Kiebitz

Kiebitz – diesen schönen Vogel sah ich erstmals während des Urlaubs auf der Nordseeinsel Borkum. Ich hatte mich im Vorfeld bereits erkundigt, wo man auf der Insel gut Beobachtungen machen kann.

Kiebitz

Das Wetter im Mai meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und Mensch und Natur genossen die warmen Sonnenstrahlen. Unser Ziel waren die „Hoppweiden“ und der „Tüskendörsee“ im Ostteil der Insel. Die Hoppweiden bieten mit ihren feucht, saftigen Wiesen ideale Weideflächen für Pferde und Vieh und sind die idealen Gebiete für Wiesenvögel.

Insofern war es fast folgerichtig, dass ich an diesem Tage mein erstes Kiebitzpaar in freier Natur beobachten konnte. Später sollte ich dem Kiebitz noch öfter begegnen, so auch in den Rieselfeldern bei Münster. Der zur Familie der Regenpfeifer gehörende Vogel ist auf der Oberseite schwarz- grün und der Unterseite weiß. Seine Wangen sind weiß und die Brust ziert ein schwarzer „Latz“.

Kiebitz

Auffallend ist der prägnante Federschmuck auf dem Kopf. Diese Federn nennt der Experte „Federholle“. Es gibt noch einige andere Vogelarten, die eine derartige Federholle zeigen. Da wären etwa das Haselhuhn, der Kappensäger, der Seidenschwanz und der Wiedehopf, um nur einige zu nennen.

Im Prachtkleid ist die Federholle länger als im Schlichtkleid. Die Federn sind auch so ziemlich das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen, da die Federholle beim Weibchen kürzer ist. Außerdem ist im Prachtkleid die Färbung des Männchen kräftiger.

Vor Jahren konnte man den Kiebitz noch auf vielen Feldern und Wiesen vorfinden. Leider hat sich der Bestand drastisch reduziert. Heute ist er um 60 Prozent reduziert und die Art ist gefährdet. Vornehmlich die intensive Landwirtschaft, die Bearbeitung der Felder mit Herbiziden und die Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren tragen daran Schuld.

Auch natürliche Feinde, wie der Fuchs und die Beutegreifer haben ihren Anteil am Rückgang. Außerdem sind die Eier im Gelege so gut getarnt, dass sie nicht auffallen und oft zertreten werden.

Es gibt heute Initiativen die sich bemühen dem Vogel zu helfen. Landwirte und Umwelt und Tierschutzorganisationen legen sogenannte „Kiebitz Inseln“ in den Feldern an. So schaffen sie ein Brachgebiet im Feld,wo der Kiebitz in Ruhe brüten kann..

Ähnliches wird auch für die Feldlerche gemacht, um den Bestand zumindest aufrecht zu halten. Dort werden auf den Flächen „Lerchenfenster“ angebracht, die lediglich eine Größe von 20 Quadratmetern benötigt.

Kiebitz

Seinen Namen verdankt der Kiebitz seinem Ruf. Besonders während der Balz ist sein „Kieh-witt“ laut und deutlich zu hören. Der Balzflug gehört beim Kiebitz zu den besonders sehenswerten Dingen. Deshalb wird er auch der „Akrobat der Lüfte“ genannt.

Er steigt hoch in die Luft, um dann in einem irrsinnigen Sturzflug zu Boden zu rasen. Erst kurz vor der Oberfläche fängt er mit schlagenden Flügeln den Fall ab. Oft zeigt er während des Flugs im Wechsel seine Ober- und Unterseite, um dem Weibchen zu imponieren.

Nach der Balz und der Paarung erfolgt Ende Mai die Eiablage. Aus bis zu vier Eiern schlüpfen dann die Jungen Vögel, die man in der Kuhle wegen der perfekten Tarnung kaum sieht. Naht sich ein Feind, versuchen Eltern die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um die Kleinen zu schützen. Kiebitze können bis zu 25 Jahre alt werden.

Das Wort „kiebitzen“ hat übrigens keine Ableitung aus der Ornithologie. Ludwig Göhring leitet in seinem Buch „Volkstümliche Redensarten und Ausdrücke“ von 1937, dass Wort aus dem Jiddischen ab.

