Honigbiene vs. Wildbiene

Honigbiene und Wildbiene – wobei die Honigbiene offensichtlich mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist. Die Appelle zur “Rettung der Bienen” ist wohl nicht überall richtig verstanden worden.

Es geht bei dem Appell nämlich nicht um mehr Honigbienen, sondern um die Rettung der Wildbiene. Wie die WAZ in ihrer heutigen Ausgabe (17.07.19) berichtet, stieg die Zahl der Honigbienen in der Zeit von Anfang 2017 bis November 2018, im gleichen Verhältnis zu der steigenden Zahl der Hobby Imker von 150 auf 402, enorm an.

Gab es in Essen Anfang 2017 noch 1803 Völker, gibt es Ende November 2018 bereits 2539 Honigbienen Völker. Geht man davon aus das ein einziges Volk aus 35000 bis 40000 Individien besteht, beherbergen wir in Essen über 87 Millionen Honigbienen.

Honigbiene

So könnte man auf den Gedanken kommen, dass diese enorme Anzahl an Honigbienen eine zusätzliche Gefahr für die gefährdete Wildbiene sein könnte, indem sie der Wildbiene den Nektar streitig macht. Wilhelm Deitermann vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) sieht diese Gefahr allerdings nicht, weil nach seiner Meinung genügend Trachtpflanzen vorhanden sind.

48 Prozent der Wildbienenarten sind bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. In NRW sind von 364 Arten bereits 45 ausgestorben.

Der Vorsitzende des Kreis Imkerverbandes , Werner Küching fordert deshalb auch dazu auf, mehr Bäume zu pflanzen :“Wilde Bienen brauchen Bäume, auch hundert Insektenhotels ersetzen keinen gefällten Baum !”

Zum Rettungsappel für die Wildbiene und dem daraus entstanden Zuwachs bei der Honigbiene sagt Werner Küching :” Mit Honigbienen erhält man ebenso wenig die Insektenvielfalt, wie man mit Hühnern nicht die Vogelwelt rettet !”

Stadt Essen schützt Insekten

Insektenschutz –  Die Stadt Essen startet mit einem Aktionsplan für den Insektenschutz, Vogelschutz und   Artenschutz. Ins Boot geholt werden dazu Kleingärtner, Landwirte und Naturschützer und  die Bürger der Stadt.

Als erste Maßnahme wird die Stadt auf Grünstreifen, Schulhöfen und Kindergärten nektar- und pollenhaltige Pflanzen einsäen. Außerdem wird der Einsatz von Pestiziden in Naturschutzgebieten verboten.  Aus Brachflächen werden bunte, reichhaltige Wiesen . Desweiteren  legt der Verband der  Kleingärtner gemeinsam mit dem NABU ein „Wildblumenprogramm“ auf.


Insektenschutz durch weniger Gift

Die Landwirte haben sich bereit erklärt den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln zurückzufahren. Die Gemeinde verpachtet landwirtschaftliche Flächen nur dann noch wenn der Pächter auf derartige Mittel verzichtet.  Die Kommune selbst setzt bereits seit Jahren kein Glyphosat mehr ein.

Aus Brachflächen sollen bunte, reichhaltige Wiesen werden und Antrag von SPD, CDU und Grünen soll der Aktionsplan noch ausgeweitet werden. So sollen Nesthabitate für Wildbienen und Hummeln angelegt werden.