Naturwunder

Naturwunder – oder wie ich das Wunder der Natur entdeckte-

Nach einer Scheidung, Alkoholexzessen und einem beruflichen Neustart als Gastwirt, begann mein zweiter Lebensabschnitt nicht gerade hoffnungsvoll. Dennoch sollten die kommenden Jahre zu den schönsten und wichtigsten meines Lebens werden.

Der Zeit als Wirt waren nur wenige Jahre bestimmt, sie reichten aber um die beste Frau der Welt kennen zu lernen und schon bald zu heiraten. Aus den Töchtern waren Ehefrauen und Mütter geworden, die mir die tollsten Enkel bescherten.

Ich hatte mein Interesse an der digitalen Fotografie entdeckt und mir eine Spiegelreflex Kamera zugelegt. Nach einem Canon Workshop in Hellenthal in der Eifel, mit den faszinierenden Greifvögeln, kaufte ich mir ein gutes Teleobjektiv.

Durch eine Umschulung war ich in einem Job als Sicherheitsfachkraft und Betriebssanitäter tätig. Meinen Dienst leistete ich bei einem großen Aluminiumhersteller im Essener Nordwesten.

Bei den Streifenfahrten entdeckte ich den Mäusebussard, der sich mit einem kleinen Kaninchen in den Fängen abmühte. Dann sah ich den Fasan mit seinem Harem, der nach Erfüllung seiner ehelichen Pflichten wieder alleine seines Weges zog.

Der Grünspecht hatte mich tagelang ausgelacht, bis ich ihn entdeckte. Es hatte so lange gedauert, weil ich ihn immer an einem Baum gesucht habe. Damals ahnte ich noch nicht das er sich so gerne von Ameisen ernährt und sich deshalb oft am Boden aufhält.

Auf dem Kamin, in luftiger Höhe, nistete jährlich ein Wanderfalkenpaar. Die Beringung war immer spannend und die Falkner zeigten mir dann auch die Bilder von den jungen Falken.

Naturwunder – Vogelfotografie

Nach diesen Erlebnissen war es eigentlich schon logisch, dass ich mich immer mehr mit der Vogelfotografie befasste. Schließlich wollte ich auch wissen, wen ich da ablichtete und welche Gesänge ich da ständig hörte. Ich besorgte mir also Bestimmungsbücher und andere Lektüren. Auch das Internet war in dem Falle recht hilfreich.

Das Buch „Federnlesen“, wunderbar geschrieben von Johanna Romberg , fördert noch die Begeisterung an der Vogelbeobachtung

Auch wenn ich einmal nicht fotografieren konnte, war es immer aufregend die Vögel zu beobachten und immer besser auch zu erkennen. Dann häuften sich die Berichte über den Niedergang diverser Arten und das Insektensterben. Nun wollte ich auch diese Zusammenhänge kennen. Wodurch kam dieser massive Rückgang bei den Insekten, warum werden immer mehr Vogelarten in die gefährdeten Listen eingetragen?

Unter anderem mit diesen Themen befasst sich Prof. Berthold in seinem Buch „unsere Vögel“.

So erfuhr ich von den verschiedenen Arten der Landwirtschaft. Klar hatte ich auch vorher schon vom biologischen und intensiven Anbau gehört, aber mit welchen Massen und welchen Dimensionen man es bei Pestiziden, Insektiziden, Neonikotinoiden und Massentierhaltung mit riesiger Überdüngung zu tun hat, war mir fremd.

Im Buch von Alexander Schiebel „Das Wunder von Mals“, werden die Folgen des intensiven Obstanbaus in Süd-Tirol drastisch geschildert.

Welche Folgen die Einsätze von Giften auch auf die Vogelwelt hat, beschreibt Rahel Carson in ihrem Buch „Der stumme Frühling.“

Naturwunder und der Mensch

Es wurde mir immer klarer, dass der Mensch ja nur ein Glied im Kreislauf der Natur ist und das er ständig daran arbeitet dieses Glied selbst zu zerstören, im Bewußtsein, damit auch sich selbst zu zerstören. Eine gerissene Kette kann man nicht mehr umhängen.

