Jubiläum

Jubiläum – wenn auch nur eine kleines, feiert der Fototreff Essen in diesem Jahr. Fünf Jahre sind seit der Gründung (2014) in der Gaststätte Altenau, in der Siedlung Margarethenhöhe in Essen, vergangen.

Wegen der Nähe zur Margarethenhöhe lautete der Name des Treffs zunächst Fototreff- Margarethenhöhe.

Martin Petig und Ulrich Klös hatten damals die Idee einen Treff ins Leben zu rufen um sich mit anderen Fotofreunden auszutauschen. Zu den Teilnehmern der ersten Stunden gehörte auch Jochen Mohr, der noch immer aktiv bei den Treffen dabei ist.

In einem Nebenraum der Altenau konnten wir mit zunächst fünf Personen beginnen. Da einige Fotofreunde bereits eine gute Grundausstattung hatten, wurde zunächst unter Anleitung von Oliver Imhof, der bereits Erfahrung auf dem Gebiet hatte, mit der Porträt – Fotografie begonnen. Martin und Oliver sind leider heute aus persönlichen Gründen nicht mehr bei den Treffen dabei.

Jubiläum
Foto: Ulrich Kloes

Gäste aus der Gaststätte hatten sich als „Opfer“ zur Verfügung gestellt. Es wurde vereinbart sich einmal im Monat zu treffen. Heute finden die Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat statt.

Es folgten Workshops und gemeinsame Fototouren innerhalb des Ruhrgebiets. So zum Innenhafen Duisburg, Medienhafen Düsseldorf, Schmetterlingshaus Hamm, illuminierte Dechenhöhle und natürlich zu den Industriekulissen im Revier. Hier alles aufzuzählen würde zuviel.

Jubiläum
OLYMPUS DIGITAL CAMERA – Thema Stühle – Jochen Mohr

Nach zwei Jahren mußten wir uns eine neue Bleibe suchen, da das Lokal geschlossen wurde. Wir fanden im „Forsthaus“ in Essen Rellinghausen die Hilfe die wir benötigten. Der Wirt Wolfgang Kewer gestattete uns den Saal der Gaststätte zu nutzen.

Der Treff hatte im Laufe der Zeit auch Kontakt mit anderen Fotoclubs, so aus Esslingen. Den Mitgliedern konnten wir während ihres drei Tage Aufenthalts die schönen Seiten von Essen zeigen. Außerdem stellte sich bei einem Treffen der AV-Kreis Essen vor. Diese Gruppe erstellt Digitalpräsentationen und wir konnten uns in Wort und Bild von der guten Leistung überzeugen. Der AV Kreis Essen bietet auch Workshops zur Dramaturgie und Gestaltung an.

Eine Buchlesung von Klaus Hell, einem Essener Krimiautor, im September 2016, brachte uns auf die Idee Bilder nach dem Inhalt des Romans zu erstellen, die dann während der Lesung gezeigt wurden.

Im Forsthaus – Saal fand dann im April 2017 die erste Ausstellung statt. Die Bilder blieben dann auf Wunsch des Wirtes noch länger im Saal und der Gaststätte hängen.

Jubiläum
Ausstellung

Jubiläum im neuen Standort

Anfang 2018 wechselte dann auch im Forsthaus der Inhaber und schließlich konnten wir durch die Vermittlung von Thomas Heuting unseren jetzigen Treffpunkt im Kunsthaus Rellinghausen nutzen. Damit haben wir nun wirklich einen Glücksgriff gemacht.

Jubiläum
der neue „Stützpunkt“ im Kunsthaus Rellinghausen

De Teilnehmerzahl des Treffs, der sich nach dem Wegzug aus der Altenau nun Fototreff Essen nennt, stieg stetig und heute zählen wir bei den Treffen zwischen zehn und fünfzehn Teilnehmer. Gemeldet sind knapp dreißig Personen, die auch per Mail oder WhatssApp über den Treff informiert werden.

