Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Charadrius subius – sind von der Größe her etwa mit einem Star zu vergleichen. Es ist ein faszinierender Vogel mit erstaunlichen Eigenschaften. Das „Vereiteln“ eines Prädators zählt zu dem Beeindruckendsten was ich gesehen habe. Leider konnte ich es nur in einer Dokumentation verfolgen.

Flußregenpfeifer

Nähert sich ein Feind dem Nest, auf dem der Vogel starr verweilt, auf eine Distanz von etwa fünf Metern, läuft der Vogel schnell in seitliche Richtung. Dabei zeigt er sein schauspielerisches Können. Offenbar flügellahm schleift ein Flügel am Boden und der Flussregenpfeifer kann nur ein kurzes Stück fliegend vorankommen. Seine „offensichtliche“ Verletzung lässt ein schnelles Fortfliegen nicht zu. Der Gegner wähnt nun eine leichte Beute vor sich.. Aber kurz bevor er zuschlagen kann und wenn beide weit genug vom Nest entfernt, sind fliegt der Vogel, urplötzlich genesen, davon.

Auch das in einer Mulde angelegte Nest ist perfekt an die Umgebung angepasst und mit Kieselsteinen, die der Färbung der Eier entsprechen hervorragend getarnt. Die Jungvögel, die das Nest als Nestflüchter sehr früh verlassen, sind selbst für einen Turmfalken nicht zu sehen. So ideal sind sie ihrer Umgebung angeglichen.

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer – Aussehen

Auffallend ist der gelbe Ring, der das ansonsten schwarze Auge umschließt. Auf der weißen Stirn befindet sich ein schwarzer Fleck und der Scheitel ist braun wie auch die Oberseite des Körpers. Der Schnabel ist kurz und schwarz. Augenfällig ist auch das schwarze „Halstuch“ und die für Watvögel typischen langen Beine, mit denen er sich schnell über den Boden bewegt, um Spinnen, Würmer, Insekten und kleine Krebse zu ergattern. Der Ornithologe und Geologe Professor Liebe, der bis 1894 lebte, hat einmal acht Schritte in der Sekunde gezählt.

Das Brutgebiet ist die Paläarktis, so bezeichnet man die Region Europa – Nordafrika und Asien. Europäische Vögel überwintern zwischen Äquator und Sahara. In Deutschland schätzt man zwischen 5000 und 9000 Brutpaare. Die natürlichen Lebensräume des Flussregenpfeifer , die Flussläufe mit kieshaltigem Boden, gibt es wegen der Begradigungen der Flüsse nur noch selten und so hat sich sein Lebensraum verändert. Kiesgruben und Baggerseen hat er sich als neue Refugien auserwählt.

Duemmer Meer

Duemmer Meer
Dümmer

Duemmer Meer – vielen besser bekannt als der Dümmer See, ist der zweitgrößte See Niedersachsens. Die flachen, stillen Gewässer, die sich zwischen Mulden und Erdmoränen in der Eiszeit gebildet haben, werden allerdings als „Meere“ bezeichnet. Der See hat eine maximale Tiefe von 1,50 Metern. Die Region Duemmer zeichnet sich durch eine Anzahl von Mooren aus. Dazu gehören auch das Rehdener Geestmoor, das Diepholzer Moor, das Ochsenmoor, das Goldensteder Moor, Uchter Moor, Oppenweher Moor und andere.

Ochsenmoor
Ochsenmoor

1950 wird der Duemmer eingedeicht und entwässert um die Nutzung durch intensive Landwirtschaft zu ermöglichen. Die Folge daraus ist die Verschmutzung des Dümmer See durch Gülle, die Flucht der Arten aus der Region, denen Lebensraum genommen wurde. Zuvor hatte man im 20. Jahrhundert noch 276 Wat- und Wiesenvögel gezählt. Erst 1976 – 1990 wurden große Teile der Dümmer Niederung wieder unter Schutz gestellt. Auf Initiative des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der sich auch schon einen Namen durch die Schaffung des Kulturerbes Wattenmeer geschaffen hatte, wurde 1986 mit der Renaturisierung begonnen und es hatte tatsächlich Erfolg. Die Arten kamen zurück und nahmen den alten/neuen Lebensraum wieder in Besitz. Bewässerungsanlagen sorgen heute dafür, dass die Feuchtwiesen immer den richtigen Wasserstand beinhalten.

Dümmer Meer
Bar du Mar

Naherholung am Duemmer Meer

Der westlich Teil des Dümmer „See“ ist der Freizeit gewidmet. Camping und Wohnmobilflächen, Bade- Segel- und Rudermöglichkeiten, Strandleben ist hier vorzufinden. Der Bereich im Süd/Osten mit dem Ochsenmoor bringt dem Naturfreund die Erfüllung.

Rauchschwalben
junge Rauchschwalben

Ein Sandboden im Wechsel mit Stein und Ton aus der Eiszeit mündet im Westen in die Niedermoorauflage. Hochstauden, Wald, Gebüsche und Kleingewässer bilden hier den Lebensraum für viele Vogelarten. Rotschenkel, Kiebitz, Rohrammer, Rohrweihe, Teichrohrsänger, das Blaukehlchen und viele andere Arten können hier beobachtet werden

Kiebitz
Kiebitz
Rohrweihe
Rotschenekel
Rotschenkel

In den Herbstmonaten ab Oktober bis in den Dezember hinein ist der Dümmer DER Rastplatz für tausende Kraniche. Ein Schauspiel ist es von einem der Beobachtungstürme das Schauspiel zu betrachten, wenn die Kraniche in die Schläfplatzflächen einfliegen. Es wäre wünschenswert, wenn sich die zahlreichen Beobachter an die 500 Meter Abstandsregel halten würden und die ausgewiesenen Beobachtungsangebote nutzen würden. Leider gibt es immer wieder Unvernünftige die sich nicht daran halten und die Vögel bei ihrem Anflug stören. Oft landen sie dann nicht dort, wo sie es eigentlich wollten.

Kraniche am Dümmer
Kraniche im Anflug
Kraniche am Dümmer
Kranich