Kiebitz

Die Bilder entstanden auf de Nordseeinsel Borkum und am Dümmer See

Der Dichter Hoffmann von Fallersleben widmet dem taubengroßen Kiebitz einige Zeilen in seinem Gedicht „Der Kiebitz und die Kiebitzin“

der Kiebitz und die Kiebitzin

die hatten beide einen Sinn;

sie fingen an zu tanzen,

sie hoben hurtig Bein um Bein

und sprangen hoch im Sonnenschein.

Das war ein lustig Tanzen !

Die Jungfer Gans, die sah es an :

was andre können, ich auch kann !

Und fing auch an zu tanzen.

Ei Jungfer Gans, was fällt dir ein?

Du brichst am Ende noch ein Bein,

mit deinem fetten Ranzen !

Die Gans, die stolpert über`n Stein

und purzelt hin und bricht ein Bein.

Da war vorbei das Tanzen.

So muß es kommen, Jungfer Gans,

das Tanzen ist nicht Jedermanns,

laß künftig andre tanzen

Hoffmann von Fallersleben, 1858

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Hausperling – Feldsperling

Haussperling oder Spatz, jeder kennt ihn. Kein anderer Vogel ist dem Menschen so nah, wie der Haussperling. „Du kleiner Spatz“, sagt die Mutter zum Kind, „du hast ja ein Spatzenhirn“, schimpft der Lehrer, „du ißt, wie ein Spatz“, alles Hinweise, wie eng das Verhältnis zu dem kleinen Vogel geworden ist. Im Vergleich wird er herangezogen, wenn man erklären will, wie groß ein anderer Vogel ist, den man gesehen hat.

Der Haussperling, oder in der Fachsprache Passer domesticus, war so zahlreich überall verbreitet, dass jeder ihn kennt. Heute ist das leider nicht mehr ganz so, weil der Bestand leicht rückläufig ist. Neubauten, oder fachmännische Wärmeisolationen lassen keine Lücken mehr im Gemäuer der Gebäude. Die Nistmöglichkeiten an Häusern sind bedeutend weniger geworden. Hecken und Büsche werden regelmäßig vom Gartenbaubetrieb geschnitten und in Form gebracht.

So hat der Sperling es sich überlegt und in einigen Bereichen seine Tasche gepackt, um in bewohnbarere Gebiete umzuziehen. Dennoch hüpft er in den Sommermonaten noch immer gerne auf die Tische der Restaurantgäste um ein paar Stückchen vom Kuchen abzubekommen.

Eigentlich ist er ja ein Körner- und Samenfresser. Die Jungvögel, 4 – 6 an der Zahl, erhalten aber zunächst Raupen und anderes Kleingetier um Kraft zu schöpfen. In Eheangelegenheiten kann der Haussperling dem Menschen ein Vorbild sein. Er bleibt in den drei Jahren seiner Lebenserwartung dem Partner treu.

Der männliche Haussperling unterscheidet sich vom Weibchen durch einen braun gesäumten Scheitel und einem hellen Wangenfleck. Der schwarze „Latz“ läßt einen glauben machen, er wolle jeden Moment zu Tisch bitten. Seine Angetraute bleibt einem schlichten, unscheinbaren, braungrauen Outfit treu.

Haussperling – Feldsperling – Unterscheidung

Beim Verwandten, dem Feldsperling, sind Männchen und Weibchen kaum zu unterscheiden. Er ist auch bedeutend scheuer und nicht so an den Menschen angepasst. Der Feldsperling liebt die dörflichen Landschaften.

Im Unterschied zum Haussperling, hat der Feldsperling in dem weißen Wangenfleck noch einen deutlichen schwarzen Fleck. Von der Ferne könnte man meinen, er hätte einen Kopfhörer auf. Der Feldsperling lebt in Hecken und Büschen am Ortsrand und Feldrain.

Wenn wir früher verdreckt vom Spielen nach Hause kamen, lächelte Mutter oft und tadelte: „ihr seht aus wie die Dreckspatzen“. Dieser Ausspruch leitet sich vom Sand- oder Staubbad ab. Eine Eigenart, die der Sperling gerne und häufig nutzt und man kann ihn dann, meist in kleinen Gruppen, gut dabei beobachten.

