Venner Moor

Das Venner Moor mit einer Größe von heute etwa 150 Hektar befindet sich südwestlich von Münster und gehört zur Gemeinde Senden.

Das Hochmoor entstand vor rund 6000 Jahren. Es wuchs im Laufe der Jahre nicht nur in die Höhe, sondern verbreitete sich bis in die benachbarten Erlenwälder. Es entstand ein Hochmoor mit einer Fläche von 280 Hektar und einer drei Meter mächtigen Torfablagerung.

Venner Moor
Venner Moor

Der Bau des Dortmund-Ems-Kanals 1964 und weitere Entwässerungen sorgten dafür, dass lediglich eine abgetorfte Fläche von 6 Hektar übrig blieb.

Venner Moor
Dortmund Ems Kanal

1970 begann man die Entwässerungsgräben abzudichten und 1990 wurde das Venner Moor unter Schutz gestellt. Das Moor kehrt nur sehr langsam zurück. Nur langsam sterben auch die unzähligen Birken ab und das Moor wächst jährlich lediglich um knapp einen Millimeter. Für die Freihaltung der Heideflächen wird gesorgt, um die Heideflora zu erhalten.

Venner Moor

Kreuzotter und Krickente sind wieder zu entdecken und die Moorlibellen sind zu sehen.

Imposant ist im Südteil des Moores der Altbestand eines Buchenwaldes. Hier sollte man unbedingt eine Weile ausharren. Einige Vogelarten genießen diesen Teil ebenso gerne wie wir. Der Buntspecht beobachtet die ersten Anflüge des Jungvogels. Ansonsten besteht der Baumbestand im und am Venner Moor aus Birken und Kiefern. Durch einen Teil des Moors führt ein Holzbalkenweg. Wenn man eine der Kreuzottern sehen will, muss man schon sehr umsichtig sein, weil sie durch die Bewegungen die unsere Schritte auf den Balken ausmachen, schnell verschwinden. Uns ist es einmal gelungen Kreuzottern auf einem Balkenweg im Müritz Nationalpark zu sehen.

Venner Moor
Kreuzottern auf dem Balkenweg im Müritz Nationalpark

Duemmer Meer

Duemmer Meer
Dümmer

Duemmer Meer – vielen besser bekannt als der Dümmer See, ist der zweitgrößte See Niedersachsens. Die flachen, stillen Gewässer, die sich zwischen Mulden und Erdmoränen in der Eiszeit gebildet haben, werden allerdings als “Meere” bezeichnet. Der See hat eine maximale Tiefe von 1,50 Metern. Die Region Duemmer zeichnet sich durch eine Anzahl von Mooren aus. Dazu gehören auch das Rehdener Geestmoor, das Diepholzer Moor, das Ochsenmoor, das Goldensteder Moor, Uchter Moor, Oppenweher Moor und andere.

Ochsenmoor
Ochsenmoor

1950 wird der Duemmer eingedeicht und entwässert um die Nutzung durch intensive Landwirtschaft zu ermöglichen. Die Folge daraus ist die Verschmutzung des Dümmer See durch Gülle, die Flucht der Arten aus der Region, denen Lebensraum genommen wurde. Zuvor hatte man im 20. Jahrhundert noch 276 Wat- und Wiesenvögel gezählt. Erst 1976 – 1990 wurden große Teile der Dümmer Niederung wieder unter Schutz gestellt. Auf Initiative des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der sich auch schon einen Namen durch die Schaffung des Kulturerbes Wattenmeer geschaffen hatte, wurde 1986 mit der Renaturisierung begonnen und es hatte tatsächlich Erfolg. Die Arten kamen zurück und nahmen den alten/neuen Lebensraum wieder in Besitz. Bewässerungsanlagen sorgen heute dafür, dass die Feuchtwiesen immer den richtigen Wasserstand beinhalten.

Dümmer Meer
Bar du Mar

Naherholung am Duemmer Meer

Der westlich Teil des Dümmer “See” ist der Freizeit gewidmet. Camping und Wohnmobilflächen, Bade- Segel- und Rudermöglichkeiten, Strandleben ist hier vorzufinden. Der Bereich im Süd/Osten mit dem Ochsenmoor bringt dem Naturfreund die Erfüllung.

