Herbstspaziergang

Herbstspaziergang in der Mülheimer Ruhrau. Es hatte mehrere Tage kräftig geregnet, aber heute strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Der richtige Tag für eine kleine Wanderung durch unser Lieblingsgebiet in der Saarner Aue. Der Regen der vergangenen Tage hat der Natur gut getan. Ein saftiges Grün und die ersten kräftigen Herbstfarben zeichnen die Umgebung aus.

Das Chlorophyll, das dem Blatt entzogen wird, lässt die ersten Blätter rot leuchten. Die Bäume fahren ihre Photosynthese herunter und entziehen den Blättern das Zucker, welches sie benötigen um gegen den nun bald kommenden Winter gewappnet zu sein.

Herbstspaziergang

Bei unserem Herbstspaziergang verharren wir eine Weile auf der Eisvogelbrücke um den Stockenten und den Blässhühnern zuzusehen. Auch ein Nutria sitzt nur wenige Meter entfernt auf einem Ast und kümmert sich um die Fellpflege.

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang – ein prächtiger Admiral

Herbstspaziergang

Als wir unseren Weg fortsetzen sehen wir einen prachtvollen Admiral, der sich auf einem Blatt niederläßt. Als wenn er uns seine ganze Schönheit bewußt präsentieren möchte, breitet er seine seidigen Flügel aus und klappt sie wenig später wieder zusammen. Der Schmetterling gehört als Tagfalter zu den Edelfaltern. Wie man auf dem zweiten Bild sieht sind Ober- und Unterflügel unterschiedlich gezeichnet.

Ursprünglich kam er aus Südeuropa über die Alpen zu uns. Für die Winterquartiere legten die Insekten bis zu 3000 Kilometer zwischen Mitteleuropa und Afrika zurück. Heute verbleiben sie allerdings eher bei uns und nur die nördlichen Admirale ziehen etwas weiter in Richtung Süden.

Herbstspaziergang

Heckenbraunelle und Hornisse

Auf einem Baumstumpf entdecke ich eine Heckenbraunelle die sich von der Sonne wärmen läßt. Aber irgendetwas scheint ihre Ruhe zu stören und da bemerke auch ich die Hornisse, die sich langsam am Stumpf empor hangelt.

Die Braunelle scheint zu überlegen was sie mit der Hornisse machen soll. Als Leckerbissen scheint sie mir eigentlich etwas zu groß. Die Heckenbraunelle frißt in den Sommermonaten Larven, Spinnen, und Käfer, aber so eine Hornisse ? Argwöhnisch wird der Besucher vom Vogel beäugt und schließlich ist ihm der Anblick wohl auch nicht geheuer und er zieht es vor das Weite zu suchen.

Heckenbraunelle
Heckenbraunelle
Herbstspaziergang
Herbstspaziergang

Vorsicht giftig

Auffallend viele Pilze sind nach dem Regen zu sehen. Ich habe in solchen Dingen allerdings keine Erfahrung und kenne mich auch nicht mit Pilzen aus. Welche sind genießbar und welche sind giftig ? Es ist auch gut so, dass ich die Finger davon lasse denn alles was ich hier gesehen habe ist sehr giftig. Der Knollenblätterpilz und der Fliegenpilz gehören ja nicht in den Kochtopf.

Es war wieder einmal eine ergiebige Runde in der Saarner Aue. Immer wieder entdecken wir auf der, etwa eine Stunde währenden Wanderung, neue Dinge die uns begeistern.

Naturwunder

Naturwunder – oder wie ich das Wunder der Natur entdeckte-

Nach einer Scheidung, Alkoholexzessen und einem beruflichen Neustart als Gastwirt, begann mein zweiter Lebensabschnitt nicht gerade hoffnungsvoll. Dennoch sollten die kommenden Jahre zu den schönsten und wichtigsten meines Lebens werden.

Der Zeit als Wirt waren nur wenige Jahre bestimmt, sie reichten aber um die beste Frau der Welt kennen zu lernen und schon bald zu heiraten. Aus den Töchtern waren Ehefrauen und Mütter geworden, die mir die tollsten Enkel bescherten.

