  Ich habe mich selbst dabei erwischt, das ich auf dem Balkon saß und die Stimmen der Gartenvögel mit den Texten im Buch verglich.

Da ich ein Kind des Ruhrgebietes bin waren die schwäbischen und bayerischen Dialekttexte  nicht so recht für mich geeignet, aber es gab ja auch die Texte aus unserer Regionen, weshalb man dann über das „Schwäbische“ gut lächeln konnte.

Die Sammlung bezieht sich aber auch auf französische, englische und andere Sprachformen. Ein unterhaltendes und lehrreiches Buch, mit dem die Vogelstimmen richtig Spaß machen


Welcher Vogel ist das ? – Kosmos Verlag – Dierschke

Ein Vogelführer für unterwegs

Gezeigt werden über 440 Arten Europas. Jede Vogelart wird durch mehrere  Fotos angezeigt und die Unterschiede in den Geschlechtern erklärt. Besonderheiten einzelner Arten sind farblich markiert.

Mit 255 Seiten ist der Vogelführer gut im Rucksack mitzunehmen.


Das BLV Handbuch Vögel – Einhard Bezzel

Buchrezension – Das Buch ist zu umfangreich für die Mitnahme zur Vogelbeobachtung. Es ist ein fundiertes Nachschlagewerk das jede Vogelart auf zwei Seiten erklärt.

Zunächst gibt es einen systematischen Überblick zur Ordnung und Familie der Arten, anschließend widmet sich der Autor noch in einem Kapitel um den Vogelschutz.

Der bebilderte Erklärungsteil der einzelnen Vögel befasst sich mit der Lebensweise und dem Verhalten der Tiere von der Balz bis zur Brut und den Wohn- und Rückzugsgebieten. Es ist ein umfassendes Standardwerk.

 

Unsere Vögel – Peter Berthold – Buchrezension

Buchrezension zu „unsere Vögel.“  Prof. Dr. Peter Berthold ist Ornithologe und Verhaltensforscher. Leidenschaftlich setzt er sich für den Erhalt der Artenvielfalt ein.

Besonders den Vögeln widmet er sein Leben und verdeutlicht dem Leser in seinem Buch  wie es um die Vögel bestellt ist. Dieses Buch ist kein Fachbuch für Ornithologen, sondern für alle Vogelfreunde gedacht, sei es um jene die professionell als Ornithologen tätig sind, oder jene die diese Tiere lieben und sich auch als Amateure für sie einsetzen.

Vom Aussterben bedroht

Drastisch erklärt er welche Folgen das Aussterben der Vögel für die Welt und die Menschheit hat und was man als Gemeinde aber auch  als Einzelperson dagegen machen kann.

Er klagt an wie heute mit  Flora und Fauna umgegangen wird, schildert die Ursachen des Artensterbens, prangert die „modernen“ Steingärten an und erklärt wie man ein Biotop anlegt und widmet das Buch all denen die sich nicht entmutigen lassen, so viel wie möglich von dieser wunderbaren Natur in die Zeit nach Homo horribilis hinüberzuretten.

Es geht nicht mehr nur um uns, es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.

 

BLV Bestimmungshefte Drei-punkt-Buch

kleine Hefte die in jede Tasche passen mit den wichtigsten Hinweisen bei Vögeln : Art, Größe, Merkmale, Form, Lebensweise, Brutverhalten, Zugverhalten

bei Bäumen und Sträuchern zu Zweigen, Blättern, Nadeln


Es folgt eine Buchrezension der Leserin Barbara Prinz. Frau Prinz hat mit besonderen Worten die Einleitung zu ihrem Lieblingsbuch geschrieben, deshalb möchte ich den Text auch hier weitergeben:


„TRUDE“  von Rose Marie Gasser Rist

eine Rezension von Barbara Prinz


Das Wunder von Mals

Alexander Schiebel

Das Buch schildert beeindruckend den Kampf der Gemeinde Mals Europas erste pestizidfreie Gemeinde zu werden. Mals im Vinschgau ist umgeben von der indstriellen Landwirtschaft mit riesigen Apfelplantagen. Man will verhindern das auch die Gemeinde Mals von der Industrie überrollt wird. Die Bürger haben gesehen was aus der ehemals prachtvollen Natur wird, wenn die konventionelle Landwirtschaft mit Pestiziden und Gülle die Böden und die Landschaft zerstört. Sie kämpfen für die Gesundheit ihrer Kinder und Enkelkinder gegen den Widerstand  des Südtiroler Bauernverbandes und der Landesregierung. 

