Klimaschutz – haben wir eine Zukunft ?

Klimaschutz – wenn ich die Debatten um das wichtigste Tema unserer Zeitgeschichte verfolge, stosse ich auf Zustimmung von vielen Seiten. “Ja, es muss etwas getan werden,” hört man von den Wirtschaftsverbänden, von der Wissenschaft. 105 Wissenschaftler aus 53 Ländern die das Klima für den IPCC verfolgen und analysieren warnen davor, dass es keine Zeit zu verlieren gilt. Es droht Nahrungsknappheit und die Zerstörung der Lebensgrundlage für 500 Millionen Meschen weltweit.

Eine Wende in der Agrarwirtschaft ist zwingend notwendig. Wälder müssen entstehen um mehr CO2 Speicherung zu ermöglichen. Die Landwirtschaft nachhaltiger werden und der Fleischverbrauch drastisch reduziert werden.

Die Erderwärmung hat bereits um 1,5 Grad Celsius zugenommen. Mit einem weiteren Anstieg auf über 2 Grad Erderwärmung erreicht man dann bald einen Punkt, wo der Wandel nicht mehr aufzuhalten ist. Es wäre also dringend nötig alle fossilen Brennstoffe sofort außer Betrieb zu setzen. Kohle, Öl und Gaskraftwerke die ihre Lebensdauer erreicht haben dürfen nicht mehr in Betrieb gehen.

Klimaschutz – Regenwald

Was passiert aber? Die Rodung des Regenwaldes wird durch den brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro noch forciert, um riesige Flächen für die Rinderhaltung zu schaffen. Allein im Juli sind demnach 2.254 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden. Vergangenes Jahr betrug die Zahl im selben Monat knapp 597 Quadratkilometer, was einem Anstieg von 278 Prozent entspricht. Im vergangenen Juni lag das Ausmaß der Abholzung bereits 88 Prozent über dem Juni-Wert von 2018.  (Quelle Zeit online).

Die Proteste der europäischen Regierungen sind nicht wirklich überzeugend. Im Gegenteil – Deutschland und die EU erhöhen sogar den Import von Rindfleisch aus Brasilien. Laut ABIEC stiegen die Einfuhren der EU um 9 Prozent auf 118.317 t. Bezogen auf den Umsatz blieb die Europäische Union 2018 damit der drittwichtigste Absatzmarkt für die brasilianischen Rindfleischexporteure. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf umgerechnet 640 Mio. Euro verzeichnet. (Quelle: agragheute). Die Zahlen dürften sogar noch höher ausfallen, da diese von 2018 sind. Eine erneute Steigerung des Importes von brasilianischem Rindfleisch 2019 ist vorauszusehen.

Klimaschuz – neue Energien

Was die Schließung von Kraftwerken angeht, hat die Kohlekommission in einem Kompromiss am 26.01.2019 den Einstieg in den Kohleausstieg und damit endlich den Anfang vom Ende der Kohle beschlossen. Mit der Festlegung, bis 2022 erste Kohlekraftwerke abzuschalten. Wie die WAZ heute berichtet regt sich bereits Widerstand, das neue Kraftwerk Datteln IV nicht ans Netz gehen zu lassen. Das wird wahrscheinlich auch erfolgreich sein, warum sonst würde Uniper sonst weiterhin Millionen in das, nach Uniper, modernste Steinkohlekraftwerke der Welt investieren. Auch die Braunkohletagebau Betriebe halten die gesetzten Termine für nicht einahltbar, fordern aber schon einmal Millionen an Entschädigungen.

Fleisch

Gegen eine höhere Besteuerung von Fleisch gehen die Bauernverbände auf die Barrikaden. Sie fürchten um die Betriebe der Massentierhaltung . Eine Tierhaltung zum Wohle der Tiere spielt für sie keine Rolle. Methangas und Gülle als Produkt der Massentierhaltung ist hinzunehmen. Viele Betriebe könnten auf Nachhaltigkeit umstellen. Das ist aber sicherlich auch mit mehr Aufwand verbunden. Der Verbraucher hat hier aber die Macht, durch weniger Fleischverbrauch etwas Druck aufzubauen.

Mobilität

Um den Klimaschutz voranzutreiben soll sich die Mobilität verändern. Die Umstellung des LKW- Eisenbahn- und Schiffsverkehrs auf Elektroantriebe oder Wasserstoffantrieb wird noch Jahre dauern. Der Transport der Güter vom LKW auf die Schiene ist logistisch kaum möglich, da die Bahn die Entwicklung bisher aus Kostengründen verschlafen hat. Neue Gleise müssen erst verlegt werden, eine Deutschlandweite Modernisierung des Güterverkehrs auf der Schiene dauert Jahre. Spediteure klagen heute über große Verspätungen der Bahn, wenn sie ihre Güter vom LKW auf die Schiene schaffen.