Ich hatte mein Interesse an der digitalen Fotografie entdeckt und mir eine Spiegelreflex Kamera zugelegt. Nach einem Canon Workshop in Hellenthal in der Eifel, mit den faszinierenden Greifvögeln, kaufte ich mir ein gutes Teleobjektiv.

Durch eine Umschulung war ich in einem Job als Sicherheitsfachkraft und Betriebssanitäter tätig. Meinen Dienst leistete ich bei einem großen Aluminiumhersteller im Essener Nordwesten.

Bei den Streifenfahrten entdeckte ich den Mäusebussard, der sich mit einem kleinen Kaninchen in den Fängen abmühte. Dann sah ich den Fasan mit seinem Harem, der nach Erfüllung seiner ehelichen Pflichten wieder alleine seines Weges zog.

Der Grünspecht hatte mich tagelang ausgelacht, bis ich ihn entdeckte. Es hatte so lange gedauert, weil ich ihn immer an einem Baum gesucht habe. Damals ahnte ich noch nicht das er sich so gerne von Ameisen ernährt und sich deshalb oft am Boden aufhält.

Auf dem Kamin, in luftiger Höhe, nistete jährlich ein Wanderfalkenpaar. Die Beringung war immer spannend und die Falkner zeigten mir dann auch die Bilder von den jungen Falken.

Naturwunder – Vogelfotografie

Nach diesen Erlebnissen war es eigentlich schon logisch, dass ich mich immer mehr mit der Vogelfotografie befasste. Schließlich wollte ich auch wissen, wen ich da ablichtete und welche Gesänge ich da ständig hörte. Ich besorgte mir also Bestimmungsbücher und andere Lektüren. Auch das Internet war in dem Falle recht hilfreich.

Das Buch „Federnlesen“, wunderbar geschrieben von Johanna Romberg , fördert noch die Begeisterung an der Vogelbeobachtung

Auch wenn ich einmal nicht fotografieren konnte, war es immer aufregend die Vögel zu beobachten und immer besser auch zu erkennen. Dann häuften sich die Berichte über den Niedergang diverser Arten und das Insektensterben. Nun wollte ich auch diese Zusammenhänge kennen. Wodurch kam dieser massive Rückgang bei den Insekten, warum werden immer mehr Vogelarten in die gefährdeten Listen eingetragen?

Unter anderem mit diesen Themen befasst sich Prof. Berthold in seinem Buch „unsere Vögel“.

So erfuhr ich von den verschiedenen Arten der Landwirtschaft. Klar hatte ich auch vorher schon vom biologischen und intensiven Anbau gehört, aber mit welchen Massen und welchen Dimensionen man es bei Pestiziden, Insektiziden, Neonikotinoiden und Massentierhaltung mit riesiger Überdüngung zu tun hat, war mir fremd.

Im Buch von Alexander Schiebel „Das Wunder von Mals“, werden die Folgen des intensiven Obstanbaus in Süd-Tirol drastisch geschildert.

Welche Folgen die Einsätze von Giften auch auf die Vogelwelt hat, beschreibt Rahel Carson in ihrem Buch „Der stumme Frühling.“

Naturwunder und der Mensch

Es wurde mir immer klarer, dass der Mensch ja nur ein Glied im Kreislauf der Natur ist und das er ständig daran arbeitet dieses Glied selbst zu zerstören, im Bewußtsein, damit auch sich selbst zu zerstören. Eine gerissene Kette kann man nicht mehr umhängen.

Kaum zu glauben das es noch immer Menschen gibt, die an den menschgemachten Klimawandel zweifeln. Hemmungslos werden die wichtigsten CO² Speicher vernichtet, wenn es um industrielle Interessen geht. Noch immer beherrschen Lobbyisten die Politik, auch wenn man langsam ein Umdenken wahrzunehmen scheint.