Kaum zu glauben das es noch immer Menschen gibt, die an den menschgemachten Klimawandel zweifeln. Hemmungslos werden die wichtigsten CO² Speicher vernichtet, wenn es um industrielle Interessen geht. Noch immer beherrschen Lobbyisten die Politik, auch wenn man langsam ein Umdenken wahrzunehmen scheint.

Naturwunder – Baum

Das Lebewesen Baum wird weiterhin nicht geschont wenn es um den Braunkohlebbau geht. Lebewesen? Ja, tatsächlich ist der Baum ein Lebewesen. Zu der Erkenntnis muß man kommen, wenn man das Buch von Peter Wohlleben “ Das geheime Leben der Bäume“ gelesen hat.

Dann sieht man tatsächlich die Bäume laufen, wie man es oft in Fantasyfilmen oder Märchenfilmen vorgeführt bekommt. Wie sie mit wankenden Schritten und wedelnden Armen daher schreiten. Tatsächlich gibt es so etwas wie soziales Verhalten unter den Bäumen. Beim Lesen des Buches werden einem die Zusammenhänge mit den unter der Erde existierenden Wurzeln und Kleinstlebewesen klar.

Das es einen Datenaustausch unter der Erde gibt, den Wissenschaftler tatsächlich bereits als „Wood Wide Web“ bezeichnen, setzt dem die Krönung auf.

Die Natur, unsere Erde ist ein einzigartiges Wunder. Dieses Wunder müssen wir für unsere Nachkommen erhalten, das sollte unser wichtigstes Ziel sein.

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Vogelfotografie – Technik

Vogelfotografie – wie fotografiere ich Vögel ? Wer mit der Vogelfotografie beginnen möchte, sollte sich zunächst ein wenig mit dem Objekt seiner Begierde befassen. Vögel sind schnell, bleiben meist nicht lange auf einer Stelle, fliegen, hüpfen, springen und sind äußerst wachsam. Das müssen sie auch, weil ihre natürlichen Feinde überall lauern. Katzen, Füchse, Marder, Waschbären und natürlich der Mensch geben jede Menge Anlass für die Tiere vorsichtig zu sein.

Vögel reagieren auf Bewegung. Man kann sich sicher sein vom Vogel bereits beobachtet zu werden, bevor man ihn selbst überhaupt entdeckt hat. Außerdem können Vögel auch gut hören. Man sollte, um nicht noch mehr aufzufallen, gedeckte Kleidung tragen. Ein zu farbenfrohes Outfit fällt sofort auf. Ob man nun sehr leise sein sollte ist Ansichtssache. Wildtiere fühlen sich sicherer wenn sie den Menschen hören. Wanderer die sich mit einem Partner unterhalten, oder spielende Kinder beruhigen die Tiere eher weil sie wissen das von den Menschen keine Gefahr ausgeht, im Gegensatz zu dem lautlosen Jäger.

Vogelfotografie – Vorbereitung

Es gibt natürlich Tarnkleidung. Sinn macht diese wenn der Fotograf oder Beobachter zum Beispiel am Feuchtbiotop auf eine bestimmte Vogelart wartet. Die Wasserralle, die nur am frühen Morgen oder in der Dämmerung zu sehen ist, oder Kraniche , die sehr scheu sind und die man nicht stören will, lassen sich evtl. so besser ablichten.

Wo finde ich den Vogel ?

Beobachtungshütte in Holland

Es gibt Beobachtungshütten die man für seine Ziele nutzen kann und für die Bodenbrüter, wie zum Beispiel der Rotschenkel, der auf dem Zaunpfahl sitzt und sein Nest beobachtet, bietet sich das Auto als idealer Schutzraum an. Es ist zwar erstaunlich, aber ein Mensch im Auto, selbst bei offenem Fenster stört den Vogel nicht. Das Auto wird zum Ansitz und man kommt sehr nahe an die Tiere heran, ohne sie aufzuscheuchen. Das soll jetzt nicht bedeuten mit dem Auto überall hinzufahren. Die Landschaft, der Acker, das Feld, die FFH und andere Schutzgebiete sind keine Strassen und mit den Reifen wollen wir nicht noch zur Verdichtung der Böden beitragen. Deshalb gilt es unbedingt auf den Strassen zu bleiben.