Mit dem Bad befreit sich der Vogel von Parasiten. Anschließend hockt er, mit in den Nacken gestreckten Kopf und ausgebreiteten Flügen, im Gras und lässt sich von der Sonne bescheinen. Das gibt den Parasiten dann den Rest.

Wer dem Sperling etwas Gutes tun will legt in seinem Garten eine kleine Senke von etwa 30 cm Tiefe an und füllt ihn mit Quarzsand. Schon bald werden sich einige Spatzen darin einfinden. Das Sand- oder Staubbad ist auch bei Greifvögeln, wie dem Turmfalken, beliebt. Nistkastenhilfen für den Sperling kann man im Handel erwerben, oder auch eine Bauanleitung beim NABU im PDF Format herunterladen.

Wer eventuell einen heruntergeschnittenen Baum im Garten hat und diesen mit Efeu bewachsen lässt, schafft so einen natürlichen Platz für den Haussperling.

Haussperling – das Gedicht

Dem Nistplatz des Sperlings hat sich auch Wilhelm Busch in einem Gedicht gewidmet :

es grünte allenthalben

Der Frühling wurde wach,

bald flogen auch die Schwalben

hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich

und bauten außerdem

am Giebel rund und niedlich

ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche

sich redlich abgequält,

hat nur am Eingangsloche

ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,

die Wohnung in Besitz.

Jetzt hängt ein Strohgeklüngel

hervor aus ihrem Schlitz

Nicht schön, ist dies Gebaren

und wenig ehrenwert,

von einem der seit Jahren,

mit Menschen viel verkehrt.

Wilhelm Busch

Der Name des Sperling begründet sich aus dem althochdeutschen Wort „spar“, was soviel bedeutet wie „zappeln“. Ein Hinweis auf die hüpfenden Bewegungen des Haussperling, bei der Futtersuche am Boden.

Was der kleine Vogel den Menschen wert sein sollte, zeigt sich an einem Ereignis in den Zeiten Mao Zedongs in China. Weil man glaubte der Vogel würde der Ernte schaden, weil er die Körner wegpickte, wurde der Sperling in einer großen Aktion ausgerottet. Die Folge war eine Hungersnot die 30 Millionen Menschen betraf.

Ich denke den richtigen Schlußsatz für diesen Artikel bildet der Ausspruch : „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“ Das bedeutet nicht weniger, als sich mit dem Einfachen, Erreichbaren zufrieden zu geben, als dem Wertvollen, aber Unerreichbaren nachzueifern.

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Eichelhäher

Eichelhäher – carrulus glandarius – einer der auffälligsten Vögel aus der Familie der Rabenvögel. Er fällt durch seine blau-schwarz gestreiften Federn am Flügel sofort auf, wenn er sich denn blicken läßt. Der Vogel ist nämlich sehr scheu.

Im Flug sieht es so aus als würde er sich rudernd fortbewegen. Sein kräftiger, lauter Ruf warnt schon früh die Bewohner des Waldes vor Gefahr. Deshalb wird der Eichelhäher auch „Wächter des Waldes“ genannt.

Männchen und Weibchen sind kaum auseinander zu halten. Das Männchen ist wohl etwas kräftiger. Saisonal leben die Paare monogam. Die Nester bauen sie im Geäst der Sträucher und Bäume. Bevorzugt sind Laub- und Mischwälder, aber auch Parks mit altem Baumbestand. 5-8 Eier legt das Weibchen im Nest ab.

Eichelhäher – Nachwuchs

Die braun gesprenkelten Eier werden 17 Tage gemeinsam bebrütet. Die zunächst nackten Jungen sind Nesthocker und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Auch wenn die Jungen nach 20 Tagen das Nest verlassen, werden sie noch von den Altvögeln versorgt. Ein Eichelhäher kann bis zu 17 Jahre alt werden. Der Vogel gilt als Standvogel – oder Nahzieher. Vögel aus dem Norden überwintern in Mitteleuropa.

Die Nahrung besteht in erster Linie aus pflanzlicher Kost. Weil er aber auch Insekten und deren Larven, Mäuse und hin und wieder auch Nestlinge anderer Vogelarten frisst, gilt er als Allesfresser.

Gärtner haben den Vogel gerne in ihrer Nähe, weil er Aas frisst und auch Hausmüll nicht ausschlägt. Eichelhäher die in der Nähe von Gartenanlagen aufwachsen, sind auch weniger scheu.

