Löffler

Löffler – Platalea leucorodia – sind Vögel aus der Familie der Ibisse. Sie sind kleiner als Störche und haben eine Flügelspannweite von etwa 120 cm, was etwa 50 cm kürzer ist als beim Storch.

Der Löffler Bestand hatte bis 1970 dramatisch abgenommen. Ihr Lebensraum wurde, wie auch bei vielen anderen Vögeln der Feuchtgebiete, durch die Entwässerung für die landwirtschaftlichen Nutzung zerstört. Ein weiterer Aspekt war die Bejagung der Tiere. Das Verbreitungsgebiet der Löffler ist in Bereichen von Nord – bis Südeuropa.

Seit 1990 erholen sich die Bestände deutlich. Vor allem an der holländischen Küste stieg die Zahl der Brutpaare von 150 im Jahr 1970 auf 3000 im Jahr 2014. Von Holland aus verbereitete er sich auch in den deutschen Küstenraum. Die Inseln Borkum, Spiekeroog, Norderney und Gebiete in Schleswig Holstein wurden zu Brutgebieten. 2014 zählte man bereits 800 Brutpaare in Deutschland.

Löffler

Die Löffler auf den Bildern sah ich in der Nähe von Greetsiel. Im Schutzgebiet Hauener Hooge, das ein Teilgebiet des Naturschutzgebietes Leyhörn ist, gibt es eine versteckt gelegene Beobachtungshütte von der aus man den Ruheplatz der Löffler sehr schön beobachten kann, ohne die Tiere zu stören. Überhaupt gibt es dort noch viele andere Arten zu sehen. So die Uferschnepfe, Rohrammer, Blaukehlchen, Rohrweihe – um nur einige aufzuzählen. Bis heute ist nicht genau geklärt woher das Wort „Hooge“ abgeleitet ist. Im Bezug auf die „Hallig Hooge“ bedeutet Hooge der höchste Punkt. Insofern könnte Hooge eventuell ein Hinweis darauf sein, dass es sich um eine Erhöhung im Gelände gehandelt hat.

Löffler

Im Gegensatz zum Storch nimmt der Löffler seine Nahrung nicht Stück für Stück auf, sondern „seiht“ sie durch hin- und her Bewegungen des Kopfes über den löffelartigen Schnabel aus. Dieser ist auch der Grund warum er seine Nahrung nicht sehen kann. Im „Löffel“ befinden sich feine Fühler die auf Bewegungsreize der in Frage kommenden Nahrung reagieren. Als „Seihen“ bezeichnet man das Pendeln mit dem Schnabel.

Wie der Reiher lebt auch der Löffler in Kolonien. Die Nester befinden sich oberhalb des Wassers im Schilf oder am Boden in Büschen.

Das weiße Gefieder hat eine leichte Gelbtönung. Im Prachtkleid ziert die Brust ein klarer gelber Fleck. Am Hinterkopf zeigt sich ein langer Federschopf.

Flug der Störche

Flug der Störche in die Winterquartiere bereits begonnen, liegt es an der Trockenheit? So lautete die Überschrift eines Artikels den ich neulich las und tatsächlich habe ich am 18. August 2018 über Essen im Ruhrgebiet zwanzig Störche auf dem Weg in den Süden beobachten können. Auch mir kam es so vor als wären die Vögel noch nie so früh in ihre Winterquartiere abgeflogen.

Jungstörche

Meine Nachforschungen brachten dann zu Tage das die Jungstörche meistens eine ganze Zeit vor den Alt-Vögeln starten. In der letzten Zeit hat es ja auch wieder etwas Regen gegeben und es ist wohl dadurch auch genug Fressbares zu finden. Es sind sich allerdings  nicht alle Storchenkenner einig, ob es da dennoch einen Zusammenhang mit der Dürreperiode gibt. 

Für die Vögel selbst zählt aber offensichtlich die richtige Wetterlage mehr um sich für den Zeitpunkt des Abfluges zu entscheiden. Störche benötigen die richtigen Aufwinde für ihre Reise. Aufgrund der großen Flügelspannweite nutzen sie die Thermik und haben durch den Gleitflug lediglich einen Energieverbrauch von 15 – 30 Prozent. Auf ihrem Flug erreichen sie Geschwindigkeiten von 50 – 100 km/h und können am Tag 120  bis 350 Kilometer hinter sich bringen.

Flug ueber zwei Routen

Das veränderte Klima in Europa hat bereits dazu geführt das einige Störche ganz auf den strapaziösen Flug in die Winterquartiere verzichten und hier überwintern. Die anderen Vögel entscheiden zwischen der Ostroute und der Westroute.

Während die Ostroute über den Bosporus führt, müssen die Störche der Westroute den Weg über Gibraltar benutzen um in den Senegal oder den Tschad zu gelangen. Die „Bosporus-Flieger“ nutzen Quartiere in Israel, im Sinai, Sudan oder Ost- und Südafrika.

Für beide Routen gilt aber das die Überquerung des Meeres für viele der großen Vögel den Tod bedeutet. Sie sammeln sich tagelang auf dem Festland um den Moment abzuwarten, der ihnen die günstigsten Winde beschert. Nach dem Abflug bleibt nur die Hoffnung das die Thermik ausreicht um den Afrikanischen Kontinent zu erreichen. Ohne den nötigen Aufwind stürzen viele  entkräftet ins Meer.