Rauchschwalben
junge Rauchschwalben

Ein Sandboden im Wechsel mit Stein und Ton aus der Eiszeit mündet im Westen in die Niedermoorauflage. Hochstauden, Wald, Gebüsche und Kleingewässer bilden hier den Lebensraum für viele Vogelarten. Rotschenkel, Kiebitz, Rohrammer, Rohrweihe, Teichrohrsänger, das Blaukehlchen und viele andere Arten können hier beobachtet werden

Kiebitz
Kiebitz
Rohrweihe
Rotschenekel
Rotschenkel

In den Herbstmonaten ab Oktober bis in den Dezember hinein ist der Dümmer DER Rastplatz für tausende Kraniche. Ein Schauspiel ist es von einem der Beobachtungstürme das Schauspiel zu betrachten, wenn die Kraniche in die Schläfplatzflächen einfliegen. Es wäre wünschenswert, wenn sich die zahlreichen Beobachter an die 500 Meter Abstandsregel halten würden und die ausgewiesenen Beobachtungsangebote nutzen würden. Leider gibt es immer wieder Unvernünftige die sich nicht daran halten und die Vögel bei ihrem Anflug stören. Oft landen sie dann nicht dort, wo sie es eigentlich wollten.

Kraniche am Dümmer
Kraniche im Anflug
Kraniche am Dümmer
Kranich

Kohlenstoffspeicher

Kohlenstoffspeicher – Kohlenstoff ist in fossilen Brennstoffen gebunden, verbrennt man diese wird  CO2 freigegeben und gelangt in die Atmösphäre. Es entsteht ein Ungleichgewicht an CO2 , welches schließlich zur Erderwärmung führt.

Es ist also wichtig Kohlenstoffspeicher  zu haben. Diese werden aber leider sehr oft, um nicht zu sagen zu oft, vom Menschen zerstört. Moore, die zu den besten Speichern gehören werden trocken gelegt und Wälder vernichtet.

Die Bundeswehr läßt Raketenübungen im ausgetrockneten Moor stattfinden und setzt so das Moor in Brand. In einer Zeit wo überall vor der Brandgefahr in diesem heissen Sommer gewarnt wurde. Ein immenser Schaden entsteht durch Gedankenlosigkeit.

Zur Zeit findet mit der vorgesehenen Rodung des Restbestandes vom Hambacher Forst gerade ein Paradoxum statt. Der Wald mit seinen uralten Bäumen ein idealer Kohlenstoffspeicher, wird vernichtet, um dem schlimmsten Klimagefährder, dem Braunkohlekraftwerk zur Rohstoffgewinnung Platz zu bereiten.

Ich bin davon überzeugt, dass mit etwas guten Willen seitens des RWE Konzerns die 200 Hektar Wald bestehen bleiben könnten. Das Gebiet des Braunkohle-Tageabbaus ist so groß, dass der Wald umgangen werden könnte. Zumal die Zeit für den Kohleabbau abläuft und ein hoffentlich baldiges Ende abzusehen ist. 

Der Baum – Klimaschützer

Der Baum speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Alte Wälder speichern mehr CO2 als junge Wälder. Die Speicherkapazität eines Baumes hängt von der Holzdichte ab. Eine 35 Meter hohe Buche mit dem gleichen Umfang und der gleichen Höhe wie eine Fichte, speichert knapp 1 Tonne CO2 im Jahr mehr als die Fichte.

1 Hektar Wald (1 Hektar = 0,01 km² ) speichert im Jahr etwa 13 Tonnen Kohlenstoff. Bei den geplanten Rodungen von 100 Hektar Hambacher Forst gehen also etwa 1300  Tonnen Speicherplatz verloren.

Der Klimawandel – Folgen für den Kohlenstoffspeicher 

Bäume und Moore sind für den Erhalt des Klimas überaus wichtig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wie wir es in diesem Sommer deutlich vor Augen geführt bekommen haben.  Die Folgen des Klimawandels belasten auch die Bäume in besonderem Maße. Schädigungen entstehen durch Trockenheit, Dürreperioden, Waldbrände und durch invasive Käfer, die durch die Erwärmung neue Gebiete erobern und Krankheiten einführen, auf die die heimischen Bäume nicht vorbereitet sind.