Rotschenkel – aus dem Auto heraus fotografiert

Der Schutz der Vögel und der Natur steht immer im Vordergrund. Nur um ein Bild zu „schießen“ dürfen brütende Vögel, oder betreuende Elternvögel nicht gestört, aufgescheucht oder verscheucht werden. Das würde für das Gelege und für Jungvögel den Tod bedeuten, weil die Eltern aus Angst nicht mehr zum Nest zurückkommen.

Der ideale Beginn für die Vogelfotografie ist der eigene Garten mit einer Futterstelle und einer Vogeltränke. Ich habe in einem Jahr 15 verschiedene Arten im Garten entdeckt. Das Schöne dabei ist, das man bereits die ersten Vögel des Frühjahrs mitbekommt. Da ist noch nicht so viel „Betrieb,“ weil andere noch nicht aus den Winterquartieren zurück sind. So lernt der aufmerksame Beobachter auch die Stimmen der Vögel kennen und auseinander zu halten. Am Futterkasten halten sich die Vögel auch schon einmal etwas länger auf und man hat mehr Zeit für das Bild.

Vogelfotografie – Lektüre

Neben den Informationen die das Internet bietet, gibt es zahlreiche gute Lektüren. Bestimmungsbücher helfen dabei den Vogel einzuordnen, den man gerade abgelichtet hat. Man will ja auch wissen welche Eigenarten der Vogel hat, wie seine Ernährung ist und wann er überhaupt zu sehen ist. Handelt es sich um einen Standvogel, der immer in der Region bleibt, oder um einen Zugvogel, der sein Winterquqartier aufsucht, oder macht der Vogel lediglich eine Rast auf der Durchreise? Ein solches Buch ist das „BLV Handbuch Vögel„, oder der Svensson „Kosmos Vogelführer .“ Ebenfalls vom Kosmos Verlag:  „Welcher Vogel ist das? “ und diverse andere Lektüren. Mehr zu Büchern in der Sektion „Buchrezension“.

Die beste Zeit zum Fotografieren

„Der frühe Vogel fängt den Wurm “ – ein weithin bekannter Spruch, der aber auf die Vogelfotografie zutrifft. Zwar legen die Vögel im Frühjahr nach ihren Gesängen am ganz frühen Morgen eine kurze Pause ein, aber mit diesen Revier- und Präsentations – Gesängen beginnen sie ja auch schon eine Stunde vor Sonnenaufgang, bis eine Stunde nach Sonnenaufgang. Die frühe Morgenstunde ist sehr gut geeignet um Vögel abzulichten, weil sie dann auf der Suche nach dem „Frühstück“ noch nicht so ganz aufmerksam sind, was ihre Umgebung betrifft. Wer sich für die Zeiten interessiert, kann auf der „Vogeluhr“ nachlesen, wann welcher Vogel mit seinem Gesang beginnt. Die Zeiten verschieben sich etwas mit dem Sonnenaufgang.

Die Ausrüstung

Das Objektiv – die Brennweite – die Kamera

Ich benutze für die Vogelfotografie eine SLR von Canon, deshalb beziehen sich die folgenden Angaben auch auf diesen Hersteller. Die 7D Mark II mit einem L Objektiv 120 – 400 mm ist der Standard wenn ich unterwegs bin. Das Zoom Objektiv hat den Vorteil einen Brennweitenbereich von 120 – 400 mm abzudecken. Auf dem Bild ist eine 300 mm Festbrennweite zu sehen. Diese haben zumeist eine bessere Abbildungsqualität und eine höhere Lichtstärke gegenüber dem Zoom Objektiv. Der Vorteil des Zooms ist aber die Flexibilität in der Brennweite, gerade weil unsere Objekte sich ja bewegen und wir nicht ständig das Objektiv wechseln können, so viel Zeit bleibt meist nicht. Außerdem ist die Qualität der Zoom Objektive mittlerweile sehr gut, wenn man nicht das billigste nimmt.

300mm Festbrennweite

Brennweiten um 400 – 600 mm im Kleinbildformat, oder 300 – 500 mm im APS-C Bereich sollten etwa das Minimum an Brennweite darstellen. Es können natürlich auch schon einmal Bilder mit niedriger Brennweite gelingen, wenn man nahe genug herankommt, allerdings gehören da Faktoren wie Glück und Zufall dazu.

