Rieselfelder Münster

Rieselfelder Münster – ein Begriff für den Vogelbeobachter und Tierfotografen. Im Norden der Stadt Münster gelegenes ehemaliges Verrieselungsfeld für die Abwässer der Stadt Münster.

Rieselfelder

Bis 1975 wurden auf zunächst 1 Hektar Parzellen geschaffen, in die die Abwässer über ein Kanalsystem abgeleitet wurden, oder im Sandboden versickerten. Den so gedüngten Boden nutzte man für die Landwirtschaft.

Von 1901 bis in die 60er Jahre erreichte die Fläche eine Größe von 640 Hektar. Seit den 1950er Jahren mußte das Gebiet bewässert werden. Das hatte zur Folge das sich viele Schreit- und Watvögel, sowie Graugänse und Enten einfanden. Seit 1975 werden die Abwässer der Stadt Münster in einer Kläranlage gereinigt. Die heutigen Rieselfelder sind auf einer Fläche von 200 Hektar ein einmaliges Naturerlebnis. Mehrere Beobachtungshütten und ein 12 Meter hoher Beobachtungsturm befinden sich auf dem Gebiet.

Rieselfelder Münster

Wir waren jetzt das vierte Mal in den Rieselfeldern und bei unserem jetzigen Besuch wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 – 12 Grad belohnt. Wenn man mit Rucksack und Kamera unterwegs ist, sind das tatsächlich ideale Voraussetzungen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir viel Regen, beim zweiten über dreißig Grad. Man muß wissen, dass es in den Rieselfeldern nicht übermäßig viele schattige Plätze gibt.

Rieselfelder Münster – Artenvielfalt

Die Luft ist erfüllt von den Rufen heranziehender und umherfliegender Gänse. Besonders viele Blässgänse sind zu sehen, die sich auch am Boden mit den anderen Gänsearten, wie Graugans und Kanadagans, gut verstehen. Selbst der Graureiher schreitet gelassen durch die Reihen der ruhenden Gänse.

Auf einem angrenzenden Feld sehen wir Weißstörche, die sich durch die Fußgänger nicht stören lassen.

Rieselfelder Münster

Es geht am restaurierten Rieselwärterhäuschen vorbei, entlang der Obstwiese mit den Obstbäumen, nähern wir uns der ersten Beobachtungshütte am Stauteich. Bevor wir dort ankommen sehen wir auf der Weide, etwas zurück gelegen, mehrere Heckrinder. Die gegen den oft feuchten Boden unempfindliche Rasse hilft die Flächen durch Beweidung offen zu halten. Die hier geborenen Jungbullen dürfen zwei Jahre bei der Herde bleiben, danach werden sie entnommen, damit es nicht zu Streitereien mit den Altbullen kommt. Der Weg führt dann in eine neue Herde, oder in den Schlachthof. Da haben die Kühe bessere Aussichten. Die älteste war 2018 vierzehn Jahre alt.

Heckrinder

Am kleinen Stauteich sehen meine Frau und ich viele unterschiedliche Wasservögel. Löffelenten, Stockenten und natürlich Grau- und Blässgänse, Zwergtaucher, Kormorane, Blässhühner und Haubentaucher.

Interessant gestaltet ist der Schilflehrpfad. Hier hoffe ich auf die ein oder andere Bartmeise, die in den letzten Tagen schon mehrfach in den Rieselfeldern abgelichtet wurden. Aber in dieser Hinsicht ist das heute nicht mein Tag. Leider kann ich keine beobachten.

Schilflehrpfad

Auch von der Brücke, die das einfließende Gewässer überbrückt, hat man einen schönen Blick auf diverse Wasser und Watvögel. Schließlich überqueren wir die Coermühle Straße und erreichen die Storchen-Hütte an einem weiteren Gewässer. Beim überqueren der Straße hatte ich bereits einen Silberreiher fliegen sehen und ich hoffe das er hier gelandet ist. Tatsächlich sehe ich ihn am Schilfgürtel des Flachwassers. Außerdem sind einige Zwergtaucher im Schlichtkleid zu beobachten. Löffel- Stock und Pfeifenten vervollständigen das Bild das sich uns bietet.

