wo sind die Insekten ?

Im letzten Jahr hatten wir nur etwa die Hälfte Blühfläche im Garten. Nun haben wir in diesem Jahr aufgestockt um die Insekten zu unterstützen. Wildblumen und heimische Pflanzen lassen den kleinen Garten erblühen. Aber wo bleiben die Insekten?

Insekten

Einige Hummeln und ein paar Schwebfliegen sind ja zu sehen, aber im Vergleich zum letzten Jahr sind es viel, viel weniger. Auch an den beiden Insektenhotels im Garten tut sich sehr wenig. Hat man früher auf der Terrasse Kaffee getrunken und etwas Kuchen gegessen, wurde man umschwirrt, da kam es vor das man sich dann lieber wieder in die Wohnung zurückgezogen hat. Alles nicht mehr notwendig. Außer zwei , drei Kohlweißlinge ist auch nur selten einmal ein Schmetterling zu sehen.

An den Pflanzen die aus den Wildwiesen Saatmischungen des NABU und der Sielmann Stiftung entstanden sind, sehe ich ab und an ein bis zwei Hummeln nach Nektar suchen. Aber ich denke es sind viel zu wenige.

Insekt

Kann die extreme Wärme mit der Trockenheit im Juni damit zu tun haben? Ist es der Klimawandel? Eigentlich hatten wir hier in der Stadt, einem Vorort von Essen, noch immer mehr Insekten als auf dem Land. Auch die Vogelarten aus dem Frühjahr waren beständig. Die Bestände der Rotkehlchen und der Heckenbraunelle, sowie der Kohl- und Blaumeise kamen mir sogar höher vor als im letzten Jahr. Insofern hatte ich auch Hoffnung das die Zahl der Insekten steigen würde, aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Hier scheint es drastisch nach Unten zu gehen. Wie sind die Erfahrungen der Leser? Würde mich interessieren, ob es nur hier so ist.

vergiftet – verdrängt – verschollen

Insektensterben vergiftet – verdrängt – verschollen –

…. ist die Überschrift zu einem Artikel in der WAZ , Ausgabe vom 05.06.2018. Viel zu spät kommt meiner Meinung nach die Erkenntnis der Bundesregierung, durch Frau Bundesumweltministerin Svenja Schulze das dringender Handlungsbedarf angesagt ist.  Aus dem Grunde müssen Folgen für das Ökosystem und den Menschen durch das Insektensterben verhindert werden.

42 Prozent der 8000 Insektenarten gelten als Bestandsgefährdet. Viele sind extrem selten oder bereits ausgestorben. Die Gründe liegen auf der Hand. Seit Jahren predigen Umweltverbände über die Vernichtung von Lebensräumen durch die Vergiftung mit Pflanzengiften die  dem Boden zugeführte werden. Ein weiterer Grund ist die immer stärker zunehmende Lichtverschmutzung, welche die Insekten anzieht und tötet (siehe auch im hier verlinkten Artikel) .

Lobbypolitik

Aus „Rücksicht“ auf die Lobby von Bauernverbänden und chemische Industrie werden die Warnungen in den Wind geschlagen. Ferner werden in der Zwischenzeit  immer mehr Obstwiesen und Grünflächen in Ackerland umgebaut.

Außerdem werden riesige Maisanbauflächen geschaffen und  Feuchtgebiete trockengelegt. Nicht umsonst ist das Insektensterben in ländlichen Gebieten stärker zu beobachten, als in  Ballungsgebieten, wie dem Ruhrgebiet. Hier wurden aus Industrieflächen Grünanlagen, wurden aus Halden Naturgebiete und  Revierparks geschaffen.

Einen großen Anteil haben die vielen kleinen und großen Gärten und Gartenanlagen. Ich hoffe, dass sich der Trend zu den immer öfter zu beobachtenden Stein – Vorgärten nicht weiter fortsetzt. Immer mehr Gemeinden begrünen Straßenränder und Mittelstreifen, eine erfreuliche Entwicklung.

Forderungen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sieht desweiteren die Gründe für den Insektenschwund ebenfalls „direkt vor unserer Haustür“. Wünschenswertwäre es  das Abholzen des Hambacher Waldes zu Gunsten des RWE Braunkohletageabbaus , mit uraltem Baumbestand, noch zu stoppen.

Außerdem muß es dringend zu einem Europaweiten Verbot des Insektizides Cyantraniliprol kommen. Dieses wird, trotz Verbot, durch EU Recht über den Import polnischen Saatgutes nach Deutschland importiert. Dieses Gift lähmt die Muskulatur der Insekten und tötet sie.