Große Vögel die an den Menschen gewöhnt sind, wie eine Möwe, kann man natürlich auch mit kürzeren Brennweiten als Vollbild ablichten weil sie kaum scheu sind. so auch ein Rotkehlchen, das zum Füttern auf die Hand kommt. Auch die Vögel in Freiflughallen sind in der Regel einfach zu fotografieren. In der freien Natur ist das allerdings meistens nicht so.

Wie bereits am Anfang beschrieben sind Vögel sehr schnell, zumal wenn man sie im Flug erhaschen will. Meist verharren sie auch nicht lange an derselben Stelle. Somit benötigen wir also neben der langen Brennweite auch eine entsprechend kurze Verschlußzeit.

Verschlußzeit

Ein Vogel im Flug zwingt uns schon zu einer Verschlußzeit  ab 1/1000 Sekunde, eher 1/2000 Sekunde oder kürzer. Je näher die Flugbahn des Vogels ist, um so kürzer muß die Verschlußzeit sein. Damit beantwortet sich auch schon die Frage des Bildstabilisators. Den braucht man bei solchen Verschlußzeiten natürlich nicht mehr.  Bei langen Zeiten bietet sich gegebenenfalls ein Stativ an. Es gibt allerdings auch Kameras die einen 5 Achsen Stabilisator mitliefern, womit dann sogar Freihandaufnahmen mit 1/30 Sekunde noch machbar sind.

In der Regel gilt allerdings, um ein verwacklungsfreies Bild zu bekommen,  eine Verschlusszeit mit etwa dem Kehrwert der Brennweite. Zum Beispiel eine Brennweite von 300 mm entspricht einer Verschlusszeit von etwa 1/300 Sekunde. Ich empfehle zunächst die Blendenautomatik zu nutzen.

ISO

An der Kamera sollte die ISO Automatik ( ISO ist analog als Bezeichnung der Filmempfindlichkeit bekannt ) eingestellt sein. Beginne mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sek und experimentiere, je nachdem wie aktiv der Vogel ist, den du ablichten möchtest. Wenn die ISO Zahl zu hoch wird, wird das Rauschen im Bild unschön.

Für die Belichtungsmessung empfehle ich die Spotmessung um sich auf das Objekt zu konzentrieren. Der Autofokus sollte auf AI Servo , also bewegende Objekte, stehen und benutze die schnelle Reihenaufnahme, das erhöht die Chance, das eines der Reihenbilder dem entspricht, das dir richtig gut gefällt.

Hintergrund

Auch bei der Vogelfotografie sollte man auf den Hintergrund achten. Eine weiße Möwe im Flug vor einem fast weißen bedeckten Himmel zu fotografieren macht nicht viel Sinn. Anders ist das Bild bei einem schönen blauen Himmel als Hintergrund. Bei hellerem Himmel werden die fliegenden Gänse zu dunkel abgelichtet durch das vorhandene Gegenlicht. Man muß also die Lichtmessung anpassen um die Konturen erkennen zu können.

Ähnlich ist es mit Vögeln die in Bäumen oder auf Ästen sitzen. Der Hintergrund ist dann sehr unruhig. Oft sind Blätter im Weg, was die Scharfstellung erschwert. Ein Autofokus ist dann fast nicht mehr möglich. Ein Positionswechsel kann dann hilfreich sein. Eine offene Blende lässt das Laub in Unschärfe verschwinden.

Stativ ja oder nein ?

In der Regel fotografiere ich ohne Stativ, da der Vogel mir zumeist nicht die Zeit gibt das Stativ zu benutzen. Wenn ich aber weiß , ich möchte heute den Eisvogel fotografieren, den ich seit Tagen beobachte und der immer alle 15 – 20 Minuten auf seinem „Stammast“ sitzt, lohnt es sich ein Stativ dabei zu haben. Ein Einbeinstativ kann auch gut am Fotorucksack angebacht werden. Den Vogel im Flug werde ich bestimmt nicht mit einem Stativ „einfangen“. Der fliegende Vogel, der durch „Mitziehen“ fotografiert wird, erfordert schon ein wenig Übung.

Wichtig ist noch die Einstellung „Reihenaufnahme“. Bei zehn Bildern in der Sekunde ist es höchst wahrscheinlich, dass wenigsten ein oder zwei Bilder gelungen sind. Das A und O der Vogelfotografie ist aber, wie überhaupt bei der Tierfotografie – Geduld.