Alexander Schiebel schildert in wunderbaren Worten, einfühlsam und voller Enthusiasmus von den Geschehnissen um die Bemühungen einiger „Rebellen“ aus Mals. Ein zunächst aussichtsloser Kampf wird geschickt und klug vorbereitet und geführt. 

 

Schönes NRW

Die schönsten Wildtier-Beobachtungen in Nordrhein Westfalen

Antje Zimmermann  erschienen im Klartext Verlag

Antje Zimmermann war Reiseexpertin des WDR. Bekannt aus den Sendungen „daheim und unterwegs“ sowie  „Hitlisten des Westens“. In dieser Eigenschaft stand sie vor und hinter der Kamera.

Im Buch „Schönes NRW – die schönsten Wildtier- Beobachtungen beschreibt sie Regionen unseres Bundeslandes in denen seltene und wilde Tiere zu finden sind. Als Beispiel das Rothaargebirge mit Wisenten, oder die Rieselfelder bei Münster, mit einer großen Artenvielfalt an Vögeln und Watvögeln. Dabei ist auch das Merfelder Bruch mit den Wildpferden. Natürlich der Nationalpark Eifel, das Neandertal, die Wahner Heide. Das Buch ist bebildert und zeigt Ausflugsmöglichkeiten für die ganze Familie. Eine interessante Lektüre mit tollen Tipps. Sehr gut beschrieben, das kann ich nur bestätigen, da ich bereits einige der Ziele besucht habe.

Das Geheime Leben Der Bäume

Peter Wohlleben

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, sehe ich die Bäume mit anderen Augen. Wer denkt schon das Bäume Lebewesen mit sozialem Charakter sind und die verschiedenen Arten zueinander halten, sich gegenseitig Hilfe leisten, wenn einer von ihnen erkrankt ist. Wie fürsorglich sie sich um den „Nachwuchs“ kümmern. E

Ein Buch das fesselt und tatsächlich spannend ist. Man sieht förmlich wie die fortlaufenden Bäume mit Gesichtern aus der Märchen- und Legendenwelt wahrhaftig werden.

Das geheime Band zwischen Mensch und Natur

Peter Wohlleben

Peter Wohlleben zeigt uns anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse die enge Verbundenheit die zwischen Mensch und Natur. Wie viele verloren gegangen geglaubte Instinkte noch vorhanden sind und das Bäume atmen und einen Puls haben. Wie gut die Natur, der Duft des Waldes und die Pflanzen für den Menschen sind.

Die Sprache der Vögel

Norbert Scheuer

Der Sanitätssoldat Paul Arimond versieht seinen Dienst im Krieg in Afghanistan. Aus Schuldgefühlen wegen eines Autounfalls, bei dem sein Freund schwer verletz wurde, hat er sich bei der Armee verpflichtet. Die Zeit im Camp ist geprägt von Langeweile und Einsätzen, bei denen er grauenhafte Verwundungen behandelt, alles unter ständiger Lebensgefahr.

Die Liebe an der Vogelbeobachtung bringt ihm gleichzeitig Trost und die Sehnsucht nach einer besseren, friedlichen Welt, in die er wie rin Vogel fliehen möchte. Sein Ahne, Ambrosius, der einst in ein friedliches Afghanisten kam, dass wie 1000 und eine Nacht zu sein schien, wollte dort die Sprache der Vögel erforschen.

Ein Roman, der mit schönen Zeichnungen der Vögel gestaltet ist, die Paul während seines Aufenthaltes beobachtet.