Fledermaus

Fledermaus – „Guck mal was da für kleine Kotkleckse auf dem Balkongeländer sind,“ sagt meine Frau als sie vom Balkon wieder ins Wohnzimmer kommt. “ das kann doch nicht von einer Maus sein.“ Ja, da hat sie recht und solchen Kot habe ich auch schon einmal woanders gesehen.

Wir machten Urlaub in Waren, an der Müritz und bestiegen die 176 Stufen hinauf auf den Turm der Sankt Marienkirche. Dort befindet sich eine Plattform mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt Waren und den Müritz See mit Nationalpark. Etwa auf der Hälfte der Strecke hängen an der Decke Fledermäuse und unter ihnen auf einer Holzfläche der oben erwähnte Kot der Tiere.

Fledermaus

Ich hole eine Taschenlampe und leuchte damit in den Spalt der sich zwischen der Regenrinne und dem Mauerwerk des über uns befindlichen Balkons zu sehen ist. Darin entdecke ich jetzt zwei kleine Fledermäuse. Schnell mache ich die Lampe wieder aus um ihren Schlaf nicht zu stören.

In der Dämmerung haben wir nahezu an jedem Abend Fledermäuse fliegen sehen. Oft haben wir über ihre rasanten Flugkünste gestaunt, wenn sie hinter den Insekten herjagen. Die Fledermaus ist das einzige Säugetier mit der Fähigkeit zu fliegen und das in Perfektion. In Deutschland leben etwa 50 Arten dieses Tieres, wie ich jetzt nachgelesen habe. Man möchte ja wissen mit wem man es im Haus zu tun hat. Erstaunt bin ich auch, dass die Fledermaus 30 Jahre alt werden kann. Mit dem Kopf voran hängt sie am Gemäuer oder an der Decke. Durch das Eigengewicht des Körpers klammern sich die Krallen fest. So kommt es vor, dass eine Fledermaus noch genau so hängt, obwohl sie schon lange tot ist.

Ihren Namen verdankt sie dem Wort „fledern“ , was soviel wie flattern bedeutet. Allerdings ist ihr Flug keineswegs „flatterhaft“. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass sie ihr Quartier gegenüber in der alten Werkstatt haben. Es könnte ja auch sein das es sich um Nachkommenschaft von Gegenüber handelt. Nun haben wir die Gelegenheit noch bis zum November zu beobachten was passiert. Dann, von November bis März , hält die Fledermaus Winterschlaf. Deshalb muß sie jetzt auch noch viele Insekten fressen um für den langen Schlaf gerüstet zu sein. Die sehr lange Schlafenszeit ist für das Tier von großem Vorteil weil es ja im Winter keine Insekten zu fressen gibt.

ARTE berichtete vor einigen Tagen über die Rauhautfledermaus, die mit ihren gerade einmal 8 Gramm Gewicht knapp 2000 Kilometer von Lettland in ihr Überwinterungsquartier nach Spanien fliegt. Dabei leben nur die weiblichen Fledermäuse im hohen Norden. Auf dem Weg nach Spanien warten dann die Männchen und laden mit ihren Rufen nicht nur zu einer Pause ein, sondern wollen auch gleich für den Nachwuchs sorgen.

Nachdem der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat, fliegt das Weibchen wieder weiter und überläßt dem Männchen die Jungen. Am nächsten Pausenplatz wartet dann bereits das nächste Männchen auf die reiselustigen Damen.

Hätten wir nicht die „Köttelchen“ auf unserem Balkon gesehen, die man übrigens leicht wegfegen kann, hätte ich mich wohl nicht so ausführlich mit der Fledermaus befasst. Aber so hat man wieder etwas über ein hochinteressantes Tier erfahren.

Invasive Arten

Invasive Arten sind auch ein Thema für die „Naturwacht.“ Naturwacht ist die deutsche Bezeichnung für den „Ranger“. Zur Zeit arbeiten etwa 500 hauptberufliche Frauen und Männer als Nationalparkwächter, in Behörden oder Biotopischen Stationen in diesem Berufszweig, der 1998 als Berufsgruppe „geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/innen“ geschaffen wurde.

Die Hochschule in Eberswalde bietet sogar den Bachelor Studiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ an, in dem den Studierenden der Berufsalltag mit Aufgaben wie dem Artenschutz, der Landschaftspflege und Monitoring nahe gebracht wird.

In Brandenburg verzeichnet die Naturwacht große Erfolge bei den Fledermäusen. Alte Bunker wurden als Lebensraum für Fledermäuse hergerichtet. So haben Zählungen ergeben, dass sich die Zahl der Fledermäuse in den letzten neun Jahren vervierfacht hat.

Das warme Klima der Jahre 2017 und 2018 führte außerdem zu einer Verdoppelung bei den Orchideen. Im Besonderen das Breitblättrige Knabenkraut hat sich gut entwickelt.