Naturwunder – Baum

Das Lebewesen Baum wird weiterhin nicht geschont wenn es um den Braunkohlebbau geht. Lebewesen? Ja, tatsächlich ist der Baum ein Lebewesen. Zu der Erkenntnis muß man kommen, wenn man das Buch von Peter Wohlleben “ Das geheime Leben der Bäume“ gelesen hat.

Dann sieht man tatsächlich die Bäume laufen, wie man es oft in Fantasyfilmen oder Märchenfilmen vorgeführt bekommt. Wie sie mit wankenden Schritten und wedelnden Armen daher schreiten. Tatsächlich gibt es so etwas wie soziales Verhalten unter den Bäumen. Beim Lesen des Buches werden einem die Zusammenhänge mit den unter der Erde existierenden Wurzeln und Kleinstlebewesen klar.

Das es einen Datenaustausch unter der Erde gibt, den Wissenschaftler tatsächlich bereits als „Wood Wide Web“ bezeichnen, setzt dem die Krönung auf.

Die Natur, unsere Erde ist ein einzigartiges Wunder. Dieses Wunder müssen wir für unsere Nachkommen erhalten, das sollte unser wichtigstes Ziel sein.

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Grünspecht – Picus viridis

Grünspecht – Ich bin einmal wieder im Werk unterwegs. Den Wagen habe ich abgestellt. linker Hand ist eine größere Wiesenfläche mit einem Bestand an Laubbäumen. Hinter den Bäumen fließt die Berne.

Noch ist die Renaturisierung dieses ehemaligen Baches nicht abgeschlossen. In ein paar Jahren wird aber auch dieser „Abwasserkanal“, wie die Emscher in die er mündet, sauber sein. Die Bäche die in die Emscher münden und die Emscher selbst beheimaten zum Teil bereits wieder Fische und sogar die seltene Emschergroppe ist wieder heimisch geworden.

Grünspecht

Mit diesen Gedanken beschäftigt, höre ich dann plötzlich dieses „Lachen“. Klar, es ist ein Vogel, aber was für einer? Sehen kann ich ihn nicht und wieder ertönt dieses Gelächter. Natürlich muß ich am Abend zu Hause nachsehen, um welchen Vogel es sich wohl handelt und schnell komme ich auf den Grünspecht. Nun wird auch klar warum ich ihn nicht gesehen habe. Ich habe ja krampfhaft die Bäume nach einem Vogel abgesucht, den ich nicht kenne. Nun erfahre ich das er sich hauptsächlich am Boden aufhält, um seine Lieblingsspeise, die Ameisen zu finden.

Mit seiner langen, klebrigen Zunge, die an der Spitze so etwas wie einen kleinen Widerhaken hat und dreimal so lang ist, wie sein Schnabel, dringt er tief in den Ameisenhaufen ein, nachdem er mit dem spitzen Schnabel das Nest aufgehackt hat.

In den nächsten Tagen mache ich mich immer wieder auf die Suche nach dem Specht. Tatsächlich sehe ich ihn dann auch ab und zu auf der großen Wiese. Eine Aufnahme will mir aber einfach nicht gelungen. Kaum habe ich ihn mit der Kamera im Visier, ist er auch schon wieder verschwunden und ich höre nur noch wie er mich auslacht.

Dieses „Lachen“ hat ihm auch den Beinamen „Lachender Specht“, „Lachender Hans“ und in einem Buch den Namen „Herr Lachmann“ eingebracht. Das Buch mit dem Titel : „Herr Lachmann liebt Ameisen – von Klaus Ruge“ – und mit Illustrationen von Christopher Schmidt, kann über den NABU oder über Amazon bezogen werden.

Wegen seiner schwarzen Gesichtsmaske, die bis an den Schnabelansatz reicht, wird er auch „Zorro“ genannt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur minimal. Nur der Wangenfleck ist beim männlichen Vogel rot mit einer schwarzen Umrandung. Beim Weibchen ist dieser komplett schwarz. Der Oberkopf ist bis in den Nacken rot gefärbt.