CO2 Steuer

Die Einführung einer CO2 Steuer wird bereits vor der Beschlußlage von den industriefreundlichen Parteien torpediert. Die Steuer darf auf keinen Fall zu Lasten der Industrie gehen, die allerdings der größte Erzeuger von CO2 ist. Mehr Mischwald für das Klima? Die Waldbauern beklagen den Tod der Fichte durch die Hitzeperiode und den Borkenkäfer und wollen vom Staat Geld um den Abtransport des Totholzes zu finanzieren und neue, fremde Holzarten, die einen schnellen Wuchs versprechen, setzen zu können. Da interessiert nicht der Klimaschutz, sondern nur das schnelle Geld.

neue Energien

Bei der Entwicklung neuer Energieträger hat man sich schon immer erst nach der Installation Gedanken gemacht wie es denn um die Entsorgung der entstehenden Abfälle bestellt ist, die dann die Umwelt belasten. Atomkraftwerke wurden errichtet, ohne zu Wissen was mit dem atomaren Müll geschehen soll. Bei der Umstellung des PKW vom Diesel auf Strom, weiß noch niemand was mit den Batterien geschieht, wenn diese entsorgt werden müssen. Bei der Windenergie entstehen riesige Halden mit Rotorblättern. Für den Sondermüll ist noch keine Lösung in Sicht.

Zukunft ?

Es werden also noch unzählige Komissionen, Arbeitskreise, Ausschüsse und Tagungen zum Tema Klimaschutz folgen . Die Mächtigen der Welt, die Regierenden, Präsidenten und Großindustriellen, Wirtschafts- und Bauernverbände werden im Endeffekt das Sagen haben. Da steht die Befürchtung das wir unseren Kindern und Kindeskindern später einmal erklären müssen . “Wir hatten nicht die Macht entscheidendes zu tun, die hatten andere, denen Gewinnmaximierung wichtiger war als der Planet Erde.” Wir können unserem Nachwuchs nur noch empfehlen Naturwissenschaften und Ingenieurwesen zu studieren um noch einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden und Leute zu wählen, die ihren Gedanken nahe stehen und entsprechend handeln.

Zukunft

Zukunft  – oder wie gehen wir mit der Erde um.

Zukunft kommt auf jeden Fall und niemand ist in der Lage sie aufzuhalten.  Sie bestimmt unser Leben und wir müssen sie selbst  gestalten. Haben wir eigentlich die nötige Ruhe uns darauf zu konzentrieren? Präsidenten mit kindlichem, narzistischem gehabe stellen Vergleiche an – wer hat den “Größten?” – auch wenn es hier “nur” um den Atomknopf geht.

Staaten die erst vor kurzer Zeit eine diktatorisches Regimehinter  sich ließen und Demokratie erkämpft haben wenden sich rechten, nationalistischen Systemen zu. Die Versuche ein geeintes Europa, welches in den letzten Jahren der Garant für Frieden war, zu verhindern, werden immer stärker.

Empathielosigkeit greift um sich. Fernsehsender zeigen in Filmen brutalste Szenen die im wahren Leben Nachahmer finden. All das nötigt es uns ab bereits am frühen Morgen die Blicke auf die Medien zu richten, in Erwartung neuer Horrormeldungen.

Massenproduktion in der Landwirtschaft, werden durch immer mehr Pestizide erreicht. Massentierhaltung bei der Fleischerzeugung. Das Obst wird mehr als zehnmal im Jahr gespritzt. Äcker versinken in der Gülle und diese in Erdreich und Grundwasser. Alles mit dem Argument, für die Ernährung der  immens wachsenden Menschheit sorgen zu müssen.

In Europa wird mit Fleisch geprasst, während in anderen Erdteilen Menschen verhungern. Gehen wir sorgsamer mit unseren Ressourcen um, einmal Fleisch in der Woche würde doch auch reichen, auch wenn es durch umsichtige Produktion teurer würde. Mit einer Umverteilung würde die Menschheit auch ohne vergiftete Felder ernährt werden können.

Außerdem sind die Folgen der verseuchten Erde noch nicht abzusehen. Die Ruhe, Zeit auf Besinnung, Einkehr und Konzentration auf die wahren Werte des Lebens kommen dabei zu kurz. Das sind aber Vorraussetzungen um richtige , humane Investitionen in die Umwelt und in die Zukunft der Menschheit, unserer Kinder und Enkelkinder zu schaffen.

Laßt uns wieder auf das Morgen konzentrieren, auf ein lebenswertes Leben.