Eichelhäher – Nahrung

Die Nahrung, bevorzugt Eicheln, transportiert er in einem Kehlsack. Das nutzt er um einen Wintervorrat zu verstecken, wobei er allerdings, ähnlich dem Eichhörnchen, vergisst wo er ihn versteckt hat. Auf diese Weise hilft er den Baumbestand zu regenerieren. Weil er die Samen einzeln und in Gruppen versteckt, entstehen neue Bäume, die gut für den Bestand sind und ihm selbst neue Nistmöglichkeiten schaffen,

Hähertisch und Waldpflege

Nach dem Sturm „Kyrill“ im Jahre 2007 hat sich im Bergischen Land der Revierleiter des Staatswald Eckenhagen, Daniel Müller-Habbel, diese Eigenart des Eichelhähers zu Nutzen gemacht. Auf den, durch den Sturm entstandenen Freiflächen, hat er „Hähertische“ angelegt. Kinder aus der Umgebung sammelten Eicheln und Bucheckern, die dort für den Vogel ausgelegt wurden.

600 Kilogramm kamen zusammen, die der Häher gerne annahm und versteckte. Eine interessante Beobachtung war ein schöner Nebeneffekt. Der Revierleiter konnte sehen, dass der Eichelhäher zwischen guten und schlechten Samen auswählte und nur die „guten“ mitnahm. die „schlechten“ blieben liegen.

Neben dem Eichelhäher sorgen auch das Eichhörnchen und der Tannenhäher, sowie andere Nager durch die Vorratsspeicherung für den Waldbestand.

Der Imitator

Eichelhäher sind sehr klug und geschickt. Er ist in der Lage die Stimme anderer Vogelarten zu imitieren. So auch den miauenden Ton des Bussard. Wenn wir also in der Natur einmal einen Bussard rufen hören, ihn aber nicht ausfindig machen können, könnte es durchaus ein Eichelhäher gewesen sein, der uns da auf den Arm genommen hat. Auch die Stimmen der Meisen beherrscht er hervorragend.

Oft kann man beobachten das der Eichelhäher mit weit auseinandergefalteten Flügeln und gespreiztem Schwanz auf Ameisenhügeln hockt. Dabei wirft er sich sogar einzelne Ameisen über den Körper. Mit Hilfe des Giftes der Ameisen hält er sich so Parasiten vom Leib.

Das Umweltmagazin „Proceedings of National Academy of Science“ berichtet von Beobachtungen von Forschern. Das Eichelhähermännchen beobachtet über einen längeren Zeitraum die Freßgewohnheiten eines Weibchen, um zu sehen welche Speise sie bevorzugt. Dann wartet er ihr mit genau diesem Fressen auf, um ihr zu imponieren.

Der schöne Vogel hat im Volksmund viele Namen. Der evangelische Geistliche und Biologe Otto Kleinschmidt (1870 – 1954) hat 58 Namen festgestellt, wie zum Beispiel : Holzhäher, Spiegelhäher, Nussert, Eichelrabe, Eichelkrähe, Holzschreier und Markwart. Markwart heißt er auch in der Fabel und bei dem Dichter Hermann Löns.

Eichelhäher im Jagdrecht

Der Bericht zeigt das wir es beim Eichelhäher mit einem besonderen Vogel zu tun haben. Wohl auch seiner Kleverness ist es zu verdanken, dass die Art nicht gefährdet ist, obwohl er noch im Jagdrecht zu finden ist. Neben der Elster und der Rabenkrähe steht er in der Liste der jagdbaren Arten in NRW. Allerdings ist er als ganzjährig geschont eingetragen. Es liegt im Ermessen der Jagdbehörde ob in einem besonderen Fall der Schutz aufgehoben wird.

In NRW brüten etwa 71.000 Eichelhäherpaare.

Kohlmeise – der Killer

Kohlmeise – der Held unter den Meisen, steht in der Hackordnung ganz oben. Auch größeren Singvögeln macht die Kohlmeise den Rang streitig. Was sie haben will, bekommt sie auch.

Kohlmeise

Die Kohlmeise ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa. Ihren Namen verdankt sie der schwarzen Kopfhaube.