Während des „kleinen Jubiläum“ findet am 16. November 2019 ab 14:00 Uhr eine Präsentation der Fotografen in Form einer Diashow im Black Box Raum des Kunsthauses statt. Anlaß ist allerdings nicht unser Jubiläum, sondern das Kulturwochenende im Bezirk II vom 15. – 17.11.2019

Honigbiene vs. Wildbiene

Honigbiene und Wildbiene – wobei die Honigbiene offensichtlich mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. Die Appelle zur „Rettung der Bienen“ ist wohl nicht überall richtig verstanden worden.

Es geht bei dem Appell nämlich nicht um mehr Honigbienen, sondern um die Rettung der Wildbiene. Wie die WAZ in ihrer heutigen Ausgabe (17.07.19) berichtet, stieg die Zahl der Honigbienen in der Zeit von Anfang 2017 bis November 2018, im gleichen Verhältnis zu der steigenden Zahl der Hobby Imker von 150 auf 402, enorm an.

Gab es in Essen Anfang 2017 noch 1803 Völker, gibt es Ende November 2018 bereits 2539 Honigbienen Völker. Geht man davon aus das ein einziges Volk aus 35000 bis 40000 Individien besteht, beherbergen wir in Essen über 87 Millionen Honigbienen.

Honigbiene

So könnte man auf den Gedanken kommen, dass diese enorme Anzahl an Honigbienen eine zusätzliche Gefahr für die gefährdete Wildbiene sein könnte, indem sie der Wildbiene den Nektar streitig macht. Wilhelm Deitermann vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) sieht diese Gefahr allerdings nicht, weil nach seiner Meinung genügend Trachtpflanzen vorhanden sind.

48 Prozent der Wildbienenarten sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. In NRW sind von 364 Arten bereits 45 ausgestorben.

Der Vorsitzende des Kreis Imkerverbandes , Werner Küching fordert deshalb auch dazu auf, mehr Bäume zu pflanzen :„Wilde Bienen brauchen Bäume, auch hundert Insektenhotels ersetzen keinen gefällten Baum !“

Zum Rettungsappel für die Wildbiene und dem daraus entstanden Zuwachs bei der Honigbiene sagt Werner Küching :“ Mit Honigbienen erhält man ebenso wenig die Insektenvielfalt, wie man mit Hühnern nicht die Vogelwelt rettet !“

Stadt Essen – die grüne Metropole erleben

Stadt Essen – die grüne Stadt erleben. Bevor wir loslegen sollte der verehrte Leser wissen, dass  wir „Ruhris“ eine besondere Spezies Mensch sind. Da wir uns bei der ersten Begegnung ja noch nicht kennen, beginnen wir das Gespräch miteinander indem wir noch „Sie“ zueinander sagen. Allerdings dauert das  in der Regel nicht lange und es geht in etwa so weiter. „ Hömma, pass ma auf, jetz sach ich dir ma wat!“ …. Und schon sind wir beim vertraulichen „Du“ angelangt. Deshalb setze ich den Text auch mit der uns so lieb gewonnen Anrede in der „Du-Form“ fort.

Mehr Fotografien aus der Stadt Essen und dem Ruhrgebiet gibt es übrigens unter dem folgenden Link . “ Hier klicken „

Der Eingeborene in Essen der grünen Stadt

Wenn du in Essen einem „Eingeborenen“ – also Einheimischen, begegnen möchtest, wirst du ihn in der Innenstadt auf einer der beiden Einkaufsstraßen –  Kettwiger Straße oder Limbecker Straße oder in der Rathaus Galerie oder dem Shoppingtempel  Limbecker- Platz, kaum finden.

Der Essener lebt in seiner Siedlung, seinem Vorort. Hier fühlt er sich wohl geht zu seinem Gesangverein, Kegelklub, Tauben – oder Schützenverein, oder in seine Stammkneipe.

Zum Beispiel in meinem Fall in die „alte Schmiede Bredeney“ , oder ins Stammhaus Kaldenhoff. Da  gilt dann für ihn der Satz: “ Essen – die grüne Stadt erleben. Nun sind wir bereits an dem Ort, wo wir uns gut kennen lernen können. 