Ich muß mir also etwas einfallen lassen um einmal ein Bild von diesem faszinierenden Geschöpf „schießen“ zu können. Deshalb greife ich auf den alten Trick mit dem Auto zurück. Vögel scheinen ja offensichtlich einen Menschen im Auto nicht zu registrieren und so kann man aus dem Wagen heraus gute Aufnahmen machen.

Ich benutze dafür das günstig zu erwerbende Autoscheibenstativ und tatsächlich kriege ich meinen Grünspecht so gut ins Bild, dass ich später sogar seine Jungen fotografieren kann. Irgendwann sind wir fasst so etwas wie Freunde geworden und ich finde ihn sogar am Baum, auch wenn meine Arbeitskollegen mich bereits selbst als Grünspecht bezeichnen.

Grünspecht


Grünspecht – der Lebensraum

Früher war der Grünspecht eigentlich nur im ländlichen Raum zu finden. Obstwiesen, halboffene Waldlandschaften mit Lichtungen und Weiden auf denen das Vieh graste, waren seine bevorzugten Lebensräume. Die Zahl der Obstwiesen ist aber stark rückläufig und die intensive Landwirtschaft hat vieles von seiner Lebensqualität genommen und so ist er jetzt auch in den Parks und auf Friedhöfen in den städtischen Bereichen zu finden.

In den Wintermonaten befaßt er sich mit der roten Waldameise, die er in den Sommermonaten verschmäht. Die rote Waldameise baut ihre Unterkünfte auf alten Baumstümpfen und man erkennt sie an den leicht an den gesammelten Tannennadeln und dem Moos.

Von einem nahegelegenen Wetzbaum aus sichert der Grünspecht zunächst die Umgebung, um nicht von einem Habicht oder Sperber überrascht zu werden. Schließlich begibt er sich in den Ameisenbau, wo er bis zu einer halben Stunde bleibt.

Den Wetzbaum erkennt man an der abgehackten Rinde. Der Specht hackt Löcher in die Runde um mit seiner langen Zunge an die unter der Rinde lebenden Larven zu gelangen. Am Boden des Wetzbaumes findet man häufig auch im Kot der Vögel die unverdaubaren Teile der Ameisen, wie die Panzer und die Köpfe.

Grünspechte sind eingefleischte Europäer. 90 Prozent der Vögel leben in Europa. Im Jahr 2014 wurde er zum Vogel des Jahres gewählt. In Deutschland leben etwa 40.000 Brutpaaare. Zwischen April und Mai brütet das Weibchen bis zu acht Eier aus. Die Jungen schlüpfen nach etwas über zwei Wochen. Nach vier Wochen fliegen die Jungen das erste Mal aus. International ist der Grünspecht geschützt.

Im Volksmund gibt es einige Verse und Gedichte über den beliebten Specht. So lautet das Lied der Spechte :


Los, ihr bunten Zimmerleute,
lasst uns hämmern, hier und heute!
Frisch ans Werk und wetzt den Schnabel!
Ja, das klingt schon ganz passabel.
Ist das Trommeln mal verklungen,
dann hol’n sich unsre Kleber-Zungen
ne fette Larve aus den Ritzen,
mal sehn, was wir hier noch stibitzen

Oh, alter Baum, du bist für uns das schönste Xylophon,
auf dem wir schlemmen, musizieren, in dem wir gerne wohnen

Holz, das ist der Stoff der Stoffe,
der geht hier nie aus, wie ich hoffe.
Was wir hier aus den Stämmen schälen,
das sind die flauschigsten der Höhlen.
Hieb um Hieb entstehen Räume,
von denen Kauz und Schläfer träumen.
Doch habt Geduld bis wir entflogen,
mit Kind und Kegel ausgezogen

Um unsern leeren Unterschlupf, da reißt sich alle Welt,
Hornisse, Taube, Fledermaus, die haben schon bestellt.

Wir trommeln wieder, wir zimmern wieder,
dass die Späne fliegen.
Wir pochen wieder, wir hämmern wieder –
das ist es, was wir lieben.

Wir lieben das Holz, den Stamm und die Rinde.
Ein Genuss, wie das klingt
wenn wir hämmern geschwinde.
Der Schwarzspecht, der pocht, der Grauspecht, der hackt.
He, Grünspecht, pass auf, du kommst aus dem Takt!