Silberreieher

Der Weg führt nun über eine asphaltierte Straße weiter. Immer wieder bieten sich dem Wanderer Blicke auf die kleineren und größeren Rieselparzellen, bis wir schließlich die biologische Station erreichen. Wir legen eine kleine Pause ein, bevor wir weiter in Richtung Aussichtsturm laufen. Hier, auf dem großen Stauteich, herrscht eine große Vielfalt von Tieren. Eine Lachmöwenkolonie ist zu sehen und natürlich die üblichen Wasser- und Watvögel.

Rieselfelder

Bevor wir das Kanonenwäldchen passieren, freuen wir uns über den Anblick weiterer Weißstörche. Auf der Weide die jetzt folgt, grasen wieder Heckrinder mit ihren gewaltigen Hörnern.

Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz am Informationszentrum Rieselfelder. Hier kann man sich zum Abschluß noch eine interessante Außenausstellung ansehen und anschließend im Heidekrug neue Kräfte sammeln.

Lachmöwen

Es war wieder einmal ein herrlicher Tag in den Rieselfeldern Münster. Die etwas über einstündige Fahrt von Essen läßt es zu, den ganzen Tag hier zu genießen.

Krickente

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang in der Mülheimer Ruhrau. Es hatte mehrere Tage kräftig geregnet, aber heute strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Der richtige Tag für eine kleine Wanderung durch unser Lieblingsgebiet in der Saarner Aue. Der Regen der vergangenen Tage hat der Natur gut getan. Ein saftiges Grün und die ersten kräftigen Herbstfarben zeichnen die Umgebung aus.

Das Chlorophyll, das dem Blatt entzogen wird, lässt die ersten Blätter rot leuchten. Die Bäume fahren ihre Photosynthese herunter und entziehen den Blättern das Zucker, welches sie benötigen um gegen den nun bald kommenden Winter gewappnet zu sein.

Herbstspaziergang

Bei unserem Herbstspaziergang verharren wir eine Weile auf der Eisvogelbrücke um den Stockenten und den Blässhühnern zuzusehen. Auch ein Nutria sitzt nur wenige Meter entfernt auf einem Ast und kümmert sich um die Fellpflege.

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang – ein prächtiger Admiral

Herbstspaziergang

Als wir unseren Weg fortsetzen sehen wir einen prachtvollen Admiral, der sich auf einem Blatt niederläßt. Als wenn er uns seine ganze Schönheit bewußt präsentieren möchte, breitet er seine seidigen Flügel aus und klappt sie wenig später wieder zusammen. Der Schmetterling gehört als Tagfalter zu den Edelfaltern. Wie man auf dem zweiten Bild sieht sind Ober- und Unterflügel unterschiedlich gezeichnet.

Ursprünglich kam er aus Südeuropa über die Alpen zu uns. Für die Winterquartiere legten die Insekten bis zu 3000 Kilometer zwischen Mitteleuropa und Afrika zurück. Heute verbleiben sie allerdings eher bei uns und nur die nördlichen Admirale ziehen etwas weiter in Richtung Süden.

Herbstspaziergang

Heckenbraunelle und Hornisse

Auf einem Baumstumpf entdecke ich eine Heckenbraunelle die sich von der Sonne wärmen läßt. Aber irgendetwas scheint ihre Ruhe zu stören und da bemerke auch ich die Hornisse, die sich langsam am Stumpf empor hangelt.

Die Braunelle scheint zu überlegen was sie mit der Hornisse machen soll. Als Leckerbissen scheint sie mir eigentlich etwas zu groß. Die Heckenbraunelle frißt in den Sommermonaten Larven, Spinnen, und Käfer, aber so eine Hornisse ? Argwöhnisch wird der Besucher vom Vogel beäugt und schließlich ist ihm der Anblick wohl auch nicht geheuer und er zieht es vor das Weite zu suchen.

Heckenbraunelle
Heckenbraunelle
Herbstspaziergang
Herbstspaziergang

Vorsicht giftig

Auffallend viele Pilze sind nach dem Regen zu sehen. Ich habe in solchen Dingen allerdings keine Erfahrung und kenne mich auch nicht mit Pilzen aus. Welche sind genießbar und welche sind giftig ? Es ist auch gut so, dass ich die Finger davon lasse denn alles was ich hier gesehen habe ist sehr giftig. Der Knollenblätterpilz und der Fliegenpilz gehören ja nicht in den Kochtopf.

Es war wieder einmal eine ergiebige Runde in der Saarner Aue. Immer wieder entdecken wir auf der, etwa eine Stunde währenden Wanderung, neue Dinge die uns begeistern.