Du darfst nur nicht eingeschnappt sein, wenn die Begrüssung etwas ungewohnt ausfällt, etwa so: “ Tach, wat willsse?  – Tach wat krisse?“  – das heißt nichts anderes als  – herzlich willkommen, was darf es denn für ein Getränk sein? Wenn du dann sagst : „Hallo, ich nimm dann ma en leckeret Stauder Pilsken !“ , dann hast du gewonnen und bist voll integriert. 

Kopfschmerzen ?

Es ist höchst wahrscheinlich , dass der Tag für dich gelaufen ist und du von der Stadt nicht mehr viel siehst. Dafür wachst du am nächsten Morgen wohl mit etwas Kopfschmerzen auf und die Essener wissen wer du bist, wo du herkommst und wie deine Frau und deine Kinder heissen. Nach einer Aspirin können wir uns aber daran machen unsere schöne Stadt kennen zu lernen.

unsere Ruhr –   die grüne Stadt Essen erleben

Wegen des gestrigen Tages ist heute frische Luft angesagt und das Auto bleibt vor der Tür, wer weiß schon ob der „Pegel“ seinen niedrigsten Stand bereits wieder erreicht hat.

Also auf geht`s , Stadt Essen – die grüne Stadt erleben, geht am Besten mit der Ruhrbahn und so erreichen wir auch  –Kettwig. Wir  bummeln durch die Gassen mit den schönen Fachwerkhäusern. Hier glaubst du  im tiefsten Bergischen Land, oder im Sauerland zu sein, dennoch befinden wir uns mitten im Ruhrgebiet.  Du wirst es bald sehen können, denn wir wandern durch das Ruhrtal in Richtung Essen-Werden. 

Am Restaurant Kattenturm mit dem Minigolfplatz erfrischen wir uns mit einem kühlen Glas kaltem Wasser – vom Bier hatten wir ja gestern genug. Nach knapp sieben Kilometern erreichen wir  Essen Werden, mit der Abteikirche und der schönen kleinen Altstadt. Wir gehen am Wasser entlang, genießen die frische Luft , lassen die Brehm Insel hinter uns und gelangen ans Stauwehr und somit zum Baldeneysee.

Das „Einfamilienhaus“ und der See 

Der Baldeneysee ist der größte der sechs Ruhrstauseen. Umgeben von den Ruhrhöhen sehen wir oberhalb der Regattastrecke die Villa Hügel, auf der anderen Seite liegt etwas entfernt  Haus Scheppen, das ehemalige Lehnsgut der Äbtissinnen und der Abtei Werden. Wenn wir nun zur Erholung der müden Füße mit einem der Ausflugsschiffe derweißen Flotte eine Rundfahrt über den See machen, kommen wir am „Seaside Beach vorbei, der einzigen Badestelle im See. 

Gegenüber sehen wir den Rauch der Museumsbahn „Hespertal Bahn“ , das Vogelschutzgebiet Heisinger Aue und das Schloß Baldeney.  Zurück am Ausgangsort lässt es sich nicht vermeiden der „Villa Hügel“ einen Besuch abzustatten. 1870 bis 1875 wurde dieses „Einfamilienhaus“ der Familie Krupp erbaut und war Gastgeber für sämtliche Repräsentanten der damaligen Welt. 

Hier jetzt alle Eindrücke des imposanten Gebäudes und des umgebenen Parks wiederzugeben würde den Rahmen sprengen, schließlich soll der Artikel ja kein Buch werden.  Ich denke das die Socken langsam qualmen und deshalb nutzen wir auch wieder die öffentlichen Verkehrsmittel für die Rückfahrt.

unser Dom – Stadt Essen 

Ich hoffe die Nachtruhe hat gut getan und wir machen uns auf den Weg in die Innenstadt.  Hier nehmen wir uns als erstes Ziel den Dom, die Essener Münsterkirche vor. Der Sitz des Bischofs und des „Ruhrbistums“ beherbergt einen wertvollen Kirchenschatz. In der Schatzkammer finden wir die „goldene Madonna“, die älteste vollplastische Marienfigur nördlich der Alpen. Desweiteren befinden sich hier der  2,26 Meter hohe, aus Bronze gefertigte sechsarmige Leuchter und das Schwert der Schutzpatrone Cosmos und Damian, sowie die Kinderkrone Karl des Großen. 