Hohe, alte Bäume haben die höchste Speicherkapazität für CO2 , sind aber der aufkommenden großen Sonneneinwirkung schutzlos ausgeliefert. Die Laubkronen überragen alle anderen Bäume und die Trockenheit zwingt den Baum dazu mehr Energie für das Pumpen von Nässe in die Blätter aufzubringen. Heftigere Stürme, durch den Klimawandel entstanden, belasten ihn zusätzlich. Sein Speicher wird geringer. Das Laub fällt ab und die kleineren Bäume, die vorher von seinem Schatten profitierten, werden ebenfalls der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt. 

Wir müssen endlich aufhören, die von der Natur gegebenen Ressourcen zu vernichten und nach wirksamen Alternativen suchen, beziehungsweise diese zu nutzen. Es muß auch darüber nachgedacht sich den neuen Klimaverhältnissen anzupassen. Dazu gehört auch die Anpflanzung neuer Baumarten in Erwägung zu ziehen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger Energie zu verbrauchen um so noch schneller von dem schmutzigsten aller Energieträger Abschied nehmen zu können. Noch ist die Braunkohle mit einem Drittel an der Energieversorgung beteiligt.

Ödland in Biotope verwandeln

Lebensraum schaffen

– Lebensraum aus Ödlandschaften zu schaffen ist eine  Idee von Professor Berthold, dem mittlerweile eremitierten, führenden Ornithologen Deutschlands. Biotope aus Landschaftsteilen die für Landwirte uninteressant sind, hat er bereits am Bodensee umgesetzt. In nur kurzer Zeit hat sich die Biodiversität auf diesen Flächen ständig vergrößert. Immer neue Arten haben sich in dem neuen Lebensraum niedergelassen.

Auf Spenden angewiesen

Sein Traum ist die Schaffung eines Biotopen –  Verbundes in ganz Deutschland. Im Abstand von 10 Kilometern sollen dies paradiesischen Inseln zu finden sein. Einen wichtigen Partner hat er mit der Heinz Sielmann Stiftung bereits gefunden. Neue Anlagen in Baden Württemberg könnten folgen. Immer mehr Gemeinden und Landesregierungen sehen die Notwendigkeit, etwas zum Artenschutz und zum Erhalt der Insekten und Vögel tun zu müssen.

Rettet  die Vögel….

lautetet der Titel einer Fernsehsendung im ZDF, die heute 12.08.18 um 09:03 ausgestrahlt wurde.  Die Sendung kann auch jetzt noch in der Mediathek angesehen werden. Mit dabei ist Johanna Romberg, Journalistin, Hobby Ornithologin und Autorin des Buches “Federnlesen”. Sie berichtet vom Naturschutzgebiet am “Dümmer”, dem 2.größten See Niedersachsens. 

Dümmer

Am West- und  Südufer des Dümmer ist ein Naturschutzgebiet entstanden. Mit dem Ochsenmoor  und weiteren Niedermooren ist hier ein Lebensraum für viele Arten entstanden. Röhrichte, Buchenwälder und Grünland auf 1030 ha  bieten Platz für Brut und Rastvögel,  wie Kampfläufer, Bekassine  und Graugans. Mit den Mooren weiter nördlich, ist dort schon ein Verbund entstanden. Rhedener Moor, Diepholzer Moor, Freistätter Moor und nördliches Wietingsmoor sind Heimstätten selbst für den Kranich der zum Teil hier überwintert, aber in großer Zahl auf den Flugpausen hier im Herbst zu sehen ist.

Renaturisierungen

Auch im Ruhrgebiet ist durch die Renaturisierung der Flüsse neuer Lebensraum entstanden. Das Ende der renaturisierungs Maßnahmen an der Emscher ist abzusehen. Die Emschergroppe, eine seltene Fischart ist im Nebenlauf der Emscher, im Borbecker Mühlenbach zu finden und in einem Dortmunder Seitenarm laichen wieder Forellen.