Steinschmätzer

Steinschmätzer-oder Oenanthe oenanthe , mit wissenschaftlichem Namen, gehören eigentlich nicht zu den Arten die wir hier im Ruhrgebiet oft zu sehen bekommen. Umso erfreuter war ich natürlich diesen Vogel , auf einem Weidezaunpfahl sitzend, beobachten zu können. Er war wohl damit beschäftigt dem Treiben der grasenden Pferde auf der Weide zu folgen.

Steinschmätzer
Steinschmätzer

Der Vogel befand sich sicherlich auf der Durchreise auf seinem Weg nach Afrika in sein Überwinterungsgebiet und machte erfreulicher Weise im Ruhrgebiet eine Rast.
Auffallend ist ein weißer Überaugenstreif, der die schwarze Maske um das Auge verstärkt wirken läßt. Auch die weiße Schwanzspitze fällt ins Auge.

Die Pferde wirbeln mit ihren Hufen beim Grasen den Boden auf und bringen für die Vögel so nahrhaftes zu Tage. Das habe ich auch schon bei der Schafstelze beobachten können und auch die Stare halten sich gerne in der Nähe von grasenden Huftieren auf.

Der Steinschmätzer ernährt sich von Spinnen, Würmern und anderen Insekten. Der Vogel gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten.

Die Nester werden in Höhlen unter Steinen , aber auch in Kaninchenbauten in offenem Gelände angelegt. Das gefährdet die Brut natürlich durch Prädatoren, wie Fuchs und Marder. Den Rohbau beginnen beide Partner gemeinsam, wenn es aber an die Ausstattung geht, das Auspolstern mit Federn, Wollresten oder Federn, hat die Frau des Hauses das Sagen.

Bei dem Steinschmätzer den ich ablichten konnte, handelt es sich offenbar um einen Vogel der ersten Generation im ersten Winterkleid. Der Svensson Vogelführer hat mit bei der Bestimmung sehr geholfen.

Zilpzalp und Fitis

Zilpzalp – mit wissenschaftlichem Namen Phylloscopus collybita, ist einer der häufigsten Laubsänger in Deutschland. Der kleine Vogel ist überall zu finden. Weil er ständig „Zilp Zalp“ ruft wurde er auch danach benannt. In Franken nennt man ihn auch „Wüstling“ oder „Finderling“. In anderen Regionen auch „Erd- oder Weidenzeisig“, obwohl er nicht auf Weiden spezialisiert ist.

Zilpzalp
Zilpzalp

Der Nestbau erfolgt in ca 20 bis 40 cm Höhe in Buschwerken wir Brombeerhecken. Der Laubsänger lebt monogam, kann aber auch in Bigynie leben, dass heißt ein Männchen mit zwei Weibchen.

Bereits im März ist er aus dem Winterquartier im Mittelmeerraum zurück, obwohl er erst spät, gegen Ende Oktober dorthin fliegt.

Der kleine Vogel ist ohne besondere Zeichnung ausgestattet und daher eher unscheinbar. Zilpzalp und Fitis gehören zu den Zwillingsarten. Darunter versteht man Vogelarten die nur schwer zu unterscheiden sind.

Zilpzalp Fitis
Fitis

Der Fitis hat etwas länger Schwanzfedern und wirkt eher etwas „gestreckt“. Die Beine des Fitis sind deutlich heller als die des Zilpzalp. Auch der Augenstreif ist beim Fitis etwas deutlicher. Das markanteste Unterscheidungsmerkmal allerdings ist die Stimme.

Über den monotonen Gesang des Zilpzalp haben wir ja bereits geschrieben. Der Gesang des Fitis erinnert an den des Buchfink. Eine nach hinten abfallende Melodie.

Rotkehlchen

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, wipp, wipp !

hat sich ein Beerlein abgezapft, knipp, knipp !

Läßt sich zum klaren Bache hernieder,

tunkt`s Schnäblein ein und hebt sich wieder, stipp, stipp, nipp, nipp !

und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piept ganz allerliebst, zipp, zipp, zipp, zipp trill !

sich eine Abendmelodie.

steckt`s Köpfchen dann ins Federkleid

und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch – Quelle Busch Bildergeschichten

Wilhelm Busch hätte auch Ornithologe werden können, so wie er das Vögelchen in diesem Gedicht beschreibt. Der wippende Flug und der tickende Warnruf sind beide im Gedicht erklärt.

Rotkehlchen
Rotkehlchen

Das Rotkehlchen zeigt nur wenig Scheu und hat sich mit dem Menschen arrangiert. Hält man die Hand mit Futter hin, kann man damit rechnen das das Vögelchen auf der Hand sitzend die Körner entgegen nimmt. Ansonsten findet die Futtersuche hauptsächlich am Boden statt. Würmer, Spinnen und Insekten werden emsig aufgepickt. Aber auch das Futterhaus im Garten wird gerne angenommen. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Markantes Merkmal ist natürlich die große rote Brust, aber auch lange Beine kennzeichnen den Vogel, der etwas kleiner als ein Sperling ist.

Rotkehlchen
Fütterung

Der Gesang beginnt bereits in der Frühe, eine Stunde vor Sonnenaufgang und ist ganzjährig zu hören. Nur bei starkem Regen vergeht auch dem kleinen Sänger die Lust am Flöten.

Das Sommer-Rotkehlchen entspricht nicht unbedingt dem Winter-Rotkehlchen. Denn der Vogel der Sommermonate überwintert gerne am Mittelmeer. Der Wintervogel kommt aus dem Norden und mit unseren Temperaturen findet er es gemütlich genug um hier zu überwintern.

Rotkehlchen – der Einzelgänger

Der Singvogel ist ein Einzelgänger. Das Weibchen baut das Nest in Bodennähe unter einer Wurzel oder einem Baumstamm. Die Brut, die etwa zwei Wochen dauert übernimmt ebenfalls das Weibchen. Es wird dann vom Männchen mit Futter versorgt. Bei nahender Gefahr fliegen beide Eltern vom Nest um den Feind abzulenken.

Die Balz

Bei der Balz zeigt der männliche Vogel der Angebeteten gerne die stolze rote Brust und wirft den Kopf in den Nacken, mit den Schwanzfedern heftig wippend. Dennoch gehen die Beiden zunächst getrennte Wege, erst wenn das Weibchen von einem Ansitz aus Lockrufe hören läßt und das Männchen die Dame mit Leckereien füttert, ist der Bund fürs Leben geschlossen und sie bleiben zusammen.

Rotkehlchen
Jungvogel

Es kann zwischen rivalisierenden Rotkehlchen zu heftigen Kämpfen kommen, die bis in den Tod führen können. Zunächst erfolgt die kommunikative Warnung, mit aufgeplustertem Gefieder. Gibt aber keiner von Beiden nach, beginnt der Kampf. Sie verkrallen sich ineinander und versuchen dem Gegner die Augen auszustechen. Diese Kämpfe können bis zu einer halben Stunde dauern.

Lustig ist es wenn man den Garten umgräbt und das Vögelchen unmittelbar hinter uns den Boden nach Würmern absucht. Auch die Amsel lauert bereits im Hintergrund, aber so mutig wie das Rotkehlchen ist sie nicht.