Dingdener Heide

Dingdener Heide – Erholungsgebiet und Naturschutzgebiet im Ortsteil Dingden, Gemeinde Hamminkeln. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1500 Hektar und wird durch die biologische Station Wesel betreut.

Laub- und Kiefernwälder wechseln mit Grünlandschaften und Äckern. Deutlich sind zur Zeit die Folgen der Trockenheit und die Schäden durch den Borkenkäfer im Wald zu sehen. Überall findet man gefällte Bäume deren Rinde geschält wurden. Die Spuren der großen Maschinen zum Abtransport graben sich in den Waldboden. Große Schneisen sind entstanden.

Beobachtungshütten an der Dingdener Heide

An den Feuchtwiesen befinden sich zwei Beobachtungshütten. Nun sind die Feuchtwiesen aufgrund der anhaltenden Trockenheit leider nicht mehr sehr durchnäßt und offene Wasserstellen kaum noch zu sehen.

Die Limikolen sind momentan daher nicht zu sehen. Ansonsten findet man im Gebiet der Dingdener Heide unter anderem den Kiebitz, den Wiesenpieper,  Weißstorch,  Schwarzstorch, Rohrweihe, Kornweihe und Rotschenkel . Gesehen habe ich den Schwarzspecht und eine Weihe, beide allerdings in zu großer Entfernung um sie auf einem Bild festzuhalten. Auf ornitho.de wurden in den Tagen zuvor Braunkehlchen, Steinschmätzer und ein Baumfalke gemeldet.

Dingdener Heide
Ziegen in der Dingdener Heide

Wir parkten an einem Parkplatz der Akademie Dingden in der Klausenhofstraße, weil nach der Beschreibung der richtige Parkplatz am Ortsrand von Dingden an dieser Straße angegeben war. Man sollte aber die Klausenhofstraße weiterfahren, bis an die Kreuzung “zum Venn” . Dort befindet sich ebenfalls ein Parkplatz, wo es auch Infotafeln des NABU zum Wolf und dem Zusammenleben mit diesem fantastischen Tier zu sehen gibt. Auch ein mustergültiger Herdenschutzzaun ist zu sehen.

Dingdener Heide
Herdenschutzzaun

Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zur ersten Beobachtungshütte. Auch einen etwa 6 Kilometer langen Rundweg Dingdener Heide kann von hier aus gestartet werden. Der Rundweg ist mit einem separaten Schild gut zu erkunden.

Ein weiterer Parkplatz befindet sich auf der Krechtinger Straße kurz vor der Einmündung Bußter Weg.

Schwalm – Wanderung

Schwalm – Laarer Bach -Hariksee und Borner See sind die Stationen dieses Rundweges.

Schwalm

Parkmöglichkeiten gibt es für den auswärtigen Wanderer an verschiedenen Stellen. Es bieten sich die Plätze an den Restaurants Mühlrather Hof und Mühlrather Mühle an, da kann man sich dann am Ende der Wanderung an vielen Köstlichkeiten laben. Am Wegesrand findet man aber auch schöne Bänke im Halbschatten oder in der Sonne, um ein kleines Picknick zu sich zu nehmen. Auch am Hariksee gibt es noch einen Parkplatz, da muß man aber ein wenig auf die Schlaglöcher achten.

Forelle im klaren Wasser des Laarer Bach

Gleich zu Beginn, etwas Abseits von der Mühlrather Mühle, liegt das Naturschutzgebiet Dielsbruch. Ein Schutzgebiet für Brutvögel und Rast- und Überwinterungsstätte für Zugvögel. Das Gebiet ist Teil des europäischen ökologischen Netzes “Natura 2000”. 

Die Mühle wurde 1447 errichtet und diente als Flachs und Ölmühle. Als 1905 ein eisernes Wasserrad angebracht wurde konnte mit der Mühle ein Sägewerk betrieben werden.

Es geht ein Stück am Laarer Bach entlang. Im klaren Wasser sieht man die Forellen schwimmen. Zwar haben wir keinen Eisvogel gesehen, aber hier findet er ideale Voraussetzungen. Wir begleiten den Lauf der Schwalm. Die Schwalm mündet nun bald in der Maas.