Jörg Klingelhöfer

Weihnachtsbaum, voll Gift sind deine Blätter…

Weihnachtsbaum – wer seine Schwiegermutter loswerden will, kauft ihr zu Weihnachten einen Tannenbaum – aus einem Baumarkt in Gmünden. 

Was sich wie der Beginn eines Kriminalromanes liest, lässt erahnen das mit dem Baum etwas nicht stimmt.  Von 17 getesteten Weihnachtsbäumen hat der NaBu in und auf den Nadeln von 13 Tannen Pestizide festgestellt.

In  Gmünden befand sich an einem Baum sogar das Gift Parathion-Ethyl, auch bekannt als E 605, das im Volksmund den Beinamen „Schwiegermuttergift“ erhielt. Mit dem Gift begingen viele Menschen Suizid, oder nutzten es für einen Mordanschlag. E 605 ist seit 15 Jahren innerhalb der EU verboten.

Weihnachtsbaum – 76 Prozent mit Pestiziden belastet

Die Tester entnahmen 17 Proben aus Bäumen der verschiedensten Regionen in Deutschland. Tannen aus Plantagen, Baumärkten, Gartencentern und dem Straßenverkehr wurden untersucht.

Bei 76 Prozent, 13 von 17,  der mit Pestiziden belasteten Bäume wurden neun verschiedene Gifte gefunden. Fünf der nachgewiesenen Pestizide gelten als besonders schädliche Mittel Bei der Hälfte fand man gleich zwei Wirkstoffe je Baum, bei einem sogar drei.

Das schädlichste, in der EU zugelassene Pestizid, Lambda – Cyhalothrin , wurde an neun der getesteten Bäumen gefunden. Dieses Gift wird auf Plantagen als Insektengift genutzt.

Wer sicher gehen will, einen von Herbiziden (Unkrautvernichtung), Insektiziden (Insektengift) oder Fungiziden (Pilze,Sporn)  unbelasteten Baum für den Gabentisch zu schmücken, muß etwas tiefer in die Tasche greifen und einen Bio – Tannenbaum kaufen.

Es ist bisher nicht nachgewiesen ob die  Gifte an den Bäumen in den warmen Räumen eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Allerdings kommt es bereits durch die Behandlung der Tannen mit Pestiziden in der Forst- und Baumwirtschaft zur Verunreinigung des Bodens und des Grundwassers.

Einen unbehandelten Bio-Baum erkennt man am Siegel der Öko Anbauverbände Bioland, Naturland, oder Demeter. Auch die Bäume aus FSC- zertifizierten Wäldern sind ohne Gifte.

Weihnachtsbaum mit Ballen ?

Oft empfehlen Weihnachtsbaum Verkäufer einen Baum mit Ballen zu kaufen, weil man damit die Umwelt geschont und der Baum wieder eingepflanzt werden kann. Allerdings gelingt die Wiedereinpflanzung nur sehr selten. Der Ballen muß groß genug sein. Der Baum muß langsam an die Umgebung gewöhnt werden.

Der Übergang aus der Kälte in die warme Wohnung hat langsam zu erfolgen, Genauso ist es dann später wenn er wieder gepflanzt werden soll. Die Energie des Baumes ist vor dem Ausnehmen bereits heruntergefahren worden. Kommt er nun abrupt in einen beheizten Raum, ist es für ihn ein Schock. Umgekehrt ist es das Gleiche. 