Der Rocker unter den Meisen kann auch zur Bestie werden. Forscher des Max Planck Instituts für Ornithologie in Pöcking beobachteten an einer Höhle im Nordosten Ungarns ein außerordentliches Phänomen. In der tief verschneiten Landschaft fanden die Meisen keine Nahrung. Samen, Beeren und Insekten wie Spinnen, Falter und Mücken waren nicht mehr zu finden.

In den Höhlen halten Zwergfledermäuse ( Pipistrellus pipistrellus ) ihren Winterschlaf. Die etwa 5 g schweren, Streichholzschachtel großen Tiere werden nun zum Opfer der Kohlmeise. Diese fliegt in die Höhle und fügt mit ihrem spitzen Schnabel der Fledermaus schwere Kopfverletzungen zu. Nach etwa fünf Minuten fliegt der Vogel mit seinem Opfer aus der Höhle und frißt es.

Nun ist das allerdings der Not bedingt. Als die Forscher Speck und Sonnenblumenkerne vor der Höhle auslegen, verzichten die Kohlmeisen auf die Fledermäuse.

Kohlmeise

Das Phänomen der „Killermeise“ ist allerdings nicht neu. Schon länger ist bekannt das Kohlmeisen auch kleine Vögel töten.

In der Brutzeit konkurrieren Blaumeise und der aus Afrika kommende Trauerschnäpper ( Ficedula hypoleuca ) um Nistplätze und Nahrung. Forscher der Universität Groningen machten an 1000 Nistkästen die folgenden Beobachtungen.

Sobald eine Kohlmeise einen Nistplatz des Trauerschnäppers betritt, hat dieser keine Chance mehr.

Die Kohlmeise fügt ihm schwerste Kopfverletzungen zu. In 86 Nestern von Kohlmeisern fanden die Forscher tote Trauerschnäpper, deren Gehirn offenbar von der Meise gefressen wurde.

Ausserhalb der Nester ist der Trauerschnäpper der Kohlmeise überlegen. Aufgrund seiner besseren Flugkünste kann er die Meise beim Nestbau vertreiben.

Dennoch gehört unsere intelligente und freche Kohlmeise zu den beliebtesten Singvögeln. Zumal sie uns ja auch das ein oder andere Mal mit ihrem Gesang verspottet, wenn sie nicht ihr „zizibäh – zizibäh“ (oder nach den Volksmundversen vonKlaus Philipp – „sitz i da, sitz i da“ ) singt, sondern die Stimme anderer Meisen nachahmt.

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prunella modularis Heckenbraunelle


prunella modularis – oder auch verständlicher Heckenbraunelle, ist der Name meines kleinen und unscheinbaren neuen Freundes. Als ich das Vögelchen erstmals bemerkte, dachte ich zunächst der Spatz wäre zurückgekehrt. Dieser ist nämlich in meiner näheren Umgebung leider nicht mehr zu finden.

Die glatt verputzten Häuser mit neuer Wärmedämmung lassen dem Sperling keine Nistmöglichkeiten. Außerdem wurden lange Zeit die Hecken und Büsche schön in Formen geschnitten. Mal sah ein Busch aus wie ein Hase und manchmal, ironischer Weise, wie ein Vogel. Da hat der Spatz dann lieber seine sieben Sachen gepackt und ist abgezogen.

Aber nun habe ich ja seinen Nachfolger entdeckt. Obwohl die Heckenbraunelle ziemlich zahlreich vorkommt, ist sie doch schwer zu entdecken, wenn sie im Unterholz und im Gesträuch nach Fressbarem sucht. Außerdem ist sie auch recht Stimmfaul. Eigentlich hört man sie nur nach der Geburt der Jungvögel häufig singen.

prunella modularis – der faule Sänger

Ansonsten sitzt sie schon einmal auf der Spitze eines kleineren Baumes oder Busches und trällert monoton vor sich hin. Ihr Gesang erinnert etwas an Seegang. Klaus Phillipp, der in seinem Buch „Vogelstimmen“ den Gesang nach Volksmund-Reimen wiedergibt, beschreibt ihn so: schnell und schwatzend gesprochen „Meine Stimme klingt ja so silberhell, silberhell“.

Ich habe mir zunächst die Stimme einmal Original im Internet zu Gemüte geführt und mich dann an den Spruch gehalten. Es funktioniert perfekt und prägt sich so hervorragend ein.