Nutria

Schwalm – NSG Tantelbruch

Das Naturschutzgebiet Tantelbruch ist ebenfalls Teil des Netes “Natura 2000”. Erlen, Buchen und Eichenbestände säumen den Weg Im Tentelbruch findet man verschiedene Libellenarten und seltene Grashüpfer. Auch  Eisvogel, Pirol, Nachtigall, Wespenbussard, Kleiner Wasserfrosch und Wasserfledermaus sind hier zu Hause.

Schwalm
Prachtlibelle

Borner Mühle

Der Borner See ist heute für die Wasserwirtschaft als Rückhaltebecken umfunktioniert. Entstanden ist er durch Torfstich, Die Borner Mühle , wiederum eine Möglichkeit zur Einkehr, wurde 1412 erstmals erwähnt.

Schließlich passiert man noch den Laarer See und erreicht dann nach etwa 6,5 Kilometern wieder seinen Ausganspunkt. Die Fahrtzeit vom Ruhrgebiet, in unserem Fall von Essen, beträgt knapp 45 Minuten und wer früh fährt, kann auch viel sehen. Haubentaucher, Wiesenpieper, Reiher und mit Glück den Biber oder das Blaukehlchen. Wir waren spät dran und hatten da weniger Glück, aber es lohnt sich auch wenn man nicht so früh vor Ort ist. Man wird mit einer herrlichen Landschaft belohnt.

da kann man sich das Fleisch schon aussuchen

Rinderbach

Rinderbach, heißt der 11,7 Kilometer lange Nebenfluß der Ruhr. In Essen Kettwig fließt er gleich hinter dem Wehr in die Ruhr. Nach einer längeren Regenphase haben wir das richtige Wetter um eine schöne Wandertour zu machen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 Grad.

Rinderbach
Rinderbach

Auf den Bäumen bildet sich das erste Laub und ein traumhaftes Farbenspiel begleitet unseren Weg. Die Büsche und Sträucher erwachen in einer prachtvollen Blüte und die Wiesen am Rinderbach sind herrlich grün, auch das Plätschern des Flusses klingt wie eine Melodie.

Ähnlich aktiv und mit unterschiedlicher Lautstärke trillert die kleine Mönchsgrasmücke ihre Weisen und man staunt wie kräftig so ein kleiner Vogel singen kann. Bei den Haupt-Versen plustern sich seine Kehlfedern regelrecht vor Anstrengung oder Begeisterung auf.

Möchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke

Vogelsangtal und Cafe am Rinderbach

Der Weg führt nun leicht bergan, vorbei am Zaun des ehemaligen Wasserwerk Heiligenhaus und wir befinden uns nun im Vogelsangtal.

Rinderbach
Wiesenschaumkraut

Der Waldboden ist gut bestückt mit blühendem Schaumkraut, dieser leuchtet violett in der Sonne. Versucht man die Blüte zu essen, schmeckt sie Kresse ähnlich. Das Schaumkraut wird auch als Gewürz genutzt. Das Pfaffenhütchen wächst unmittelbar am Wegesrand. Auch als Spindelstrauch bekannt, wird diese Pflanze als giftig geführt. Fliegen und Insekten finden im Nektar aber wertvolle Nahrung.

Rinderbach
März Veilchen

Als Blume der Liebe verehrten die alten Griechen das März-Veilchen oder auch Duftveilchen, das im Halbschatten der Sträucher zu finden ist. Das Duftveilchen gilt in vielen Gedichten und in der Literatur allgemein als Bote des Frühlings.

Rinderbach
Cafe Herberge

Wir nähern uns nun dem Cafe Herberge. Ein Bauernhof, wunderschön im Tal gelegen, mit einem Hofcafe. Leider ist noch geschlossen, wir sind einfach zu früh dran. Aus den Büschen hört man den Haussperling rufen und sie schwirren aufgeregt hin- und her um Nistmaterial zu suchen. Auf der saftigen, grünen Wiese blüht der Wiesen-Löwenzahn. Die Feuchtigkeit, die vom Rinderbach ausgeht, bietet dem Korbblüter ideale Voraussetzungen.

Löwenzahn am Rinderbach
Wiesen Löwenzahn

Die Wildbienen freuen sich über diese gelbe Pflanze. Der Mensch nutzt die Blume zur Herstellung von Sirup und Gelee, oder als Röhrlsalat.

Ein Rastplatz erweckt unsere Aufmerksamkeit. Fast einem Denkmal ähnlich, hat hier die Gemeinde Zwönitz in Sachsen , als Patengemeinde diesen Platz gestaltet.