Übrigens möchte ich mit diesem Artikel niemandem die Freude am Weihnachtsfest nehmen. Auch ich habe Spaß an einem schönen geschmückten Tannenbaum an den Weihnachtstagen und deshalb wünsche ich auch allen Lesern ein frohes Fest und ein gesundes neues Jahr 2019.

mit dem schönen Weihnachtslied :


Oh, Tannenbaum, oh Tannenbaum,     voll Gift sind deine Blätter.                du strahlst nicht nur zur Sommerzeit,  nein auch im Winter, wenn es schneit,

Oh, Tannenbaum, oh Tannenbaum,      voll Gift sind deine Blätter.                                                                                          

mein Freund der Baum

Baum – um ihn ranken sich Sagen, Mythen und Geschichten. Ein Symbol der Stärke, des Schutzes und  Teil religiöser Deutungen. Vielfach besungen, wie in dem Lied von Alexandra, dessen Titel die Überschrift trägt. Oft ist er der Begleiter eines Lebens. Gepflanzt anlässlich der Geburt eines Kindes, sieht man beide gemeinsam aufwachsen.

Auch wenn er stoisch, ruhig an seinem Platze steht und nur der Wind die Baumwipfel bewegt, ist der Baum im Inneren sehr aktiv. Jetzt, zu der kalten Jahreszeit ist er dabei seinen Lebenssaft zu verdicken. Er fährt seine Energie stark herunter. Das Wachstum wird gestoppt, um sich vor der zu erwartenden Kälte zu schützen. 

Die Rinde , die er jährlich erneuert schützt ihn vor Fressfeinden und anderen äußeren Einflüssen.  Gleich unter der Rinde befindet sich eine Schicht aus feinsten Fasern, der Bast. Dieser führt im Wasser enthaltene Nährstoffe, die er vom Wipfel aus bis in die Wurzel an den Baum abgibt.

Aus dem Bast wurden in früheren Zeiten Seile und Körbe angefertigt. Unter dem Bast folgt eine Schicht die man „Kambium“ nennt. Dies ist die Ebene welche die Stärke, die Dicke des Stammes ausmacht. Jeder kennt die Jahresringe eines Baumes. Das ist die Schicht Kambium.

Auf das Kambium folgt dann das Splintholz, das junge Holz eines Baumes. Es führt dem Baum von der Wurzel bis in die Baumkrone  Wasser, Salz und Zucker zu.. Erst danach folgt der eigentliche Stamm, der ihn statisch fest hält. Er ist der harte Kern des Baumes, das eigentliche „Holz“.

Das Kernholz stärkt den Baum und besteht aus besonders festem Stoff. Die schützende Rinde mit den darunter liegenden „Versorgungsteilen“ bilden also die Grundlage für einen gesunden, kräftigen Baum.

Der Baum – die große Pflanze

Einen kranken Baum erkennt man an austretendem Harz, Wasser oder Saft. Auch extreme Risse oder Wunden in der Rinde und starker Pilzbewuchs sind Anzeichen für eine Erkrankung. 

Der Baum ist eine Pflanze mit einem hölzernen Stamm . Der größte seiner Art ist der Mammutbaum. In Kalifornien wurde der größte mit einer Höhe von 120 Metern gemessen. Die maximale Größe die ein Baum erreichen kann errechneten Wissenschaftler mit 150 Metern, darüber hinaus kann er sich nicht mehr selbst versorgen.

Bei den Blüten unterscheidet man zwischen männlichen und weiblichen Bäumen. Sitzen die Blüten beider Geschlechter auf einem Baum, spricht man von „einhäusigen“ Blüten. Das ist zum Beispiel bei der Eiche, der Birke, der Erle der Rot-Buche und dem Nussbaum der Fall.

Befinden sich die Blüten auf verschiedenen Bäumen, reden wir von „zweihäusigen“ Blüten. Die Weide, die Pappel und der Gingko fallen in  diese Kategorie.

Schonen wir unser Bäume in den Wintermonaten. Streusalz das die Bäume erreicht  werden durch Chloride im Spritzwasser an ihren Wurzeln stark geschädigt. Zellen des Baumes sterben ab. Nährstoffe im Boden die für den Baum wichtig sind werden durch die Salze zerstört.

Achten wir darauf in der Nähe von Bäumen möglichst kein Salz zu streuen. Alternativen gibt es ja . Die große Pflanze sollte es uns wert sein.

Es ist immer wieder erstaunlich auf welche Wunder der Natur man trifft, wenn man sich näher mit ihr befasst.