Das ehemals höchste Rathaus Europas

Wenn wir dann durch die Rathaus Galerie weiter gehen, befinden wir uns unmittelbar am Fuße des mit 106 Metern ehemals größten Rathauses Europas, von dessen Panoramafenster,  in einer der oberen Etage, man einen herrlichen Blick über das Ruhrgebiet und die Stadt Essen hat.

Durch die U-Bahn Passage gelangen wir dann auf die andere Seite der Hauptstraße und befinden uns an dem beeindrucken gotischen Bau der ehemaligen Synagoge, die wie so viele andere Synagogen auch, in der Reichsprogromnacht  in Flammen stand. Der robuste Bau hat die Bombenjahre gut überstanden und wurde komplett saniert. Heute befindet sich in den Räumen eine ständige Ausstellung über jüdische Kultur.

komm auf Zeche – 

Ich denke so langsam knurrt der Magen und wir nutzen die nahegelegene U-Bahn Station um mit der Linie 107 bis zur Haltestelle  Nikolausstraße zu fahren. Von hier aus sind es noch knapp fünf Minuten Gehweg zum Fünf – Mädel – Haus im Hugenkamp.

Hier wollen wir uns schon einmal auf den bevorstehenden Nachmittag einstimmen und womit kann man das besser als mit einem typischen „Ruhrpott – Kohle – Essen“. Die Speisekarte grüßt mit dem Text „ wat gibbet denn Leckeres?“ Wenn man weiterliest stehen da Dinge wie „Bergmannsbuffet“, „Ruhrpott Tappas aus `m Pott“, …. Dann gibbet noch „Kumpel Anton“, „Schachlik im Strukturmantel“, „Ruhrpott Lasagne“ und… und… und…ja, am Schluß dann noch „Omas hausgemachte „kalte Schnauze“ .

Das UNESCO WELTERBE

Das waren natürlich nur Ausschnitte aus den Möglichkeiten, jedenfalls können wir dann gestärkt zur Zeche Zollverein kommen, dem UNESCO Welterbe und der ehemals modernsten Zeche Europas die 1986 dicht gemacht wurde. Heute beinhaltet die Zeche das Ruhrmuseum, Das Design Zentrum, Erlebnis und Event Stätten und vieles mehr.

Zollverein zählt heute zu den imposantesten Industriedenkmälern der Welt. Der Besuchstag endet dann auch hier und die müden Beine können sich bei der Rückfahrt mit der Ruhrbahn wieder etwas entspannen. Ich hoffe unsere Tour: Essen – die grüne Stadt erleben – hat Spaß gemacht und wir sehen uns bald in der schönsten Stadt im „Pott“

wir fahren „Stadt gucken“ – Essen – die grüne Stadt erleben

Wir wollen den nächsten Tag ruhiger beginnen und machen zunächst eine Stadtrundfahrt mit dem englischen Doppeldeckerbus. Danach besuchen wir Essens größten Park. Der Gruga Park entstand 1929 anläßlich der großen Ruhrländischen Garten- Bauausstellung und hat eine Größe von 65 Hektar. Botanischer Garten, Dahlienarena, Gruga Bahn, Gruga – Bad , Musikpavillon, Rollschuhbahn, Kinderspielplätze, Orangerie und Modellbahnanlage, es gibt eigentlich für jeden etwas zu finden, selbst Kur vor Ort  und die Messe integrieren sich in die Anlage.

