Basstölpel

Basstölpel sind die größten in Deutschland vorkommenden Seevögel. Der einzige Brutplatz der Vögel befindet sich seit den 90 er Jahren auf der Insel Helgoland.

Der Basstölpel ist weiß gefiedert. An den Handschwingen und der Steuerfederseite ist die Färbung schwarz und an Kopf und Nacken ist eine leichte gelbe Tönung erkennbar.

Basstölpel
Basstölpel

Imposant ist der rasante Sturz mit 100 km/h ins Meer. Das der Vogel sich dabei nicht den Nacken beim Aufprall aufs Wasser bricht, liegt an der Ergonomie. Schnabel und Kopf werden zu einer Art Pfeil und bilden quasi eine stromfömige Linie, mit der die Wasseroberfläche durchstoßen wird. Vor dem Eintauchen streckt der Basstölpel seine Nackenmuskulatur und so wird der ansonsten gekrümmte Hals gestreckt. Dieses Phänomen stellten Forscher des Institute of Technology Virginia fest (scinexx.de).

Durch den rasanten Sturzflug erreicht der Basstölpel eine Wassertiefe von 4 bis 22 Metern. Die Vögel leben in großen Kolonien. Allerdings sind sie nicht unbedingt gute Nachbarn. Häufig streiten sie mit den Artgenossen. Die meiste Zeit verbringen die Tölpel auf und über dem Wasser. Ein englisches Heldenepos berichtet über Hrothgar, den Lehnsherrn des Helden aus dem Epos, der sagte das das Meer die Badewanne der Basstölpel ist. Tatsächlich schwimmen sie auf dem Wasser als wäre es ein Spiel. Die Federn der Vögel sind extrem gut gefettet. Das Fett wurde früher sogar zum Einfetten von Wagenrädern genutzt und wurde zur Behandlung von Gicht angewandt (nationalgeographic.de).

Basstölpel
Jungvogel

Wenn der Basstölpel auffliegen will, benötigt er viel Wind. Das ist auch ein Grund warum er sein Nest an den Steilfelsen der Insel Helgoland erbaut, um dort das einzige Ei des Jahres auszubrüten. Um zu starten braucht er sich mit ausgebreiteten Flügeln nur fallen zu lassen und der Auftrieb des Windes erleichtert den Abflug.

Junge Basstölpel sind dunkel gefleckt. Es dauert fünf Jahre bis das Gefieder dem eines adulten (erwachsenen) Vogels entspricht.

Ich danke meiner Tochter Daniela Liebing für die Bilder von der Insel Helgoland. Leider konnte ich bei meinem letzten Aufenthalt an der Nordseeküste in Büsum wegen zu starken Windes keine Überfahrt zur Insel unternehmen.

Lachmöwe

Lachmöwe – Chroicocephalus ridibundus .

An vielen Gewässern im Binnenland findet man heute die Möwe, die etwa so groß ist wie eine Haustaube. Wie viele ihrer Art bewohnte sie ursprünglich nur die Küstenregionen, irgendwann hat es sie auch die Vorzüge der Binnengewässer entdeckt. In der Nähe dieser Bereiche gibt es, oder gab es, viele Mülldeponien und Abfallhalden, die idealen Nahrungsplätze.

Ihren Namen verdankt sie ihren Lauten, die an ein „Auslachen“ erinnern sollen. Ich kann das allerdings persönlich nicht so richtig nachvollziehen. Da würde ich schon eher dem volkstümlichen Namen „Seekrähe“ nahe stehen. Zumindest in den Sommermonaten passt auch der englische Name „black headed gull. „

Eine besondere Eigenart des Seevogels mit dem roten Schnabel und den roten Beinen, ist die Verwandlung in den Monaten März bis August.

In den Wintermonaten sieht man am weißen Kopf der Möwe lediglich einen dunklen Ohrfleck. Mitte Februar beginnt der Wechsel bis hin zu einem schwarzbraunen Kopf. Die Möwe hat zum Prachtkleid gewechselt.

Lachmöwe – Nahrung , Nachwuchs , Vorkommen

Bei der Nahrungssuche ist die Lachmöwe nicht sehr wählerisch. Sie ernährt sich von Fischabfällen, Kleintieren bis zur Größe einer Maus, lebt vom Beuteraub bei anderen Vögeln und von Inhalten der Müllhalden und Abfalldeponien.