Raststätte
Raststätte

Unmittelbar am Weg der vom Cafe fortführt, hat jemand zwei Kunstwerke installiert, die langsam verwittern.

An der kleinen Böschung zur Waldseite wächst das “kleine Immergrün” , Hier ist es allerdings hellblau. Insekten nutzen den klebrigen Rand unterhalb der Fruchtblätter um ihren Rüssel mit dem Sekret zu beschmieren, woran dann der Nektar hängenbleibt. Alle Teile der Pflanze sind für uns giftig, deshalb darf man heute auch keine Rezepturen mehr aus der Pflanze herstellen.

Grünspecht

Jetzt geht es über ein offenes Gebiet mit Äckern und grasenden Pferden, bevor es wieder hinunter ins Tal geht. Aus der Ferne höre ich das “Lachen” des Grünspecht. Dann entdecke ich ihn und kann mich näher heranschleichen um ein paar Bilder zu schießen.

Grünspecht
Grünspecht

Dann erreichen wir schließlich wieder den Ausgangspunkt am Abtsküchensee, der vom Rinderbach gespeist wird. Auch hier stehen alle Zeichen auf Frühling. Die Stockenten Mama flüchtet mit ihren sieben Jungen vor den Attacken eines Blässhuhnes. Auf dem abgestorbenen Ast eines Baumes, der im See liegt sonnen sich amerikanische Gelbwangen Schmuckschildkröten. Irgendwann hat ein angeblicher “Tierliebhaber” die Tiere wohl ausgesetzt, weshalb man sie im Ruhrgebiet an anderen Seen ebenfalls findet. Die relativ milden Winter der letzten Jahre waren die Gewährleistung für ihr Überleben in unseren klimatischen Verhältnissen und deshalb sieht es so aus, als würden es auch immer mehr. Im Vogelschutzgebiet Essen-Heisingen oder auch in den Gewässern der Saarner Aue sind sie ebenfalls zu finden.

Es war ein wunderbarer Weg, über eine Länge von etwa 8 Kilometern.

Frühling 2019 – sollte ein Leser sich erinnern, dieser Artikel war schon einmal veröffentlicht, aber durch ein Missgeschick aus dem Archiv verschwunden.

Wanderung Hohensyburg

Hengsteysee, lautet der Name des ältesten Ruhrstausees. Er ist  von den Städten Hagen, Dortmund und Herdecke eingerahmt.  Das Wehr befindet sich im Hagener Stadtteil “Hengstey”, der  ihm den Namen gibt. Die mächtige Eisenbahnbrücke die den See überspannt ist ein Erkennungsmerkmal für den Zufluß  von Ruhr und Lenne.  Gleich im Anschluß an den See befindet sich auf Wittener Gebiet bereits der nächste Ruhrsee, der Harkortsee.

Zufluss von Ruhr und Lenne

Ebbe und Flut

Hier ist ein Phänomen zu beobachten. Manchmal steigt oder fällt der Wasserstand des Sees, ähnlich den Gezeiten an der Nordsee. Das wiederum hängt mit dem Pumpspeicherwerk “Koepchenwerk” am Hengsteysee zusammen. Zu Tageszeiten, an denen im Netz der RWE mehr Strom zur Verfügung steht als verbraucht wird, wird  Wasser aus dem Hengsteysee in ein 160 Meter höher gelegenes Speicherbecken gepumpt. Bei hohem Strombedarf, wird dieses Wasser abgelassen. Dieses  wiederum führt zum veränderten Pegel im Harkortsee. In den 1980er Jahren wurde das Pumpwerk allerdings stillgelegt. Aus dem Grund kann die Tide heute nicht mehr gesehen werden.

Hengsteysee mit dem “Koepchenwerk”

Auf geht es 

Die Wanderung beginnt am Wanderparkplatz gleich hinter der Fußgänger und Autobrücke. Wir gehen eine längere Strecke über den Fußgänger und Radweg am See entlang. Nach der Eisenbahnbrücke mit den Zuläufen von Ruhr und Lenne wandern wir an der stark befahrenen Eisenbahnlinie entlang und biegen schließlich scharf nach links auf den Waldweg ab. Nun sind wir Fußgänger unter uns .