Wer so seine Stimme ertönen läßt, hat natürlich auch kein Problem mit der Familiengründung. Allerdings bietet die Heckenbraunelle, die etwas kleiner als der oben erwähnte Spatz ist, auch hier eine Besonderheit. Sowohl Männchen und Weibchen haben ihre eigenen Reviere.

Das Weibchen verteidigt ihr Revier gegen die weibliche Konkurrenz heftig. Da sich die Reviere an mehreren Stellen mit denen der Männchen überschneiden können, legt sie sich nicht unbedingt auf den EINEN männlichen Partner fest. So kommt es vor, dass in einem Gelege die daraus schlüpfenden Jungen unterschiedliche Väter haben können.

Die Nester der Braunellen befinden sich gut versteckt in Bodennähe von Büschen, Sträuchern oder niedrigen Bäumen. Beliebt sind junge Fichtenbaumbestände. Hier halten sich dann auch schon einmal mehrere Paare auf.

prunella modularis

An unserer Futterstelle im Garten hält die Heckenbraunelle sich gerne am Boden auf und erwartet die Reste, die die Meisen und Amseln aus dem Futterhaus auf den Boden fallen lassen. Wenn sie etwas „erobern“ konnte verschwindet sie damit schnell unter einem der nahen Büsche.

Ansonsten besteht der Speiseplan unserer prudella modularis allerdings aus Insekten, Käfern und Spinnen, also alles was so “ kreucht und fleucht.“

Ich bin froh, dass ich diesen unscheinbaren Vogel kennenlernen durfte und seine Scheu ist auch in der Saarner Aue in Mülheim stark gesunken. Spaziergänger legen dort auf den Brückengeländern reichlich Futter ab. Da kommt es sogar vor, dass unsere kleine Braunelle kurz auf das Geländer fliegt und sich seinen Anteil erobert. Aber wirklich nur ganz kurz, um sofort wieder im Unterholz zu verschwinden.

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Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Der NABU hat die Feldlerche nach 1998 zum zweiten Mal als Vogel des Jahres gewählt. Seit 1998 ist jede 4. Feldlerche aus dem Brutbestand verschwunden. Bei uns machte sie in diesem Jahr Schlagzeilen, weil sie einem Konzert von Ed Sheeran weichen sollte.

Feldlerche findet keinen Lebensraum

die intensive Landwirtschaft und die nationale und europäische Landwirtschaftspolitik machen es dem Vogel schwer zu überleben. Ihr jubilierender Singflug mit dem sie hoch in die Luft steigt, um dort zu verharren und ihren Gesang vorzutragen, lockt den Frühling nur noch selten. In vielen Regionen ist die Lerche schon fast ausgestorben. 

Am Flughafen Essen-Mülheim findet der geschützte Vogel noch die flache Landschaft. Hier kann sie noch gut geschützt am Boden brüten. Ihre Farbgebung ist die ideale Tarnung in dieser Fläche. Das rot braune Gefieder macht sie fast unsichtbar. Das Gelände ist eingezäunt und so können frei laufende Hunde das Nest nicht erreichen. Menschen kommen nicht an sie heran und auch der Waldsaum und Hecken sind in einer guten Entfernung.

Die kleinen Flugzeuge und der Zeppelin der hier startet und landet scheint sie jedenfalls nicht groß zu stören. Wegen des oben genannten Konzertes sollte sie umgesiedelt werden, um Platz für 80.000 Zuschauer zu schaffen.  Dazu wollte man dann auf einem benachbarten Feld ein „Lerchenfenster“ errichten, um den Vogel zum Umzug anzuregen.

Letztendlich wurde das Open Air Spektakel gottlob abgesagt und nach Gelsenkirchen verlegt, wo es dann an zwei Abenden stattfand.

Lerchenfenster – ein Stückchen Feld für die Feldlerche

Lerchenfenster sind freie Streifen im Feld, die der Landwirt verschont. Auf etwa 20 Quadratmetern wird nicht gesät und so eine Fläche geschaffen wo die Feldlerche brüten kann.

DieFlächen werden auch vom Rebhuhn und der Goldammer gerne genutzt. Der Ernteausfall für dieses Lerchenfenster beträgt etwa 5 Euro für den Landwirt.

Es gibt einen Flyer über das Anlegen eines Lerchenfensters.