Die Gartensiedlung

Wir verlassen den Park am Ausgang Mustergärten an der Lührmannstraße und schauen uns noch die erste deutsche Gartenstadt, die Siedlung Margarethenhöhe  an, die 1910 fertiggestellt wurde. Margarethe Krupp stiftete die Siedlung, mit einer Fläche von 115 Hektar, 935 Wohneinheiten und 50 HektarSiedlungsfläche, anläßlich der Trauung ihrer Tochter Bertha. Du siehst, lieber Leser, es gibt eine Menge zu sehen in unsere „Grünen Hauptstadt Europas“ und das war nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten in der Stadt Essen und der Umgebung.

unsere Nachbarn

Auch die Nachbarstädte haben ihre besonderen Reize wie Mülheim mit dem, Wasserbahnhof der Camera Obscura oder Duisburg mit dem Binnenhafen, Oberhausen mit dem CentrO und dem Gasometer, Bochum mit dem Planetarium, dem Starlight Express, Hattingen mit seiner Altstadt und alles in unmittelbarer Nachbarschaft, denn eigentlich sind wir ja alle eine Stadt – die Metropole Ruhr.

Stadt Essen schützt Insekten

Insektenschutz –  Die Stadt Essen startet mit einem Aktionsplan für den Insektenschutz, Vogelschutz und   Artenschutz. Ins Boot geholt werden dazu Kleingärtner, Landwirte und Naturschützer und  die Bürger der Stadt.

Als erste Maßnahme wird die Stadt auf Grünstreifen, Schulhöfen und Kindergärten nektar- und pollenhaltige Pflanzen einsäen. Außerdem wird der Einsatz von Pestiziden in Naturschutzgebieten verboten.  Aus Brachflächen werden bunte, reichhaltige Wiesen . Desweiteren  legt der Verband der  Kleingärtner gemeinsam mit dem NABU ein „Wildblumenprogramm“ auf.


Insektenschutz durch weniger Gift

Die Landwirte haben sich bereit erklärt den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln zurückzufahren. Die Gemeinde verpachtet landwirtschaftliche Flächen nur dann noch wenn der Pächter auf derartige Mittel verzichtet.  Die Kommune selbst setzt bereits seit Jahren kein Glyphosat mehr ein.

Aus Brachflächen sollen bunte, reichhaltige Wiesen werden und Antrag von SPD, CDU und Grünen soll der Aktionsplan noch ausgeweitet werden. So sollen Nesthabitate für Wildbienen und Hummeln angelegt werden.

Stadt Essen – im Wandel der Zeit

Essen -eine Stadt im Wandel der Zeit. Zunächst muss einmal gesagt werden das ich längst nicht mit allen politischen Entscheidungen der Kommunalpolitik einverstanden bin. Es gibt weiterhin viel zu tun, aber auf die jüngere Geschichte meiner Stadt kann man wirklich stolz sein.

Essen im Wandel der Zeit – meine Jugenderinnerungen

1950 geboren, wuchs ich die ersten zwölf Lebensjahre im beschaulichen, dörflichen Vorort Essen-Schönebeck auf. In dieser Zeit waren die Strassen dort noch uns Kindern vorbehalten. Autos fuhren dort nur wenige, das änderte sich erst Ende der 50er Jahre.

Der Schnee, der im Winter noch häufiger fiel als heute, wurde aber schnell schmutzig grau. Dafür sorgte die Schwerindustrie der Stadt und die Kohle. Die Zeche Wolfsbank,  im nahen Essen Borbeck, produzierte noch bis 1966. Im Jahre 1962 zogen wir dann mit der Familie aus dem „Dorf“ nach Borbeck.  Hier hatten wir jetzt eine komfortablere Wohnung, mit Toilette (bisher war das ein „Plumpsklo“ hinter dem Haus). 

Zinkhütte und Zechen

Wir wohnten nun sehr nahe an der Zinkhütte.  Die Rohzink erzeugende Hütte verbreitete außerdem auch noch einen unangenehmen Geruch und wenn der Wind aus Nordost kam, konnten die Fenster nicht geöffnet werden. Ein Film aus dunklem Staub legte sich auf die Fensterbänke.

Die Zustände verbesserten sich als 1981 zunächst die Hütte und 1986 auch noch die letzte produzierende Zeche ihre Pforten schlossen. In der Zeit vom ersten Kohleabbau 1317 bis zur Schließung der letzten Zeche, Zeche Zollverein  1986, hatte es in Essen 1000 Zechen und Kleinbergwerke gegeben.