St. Peter zu Syberg

Auf der Höhe ankommen, befindet sich links die evangelische Kirche St. Peter zu Syberg. Erstmals erwähnt wird das Bauwerk 776. Im Inneren befinden sich Grabplatten aus der Merowinger und Karolinger Zeit. Ein 1000 Jahre altes Taufbecken und drei Chorfenster, sowie Glasarbeiten von Walter Benner sind ebenfalls in der kleinen Kirche, die gerne für Hochzeiten genutzt wird, zu finden. Auf dem kleinen Friedhof rund um die Kirche sieht man 500 Jahre alte Gräber. Man hat einen wunderbaren Blick in das Tal und auf die Höhenzüge. Eine gute Gelegenheit für tolle Bilder.

Haben sie Geld locker?

…. dann sind Sie in der Spielbank Hohensyburg , eine von vier Spielbanken in NRW, am richtigen Ort. Der Architekt Harald Deilmann errichtete die Spielbank 1983 -1985 in der unmittelbaren Nähe der Hohensyburg.

Hohensyburg und Kaiser Wilhelm

Die Hohensyburg war einst eine mittelalterliche Burganlage von 775 n. Chr.  Die sogenannte sächsiche Siggiburg wurde durch Karl den Großen erobert. Noch bis ins 17. Jahrhundert wurde die Burg genutzt, aber  der ständige Verfall ließ sich bereits nicht mehr aufhalten. Heute stehen noch die Grundmauern und Teile der Außenmauern und der Türme. Im Inneren des “Palas” befindet sich ein aus Ruhrsandstein hergestelltes Kriegerdenkmal von Prof. Friedrich Bagdorn.

Der Vincketurm wurde 1857 als Aussichtsturm im neugotischen Baustil  errichtet und hat eine Höhe von 20 Metern.

Kaiser und Kanzler tronen über dem Hengsteysee

Landschaftsprägend ist auch das Kaiser Wilhelm Denkmal, welches wie auch der Vincketurm, bereits aus der Ferne und vom Tal aus zu sehen ist. 1902 wurde es errichtet, mit einem Reiterstandbild des Kaisers und einem Standbild des Reichskanzlers Otto Graf von Bismarck und dem Generalfeldmarschall Graf von Moltke.

Nun geht es wieder bergab ins Tal. Über Serpentinen geht von 235 Meter auf 123 Meter und wer möchte, macht den Ab- und Aufstieg gleich doppelt indem er den zusätzlichen “Syberger Bergbauwanderweg  einbaut. Das bedeutet eine extra Tour von 2 Kilometern. Zu sehen gibt es verschiedene Stollen und Schachtpiepen (Einsturzstollen) sowie gewaltige Steinbrüche. Ansonsten erreichen wir nach kanpp 6 Kilometern Gesamtweg wieder unseren Ausgangspunkt

 

Karte der Wanderung auf Komoot

Der Ruf der Kraniche

Die Flugbegleiter -Heute habe ich bereits früh am PC gesessen. Ich wollte eigentlich meine Webseite einmal wieder auf den neuesten Stand bringen. So stieß ich auf die Seite der “Riff Autoren- die Flugbegleiter”, auf welcher auch der Wissenschafts und Medizinjournalist Marcus Anhäuser zu finden ist. Der studierte Verhaltensbiologe hat damit begonnen Tierstimmen aufzunehmen und als Audio Geschichte zu veröffentlichen.

die tolle Arbeit der Riff Autoren – die Flugbegleiter
 Marcus Anhäuser

Die wunderbare Art des Erzählens und die gekonnte Wiedergabe der Tierstimmen, sowie der Geräusche im Wald, lassen den Hörer regelrecht eintauchen in die Stille und Ruhe des Waldes.

Wer die Augen schließt wird den Wald  riechen können. Der Wind wird spürbar und man hört das Rauschen des Laubes. Bei seiner Beobachtung der Kraniche wird ihm Bewusst, dass der offensichtlich aus zwei aneinandergereihten Tönen bestehende Ruf des Kranichs nicht von einem Vogel ausgeht.

Der erste, tiefere Ton, entstammt der Kehle des Männchen und das Weibchen antwortet unmittelbar mit einem höheren Ton. Auf diese Weise  entsteht der Eindruck, der Ruf bestünde aus zwei aufeinanderfolgenden Tönen eines jeden Kranichs.

…und jetzt empfehle ich sich zurück zu lehnen und einzutauchen in die wunderbare Welt von Marcus Anhäuser :

Das Tröten im Walde