Invasive Arten – Bärenklau

Problematisch wird allerdings die Verbreitung des invasiven Riesenbärenklau. Die dicht wachsende, hohe Pflanze, raubt den heimischen Pflanzen den Lebensraum. Das Neophyt (Bezeichnung für nicht heimische Pflanzenarten) verbreitet sich im gesamten Bundesgebiet sehr schnell. Eine Berührung verursacht allergische Reaktionen die bis zur Atemnot gehen können.

Kühe, Schafe, Ziegen, und Kaninchen fressen den jungen Wiesen-Bärenklau gern. Auch bei Insekten ist die Pflanze beliebt. Im Winter überwintern viele Insekten in den dicken Stängeln der Pflanze.

Invasive Arten – Springkraut

Auch das indische Springkraut gehört zu den invasiven Arten. Naturschützer fordern dazu auf die Pflanze niederzutrampeln. Man könnte sie aber auch nutzen.

Die Internetseite wildkrautgarten.de   beschreibt, dass das Kraut genießbar ist. Selbst die unreifen, weißen Samen, wie auch die schwarzen, ausgereiften Samen schmecken nach Walnüssen. In der Pfanne, mit etwas Öl geröstet hüpfen sie wie Popcorn und schmecken nach Pommes frites.

Bei Kindern ist Springkraut beliebt, weil der Samen durch die Berührung der Schote „abgeschossen“ wird. Selbst Regentropfen lösen diese Reaktion aus. Der Saft der Pflanze, die auch Himalaya Balsam genannt wird, lindert Schmerzen bei Verbrennungen durch die Brennnessel und hilft bei Insektenstichen. Die großen Blüten, in die die Hummeln und Bienen hineinfliegen können, beinhalten wesentlich mehr Nektar als die heimischen Pflanzenarten.

Man sieht also, Invasiv muß nicht zwangsweise n u r schlecht sein. Außerdem ist es ja immer der Mensch, der dafür sorgt das diese Arten sich bei uns ansiedeln. Folglich müssen wir auch sehen, wie wir mit ihnen zurechtkommen. Gleiches gilt für die Invasiven aus dem Tierreich. Sei es der Nutria, der Mink (amerikanischer Nerz), der Waschbär, die Kanda- oder die Nilgans.

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Kohlmeise – der Killer

Kohlmeise – der Held unter den Meisen, steht in der Hackordnung ganz oben. Auch größeren Singvögeln macht die Kohlmeise den Rang streitig. Was sie haben will, bekommt sie auch.

Kohlmeise

Die Kohlmeise ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa. Ihren Namen verdankt sie der schwarzen Kopfhaube.

Der Rocker unter den Meisen kann auch zur Bestie werden. Forscher des Max Planck Instituts für Ornithologie in Pöcking beobachteten an einer Höhle im Nordosten Ungarns ein außerordentliches Phänomen. In der tief verschneiten Landschaft fanden die Meisen keine Nahrung. Samen, Beeren und Insekten wie Spinnen, Falter und Mücken waren nicht mehr zu finden.

In den Höhlen halten Zwergfledermäuse ( Pipistrellus pipistrellus ) ihren Winterschlaf. Die etwa 5 g schweren, Streichholzschachtel großen Tiere werden nun zum Opfer der Kohlmeise. Diese fliegt in die Höhle und fügt mit ihrem spitzen Schnabel der Fledermaus schwere Kopfverletzungen zu. Nach etwa fünf Minuten fliegt der Vogel mit seinem Opfer aus der Höhle und frißt es.

Nun ist das allerdings der Not bedingt. Als die Forscher Speck und Sonnenblumenkerne vor der Höhle auslegen, verzichten die Kohlmeisen auf die Fledermäuse.

Kohlmeise

Das Phänomen der „Killermeise“ ist allerdings nicht neu. Schon länger ist bekannt das Kohlmeisen auch kleine Vögel töten.

In der Brutzeit konkurrieren Blaumeise und der aus Afrika kommende Trauerschnäpper ( Ficedula hypoleuca ) um Nistplätze und Nahrung. Forscher der Universität Groningen machten an 1000 Nistkästen die folgenden Beobachtungen.

Sobald eine Kohlmeise einen Nistplatz des Trauerschnäppers betritt, hat dieser keine Chance mehr.

Die Kohlmeise fügt ihm schwerste Kopfverletzungen zu. In 86 Nestern von Kohlmeisern fanden die Forscher tote Trauerschnäpper, deren Gehirn offenbar von der Meise gefressen wurde.

Ausserhalb der Nester ist der Trauerschnäpper der Kohlmeise überlegen. Aufgrund seiner besseren Flugkünste kann er die Meise beim Nestbau vertreiben.

Dennoch gehört unsere intelligente und freche Kohlmeise zu den beliebtesten Singvögeln. Zumal sie uns ja auch das ein oder andere Mal mit ihrem Gesang verspottet, wenn sie nicht ihr „zizibäh – zizibäh“ (oder nach den Volksmundversen vonKlaus Philipp – „sitz i da, sitz i da“ ) singt, sondern die Stimme anderer Meisen nachahmt.

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