Dorngrasmücke

Dorngrasmücke, mit wissenschaftlichem Namen Sylvia communis , ist ein kleiner Vogel aus der Gruppe der Grasmücken. Meistens sitzt er auf der Spitze von Hecken oder Büschen wo er seinen recht kurzen, heiseren Gesang ertönen läßt.

Dorngrasmücke

Der Bestand der Dorngrasmücke ist nicht gefährdet, obwohl es in den 60´er Jahren, 1968/69, zu starken Verlusten durch die Trockenheit und Dürre in dem afrikanischen Winterquartier, der Sahel Zone gekommen ist. In Gebieten in denen das Habitat zerstört wird, nehmen die Bestände ab. In Gebieten mit optimalen Voraussetzungen, bleibt der Bestand konstant, oder steigt sogar leicht an.

Nur selten ist der Vogel auch in Gärten zu finden. Es sei denn, der Garten ist verwildert und es gibt genügen Deckung für den Vogel. Er benötigt für den Nestbau dornige Hecken, Büsche oder Disteln. Selbst Brombeerbüsche sind beliebt. Das Nest wird dann nah am Boden gebaut. Der Rückgang dieser Nistmöglichkeiten durch die intensive Landwirtschaft ist für den kleinen Vogel natürlich erschwerend.

Weil der Kuckuck sich das Nest der Dorngrasmücke oft als Ziel aussucht, wird der Vogel in älteren Dokumenten auch als “Kuckucksammer” bezeichnet.

In England heißt er “whitethroat”, was auf seine weiße Kehle hinweist. Auffallend auch die graue Kopfkappe, die beim Weibchen allerdings graubraun ist. Unterschiede sind auch in der Farbe der Iris zu erkennen. Das Männchen hat eine rote, das Weibchen eine braune Iris. Wenn er nicht auf der Spitze eines Busches thront, hüpft er innerhalb der Hecke umher.

Bei der Balz fliegt das Männchen einige Meter in die Höhe um dann in einem Bogenflug mit augefächertem Schwanz in Richtung des Weibchens hinab zu stürzen.

Ein Umdenken in der Nutzung der Agrarlandschaften mit Hecken- und Buschsäumen , mit Feldrainen, käme auch der Dorngrasmücke zu Gute.

Dorngrasmücke

ein Plädoyer für die Hecke

– die natürliche Mauer für Flora und Fauna

– die Hecke

Hecke  – ” Heck” – in der Bedeutung der Silbe stecken die Worte “schützen” – “behüten”. Diese Werte  waren in früheren Zeiten den Menschen bewußter, als es heute der Fall ist.

Sie war Lieferant für Holz, Beeren und Laub, ganze Dorfgemeinschaften profitierten von den Hecken. Sie war der natürliche Zaun für das Vieh und diente und dient auch noch heute unzähligen Arten der Flora und Fauna als Heimstätte.

Etwa 600 Pflanzenarten und mehr als 1000 Tierarten vom Säuger über Insekten und Amphibien bis zu den Singvögeln beherbergen die Hecken. Sie sind Sammelpunkt der verschiedensten Tierarten auf dem Weg von einem Biotop zum anderen, wenn man die Hecken als Verbindungen zwischen Waldrändern , Feldern , Moorgebieten bestehen läßt. Fuchs und Reh nutzen den Schutz der Hecke.

Hecke als Klimaberater

Im Sommer bietet sie im Inneren Abkühlung, im Winter gibt sie Wärme ab. Die Artenvielfalt kann durch die Hecken auch in den Orten und Städten unterstützt werden. Leider aber ist man immer mehr davon abgekommen in den Vorgärten Hecken als natürliche Abgrenzungen wachsen zu lassen.

Heute bilden vielfach Steinwüsten und Steinmauern, mit möglichst vielen Bewachungskameras, das optische Bild der Vorgärten. Die Hecke sucht man deshalb meist vergeblich und mit ihr auch den Sperling, der früher überall zu sehen war. Wer jemals bewußt durch einen Laubengang geht und die vielfachen Geräusche und Düfte auf sich wirken läßt wird eine Vielfalt erleben, die er zwar hört aber kaum zu sehen vermag.