wo sind die Insekten ?

Im letzten Jahr hatten wir nur etwa die Hälfte Blühfläche im Garten. Nun haben wir in diesem Jahr aufgestockt um die Insekten zu unterstützen. Wildblumen und heimische Pflanzen lassen den kleinen Garten erblühen. Aber wo bleiben die Insekten?

Insekten

Einige Hummeln und ein paar Schwebfliegen sind ja zu sehen, aber im Vergleich zum letzten Jahr sind es viel, viel weniger. Auch an den beiden Insektenhotels im Garten tut sich sehr wenig. Hat man früher auf der Terrasse Kaffee getrunken und etwas Kuchen gegessen, wurde man umschwirrt, da kam es vor das man sich dann lieber wieder in die Wohnung zurückgezogen hat. Alles nicht mehr notwendig. Außer zwei , drei Kohlweißlinge ist auch nur selten einmal ein Schmetterling zu sehen.

An den Pflanzen die aus den Wildwiesen Saatmischungen des NABU und der Sielmann Stiftung entstanden sind, sehe ich ab und an ein bis zwei Hummeln nach Nektar suchen. Aber ich denke es sind viel zu wenige.

Insekt

Kann die extreme Wärme mit der Trockenheit im Juni damit zu tun haben? Ist es der Klimawandel? Eigentlich hatten wir hier in der Stadt, einem Vorort von Essen, noch immer mehr Insekten als auf dem Land. Auch die Vogelarten aus dem Frühjahr waren beständig. Die Bestände der Rotkehlchen und der Heckenbraunelle, sowie der Kohl- und Blaumeise kamen mir sogar höher vor als im letzten Jahr. Insofern hatte ich auch Hoffnung das die Zahl der Insekten steigen würde, aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Hier scheint es drastisch nach Unten zu gehen. Wie sind die Erfahrungen der Leser? Würde mich interessieren, ob es nur hier so ist.

30 Millionnen Tote – China und der Feldsperling –

China – was passiert wenn die Welt ohne Vögel ist, zeigt ein Geschehen im kommunistischen China zur Zeit von Mao Zedong . Dieserwollte mit seiner Politik „der große Sprung“ den Anschluß an die großen Wirtschaftsnationen schaffen. Er ließ im ganzen Land kleine Stahlwerke erbauen und wollte mit Großbritannien, das damals der führende Stahlhersteller war, gleichziehen. Die Landwirtschaft sollte mehr produzieren und für große Gewinne sorgen. Um das zu erreichen wollte er die vier „Plagen“ der Landwirtschaft beseitigen lassen. Das waren Mücken, Ratten, Fliegen und der Feldsperling, die er als Gegner einer guten Produktion ansah. In einer gewaltigen Aktion rief er 1958 die Chinesen zur „Großen Spatzenkampagne“ auf um für eine landwirtschaftliche Produktionssteigerung zu kommen.

Die Tötung der Sperlinge in China

Kinder kletterten auf Bäume um die Nester der Spatzen zu zerstören. Millionen Chinesen standen auf Straßen und in Dörfern und nutzten Tröten und Trommeln um die Vögel daran zu hindern sich zu setzen. Das ging über Stunden und die erschöpften Vögel fielen tot vom Himmel, Tiere die nicht gleichder Erschöpfung erlagen wurden erschlagen. So erging es natürlich nicht nur dem „Erzfeind Feldspatz“. China war binnen weniger Tage Vogelfrei. Zwei Millionen Vögel, 100.000 Tonnen Fliegen und 11.000 Tonnen Mücken wurden vernichtet.

Ergebnis einer verheerenden Politik

Die Folgen der Populations Zerstörung wurden bald deutlich. Die natürliche Vernichtung von Insekten war nicht mehr gegeben, bereits 1960 mussten anstelle der Sperlinge Bettwanzen vernichtet werden.  Heuschrecken vielen über die Ernte her. Felder erbrachten keine Ernte und eine der größten Hungersnöte der Geschichte begann.

30 Millionen Chinesen verhungerten infolge der Vernichtung der Vögel. Andere Schätzungen gehen sogar von einer weit größeren Todesrate aus. Erst nach dem Tode Maos gaben die Regierenden zu das der Sperling ein nützlicher Vogel ist und man begann aus der ganzen Welt Vögel zu importieren. Noch Heute sind die Folgen der Vernichtung in China wahrzunehmen. Der Sperlingsbestand hat sich noch nicht wieder erholt.