Nistkasten – Zeit zum Saubermachen –

Nistkasten – im Garten ist er ideal zum Beobachten unserer Vögel

Nistkasten – im Garten ist er ideal zum Beobachten unserer Vögel. Das Familienleben einer Vogelfamilie, vom Nestbau bis zum Ausflug der Jungvögel live mitzuerleben begeistert immer wieder alle Naturliebhaber.

Aber es ist ja nicht nur die Freude am Beobachten. Mit einem Nistkasten leistet man auch einen Beitrag zum Erhalt der Arten. Die Nistmöglichkeiten für Vögel, die sonst in Mauerritzern oder Löchern von Gebäuden oder unter den Dachziegeln ihre Nester bauen, werden durch die moderne Architektur mit Flachdächern usw. immer geringer.

Es gibt also gute Gründe mit einem Kasten zu helfen. Wer es sich nun überlegt hat und einen Kasten in seinem Garten oder Vorgarten anbringen möchte, sollte ein paar Dinge wissen. Der Nistkasten soll in einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern so angebracht werden, dass eine Katze oder ein Marder nicht gut an das Gelege kommen kann.  Außerdem ist zu bedenken, dass das Einflugloch nicht der Wetterseite ausgesetzt ist. Die Aufhängung in  Süd/Ost – Richtung verhindert den direkten  Einfluß von Regen und Sturm und  unmittelbarer Sonneneinstrahlung.  Zu beachten ist auch das es entweder gerade hängt, oder mit einer leichten Neigung nach vorne, damit kein Regenwasser eindringen kann.

Empfehlenswert ist es einen Nistkasten bereits zum Herbst aufzuhängen, um Vögeln und Insekten eine Möglichkeit zum Überwintern zu geben.

Nistkasten reinigen

Wer bereits einen Nistkasten stehen hat, sollte Ende September mit der Reinigung beginnen. Es genügt völlig mit einer Bürste für die Grundreinigung zu sorgen. Empfehlenswert ist das Tragen eines Einmalhandschuhs, da Flöhe oder Milben im Inneren sein können. Wer bereits früher mit der Reinigung beginnt dem wäre zu raten vor dem Öffnen kurz zu klopfen, ob sich kein Wespennest im Inneren angesiedelt hat.

Es ist natürlich nicht garantiert, dass gleich im ersten Frühjahr eine Familie einzieht. Oft beobachtet man das Meisen sich das „Häuschen“ ansehen, aber es sich dann doch noch einmal überlegen. Es klappt dann aber fast immer in der 2. Saison.

Bestimmungshilfe

Bestimmungshilfe – wenn ich Dir  bei der Vogelbestimmung behilflich sein kann, sende mir einfach ein Bild zu und ich versuche mein Bestes um zu klären mit wem wir es zu tun haben. Ansonsten hilft eventuell die Seite Beschreibung der Vogelarten weiter

Datenschutz zur Bestimmungshilfe

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Der stumme Sommer

Die Vogeluhr steht still

der stumme Sommer – 05:30  Uhr , nachdem ich gerade wach geworden bin,  fällt mir auf das die Vögel so still  sind. In den letzten Monaten hat uns der vielstimmige Gesang der Singvögel bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang erfreut. Jetzt aber ist es still, eine Amsel ist entfernt zu hören. Früher habe ich mich oft gefragt was da wohl passiert ist, dass es plötzlich über Wochen keine Vögel mehr zu hören gibt.  Hat es etwas damit zu tun was Rachel Carson in ihrem Buch „der stumme Frühling“ beschreibt?

Ein ganz normaler Vorgang – der stumme Sommer

Nein, zum Glück nicht, heute weiß ich das es ein ganz normaler und logischer Vorgang ist. Im Frühjahr in der Balz, beim Wetteifern um eine Partnerin muss ein Vogel zeigen was er kann und wenn dann nach der Paarung die Brut verpflegt werden muss, gilt es auch noch das Revier abzugrenzen und die Familie zu beschützen, da muss man sich schon klar bemerkbar machen. Dann kommt die Zeit wo die Kleinen flügge wurden und das Nest verlassen. Ruhe kehrt ein, der Stress ist vorbei und man kann sich erholen. Jetzt muss bereits neue Kraft getankt werden um sich für  den Flug in den Süden zu rüsten. Anders gesprochen ist es die Zeit wo wir Menschen ein paar Wochen Urlaub machen, um uns ebenfalls vom Stress zu erholen.