Am Wattenmeer ist die Lachmöwe in großer Zahl zu finden. 130.000 Paare brüten dort und wenn die heimischen in den Wintermonaten weiter nach Südosten ins Landesinnere ziehen, kommen 40.000 Lachmöwen aus dem Osten ins Watt. (Schutzstation Wattenmeer)

Die Brutnester in den Brutkolonien befinden sich meist am Boden in Gewässernähe. Die meisten anderen Möwenarten bauen ihre Nester auf Klippen und Felsen. Dort legen sie mehrmals im Jahr zwei bis drei Eier. Die Kolonie brütender und erziehender Möwen ist ein Zeichen sozialen Zusammenhalts.

Die Gemeinschaft bietet Schutz vor Feinden. Marder, Iltis, Fuchs und größere Möwenarten, sowie Hunde und Katzen wollen die Nester plündern. Nähert man sich während der Brutzeit den Nestern, können die Möwen sehr aggressiv werden. Die erwachsenen Vögel werden von Seeadler, Habicht, Falken und Uhu gejagt.

Das Fleisch der Möwen gilt beim Menschen als ungenießbar. Anders ist es mit dem Ei der Lachmöwe, das galt einmal als Delikatesse. Das Ei wird 12 Minuten gekocht und in eine Schüssel mit Salz aufrecht gestellt. Anschließend wird es der Länge nach aufgeschnitten.

Die in der Mitte gelegene rosa Dotter wird herausgelöffelt und mit Essig und Butter, Pfeffer und Salz „geknetet“ und wieder in den Hohlraum zurück gelegt. Erst dann wird das komplette Ei ausgelöffelt. Dazu wird natürlich ein klarer Schnaps getrunken. (aus „Möweninsel erstmalig ohne Lachmöwen.“ – „das virtuelle Klassentreffen.“)


Möwen in Deutschland

Neben der kleinen Lachmöwe gibt es in Deutschland noch andere Möwenarten zu sehen. In den Küstengebieten der Nord- und Ostsee findet man noch die Silbermöwe.

Eine seltenere Art ist die Heringsmöwe. Diese findet man auf dem Meer in der Nähe der Fischkutter, auf der Jagd nach Fischresten. Die Heringsmöwe überwintert in Afrika.

Die kleinere Sturmmöwe findet man neben den Küstenzonen auch etwas weiter im Binnenland, da auch sie die Vorzüge der Müllhalden kennt. Die Dreizehenmöwe ist in Deutschland nur noch auf der Hochseeinsel Helgoland zu finden, weil sie ein ausgesprochener Seevogel ist.

Die Zwergmöwe brütet ebenfalls in Kolonien wie ihre größeren Artgenossen, allerdings an Süßwasser. Sie hält sich gerne in der Nähe von Lachmöwen und Seeschwalben auf. Sie ist etwa ein Drittel kleiner als die Lachmöwe. Auf dem Bild ist eine Zwergmöwe im Jugendkleid zu sehen.

Menschen dürfen das salzhaltige Meereswasser nicht trinken. Möwen haben dazu eine Salzdrüse entwickelt, in der das aufgenommene Salz gesammelt und über die Nasenlöcher wieder ausgeschieden wird.

Lachmöwe in NRW

In NRW sind die Bestände der Lachmöwe rückläufig, was damit zusammen hängt, dass es immer weniger Mülldeponien gibt und Flächen entwässert wurden. Am Dümmer gab es einmal große Kolonien. Im Zwillbrocker Venn waren in den 80er Jahren 15.000 Paare. 2017 noch etwa 2000. In den Rieselfeldern Münster haben sich mittlerweile 35 paare niedergelassen (Stand 2017). In NRW gab es 2017 etwa ein Dutzend Standorte mit 4000 Paaren. (Quelle : Stiftung Rieselfelder Windel)

Christian Morgenstern verfasste das Möwenlied:

Die Möwen sehen alle aus, 
als ob sie Emma hießen. 
Sie tragen einen weißen Flaus 
und sind mit Schrot zu schießen. 

Ich schieße keine Möwe tot, 
ich lass sie lieber leben – 
und füttre sie mit Roggenbrot 
und rötlichen Zibeben. 

O Mensch, du wirst nie nebenbei 
der Möwe Flug erreichen. 
Sofern du Emma heißest, sei 
zufrieden, ihr zu gleichen.