Mit den Altlasten der industriellen Geschichte hatte die Stadt allerdings noch lange zu kämpfen. Zumal auch die Stahlproduktion mit  den Kruppwerken Ende der 50er Jahre auslief.

So kam es zum Beispiel 1986 zu einem grossen Umweltskandal  auf dem ehemaligen Gelände der oben bereits erwähnten Zinkhütte. Ohne zuvor den Boden auf Belastungen zu testen hatte die Stadt das Gelände als Bauland ausgegeben.

Es entstand eine neue Siedlung die auf einem mit Schwermetallen belasteten Boden errichtet wurde. Die komplette Erde musste abgetragen und erneuert werden. Häuser, gerade fertiggestellt, mussten abgerissen und die Besitzer entschädigt werden. Davon betroffen war auch mein Bruder , der mit seinem Neubau gerade Richtfest gefeiert hatte.

Arbeitslosigkeit

In diesen Jahren gingen auch tausende Arbeitsplätze verloren und noch heute staunt die Welt wie gut der Wandel von der industriellen Produktion hin zur Dienstleistungsgesellschaft gelungen ist.  Der Gedanke, die ehemaligen Produktionsstätten als Kulturdenkmäler zu erhalten und die Rückeroberung der Natur zuzulassen, waren ein voller Erfolg.

Die ehemalige Emscherkloake wird  renaturisiert, heute schwimmen wieder Fische im Wasser. In der Ruhr, einst Transportweg der Kohleschifffahrt, wird wieder gebadet und der Himmel ist so blau wie am Meer. 2017 wurde Essen die “ grüne Hauptstadt Europas“. Sie  zählt heute zu den grünsten Städten Deutschlands.

Ed Sheeran und der Flughafen

 Ed Sheeran– Auch ich höre gerne die Musik des englischen Musikers. Allerdings genügt mir der Hörgenuß in der Wohnung, oder mit vielen anderen in einem Stadion. Da muß es nicht unbedingt auf einem Flughafengelände sein, wo sich einige Brutpaare der Feldlerche erfolgreich niedergelassen haben.

Ed Sheeran – Open Air Konzert vs.  Feldlerche

Ein solches Konzert aber wollten Politiker der Städte Mülheim und Essen unbedingt auf diesem Gelände umsetzen. Bis zu 80.000 Musikfans sollten daran teilnehmen.  Es war zwar bekannt, dass dort der unter Artenschutz stehende Vogel lebt, aber das Problem sollte doch zu bewältigen sein. Man braucht ja nur dem Vogel einen Umzug nahelegen. Sein gewohntes Umfeld schädigen und ihn so zu bewegen benachbartes Terrain zu besiedeln.

Nur, da spielten dann Naturschutzverbände und Gutachten nicht mit und es kam noch ein logistisches Problem hinzu.  Der in der Nähe befindliche Messeparkplatz darf für eine derartige Veranstaltung nicht genutzt werden.  Eigentlich darf der nicht einmal von Messebesuchern benutzt werden, worüber sich die Stadt allerdings regelmäßig hinwegsetzt. Unter dem riesigen Parkplatz befindet sich Deutschlands größtes Gaslager.

Schließlich viel dann noch auf, dass auf dem Gelände wahrscheinlich noch an die hundert Bomben aus dem zweiten Weltkrieg zu finden sind. Somit war dann das Maß für den Veranstalter voll und das Ed Sheeran Konzert wird auf ein Eventgelände der Stadt Düsseldorf verlegt. Das eigentliche Ziel der beiden Städte, die kleine Feldlerche zu vertreiben, hat nicht funktioniert. So muß man sich nach der Stillegung des Flughafens erneut überlegen wie man das Problem angeht. Wäre ja schön auf der Fläche eine großflächige Bebauung zu ermöglichen. Es scheint, dass das auch der eigentliche Grund für das Engagement der Politik  Pop – Konzert war.

Wie sich später herausstellt, findet das Konzert auch nicht in Düsseldorf statt, weil dort mehrere Bäume gefällt werden müssten. Es wird nun im Stadion Gelsenkirchen an zwei Tagen gefeiert.