Ruhe ist eingekehrt

Die Vögel müssen nun auch kein  Revier mehr verteidigen , also kann man auch morgens seine Stimme schonen. Für den Hobby Ornithologen und Tierfotografen gibt es jetzt bedeutend weniger zu beobachten. Erst im September, wenn die ersten „Gäste“ aus dem Norden unsere Region erreichen, ändert sich die Situation wieder. Gönnen wir unseren „alten Vögeln“ die Ruhe und harren wir der Dinge die da kommen.

Der Stieglitz – farbenprächtig – schön

Stieglitz

Der Stieglitz – Carduelis carduelis – ist auch als Distelfink bekannt. Den Namen „Stieglitz“ erhielt der schöne Singvogel wegen des prägnanten „stiglitt“ und „dudidelit“ Rufes zu Beginn seines Gesangs. Dem  folgt ein Trillern und Schnurren in schneller Folge. Ich habe mich sehr gefreut heute ein Pärchen im Garten beobachten zu können. Offensichtlich haben sie in einer benachbarten Esche ein Nest.

Immer wieder fliegen beide Vögel gemeinsam in den Garten um Samen zu picken und gleich wieder zurück zur Esche zu eilen. Bei meinen Erkundungen über den Stieglitz las ich das er nur in den Wintermonaten ans Futterhaus kommt. Dem ist allerdings nicht so. Soeben saß das Männchen am Boden und wartete bis die Kohlmeise sich entfernte, die gerade im Futterhaus war, um dann kurz Nahrung zu fassen.

Aussehen des Stieglitz

Männchen und Weibchen dieser farbenprächtigen Finken sind nur schwer zu unterscheiden. Beim männlichen Stieglitz reicht die rote Gesichtsmaske bis zum hinteren Augenrand und darüber hinaus. Wogegen sie beim  weiblichen Vogel  nicht bis an den Augenrand geht.

Wie bei allen Körnerfressern ist der Schnabel keilförmig, allerdings beim Kiebitz spitz, wodurch er gut an den Samen der Distel kommt. Hierher rührt auch der Zweitname „Distelfink“.

Stieglitze brüten in kleinen Gruppen von etwa zehn Paaren und schlafen auch in kleinen Gruppen. Bei unserem Paar kann ich allerdings keine weiteren Tiere entdecken.

Vogel des Jahres – der Stieglitz

2016 wurde der Stieglitz zum Vogel des Jahres gewählt. Wegen seiner Farbenpracht wollte man so auf  die Verbindung zu einer farbenfrohen Landschaft mit Gräsern und Blumen verweisen.

Der Bestand des Stieglitz ist seit einigen Jahren rückläufig, was wohl auch im Zusammenhang mit der veränderten Landschaft steht.

Der Deutsche Verband der Avifaunisten ermittelte bis 2013 einen Bestandsrückgang um 48 Prozent, das bedeutet das es noch zwischen 305.000 und 520.000 Brutpaare gibt.

Wohngebiete

Der Stieglitz lebt sowohl in der Stadt- als auch in der Agrarlandschaft. Die Brutgebiete erstrecken sich vom Atlantik bis in die Mongolei und Westchina und vom südlichen Skandinavien bis Vorderasien.

Unsere Stieglitze zählen zu den Standvögeln und den Kurzziehern. Seine Überwinterungsgebiete sind Westeuropa un Südeuropa. Allerdings zieht es ihn im Winter überwiegend von NRW nach Italien.

Paarung

Bei der Nahrungsaufnahme zeigt er sich sehr geschickt. Er hängt mit dem Rücken senkrecht, nach Art der Meisen, um an den Samen zu kommen, aber er kann es ebenso von der Seite.

Die Paare finden sich bereits auf dem Winterflug und bleiben eine Brutsaison, die aus zwei Bruten besteht, monogam. Nach der Balz ist das Männchen für die Nestsuche zuständig. Danach übernimmt dann das Weibchen die Dominanz, das auch alleine fürs Brüten zuständig ist.

Ich bin gespannt ob ich unser Pärchen noch über einen längeren Zeitraum beobachten kann.

Stieglitz