Kohlenstoffspeicher

Kohlenstoffspeicher – Kohlenstoff ist in fossilen Brennstoffen gebunden, verbrennt man diese wird  CO2 freigegeben und gelangt in die Atmösphäre. Es entsteht ein Ungleichgewicht an CO2 , welches schließlich zur Erderwärmung führt.

Es ist also wichtig Kohlenstoffspeicher  zu haben. Diese werden aber leider sehr oft, um nicht zu sagen zu oft, vom Menschen zerstört. Moore, die zu den besten Speichern gehören werden trocken gelegt und Wälder vernichtet.

Die Bundeswehr läßt Raketenübungen im ausgetrockneten Moor stattfinden und setzt so das Moor in Brand. In einer Zeit wo überall vor der Brandgefahr in diesem heissen Sommer gewarnt wurde. Ein immenser Schaden entsteht durch Gedankenlosigkeit.

Zur Zeit findet mit der vorgesehenen Rodung des Restbestandes vom Hambacher Forst gerade ein Paradoxum statt. Der Wald mit seinen uralten Bäumen ein idealer Kohlenstoffspeicher, wird vernichtet, um dem schlimmsten Klimagefährder, dem Braunkohlekraftwerk zur Rohstoffgewinnung Platz zu bereiten.

Ich bin davon überzeugt, dass mit etwas guten Willen seitens des RWE Konzerns die 200 Hektar Wald bestehen bleiben könnten. Das Gebiet des Braunkohle-Tageabbaus ist so groß, dass der Wald umgangen werden könnte. Zumal die Zeit für den Kohleabbau abläuft und ein hoffentlich baldiges Ende abzusehen ist. 

Der Baum – Klimaschützer

Der Baum speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Alte Wälder speichern mehr CO2 als junge Wälder. Die Speicherkapazität eines Baumes hängt von der Holzdichte ab. Eine 35 Meter hohe Buche mit dem gleichen Umfang und der gleichen Höhe wie eine Fichte, speichert knapp 1 Tonne CO2 im Jahr mehr als die Fichte.

1 Hektar Wald (1 Hektar = 0,01 km² ) speichert im Jahr etwa 13 Tonnen Kohlenstoff. Bei den geplanten Rodungen von 100 Hektar Hambacher Forst gehen also etwa 1300  Tonnen Speicherplatz verloren.

Der Klimawandel – Folgen für den Kohlenstoffspeicher 

Bäume und Moore sind für den Erhalt des Klimas überaus wichtig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wie wir es in diesem Sommer deutlich vor Augen geführt bekommen haben.  Die Folgen des Klimawandels belasten auch die Bäume in besonderem Maße. Schädigungen entstehen durch Trockenheit, Dürreperioden, Waldbrände und durch invasive Käfer, die durch die Erwärmung neue Gebiete erobern und Krankheiten einführen, auf die die heimischen Bäume nicht vorbereitet sind.

Hohe, alte Bäume haben die höchste Speicherkapazität für CO2 , sind aber der aufkommenden großen Sonneneinwirkung schutzlos ausgeliefert. Die Laubkronen überragen alle anderen Bäume und die Trockenheit zwingt den Baum dazu mehr Energie für das Pumpen von Nässe in die Blätter aufzubringen. Heftigere Stürme, durch den Klimawandel entstanden, belasten ihn zusätzlich. Sein Speicher wird geringer. Das Laub fällt ab und die kleineren Bäume, die vorher von seinem Schatten profitierten, werden ebenfalls der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt. 

Wir müssen endlich aufhören, die von der Natur gegebenen Ressourcen zu vernichten und nach wirksamen Alternativen suchen, beziehungsweise diese zu nutzen. Es muß auch darüber nachgedacht sich den neuen Klimaverhältnissen anzupassen. Dazu gehört auch die Anpflanzung neuer Baumarten in Erwägung zu ziehen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger Energie zu verbrauchen um so noch schneller von dem schmutzigsten aller Energieträger Abschied nehmen zu können. Noch ist die Braunkohle mit einem Drittel an der Energieversorgung beteiligt.